Autor: Katica Djakovic

Interview mit Prof. Dr. Klaus-Peter Steuhl zum DOG-Kongress 2012

„Eine Augenheilkunde“ lautet das Motto beim 110. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) – und klingt gleichermaßen als Forderung wie als Feststellung. Zudem wurde jüngst der bisherige Slogan der DOG abgeändert: Die „Wissenschaftliche Gesellschaft für Augenheilkunde“ nennt sich nun „Gesellschaft für Augenheilkunde“ – und will damit ein Zeichen setzen für mehr Geschlossenheit in der Fachgruppe. Wird die DOG berufspolitisch? DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem diesjährigen DOG-Präsidenten Prof. Dr. Klaus-Peter Steuhl (Essen) anlässlich des Kongresses über Entsolidarisierung und notwendige Geschlossenheit.

17. Retina International World Congress in Hamburg

„Licht am Horizont“
Unter dem Leitsatz „Gateway to Vision“ hatte Retina International, ein Zusammenschluss von 33 nationalen Selbsthilfevereinigungen von Betroffenen mit hereditären Netzhautdegenerationen, zum 17. Retina International World Congress eingeladen. Dr. Udo Hennighausen (Heide) berichtet über den im zweijährigen Turnus gemeinsam von Wissenschaftlern und Patienten veranstalteten internationalen Kongress, der in diesem Jahr in Hamburg tagte und insgesamt 720 Teilnehmende verzeichnen konnte.

Kommunikation in der Arztpraxis

Mitarbeiter müssen gefordert und gefördert werden
Eine gute Praxis zeichnet sich neben einem sauberen und freundlichen Erscheinungsbild vor allem durch ein serviceorientiertes und erfahrenes Team aus. Medizinische Fachangestellte sind die Visitenkarte der Praxis, denn sie stellen den ersten Kontakt dar und vermitteln einen ersten Eindruck, den der Patient von einer Praxis gewinnt. Um ihren vielfältigen Aufgaben gewachsen zu sein, müssen Mitarbeiter gefordert und gefördert werden. Gezielte Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil der Mitarbeiterführung und auch unter den Arzthelferinnen wichtig, um einen optimalen Praxiserfolg zu gewährleisten. Von Dr. Christiane Schumacher (Heiligenhaus).

Atraumatische Amnionmembrantransplantation

Ein Überblick über Transplantationsarten und Trägermodelle
Die Amnionmembrantransplantation ist eine seit den 1940er Jahren entwickelte Methode zur Behandlung von Erkrankungen der Hornhautoberfläche. Durch Proteinase-Inhibitoren und antiinflammatorische Proteine reduziert die Amnionmembran Entzündungsmechanismen und minimiert die Ausbildung kornealer Neovaskularisationen. Priv.-Doz. Dr. Constantin E. Uhlig (Münster) gibt einen Überblick über Wirkmechanismen und Transplantations-arten und stellt derzeitige Trägermodelle internationaler Arbeitsgruppen vor.

KBV bricht Honorarverhandlungen ab: Geplante Protestmaßnahmen der Ärzteschaft

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat gestern (3. September) weitere Honorarverhandlungen für 2013 mit dem GKV-Spitzenverband für gescheitert erklärt und daraufhin abgebrochen. Die Erhöhung des Orientierungspunktwertes um 0,9 Prozent (oder 0,04 Cent) durch den Schlichter sei geradezu ein Hohn und eine Diffamierung der Ärzteschaft durch die Vertreter der Krankenkassen. Es ist deshalb in den kommenden Tagen mit Protestmaßnahmen von Seiten der Ärzteschaft zu rechnen.

Neue MIOL mit trifokaler Optik

Ergebnisse aus einer multizentrischen Studie
Der Anspruch der Patienten an die postoperative Sehqualität ist in den letzten zehn Jahren deutlich angestiegen, nicht nur bei refraktivem Linsenaustausch, sondern auch in der Kataraktchirurgie. Mehrere Komponenten tragen dazu bei, dass die hohen Ansprüche — insbesondere der Multifokallinsen-Patienten — erfüllt werden können. Verbesserungsbedarf gibt es jedoch hinsichtlich des schwachen Intermediärvisus sowie möglicher Halos und Blendungen. Seit April dieses Jahres steht nun eine neue Generation von MIOL, die Trifokallinse, zur Verfügung. Im Rahmen einer multizentrischen Studie wurde untersucht, ob die klinischen Ergebnisse die theoretischen Erwartungen eines verbesserten Intermediärvisus bestätigen und wie sich das trifokale Design auf die Streulichteffekte wie Halos und Blendung auswirkt. Dr. Ralph Neuber und Prof. Dr. Norbert Körber (Köln) stellen die Ergebnisse vor.

Ausbildung von Kataraktchirurgen mit Hilfe von Simulatoren

Nachdem viele Studien gezeigt haben, dass es zu einer signifikant höheren chirurgischen Komplikationsrate bei jungen Ärzten im Vergleich zu erfahrenen Ophthalmochirurgen kommt, wurden einige Verfahren zur Ausbildung entwickelt, die keine Gefährdung für Patienten darstellen. Hierbei hat die Bedeutung von computerbasierten Ausbildungsmöglichkeiten stetig zugenommen, denn schnellere Prozessorleistungen, größere Speicherkapazitäten und bessere Bildauflösungen ermöglichen eine zunehmend realistischere Simulation der Wirklichkeit (Virtual Reality). Florian T. A. Kretz, Maria J. Sanchez und Prof. Dr. Gerd U. Auffarth (Heidelberg) erläutern die Ausbildung junger Kataraktchirurgen mit Hilfe des Eyesi-OP-Simulators, der wie eine Operationseinheit einer Augenklinik aufgebaut ist.

Simulation und Dissimulation bei gutachtlichen Fragestellungen

Validitätsprüfungen zielen darauf ab, vorhandene Sehfunktionen genau zu bestimmen oder wenigstens Mindestwerte zu schätzen. Möglich ist die objektive Prüfung oftmals ohne aufwändige Geräte, bedarf aber eines gewissen Zeitaufwandes. Die verschiedenen Methoden dienen vor allem dazu, subjektive Fehleinschätzungen zu korrigieren und Anlass für eine subtilere Diagnostik zu geben. Prof. Dr. Michael Gräf (Gießen) beschreibt unterschiedliche Methoden, die eine Validitätskontrolle subjektiver Angaben erlauben sowie teilweise einen relativ genauen quantitativen Nachweis tatsächlicher Sehfunktionen.

Stimulationstherapie bei Amblyopie

Computergestütztes Stimulationsverfahren zur Unterstützung der Okklusionstherapie
Die Amblyopie als funktionelle Sehstörung ist charakterisiert durch ein neuronal bedingtes Übertragungsdefizit der optischen Signale vom Auge zum Sehzentrum. An der TU Dresden wurde unter Leitung des Neuropsychologen Dr. Uwe Kämpf ein im Ortsauflösungsbereich niedrigfrequentes, neurosensorisches Stimulationsverfahren entwickelt, das – ergänzend zur Okklusionsbehandlung – zur nachträglichen Schulung der Neuronen und damit zur Neubahnung des gestörten Informationskanals beitragen soll. Dr. Gernot Petzold (Kulmbach) wendet dieses Stimulationsverfahren, für das weitere Evidenzstudien noch ausstehen, seit etwa einem Jahr in seiner Praxis an und fasst seine Erfahrungen zusammen.

Serie Auge und Sehen: Probierset für Farbgläser

Serie zur Sammlung Roth
Um die gewünschte Lichtabsorption zu ermitteln, wurden vom Optiker für die Kunden entsprechende Probiergläser bereitgehalten. Das Gestell des hier gezeigten Probiersets enthält drei verschieden dunkle Plangläser, die einzeln herausklappbar sind. Der Halter ist aus Büffelhorn. Er stammt aus der Zeit um 1810 und gehörte einst zum Standardwerkzeug eines jeden Okulisten. Dieses Probierset wurde auf einem Flohmarkt in Wien entdeckt und zu einem stolzen Preis für die Sammlung erworben.