Aus der aktuellen Ausgabe

Management bei posteriorem ­kindlichem Trauma

Traumaassoziierte Netzhautablösung ist die häufigste Indikation für einen virtreoretinalen Eingriff bei Kindern. Oftmals bleiben die Operationsergebnisse hinter den Resultaten bei erwachsenen Augen zurück. Ursache ist eine hohe Rate proliferativer Vitreoretinopathien (PVR) und die Ausbildung einer Amblyopie. Prof. Petra Meier (Leipzig) erörtert traumatisch bedingte Krankheitsbilder, die eine vitreoretinale Chirurgie im Kindesalter erfordern sowie deren operationstechnische Besonderheiten.

Ein Pionier der Star-Extraktion

Zum 275. Geburtstag von Heinrich Jung-Stilling (1740 bis 1817)
Der Universalgelehrte Prof. Dr. phil. Dr. med. Heinrich Jung, genannt Jung-Stilling, war sowohl Zeitgenosse als auch ein Freund von Johann Wolfgang von Goethe und wurde als Pietist, Volksschriftsteller und Wirtschaftswissenschaftler bekannt. In einer Zeit, in der die Augenheilkunde noch kein selbständiges Fach war, führte er vorwiegend ambulant über 2.000 Kataraktoperationen auf etwa 25 Reisen durch. Ein Beitrag von
Priv.-Doz. Dr. Manfred Jähne, FEBO (Chemnitz).

Fallbericht: Traumatische Makula­foramina im Kindesalter

Stumpfe Augenverletzungen, beispielsweise durch den direkten Aufprall eines großen Balles wie beim Fußballspiel, können verschiedene Verletzungsmuster hervorrufen, so auch traumatische Makulaforamina, von denen Kinder aufgrund des noch anliegenden Glaskörpers häufiger betroffen sind. Eine weitere Besonderheit ist, dass Kinder – wohl wegen des noch nicht ausgewachsenen Gesichtsschädels – weniger gut geschützt sind als Erwachsene. Dennoch lässt sich im Unterschied zu Makulaforamina im Erwachsenenalter oft auch ein günstiger Spontanverlauf beobachten.Dr. Susanne Kaskel-Paul und Ioannis Papazoglou (Lüdenscheid) stellen drei Fälle von jungen Patienten mit traumatischem Makulaforamen vor, die zwischen 2011 und 2014 die Lüdenscheider Augenklinik aufsuchten.

Serie Auge und Sehen: Das Mikroskop

Serie zur Sammlung Roth
Das Auflösungsvermögen des menschlichen Auges ist begrenzt, für den Normalsichtigen endet es mit wenigen Bruchteilen eines Millimeters aufgrund des natürlichen Limits der Sehleistung. Nur der Kurzsichtige kann dies noch in einem geringen Maße überbieten, kleine Dinge bleiben ohne vergrößernde Sehhilfe für den Menschen unsichtbar. Nun dürfte der Mikrokosmos aber auch im Gegensatz zum Makro­kosmos in der Geschichte der Menschheit kaum eine Rolle gespielt haben. Der Blick ins Weltall war für Kalender, Wetter und das Horoskop weitaus wichtiger. Trotzdem machten sich bereits griechische Philosophen Gedanken darüber, was denn letztendlich das Kleinste in der Natur sei und ob dieses dann wirklich auch unteilbar wäre. Diese Frage konnte erst nach der Entdeckung der brechenden Eigenschaften sphärisch geschliffener Gläser und ihrer geschickten Kombination in Form des Mikroskops zumindest ansatzweise gelöst werden.

Kongress DOG 2015

Interview mit DOG-Kongresspräsident Prof. Karl Ulrich Bartz-Schmidt
Unter dem Motto „Augenheilkunde – grundlagenbasiert und interdisziplinär“ lädt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) vom 1. bis 4. Oktober zu ihrer 113. Jahrestagung nach Berlin ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem diesjährigen Kongresspräsidenten Prof. Karl Ulrich Bartz-Schmidt (Tübingen) unter anderem über die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit in Klinik und Forschung.

10. Internationales Pro Retina-Forschungskolloquium in Potsdam

Degenerative Netzhauterkrankungen – ein interdisziplinärer Austausch
Bereits zum zehnten Mal tagte das internationale Pro Retina-Forschungskolloquium, zu dem sich Ende März vor der Kulisse des Templiner Sees rund 135 internationale Teilnehmer in Potsdam einfanden. Beim bislang größten Treffen stand für die anwesenden Wissenschaftler, Mediziner aus Europa und Amerika erneut der interdisziplinäre Austausch zwischen Grundlagen- und klinischer Forschung im Mittelpunkt. In einer Vielzahl von Vorträgen wurde über aktuelle klinische Studien und neue Erkenntnisse aus der experimentellen Forschung berichtet. Besonders große Bedeutung hatte einmal mehr die Diskussion zwischen den teilnehmenden Nachwuchswissenschaftlern und den anwesenden erfahrenen Arbeitsgruppenleitern und Professoren. Über das diesjährige Treffen berichten aus dem Kreis der Bonner Teilnehmer Dipl. Biol. Johanna Meyer, M.Sc. Niklas Domdei, Dr. Moritz Lindner, Dr. Philipp Müller, Dr. Martin Gliem, Dr. Wolf Harmening und Prof. Peter Charbel Issa.

Augentropfen aus ­Amniongewebehomogenat

Nicht heilende Hornhautepitheldefekte oder akute Verätzungen sind die Hauptindikationen für eine Amnionmembrantransplantation. Die Amnionmembran zeigt antiinflammatorische Effekte und begünstigt die Re-Epithelialisierung der Hornhaut. Für die Patienten ist diese Therapiemethode allerdings immer mit den Risiken und Nebenwirkungen eines operativen Eingriffs verbunden. Eine alternative Behandlungsmöglichkeit wäre die Applikation von Augentropfen, die aus Amniongewebehomogenat hergestellt werden. Tanja Stachon, Mona Bischoff, Manuela Huber, Prof. Achim Langenbucher, Prof. Berthold Seitz und Priv.-Doz. Dr. Nóra Szentmáry erläutern, was bei der Herstellung zu beachten ist.

Antikörper gegen Keratitis – eine mögliche Therapie?

Ein häufiges Behandlungsproblem bei Keratitis ist die fortschreitende Resistenzbildung der Erreger gegenüber Antibiotika. Der Einsatz einer photodynamischen Therapie, auch photodynamische Inaktivierung genannt, könnte eine alternative Behandlungsmethode darstellen. Der gezielte Einsatz mit spezifischen Antikörpern und photodynamischer Therapie wurde an der Universitäts-Augenklinik Homburg/Saar in einem Laborversuch getestet. Tanja Stachon, Xuefei Song, Prof. Berthold Seitz, Jiong Wang, Markus Bischoff, Prof. Achim Langenbucher, Edgar Janunts und Priv.-Doz. Dr. Nóra Szentmáry stellen die Ergebnisse vor.

Proliferation und Migration von ­Epithelzellen nach Crosslinking

Die photodynamische Therapie (PDT) zur Behandlung des Keratokonus könnte auch als alternative Behandlungsmethode bei antibiotikaresistenter Keratitis eingesetzt werden, jedoch werden hier anders als beim Keratokonus gesunde Keratozyten bestrahlt. Der Effekt von konditioniertem Medium von normalen und Keratokonus-Keratozyten nach Kollagen-Crosslinking (CXL) auf die Proliferations- und Migrationsfähigkeit des kornealen Epithels ist in einer In-vitro-Studie untersucht worden. Tanja Stachon, Ming-Feng Wu, Jiong Wang, Xuefei Song, Sarah Colanesi, Stefan Wagenpfeil, Prof. Achim Langenbucher, Prof. Berthold Seitz und Priv.-Doz. Dr. Nóra Szentmáry erläutern die vorliegenden Daten.

28. Kongress der DOC tagte in Leipzig

Zu seiner Jahrestagung vom 11. bis 13. Juni lud der sonst traditionell in Nürnberg stattfindende internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) erstmals nach Leipzig ein, das diesjährig nicht nur sein 1.000-jähriges Bestehen feiert, sondern auch in der Ophthalmologie Geschichte geschrieben hat: hier wurde der erste deutsche außerplanmäßige Professor für Ophthalmologie ernannt und das erste deutsche Ordinariat für Augenheilkunde eingerichtet. Der dreitägige DOC-Kongress bot den rund 5.800 Besuchern ein gewohnt umfangreiches Fortbildungsprogramm sowie umfassende Diskussionsmöglichkeiten zu Therapien und Innovationen in den unterschiedlichen Fachbereichen. Neben den Ehrenvorlesungen und der Aufnahme zweier renommierter Persönlichkeiten in die Hall of Fame Ophthalmologie bildeten die Hauptvorträge zu ausgewählten Fragestellungen den Schwerpunkt des wissenschaftlichen Programms. Von Katica Djakovic.