Aus der aktuellen Ausgabe

Augenärztliche Behandlungsfehler

Bestandsaufnahme und Einzelfehleranalyse aus den Jahren 2011 bis 2015
Ein probates Mittel zur Steigerung der Qualität augenärztlicher Arbeit ist auch die Analyse derjenigen Behandlungsfehler, die bei der Gutachterkommission für ärztliche Behandlungsfehler der Ärztekammer Nordrhein anhängig geworden sind. Generelle Empfehlungen können aus den wenigen Einzelkasuistiken zwar nicht abgeleitet werden, aber jeder individuelle Fehler bietet ein Lernpotential. Dr. med. Georg Niepel (Augenärztliche Praxis, Stolberg) und Dr. med. Beate Weber (Gutachterkommission für ärztliche Behandlungsfehler der Ärztekammer Nordrhein, Düsseldorf) fassen die Behandlungsfehlerstatistik aus fünf Jahren zusammen und analysieren operative Einzelfehler.

Depression bei Menschen mit Sehschädigung im Alter

Menschen mit einer Sehschädigung weisen unabhängig von Alter, Geschlecht und anderen Faktoren bis zu fünf Mal häufiger eine Depression auf als Personen ohne Sehschädigung. 25 bis 45 Prozent der sehgeschädigten Senioren sind von einer Depression betroffen. Die Prävalenz ist unabhängig vom Schweregrad der Sehschädigung, was bedeutet, dass auch bereits geringe Grade von Sehschädigung eine Depression bewirken können. Dr. Nadja Högner (Hannover) und Charlotte Dannehr (Berlin) stellen mögliche Ursachen für das Entstehen einer Depression bei sehgeschädigten Menschen im Alter dar.

Fallbericht: Der ziliolentikuläre Block

Der ziliolentikuläre Block ist eine seltene postoperative Komplikation, bei der es zu einer Fehlleitung des Kammerwassers in den Glaskörperraum kommt. Bei einer 46-jährigen Patientin mit Engwinkelglaukom erfolgte eine komplikationslose Trabekulektomie mit Mitomycin C. Postoperativ bestand eine zentral und peripher abgeflachte Vorderkammer mit Drucksteigerung auf teilweise 60 mmHg ohne gonioskopischen Hinweis auf einen Glaukomanfall. Tschingis Arad, Priv.-Doz. Dr. Verena Prokosch-Willing und Prof. Esther M. Hoffmann (Mainz) erläutern das Vorgehen beim ziliolentikulären Block nach Trabekulektomie.

Das Glasauge

Serie zur Sammlung Roth
Das menschliche Auge prägt das Aussehen eines Individuums. Es kommuniziert mit seinem Gegenüber, ist ein Bestandteil der Mimik. Der Anblick einer leeren Augenhöhle erschreckt. Ein zerstörtes oder gar fehlendes Auge lässt den Betrachter erschauern. Narben in diesem Bereich, gleich welcher Ursache, führen zum Verlust der Ästhetik, sie entstellen das Gesicht. Der Ausfall eines Auges wiegt also nicht nur schwer wegen des Verlustes der Sehfunktion, sondern auch wegen des damit verbunden kosmetischen Defizits. Über die Jahrhunderte pröbelten Menschen daher, den fehlenden Augapfel durch eine möglichst naturgetreue Prothese zu ersetzen. Dies erforderte ein hohes handwerkliches Geschick. Natürliche Materialien wie Bernstein, Edelmetall oder Bergkristall waren einst bevorzugte Ausgangsstoffe. Heute ist es das Glas, das, von Künstlerhand geformt, die Grundlage einer Augenprothese bildet.

Kongress AAD 2017

Interview mit dem BVA-Vorsitzenden Prof. Bernd Bertram
Vom 14. bis 18. März lädt die Augenärztliche Akademie Deutschland (AAD) wieder ins CCD nach Düsseldorf ein. Die gemeinsame Fortbildungsveranstaltung vom Berufsverband der Augenärzte (BVA) und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) tagt in diesem Jahr unter dem Hauptthema „Demographischer Wandel – Herausforderungen und Perspektiven für die Augenheilkunde“. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem BVA-Vorsitzenden Prof. Bernd Bertram (Aachen) anlässlich der Tagung über die sich wandelnden Anforderungen sowie aktuelle berufspolitische Aspekte des Faches.

Kostenerstattung beim refraktiven Linsenaustausch (RLA)

Aktuelle Urteile weisen auf eine Änderung in der Rechtsprechung hin
Für den Austausch der klaren oder zumindest der im Sinne der Kataraktchirurgie nicht vollständig eingetrübten, natürlichen Linse tritt offenbar ein Wechsel in der Rechtsprechung ein, die aktuell zu einer Bejahung der Kostenerstattungspflicht privater Krankenversicherer tendiert. RA Michael Zach (Mönchengladbach) stellt anhand der ergangenen Urteile diese – derzeit noch nicht abgeschlossene – Entwicklung der Rechtsprechung dar

Fallberichte: Ocriplasmin bei VMT

Möglichkeiten und Grenzen
Zur Behandlung der vitreomakulären Traktion (VMT) bei Erwachsenen, auch in Zusammenhang mit einem Makulaloch ≤400 µm, wird seit Mai 2013 der Wirkstoff Ocriplasmin zur intravitrealen Applikation eingesetzt. An der Universitäts-Augenklinik Dresden wurden eigene Patientendaten retrospektiv nach dem funktionellen und anatomischen Outcome nach Ocriplasmingabe analysiert. Dr. Dirk Sandner und Dr. Janine Lenk erläutern die ersten klinischen Erfahrungen und stellen anhand von Fallbeispielen typische mögliche Verläufe dar.

Frühe Lesebrille

Serie zur Sammlung Roth
Immer mehr Menschen lernten im ausgehenden Mittelalter das Lesen. Der Schulbesuch, von der Kirche und der Obrigkeit gefördert, wurde bald für nahezu jedermann möglich. Die Fähigkeit des Lesens setzte aber beim weitsichtigen, vor allem aber dem altersweitsichtigen Menschen das Vorhandensein einer passenden Brille voraus. Sie wurde um 1290 erfunden. Das wurde erst möglich, nachdem es gelang, ein durchsichtiges Glas herzustellen und dies zu einer optisch brechenden Linse zu formen. Die frühen Brillen waren allerdings für den einfachen Bürger noch unerschwinglich, erst als sie als preiswerter Massenartikel zu Beginn des 16. Jahrhunderts auf den Markt kamen, konnte die klassische Lesebrille auch die einfache Bildungsschicht erreichen.

Kongress DGII 2017

Interview mit Tagungspräsident Prof. Markus Kohlhaas
Vom 16. bis 18. Februar lädt die Deutschsprachige Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII) zu ihrer 31. Tagung nach Dortmund in das Kongresszentrum Westfalenhallen ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem diesjährigen Kongresspräsidenten Prof. Markus Kohlhaas (Dortmund) über die inhaltlichen Schwerpunkte der Tagung, die in diesem Jahr unter dem Hauptthema „Planung und Durchführung operativer Eingriffe bei schwierigen okulären Ausgangssituationen“ steht.

Ophthalmologische Fortbildung in Weißrussland

Добрый день Минск – Hello Minsk: „Current issues of Ophthalmology“
Der Lehrstuhl für Ophthalmologie der „Belarusian Medical Academy of Post-Graduate Education“ in Minsk, der Hauptstadt Weißrusslands, ist eines der führenden wissenschaftlichen und praktischen Zentren in Weißrussland. Im Dezember tagte der 10. Jahreskongress der Weißrussischen Medizinischen Akademie für Graduierten-Fortbildung, in dessen Rahmen auch der Lehrstuhl für Ophthalmologie zur augenheilkundlichen Fortbildung eingeladen hatte. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) und Irina Gordeenko (Stuttgart) berichten über die Tagung in Minsk.