Aus der aktuellen Ausgabe

Marketing im Gesundheitswesen

Ökonomie versus Medizin oder produktives Co-Working?
Ist eine Marketingstrategie bei einer Praxisgründung oder -übernahme obligat oder ein zu vernachlässigender Posten? Welche Maßnahmen umfasst der Begriff Marketing und welche Auswirkungen haben die unterschiedlichen Marketingaktivitäten? Tobias Kesting (Köln) erläutert in einem Überblick das weite Feld des Marketings im Gesundheitswesen und zeigt auf, wie der Aufbau einer guten strategischen Ausrichtung gestaltet werden sollte, um einen langfristigen Praxiserfolg zu realisieren.

Berliner Immunologie-Seminar tagte als Hybrid-Veranstaltung

„Virale Erkrankungen des Auges“
Das diesjährige Berliner Immunologie-Seminar fand aufgrund von pandemiebedingten Einschränkungen durch das Coronavirus SARS-CoV-2 am 12. Juni als Hybridveranstaltung, einer Kombination aus Präsenz- (traditionell im Kaiserin-Friedrich-Haus in Berlin) und Onlineveranstaltung, unter der Leitung von Prof. Uwe Pleyer, Augenklinik der Charité Berlin, statt und wurde als Livestream übertragen, sodass die zuvor angemeldeten Teilnehmer online an der Veranstaltung teilnehmen konnten. Im Zentrum des Berliner Immunologie-Seminars standen „Virale Erkrankungen des Auges – Eine interdisziplinäre Herausforderung in Pandemiezeiten“. Ein Bericht von Dr. Simon Trick (Ulm).

Korneale OCT zur Verlaufsbeurteilung nach tektonischer anteriorer lamellierender Keratoplastik

Eine drohende Perforation der Hornhaut stellt einen ophthalmologischen Notfall dar. Zur Versorgung steht unter ­anderem die tektonische anteriore lamelläre Keratoplastik (ALK) zur Verfügung. Zur prä- und postoperativen Beurteilung eignet sich die korneale OCT als hochauflösendes und kontaktfreies Diagnostikverfahren. In einer retrospektiven klinischen Untersuchung an der Augenklinik Berlin-Marzahn wurden 31 Patienten untersucht, die eine tektonische ALK von 2 bis 8 mm in Tropfanästhesie und anschließender therapeutische Kontaktlinsenanpassung erhielten. Zu den erhobenen Parametern gehörten der mittlere postoperative Visus, die Anzahl und Art der Re-Operationen, die Indi­­ka­­tio­­nen, die prä- und postoperative Pachymetrie sowie morphologische Veränderungen, die anhand der kornealen OCT evaluiert wurden. Dr. Valentin Hooijer und Priv.-Doz. Dr. Christopher Wirbelauer (Berlin) stellen die Ergebnisse vor.

Intrakorneale Ringsegmente (ICRS) zum Management von Keratektasien

Die Implantation von Intrakornealen Ringsegmenten (ICRS) stellt eine der therapeutischen Modalitäten bei ­Keratektasie dar und gehört zur refraktiven Behandlung des Keratokonus. Es handelt sich nicht um eine konven­tionelle „refraktive Chirurgie“, Kontraindikationen und die mit dem Keratokonus verbundenen Besonderheiten sind zu berücksichtigen. An der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) wird die Indikation grundsätzlich vom korneorefraktiven Chirurgen selbst in der Sprechstunde für Refraktive Chirurgie gestellt.  Loïc Hamon, Prof. Dr. Berthold Seitz und Dr. Loay Daas (Homburg/Saar) berichten über die Homburger ­Erfahrungen mit ICRS zum Management von Keratektasien.

Die Bedeutung des Kälterezeptors TRPA1 für die korneale Wundheilung

In einem experimentellen Ansatz zur Charakterisierung der Erneuerungsprozesse bei kornealer Wundheilung untersuchte eine Studie der AG Mergler, in vitro Elektrophysiologie/Ionenkanalforschung, Abt. Experimentelle Ophthalmologie an der Charité ­Berlin, Kinetik und Zellmigration in einem Wundheilungszellmodell (HCK) und konnte erstmals nicht nur eine funktionelle Ex­pression des TRPA1-Kanals, sondern auch dessen funktionelle Relevanz in HCK nachweisen. Somit können Wundheilungsprozesse durch die Aktivierung des TRPA1-Kanals positiv beeinflusst werden. Julia Maria Pulst ­Caliman, Prof. Uwe Pleyer und Priv.-Doz. Dr. Stefan Mergler (Berlin) stellen die Ergebnisse ihrer Studie dar.

3D-Punktspreizfunktion – Eine ­universelle optische IOL-Kenngröße

Die 3D-Punktspreizfunktion beschreibt die gesamte Lichtverteilung im Bereich des Fokus einer Linse und definiert damit ihre optischen Eigenschaften. Jan Sievers M. Sc., Dr. rer. nat. Karsten Sperlich und Prof. Dr. rer. nat. Oliver­ Stachs (Rostock) haben diese Funktion einer diffraktiven trifokalen IOL in ihrem Labor mit einer selbst entwickelten optischen Bank gemessen. Anhand der Ergebnisse diskutieren sie die physikalischen Hintergründe der 3D-PSF, des Strahlprofils, der Durchfokuskurve und der Energieeffizienz sowie deren Zusammenhänge und Bestimmungs­methoden und erläutern die Rostocker-Methode zur Energieeffizienzbestimmung.

Dr. Clara Knieper: Erstes weibliches Mitglied der DOG

Zur Geschichte von Clara Knieper (1881-1914), Augenärztin in Mittweida/Sachsen
In einer Darstellung der Geschichte der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) schreibt der Autor ​(Rohrbach 2017) zum Jahr 1911 der damals noch als „Heidelberger Ophthalmologische Gesellschaft“ tagenden medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Augenheilkunde knapp: „Die DOG nimmt mit Dr. Clara Knieper aus Mittweida/Sachsen erstmals eine Frau als Mitglied auf“. Priv.-Doz. Dr. Manfred Jähne, FEBO (Schneeberg/Sachsen) ist den offenen biografischen Fragestellungen gefolgt und beschreibt die Ergebnisse seiner Recherche zu Herkunft und Werdegang von Clara Knieper, die vor 110 Jahren als erstes weibliches Mitglied der Fachgesellschaft beitrat.

Das Auge der Tyche

Serie zur Sammlung Roth (Folge 120)
Das Auge ist nicht nur ein unersetzbares Sinnesorgan, sondern gilt auch seit der Antike als Sitz der Psyche. So sahen die Philosophen Griechenlands die menschliche Seele hinter der schwarzen Pupille im Augeninneren versteckt. Sympathie und Wohlwollen, aber auch Angst und Schreck zeigen sich im Pupillenspiel. Form, Stellung und Bewegungsablauf der Augenlider hingegen gehören zu den Grundlagen der Mimik von Mensch und Tier. Sie signalisieren Stimmung und Gemüt. Dies haben bereits in der Antike die Bildhauer in ihren Werken gezeigt. In besonderem Maße gilt das für Darstellung der Götter.

Refraktiver Linsenaustausch mit torischen und multifokal-torischen IOL

Indikation – Achsgenaue Implantation – Nachbehandlung
Ein refraktiver Linsenaustausch erfordert höchste Präzision und macht, aufgrund der hohen optischen Anforderungen der Patienten, oft die Implantation von komplexen Optiken notwendig. Dazu gehören Premium-IOL mit optischen Eigenschaften – wie EDoF, diffraktive, asphärische, torische oder auch (pseudo-)akkommodative Linsen – die, auf das individuelle Patientenauge und die Sehgewohnheiten abgestimmt, ein gebrauchstüchtiges bis optimales Sehen in verschiedenen Entfernungen und Beleuchtungssituationen ermöglichen. Dr. Georg Gerten (Köln) erörtert die Implan tation und Nachbehandlung von IOL mit torischen und multifokalen (diffraktiven) torischen Optiken.

Modellsystem zur Simulation der IOL-Abbildungseigenschaften

Individuelle Bewertung von Intraokularlinsen zur patientenspezifischen Auswahl
Die gesamte Anatomie des abbildenden optischen Systems ist mittlerweile standardmäßig erfassbar. Die mit den verschiedenen Verfahren gewonnenen und zusammengestellten Daten können in patientenspezifische dreidimensionale Computermodelle überführt werden und zur Analyse der Abbildungsqualität einer Intraoku larlinse bei phaken, aphaken und pseudophaken Augen genutzt werden. Auch bei kornealen Eingriffen ist der Einsatz solcher patientenspezifischen Modellsysteme angedacht. Prof. Uwe Oberheide (Köln) beschreibt die Optionen bei der patientenindividuellen Modellierung.