Aus der aktuellen Ausgabe

Akute Retinanekrose

Sowohl die akute Retinanekrose (ARN) als auch die progressive äußere Retinanekrose (PORN) sind seltene, aber sehr schwerwiegende ophthalmologische Erkrankungsbilder, die zumeist durch Alpha-Herpesviren verursacht werden und mit einem hohen Erblindungsrisiko einhergehen. Eine zügige Diagnosestellung und Sicherung, beispielweise durch eine Vorderkammerpunktion, sind wichtig, damit der Patient so schnell wie möglich der richtigen Therapie zugeführt werden kann. Dr. Sibylle Winterhalter und Prof. Dr. Nicole Stübiger (Berlin) erläutern Diagnose und Therapie.

Differenzialdiagnose der Uveitis anterior

Die Uveitis anterior ist die häufigste Form der entzündlichen Uveitiden. Ätiologisch kommen als Auslöser insbesondere Systemerkrankungen sowie infektiöse als auch idiopathische Ursachen in Betracht. Um die Genese dieser Erkrankung besser differenzieren zu können, werden im Folgenden Veränderungen speziell des vorderen Augenabschnittes aufgezeigt, die eine differenzialdiagnostische Eingrenzung erleichtern beziehungsweise ermöglichen. Ein Beitrag von Prof. Dr. Nicole Stübiger (Berlin), Prof. Dr. Manfred Zierhut (Tübingen), Prof. Dr. Uwe Pleyer (Berlin) und Dr. Sibylle Winterhalter (Berlin).

Adalimumab bei Patienten mit nichtinfektiöser Uveitis

Ergebnisse einer retrospektiven Studie an drei Uveitiszentren
Das Medikament Adalimumab hat in den letzten Jahren in der Rheumatologie gute Wirksamkeit gezeigt und kommt gegenwärtig im Off-Label-Use auch bei der Therapie der Uveitis zum Einsatz. In einer retrospektiven gemeinsamen Studie der drei Uveitiszentren Heidelberg, Münster und Wien wurden insgesamt 60 Patienten identifiziert, die mit dem Biologikum Adalimumab in einem durchschnittlichen Zeitraum von 87,9 Wochen behandelt wurden. Dr. Bianca Dobner und Dr. Friederike Mackensen (Heidelberg) stellen die Ergebnisse vor und berichten über ihre Therapieerfahrungen.

Stiftungsprofessur für Netzhautforschung

Seit Dezember 2010 unterhält die Pro Retina-Stiftung zur Verhütung von Blindheit am Institut für Humangenetik der Universität Regensburg eine Stiftungsprofessur, deren Inhaber Prof. Dr. Thomas Langmann ist. Damit wurde erstmals eine Stiftungsprofessur im Bereich der Netzhautforschung durch eine Patientenselbsthilfe errichtet. Eine zweite Professur an der Universität Bonn ist in Vorbereitung. Über den Status quo der Regensburger Professur informiert Werner Lechtenfeld (Aachen) in einem Gespräch mit Professor Langmann.

10. Frankfurter Fortbildungskurs für Refraktive Chirurgie

Am 27. November 2010 fand an der Goethe Universität Frankfurt am Main der 10. Frankfurter Fortbildungskurs für Refraktive Chirurgie (FFRC) unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Kohnen statt. Zu diesem kleinen Jubiläum referierten 16 geladene Gäste am neuen Veranstaltungsort, dem Hörsaalzentrum der Universität, vor rund 250 interessierten Zuhörern. Oliver Klaproth fasst die Tagung zusammen.

UGH-Syndrom bei modernen Hinterkammerlinsen

Das UGH-Syndrom (Akronym für Uveitis, Glaukom, Hyphäma) ist eine seltene Komplikation nach der Katarakt¬operation. In den 1980er Jahren trat es vermehrt nach der Implantation von Vorderkammerlinsen auf. Auch bei sulkusfixierten Hinterkammerlinsen wurden zum Teil persistierende Störungen der Blut-Kammerwasserschranke beschrieben. Nachdem die kapselsackgestützte Hinterkammerlinse der Goldstandard bei der Kunstlinsenimplantation geworden ist, hat sich die Inzidenz des UGH-Syndroms deutlich vermindert, es tritt aber immer noch vor allem nach komplizierten Operationen in Einzelfällen auf. Dr. Henning Aurich, Dr. Heike Häberle und Prof. Dr. Duy-Thoai Pham erläutern anhand von Patientenbeispielen Symptome und Therapie des UGH-Syndroms.

Linsenluxationen – Ursache und Therapie

Ergebnisse einer retrospektiven Studie der letzten zehn Jahre
Vor dem Hintergrund einer älter werdenden Bevölkerung ist mit einer Zunahme von Luxationen der natürlichen Linse sowie auch von Hinterkammerlinsen zu rechnen. Dabei erfolgt die Luxation der Hinterkammerlinse (HKL) nach komplikationsloser Kataraktoperation oft erst Jahre später. An der Augenklinik des Helios Klinikums Berlin-Buch wurde über einen Zeitraum von zehn Jahren eine retrospektive Studie zur Operation der Luxatio lentis und luxierten HKL in Verbindung mit einer Pars-plana-Vitrektomie durchgeführt. Dr. Helge Breuß und Dr. Jörn Kuchenbecker stellen die Studienergebnisse vor.

Zur XXIV. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft (Teil 1)

Ophthalmohistoriker tagten in Köln
Als größte Stadt Nordrhein-Westfalens ist Köln für seine 2000-jährige Geschichte, sein kulturelles und architekto¬nisches Erbe und auch für seine international bedeutenden Veranstaltungen weltweit bekannt. Vom 17. bis 19. September 2010 war die Domstadt auch von höchstem ophthalmohistorischen Interesse: An diesem Wochenende fand der 24. Jahreskongress der Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) in der drittgrößten Stadt Deutschlands statt. Dr. Sibylle Scholtz berichtet über die Tagungsinhalte.

Kombinationstherapie beim chronischen Makulaödem

Therapiekonzept vereint medikamentöse, biologische und mechanische Komponenten
Die Behandlung des therapieresistenten Makulaödems bleibt eine Herausforderung. Hierbei steht die klinische Situation des bleibenden Makulaödems trotz mehrfacher Behandlungen, wie fokaler Laserkoagulation oder intravitrealen Injektionen mit Anti-VEGF-Präparaten, immer wieder vor dem Problem der weiteren Behandlung. Priv.-Doz. Dr. Christopher Wirbelauer berichtet über eine operative Behandlung des chronischen Makulaödems durch eine Kombinationstherapie.

Erweiterte Glaukombetreuung durch Videografie mit der Spaltlampe

Ein dritter Weg zwischen deskriptiver und „High-End“-Augenheilkunde
Die Betreuung von Glaukompatienten gehört zu den Kernfeldern der Tätigkeit des niedergelassenen Augenarztes. Während noch vor 30 Jahren so mancher Sehnervenkopf durch Pilocarpinbehandlung hinter einer knopflochengen Pupille kaum der Verlaufsbeurteilung zugänglich war, stehen heute hochauflösende „High-End“-Geräte für die Papillenanalyse wie HRT, OCT und GDx zur Verfügung. Dr. Marcus-Matthias Gellrich zeigt mit einer breiteren Anwendung von Videospaltlampen in der Betreuung von Glaukompatienten eine dritte Variante auf, die sich zwischen deskriptiver und High-End-Augenheilkunde bewegt.