Aus der aktuellen Ausgabe

Einsatz von Anti-VEGF bei der akuten Frühgeborenenretinopathie

Bei aggressiven posterioren Formen der akuten Frühgeborenenretinopathie (RPM) könnte die Anti-VEGF-Therapie eine Alternative sein. Im Rahmen von multizentrischen Studien und in individuellen Therapieversuchen wird derzeit sowohl die alleinige Injektion von Bevacizumab als Monotherapie als auch die Kombination mit konventioneller Lasertherapie untersucht. Der folgende Beitrag stellt die kürzlich publizierten Ergebnisse der randomisierten multizentrischen Studie BEAT-ROP vor und berichtet über die Anwendungsbeobachtungen an der Gießener Universitäts-Augenklinik durch die Arbeitsgruppe Prof. Dr. Birgit Lorenz, Ramona Neutzner, Dr. Monika Andrassi-Darida, Dr. Yaroslava Wenner, Dr. Mechthild Hubert, Prof. Dr. Reinald Reppund Dr. Melanie Jäger.

Serie Auge und Sehen: Das Lacrimarium

Um kaum einen Gegenstand aus der Geschichte der Augenheilkunde ranken sich mehr Geheimnisse als um die so genannten Tränenfläschchen. Dabei handelt es sich um kleine Fläschchen aus Glas, die sich in der Antike im Mittelmeerraum oft als Grabbeigaben finden. Die Archäologen bezeichnen diese kleinen bauchwandigen Glasgefäße als Lacrimé, Tränengläschen, Tränenfläschchen oder Tränenflakon. Die lateinische Bezeichnung war treffend das Lacrimarium. Auch das Wort Ophtiole, es ist griechischen Ursprungs, war dafür in Gebrauch. Die ältesten dieser Flakons dürften wohl vor 3.500 Jahren entstanden sein, die schönsten finden sich in römischer Zeit, sie wurden in Kleinasien ausgegraben.

Fall: Zahnfleischschwellung und Visusreduktion

Die Häufigkeit von Netzhautgefäßverschlüssen korreliert mit zunehmendem Alter, aber nur etwa 10 bis 15 Prozent der Patienten mit venösem Gefäßverschluss sind jünger als 50 Jahre. Besonders bei diesen jungen Patienten ist es wichtig, neben den bekannten Risikofaktoren auch nach weiteren Begleitsymptomen zu suchen, wie zum Beispiel der Anämie, der hämorrhagischen Diathese, einem Hyperviskositätssyndrom oder einer Gingivahyperplasie. Ist eine kardiovaskuläre Genese eher unwahrscheinlich, muss auch an sekundäre Veränderungen im Rahmen einer Leukämie gedacht werden. Dr. Michael Haustein, Dr. Jana Babatz, Dr. Falk Sommer, Conrad Hoffmann, Prof. Lutz E. Pillunat und Dr. Dirk Sandner schildern den Fall einer Patientin, die sich in der Universitäts-Augenklinik Dresden vorstellte.

„Für ein paar Silbertaler…“

Die Rhön-Klinikum AG, eine private börsennotierte Kapitalgesellschaft, trat in den letzten Monaten verstärkt an niedergelassene Augenärzte im Raum Wuppertal und Solingen mit dem Angebot der Praxisübernahme heran. Dem Vernehmen nach sollen aus den übernommenen Sitzen augenärztliche MVZ entstehen. Damit tritt erstmals ein sehr finanzstarker und nichtärztlicher Träger in den ambulanten Wettbewerbsmarkt ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem BVA-Bezirksvorsitzenden für Leverkusen/Remscheid/Solingen Dr. Marc Podder (Solingen) über die Unruhe in der Region.

Pharmakologische Beeinflussung von antigenpräsentierenden Zellen

Neue Strategie zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen der Augenoberfläche
Sanglifehrin A ist ein Makrolid, das aus dem Actinomyceten-Stamm Streptomyces A92-308110 isoliert werden kann. Im Hornhaut-Grundlagenlabor der Universitäts-Augenklinik Freiburg wird untersucht, ob und in welcher Weise Sanglifehrin A den Phänotyp von antigenpräsentierenden Zellen im Bereich der Bindehaut und Hornhaut verändert und zur unterstützenden Behandlung einer Entzündung der Augenoberfläche im Rahmen des Trockenen Auges in Frage kommt. Ein Beitrag von Dr. Johannes Schwartzkopff (Freiburg).

Relevanz von Harnstoff im Tränenfilm

Veränderte Harnstoffkonzentration und Trockenes Auge
Eine Veränderung in der Harnstoffkonzentration an okulären Geweben führt möglicherweise zu pathologischen Veränderungen im Aufbau des Tränenfilms und Schädigungen der Augenoberfläche. Die Schwere der Störung wie auch die damit verbundene Ausprägung der Symptome variiert dabei in Abhängigkeit von der Harnstoffkonzentration. Ist die Tränenproduktion zusätzlich bereits gestört oder liegt im gesamten Kompartment eine Hyperurämie vor, würde sich die Harnstoffkonzentration weiter erhöhen. Matthias Dunse und Dr. rer. nat. Kristin Jäger vom Institut für Anatomie und Zellbiologie (Halle/Saale) erläutern die mögliche Rolle von Harnstoff als Modulator bei der Entstehung der Dry Spots.

XXIV. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft (Teil 2)

Ophthalmohistoriker tagten in Köln
Im zweiten Teil des Nachberichtes zum 24. Jahreskongress der Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) in Köln fasst Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) unter anderem die Referate über den Tropenmediziner Albert Schweitzer, erste Ansätze zur Prävention und Pflege von Augenkrankheiten sowie den ersten internationalen Ophthalmologenkongress in Deutschland 1888 in Heidelberg zusammen.

Intraorbitale kavernöse Hämangiome

Symptomatik, Diagnostik und operative Zugänge
Kavernöse Hämangiome gehören zu den häufigsten benignen Neoplasien der Orbita. Zur operativen Therapie stehen Zugänge der Nachbardisziplinen sowie ophthalmologische Zugänge zur Verfügung. An der Augenklinik der Charité Campus Virchow Klinikum wurden im Zeitraum Mai 2005 bis Mai 2010 die Daten der über ophthalmologische Zugänge therapierten kavernösen Hämangiome gesammelt. Priv.-Doz. Dr. Eckart Bertelmann stellt im Folgenden die retrospektive Auswertung der Fallserie vor.

Jahrestagung des Deutschen Komitees zur Verhütung von Blindheit (DKVB)

Am 25. und 26. Februar fand in Heidelberg die 30. Jahrestagung des Deutschen Komitees zur Verhütung von Blindheit (DKVB) in Verbindung mit der Tagung der Sektion „Internationale Ophthalmologie“ der DOG statt. Ausgerichtet wurde die diesjährige Tagung vom DKVB-Vorsitzenden Dr. Raimund Balmes und Prof. Dr. Gerd U. Auffarth, Direktor der Universitäts-Augenklinik Heidelberg. Dr. Hannsjürgen Trojan fasst die Tagung zusammen.

Serie Auge und Sehen: Augenspülgläser

Die Anwendung von Medikamenten am Auge lässt sich in der Geschichte der Augenheilkunde weit bis in die Hochkulturen zurückverfolgen. In früheren Jahrtausenden wurden zumeist pflanzliche oder tierische Produkte direkt auf die Augenlider aufgetragen beziehungsweise verdünnt in den Bindehautsack eingeträufelt. Sie dienten zur Linderung bei Fremdkörperreiz, wirkten entzündungshemmend bei Infektionen oder halfen beim Auswaschen von Splittern, die bei der Produktion von Steinzeitwerkzeugen auf das ungeschützte Auge trafen. Zu versorgen waren auch Augenverletzungen nach Kampfhandlungen. Das bunte Bild der Ophthalmologie und Traumatologie reicht sicher bis zum Urbeginn der Menschheit zurück. Doch erst mit dem Beginn von schriftlichen Aufzeichnungen wissen wir mehr über die frühen Behandlungsmaßnahmen am Auge.