Autor: Katica Djakovic

Inauguration der „Oskar Fehr lecture“

Oskar Fehr war ein international renommierter Augenarzt, der unter anderem erstmals die Differentialdiagnose der makulären Hornhautdystrophie gegenüber der knötchenförmigen (granulären) und gittrigen Hornhautdystrophie beschrieb. Fehrs deutsch-jüdische Abstammung führte in den 1930er Jahren zum Berufsverbot in Deutschland und seiner Emigration. Anlässlich der 111. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Berlin findet am 20. September das erste „gemeinsame internationale Symposium der Sektion Kornea der DOG und der amerikanischen Cornea Society“ statt. Im Rahmen des Symposiums inauguriert Prof. Dr. Walter Lisch (Hanau/Mainz) die „Oskar Fehr lecture“ unter dem Titel: „Prof. Dr. med. Oskar Fehr: The depressing fate of an extraordinary German-Jewish ophthalmologist”, dessen Bedeutung für die Augenheilkunde er im Folgenden darstellt.

Intrakorneale Ringsegmente (INTACS) bei Keratokonus

Intrakorneale Ringsegmente stellen eine zusätzliche verlässliche Methode im Spektrum der stadiengerechten Therapie des Keratokonus und anderer kornealer Ektasien dar. Inzwischen führt der Einsatz des Femtosekundenlasers zu einer weiteren Optimierung der Ergebnisse. Dr. Moatasem El-Husseiny, Dr. Themistoklis Tsintarakis und Prof. Dr. Berthold Seitz (Homburg/Saar) stellen aktuelle klinische Daten aus der Universitäts-Augenklinik Homburg/Saar dar.

19. Berliner Immunologie Seminar (Teil 2)

Infektionen und Entzündungen des Auges
Zum diesjährigen Leitthema „Komplikationen entzündlicher Augenerkrankungen: Prävention – Diagnose – Therapie“ tagte Anfang Juni das 19. Berliner Immunologie Seminar (BIS). Ein interessiertes Auditorium aus dem gesamten Bundesgebiet nutzte die Gelegenheit, mit Experten aus verschiedenen medizinischen Fachbereichen aktuelle Aspekte zu diskutieren. Im zweiten Teil fassen Dr. Argyrios Chronopoulos und Prof. Dr. Uwe Pleyer (Berlin) thematische Aspekte zur Graft-versus-Host-Reaktion mit Augenbeteiligung zusammen.

Therapie des uvealen Melanoms

Studie zur Lebensqualität nach CyberKnife-Radiochirurgie
Nachdem die Collaborative Ocular Melanoma Study (COMS) für mittelgroße Aderhautmelanome keinen Überlebensunterschied zwischen enukleierten und bulbuserhaltend therapierten Patienten zeigen konnte, wurde in der Folge ein verstärktes Augenmerk auf die Möglichkeit der bulbuserhaltenden Therapie gelegt. Im Rahmen einer Studie an der Universitäts-Augenklinik München (LMU) wurde die Lebensqualität von Aderhautmelanompatienten im Ein- und Zweijahres-Follow-up nach CyberKnife-Radiochirurgie untersucht. Dr. Annemarie Klingenstein (München) stellt die Ergebnisse vor.

Fallbericht: Tensiodekompensation nach Badmintonspiel

Nach sportlicher Betätigung kann es zu einem Anstieg des Augeninnendrucks kommen. Dies ist am ehesten durch eine vermehrte Pigmentabschilferung durch die Zonulafasern vom Irispigmentblatt bei passagerem Unterdruck in der Augenhinterkammer zu erklären. Friederike Sorgenfrei und Prof. Dr. Lutz E. Pillunat (Dresden) stellen den Fall eines 38-jährigen Patienten vor, der an der Universitäts-Augenklinik vorstellig wurde und über rezidivierendes Nebelsehen vor allem nach dem Badmintonspiel berichtete.

26. Kongress der DOC in Nürnberg

Das gewohnt umfangreiche und vielfältige Fortbildungsprogramm des diesjährigen Kongresses der DOC wartete auch in diesem Jahr mit einigen Neuerungen auf: So wurde erstmals ein Symposium zu Stammzelltherapien angeboten, das über die Entwicklung therapeutischer Ansätze bei trockener Makuladegeneration informierte, zu der derzeit weltweit fieberhaft geforscht wird. Lebhafte Diskussion und konträre Bewertung provozierten unter anderem die neuen Methoden zur refraktivchirurgischen Presbyopiekorrektur und das Augenmerk des berufspolitischen Symposiums galt dem Wettbewerb um die ambulante Versorgung sowie dem neuen dritten Versorgungsbereich – um nur einige der vielen Aspekte aus dem Programm des 26. DOC-Kongresses zu nennen, zu dem DOC-Präsident Dr. Armin Scharrer Mitte Juni wie gewohnt nach Nürnberg eingeladen hatte. Von Katica Djakovic.

„Möglichst viele eigenständige Praxen in der Region erhalten“

Interview zur Kooperation niedergelassener Augenärzte mit der Freiburger Universitäts-Augenklinik im „AugenNetz Südbaden“
Die vom Gesetzgeber gewollte Überwindung sektoraler Grenzen war als Qualitätswettbewerb angelegt an der Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. Aber auch die demografischen Veränderungen verlangen eine Überwindung der sektoralen Abschottung. Bislang zeigen die neuen Versorgungsformen eher ein einseitiges Ausdehnen des Leistungsangebotes: so besteht ein deutlicher Trend in der Bewegung von stationär zu ambulant. Das „AugenNetz Südbaden“ als gemeinsame Kooperation der Freiburger Universitäts-Augenklinik mit niedergelassenen Augenärzten aus der Region besteht nun seit fünf Jahren mit dem Ziel einer gleichberechtigten Zusammenarbeit, von der sowohl Leistungserbringer als auch Patienten profitieren. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Klinikdirektor Prof. Dr. Thomas Reinhard, der das Projekt initiierte und dem derzeitigen Sprecher und Mitbegründer des AugenNetz Südbaden, Dr. Martin Wuermeling, Vertragsaugenarzt in Titisee-Neustadt, über die Zwischenbilanz und die Stimmung in der Region.

Fehlpositionierung torischer IOL

Ursachen von IOL-Rotation sowie Maßnahmen zur Vermeidung und Korrektur
Eine axiale Fehlpositionierung einer torischen Intraokularlinse in Bezug auf den steilen Hornhautmeridian hat erheb-liche Auswirkungen auf den resultierenden refraktiven Astigmatismus, bereits eine Abweichung von nur zehn Grad verringert die korrigierende Wirkung um ein Drittel. Prof. Dr. Rupert M. Menapace (Wien) erläutert Ursachen für Fehlpositionierungen torischer Intraokularlinsen und zeigt Maßnahmen zur Vermeidung und Korrektur auf.

IOL-Berechnung nach hornhautablativen Eingriffen

Retrospektive Studie zur True Net Power (TNP)-Methode
Die Berechnung der IOL-Stärke nach hornhautablativen Eingriffen stellt eine große Herausforderung in der Kataraktchirurgie dar: Die Stärke der Intraokularlinse ist nach einer Laserkorrektur schwerer zu bestimmen, weil die Hornhaut verändert wurde und die postoperativ gemessenen Brechkraftwerte meist nicht die wahre Hornhautbrechkraft widerspiegeln. Der Goldstandard zur Berechnung der IOL-Stärke nach refraktivchirurgischen Eingriffen ist die Clinical History Method (CHM), aber hierfür sind die prä- und postoperativen Daten des Patienten notwendig. Im Rahmen einer retrospektiven Studie an der Universität Graz wurde die Aussagekraft der True Net Power (TNP) der Pentacam zur Berechnung der IOL-Stärke bei Patienten nach hornhautablativen Eingriffen untersucht. Dr. Andreas Frings (Hamburg, Graz), Dr. Navid Ardjomand und Veronika Hold (Graz) stellen die Ergebnisse vor