Autor: Katica Djakovic

Vernarbendes Schleimhautpemphigoid

Klinische Varianz der okulären Manifestation
Das vernarbende Schleimhautpemphigoid ist eine Autoimmunerkrankung, die durch Autoantikörper gegen diverse Strukturproteine der dermoepidermalen Übergangszone charakterisiert ist. Klinisch zeichnet sich die okuläre Manifestation meist durch einen schleichenden Beginn mit nahezu immer beidseitiger, rezidivierender konjunktivaler Hyperämie aus. Dr. Mahdy Ranjbar, Prof. Dr. Salvatore Grisanti und Dr. Anne Brüggemann (Lübeck) erläutern die klinische Varianz des vernarbenden Schleimhautpemphigoids mit okulärer Beteiligung.

Anti-VEGF-Therapie: Fehlindikationen und Off-Label-Einsatz

Zur Behandlung feuchter Makulaerkrankungen mit intravitrealen Injektionen gibt es klar definierte Empfehlungen der Fachgesellschaften. Doch ist die Beurteilung zur Indikation nicht immer einfach. Zudem weisen neuere wissenschaftliche Daten auf einen vielversprechenden IVOM-Einsatz bei weiteren Krankheitsbildern außerhalb des Zulassungsbereiches hin.
Dr. Christine Kusserow-Napp, Dr. Stefanie Pape und Priv.-Doz. Dr. Silvia Bopp (Bremen) problematisieren die Anti-VEGF-Therapie bei feuchten Makulaerkrankungen hinsichtlich Fehlindikationen und Off-Label-Therapien.

Anwenderbericht: Neuartige Silikon-Verbandslinse

Hohe Sauerstoffdurchlässigkeit verbessert Wundheilung
Verbandslinsen werden zur Wundbehandlung nach Augenoperationen und zum Schutz nach Augenverletzungen oder bei Erkrankungen mit Beteiligung der Hornhaut eingesetzt. Eine Verbandslinse stellt hohe Ansprüche an Hygiene und Sorgfalt. Bisher gab es keine offiziell als Medizinprodukt „Verbandslinse“ zugelassene Kontaktlinse. Vor diesem Hintergrund entwickelte das Berliner Medizintechnikunternehmen LensWista eine neuartige Verbandslinse aus reinem Silikon. Tim Otto, Matthias Maus (Augenzentrum Sehkraft Köln) und Martin Utsch (AugenZentrum Siegburg) wenden die Verbandslinse seit einem Jahr an und fassen ihre Erfahrungen zusammen

Fallbericht: Okuläres Masqueradesyndrom

Unter dem Masqueradesyndrom versteht man eine Gruppe von meist malignen Erkrankungen, die das Bild einer okulären Entzündung vortäuschen. Dr. Eva Biewald, Dr. Markus Holdt und Prof. Dr. Norbert Bornfeld (Essen) stellen den Fall eines zehnjährigen, ansonsten gesunden Jungen vor, der mit der Verdachtsdiagnose einer unilateralen Panuveitis in die Universitäts-Augenklinik Essen überwiesen wurde.

Serie Auge und Sehen: Halbautomatisches Perimeter

Serie zur Sammlung Roth
Mit der Entdeckung des erhöhten Augeninnendrucks als Ursache eines schleichenden Gesichtsfeldverfalls wurde die Perimetrie zur Verlaufskontrolle des Glaukoms unerlässlich. Die frühen Geräte bestanden lediglich aus einem um die Mittelachse drehbaren Halbbogen. Farbige Messpunkte verschiedenen Durchmessers, manuell entlang des Bogens geführt, mussten vom Patienten erkannt werden. Vor allem die Geduld von Untersucher und Patient entschied über die Qualität der Gesichtsfeldprüfung. Versierte Techniker konstruierten daher die verschiedensten Geräte, um die Perimetrie und vor allem die Registrierung der Befunde zu vereinfachen. Eine Wiener Firma baute das hier abgebildete halbautomatische Gerät. Es ist ein früher Vorläufer der heutigen vollautomatischen computergesteuerten Perimeter.

Intrakorneale Ringsegmente (INTACS) bei Keratokonus

Intrakorneale Ringsegmente stellen eine zusätzliche verlässliche Methode im Spektrum der stadiengerechten Therapie des Keratokonus und anderer kornealer Ektasien dar. Inzwischen führt der Einsatz des Femtosekundenlasers zu einer weiteren Optimierung der Ergebnisse. Dr. Moatasem El-Husseiny, Dr. Themistoklis Tsintarakis und Prof. Dr. Berthold Seitz (Homburg/Saar) stellen aktuelle klinische Daten aus der Universitäts-Augenklinik Homburg/Saar dar.

19. Berliner Immunologie Seminar (Teil 2)

Infektionen und Entzündungen des Auges
Zum diesjährigen Leitthema „Komplikationen entzündlicher Augenerkrankungen: Prävention – Diagnose – Therapie“ tagte Anfang Juni das 19. Berliner Immunologie Seminar (BIS). Ein interessiertes Auditorium aus dem gesamten Bundesgebiet nutzte die Gelegenheit, mit Experten aus verschiedenen medizinischen Fachbereichen aktuelle Aspekte zu diskutieren. Im zweiten Teil fassen Dr. Argyrios Chronopoulos und Prof. Dr. Uwe Pleyer (Berlin) thematische Aspekte zur Graft-versus-Host-Reaktion mit Augenbeteiligung zusammen.

Therapie des uvealen Melanoms

Studie zur Lebensqualität nach CyberKnife-Radiochirurgie
Nachdem die Collaborative Ocular Melanoma Study (COMS) für mittelgroße Aderhautmelanome keinen Überlebensunterschied zwischen enukleierten und bulbuserhaltend therapierten Patienten zeigen konnte, wurde in der Folge ein verstärktes Augenmerk auf die Möglichkeit der bulbuserhaltenden Therapie gelegt. Im Rahmen einer Studie an der Universitäts-Augenklinik München (LMU) wurde die Lebensqualität von Aderhautmelanompatienten im Ein- und Zweijahres-Follow-up nach CyberKnife-Radiochirurgie untersucht. Dr. Annemarie Klingenstein (München) stellt die Ergebnisse vor.

Fallbericht: Tensiodekompensation nach Badmintonspiel

Nach sportlicher Betätigung kann es zu einem Anstieg des Augeninnendrucks kommen. Dies ist am ehesten durch eine vermehrte Pigmentabschilferung durch die Zonulafasern vom Irispigmentblatt bei passagerem Unterdruck in der Augenhinterkammer zu erklären. Friederike Sorgenfrei und Prof. Dr. Lutz E. Pillunat (Dresden) stellen den Fall eines 38-jährigen Patienten vor, der an der Universitäts-Augenklinik vorstellig wurde und über rezidivierendes Nebelsehen vor allem nach dem Badmintonspiel berichtete.

Serie Auge und Sehen: Thermoplastisch geformte Sklerallinse

Serie zur Sammlung Roth
Erst nachdem das Glas, zerbrechlich und schwer zu bearbeiten, durch den Kunststoff Polymethylmethacrylat ersetzt werden konnte, stand der Weg für die moderne Kontaktoptik offen. Das als Plexiglas bezeichnete neue Material ließ sich, wenn erwärmt, einfach bearbeiten, jetzt konnten die Linsen sogar direkt vom Auge abgeformt werden. Und das war auch dringend nötig: Die hohe Zahl von Augenverletzungen als Folge des zweiten Weltkrieges erforderte neue therapeutische Wege. Der posttraumatische irreguläre Astigmatismus der Hornhaut konnte jetzt über eine Kontaktlinse ausgeglichen werden. Ihre heute historische Form als Sklerallinse oder -schale entschied über Schicksale.