Autor: Katica Djakovic

112. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG)

„Bewusstsein schärfen“
Zum dritten Mal in der langen Geschichte der DOG lud die Gesellschaft zum Jahreskongress nach Leipzig ein: 1991, nach der Wiedervereinigung zeigte sie damit ihre Verbundenheit mit den ostdeutschen Ophthalmologen, 2009 wurde ein weiteres Mal nach Leipzig, einen der ältesten Messestandorte der Welt, geladen und 2014 habe „die hervorragende Infrastruktur der Kongresshallen ermutigt, erneut nach Leipzig zu gehen“, begründete der Kongresspräsident Prof. Dr. Johann Roider die diesjährige Entscheidung gegen den üblichen Tagungsort Berlin und für das Congress Center Leipzig. Auch das wissenschaftliche Programm hatte einige Neuerungen zu bieten: so wurde mit „DOG-Kontrovers“ ein Sitzungsformat aufgenommen, um strittige Fachfragen auszudiskutieren, und mit dem neu eingeführten Geriatrie-Symposium soll zukünftig den Aspekten des gesellschaftlichen Wandels Rechnung getragen werden. Aktuell bewegte vor allem das Thema der IVOM-Abrechnung in den ambulanten Klinikzentren. Ein Bericht von Ulrike Lüdtke.

Praxismanagement: Personalkostensenkung

Kostenreduzierung durch lohnsteuer- und sozialversicherungsfreie Zuwendungen
Deutschland gehört bei der Steuer- und Abgabenbelastung zur Spitzengruppe in Europa. Von einer gut gemeinten Gehaltserhöhung kommen deshalb nur rund 55 Prozent beim Arbeitnehmer an, der Arbeitgeber wird darüber hinaus mit zusätzlichen Lohnnebenkosten von etwa 20 Prozent belastet. Dr. Walter Schwarz (Fürth) erläutert legale Möglichkeiten, die einerseits die Lohnkosten für den Arbeitgeber senken und andererseits dazu beitragen, dass dem Arbeitnehmer von der Bruttolohnerhöhung mehr Nettolohn verbleibt.

NeuroImaging – Möglichkeiten und Perspektiven

Befundung neurologischer Erkrankungen mittels Augendiagnostik
Vermutungen legen nahe, dass neurodegenerative und neuroentzündliche Erkrankungen eine Veränderung am Auge zeigen und bildgebende Verfahren zur Befundung und Dokumentation morphologischer Veränderungen geeignet sein könnten. Im Rahmen einer interdisziplinären Studie der Universitäts-Augenklinik Hamburg-Eppendorf in Kooperation mit der Neurologie, Neuroradiologie, Psychiatrie und dem MS-Zentrum der Universität Hamburg wird derzeit überprüft, ob sich mittels Augendiagnostik korreliert mit dem MRT eine Art Kartographie bestimmter neurologischer Erkrankungen erstellen lässt. Priv.-Doz. Dr. Andrea Hassenstein, FEBO, (Hamburg) stellt die EBI-Studie (EBI: Eye and Brain Imaging) vor.

Vereinigung Norddeutscher Augenärzte tagte in Warnemünde

Zur 64. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte hatte der scheidende Direktor der Universitäts-Augenklinik Rostock Prof. Dr. Rudolf F. Guthoff nach Warnemünde eingeladen. Den 355 Teilnehmern wurde ein umfassendes Programm mit insgesamt 81 Präsentationen geboten, Kurse für Ärzte, Medizinische Fachangestellte und Assistenz-Fachkräfte sowie eine Weiterbildung für Orthoptistinnen flankierten die Tagung der Fachgesellschaft. Dr. Udo Hennighausen fasst die Inhalte zusammen.

Direktversicherung für mitarbeitende Ehegatten

Augenärzte, die ihren Ehepartner in der eigenen Praxis beschäftigen und für diesen eine Direktversicherung als betriebliche Altersversorgungsleistung abschließen, können erhebliche Steuerersparnisse erzielen, wenn sie die vom Gesetzgeber, von der Rechtsprechung und der Finanzverwaltung entwickelten Rahmenbedingungen beachten. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert die Voraussetzungen für die Anerkennung von Direktversicherungsbeiträgen zugunsten des Arbeitnehmer-Ehegatten als steuerlich abzugsfähige Praxisausgaben.

Biomarker beim Glaukom

Individualisierte Therapieoptionen durch Immunmodulation
In verschiedenen Studien wurden bei Glaukompatienten im Vergleich zu Gesunden spezifische Veränderungen in den komplexen Mustern natürlicher Autoantikörper identifiziert. Zur Klärung der Frage, ob der Untergang von retinalen Ganglienzellen in vivo antigenspezifisch auf autoaggressivem Wege ausgelöst werden kann, wurde an der Universitäts-Augenklinik Mainz das Experimentelle Autoimmune Glaukom (EAG)-Tiermodell entwickelt. Ein neues Diagnoseverfahren basierend auf veränderten Autoantikörpermustern könnte die Krankheitserkennung bei Glaukom deutlich verbessern und zusätzlich Patienten, die von einer möglichen individualisierten Immunmodulation profitieren würden, direkt identifizieren. Dr. Katharina Bell, Dr. Nadine von Thun und Hohenstein-Blaul und Prof. Dr. Dr. Franz H. Grus (Mainz) stellen ihre Forschungsergebnisse vor.

Minimalinvasive Glaukomchirurgie mit dem CyPass Mikro-Stent

Die minimalinvasive Glaukomchirurgie (MIGS) gewinnt immer mehr an Bedeutung und in den letzten Jahren sind eine Reihe neuer Systeme hierfür entwickelt und optimiert worden. Solche Mikro-Stents können bei minimalem zeitlichem Mehraufwand auch im Rahmen einer Kataraktoperation implantiert werden. Priv.-Doz. Dr. Swaantje Grisanti, Susann Wegner, Joerdis Knoth (Lübeck) stellen Ergebnisse aus eigener Klinik dar.

Neuroregenerativ wirkende Strategien beim experimentellen Glaukom

Der Zelltod retinaler Ganglienzellen gilt als irreversibel. Wenn es geläng, die regenerationshemmenden Mechanismen zu überwinden und die Neurone zur Regeneration anzuregen, wäre ein eingetretener retinaler Ganglienzellen-Schaden reversibel und gegebenenfalls vielleicht sogar heilbar. Auch adulte Neurone können zur Regeneration unter bestimmten experimentellen Umständen in vivo und in vitro angeregt werden, was beweist, dass die molekulare Zellmaschinerie der Regenerationsfähigkeit lebenslang vorhanden, aber inaktiviert ist. Priv.-Doz. Dr. Verena Prokosch-Willing, Prof. Dr. Solon Thanos (Münster) erläutern potentiell neuroregenerativ wirkende Strategien, die im Tiermodel und experimentellen Glaukommodell untersucht worden sind.

Astigmatismuskorrektur mittels torischer IOL

Studie zu funktionellen Ergebnissen und zur Sehqualität
Eine Option zur Behandlung kornealer Astigmatismen ist die Implantation von torischen Intraokularlinsen (IOL). Ziel einer Studie an der Universitäts-Augenklinik Heidelberg war die klinische Evaluation der funktionellen Ergebnisse und der Sehqualität nach Implantation einer monofokal-torischen IOL. Dr. Ramin Khoramnia, Dipl.-Ing. (FH) Anna Fitting, Prof. Dr. Tanja M. Rabsilber, Prof. Dr. Gerd U. Auffarth und Prof. Dr. Mike P. Holzer (Heidelberg) stellen erste Ergebnisse der prospektiven Studie vor.

Einfluss von Wetter und Klima auf LASIK

Meteorologische Parameter und refraktives Ergebnis
Vor einer LASIK müssen zahlreiche Faktoren berücksichtigt werden, die potentiell limitierende Auswirkungen auf das refraktive Ergebnis haben könnten. Hierzu gehören auch Umweltfaktoren, die bereits als mögliche Auslöser von Krankheiten diskutiert wurden. Im Rahmen einer Studie an der Universitäts-Augenklinik Hamburg-Eppendorf wurde der Einfluss von Wetter und Klima auf die refraktiven Ergebnisse nach LASIK untersucht. Dr. Andreas Frings, Dr. Ines Neuhaus-Richard, Felix Ament, Isabel Caroline Görsch, Vasyl Druchkiv, Dr. Toam Katz, Priv.-Doz. Dr. Stephan J. Linke und Prof. Dr. Gisbert Richard (Hamburg) stellen die Ergebnisse vor.