Autor: Katica Djakovic

Fallbericht: Transiente einseitige ­Blickparese nach Kestenbaum-OP

Zur Reduzierung einer nystagmusinduzierten Kopfzwangshaltung stellt die Parallelverschiebung nach Kestenbaum eine effektive Operationsmethode dar. Dr. Andreas Menges, Ulrike Stubbe, Dipl. Phys. Rico Großjohann und Prof. Stefan Clemens (Greifswald) erörtern den Fall eines sechsjährigen Patienten, der mit manifestem Rucknystagmus und Kopfzwangshaltung vorstellig wurde. Allgemeinanamnestisch bestanden eine symptomatische fokale Epilepsie und eine leichtgradige spastische Hemiparese links.

Serie Auge und Sehen: Der Blinde in der Kunst

Serie zur Sammlung Roth
Der Verlust der Sehfähigkeit als Folge einer Krankheit oder eines Unfalls hatte zu allen Zeiten einen besonderen Stellenwert: Ohne Sehvermögen waren Mensch wie Tier verloren. Nahrungssuche und Orientierung waren ausgeschlossen, Gefahren nicht erkennbar. Nur ein intaktes Sozialverhalten der Gesellschaft ermöglichte einem Blinden das Überleben. Interessant sind daher auch die Darstellungen der Blindheit in der Kunst. Die Bildhauer des alten Griechenlands nehmen als Erste in ihren bekannten Plastiken zum Beispiel von Homer als blindem Dichter auf eine Sehbehinderung besondere Rücksicht. Doch es dauerte noch über zwei Jahrtausende, bevor auch die Malerei zur Zeit der Renaissance die Blindheit als künstlerisches Motiv entdeckte. Vor allem flämische Künstler wie Frans Hals oder Rembrandt van Rijn machten den blinden Menschen zum Mittelpunkt ihrer Gemälde und Zeichnungen.

Tagung der Vereinigung ­Norddeutscher Augenärzte

Zur 65. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte konnte Prof. Gisbert Richard, Emeritus der Universitäts-Augenklinik des UKE Hamburg, am 5. und 6. Juni in der Freien und Hansestadt an der Elbe rund 430 Teilnehmer begrüßen. Aus dem vielfältigen Spektrum der wissenschaftlichen Sitzungen des Hauptprogrammes mit 53 Vorträgen und einem Consilium Diagnosticum stellt Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) einige Aspekte dar.

Management bei posteriorem ­kindlichem Trauma

Traumaassoziierte Netzhautablösung ist die häufigste Indikation für einen virtreoretinalen Eingriff bei Kindern. Oftmals bleiben die Operationsergebnisse hinter den Resultaten bei erwachsenen Augen zurück. Ursache ist eine hohe Rate proliferativer Vitreoretinopathien (PVR) und die Ausbildung einer Amblyopie. Prof. Petra Meier (Leipzig) erörtert traumatisch bedingte Krankheitsbilder, die eine vitreoretinale Chirurgie im Kindesalter erfordern sowie deren operationstechnische Besonderheiten.

Ein Pionier der Star-Extraktion

Zum 275. Geburtstag von Heinrich Jung-Stilling (1740 bis 1817)
Der Universalgelehrte Prof. Dr. phil. Dr. med. Heinrich Jung, genannt Jung-Stilling, war sowohl Zeitgenosse als auch ein Freund von Johann Wolfgang von Goethe und wurde als Pietist, Volksschriftsteller und Wirtschaftswissenschaftler bekannt. In einer Zeit, in der die Augenheilkunde noch kein selbständiges Fach war, führte er vorwiegend ambulant über 2.000 Kataraktoperationen auf etwa 25 Reisen durch. Ein Beitrag von
Priv.-Doz. Dr. Manfred Jähne, FEBO (Chemnitz).

Fallbericht: Traumatische Makula­foramina im Kindesalter

Stumpfe Augenverletzungen, beispielsweise durch den direkten Aufprall eines großen Balles wie beim Fußballspiel, können verschiedene Verletzungsmuster hervorrufen, so auch traumatische Makulaforamina, von denen Kinder aufgrund des noch anliegenden Glaskörpers häufiger betroffen sind. Eine weitere Besonderheit ist, dass Kinder – wohl wegen des noch nicht ausgewachsenen Gesichtsschädels – weniger gut geschützt sind als Erwachsene. Dennoch lässt sich im Unterschied zu Makulaforamina im Erwachsenenalter oft auch ein günstiger Spontanverlauf beobachten.Dr. Susanne Kaskel-Paul und Ioannis Papazoglou (Lüdenscheid) stellen drei Fälle von jungen Patienten mit traumatischem Makulaforamen vor, die zwischen 2011 und 2014 die Lüdenscheider Augenklinik aufsuchten.

Serie Auge und Sehen: Das Mikroskop

Serie zur Sammlung Roth
Das Auflösungsvermögen des menschlichen Auges ist begrenzt, für den Normalsichtigen endet es mit wenigen Bruchteilen eines Millimeters aufgrund des natürlichen Limits der Sehleistung. Nur der Kurzsichtige kann dies noch in einem geringen Maße überbieten, kleine Dinge bleiben ohne vergrößernde Sehhilfe für den Menschen unsichtbar. Nun dürfte der Mikrokosmos aber auch im Gegensatz zum Makro­kosmos in der Geschichte der Menschheit kaum eine Rolle gespielt haben. Der Blick ins Weltall war für Kalender, Wetter und das Horoskop weitaus wichtiger. Trotzdem machten sich bereits griechische Philosophen Gedanken darüber, was denn letztendlich das Kleinste in der Natur sei und ob dieses dann wirklich auch unteilbar wäre. Diese Frage konnte erst nach der Entdeckung der brechenden Eigenschaften sphärisch geschliffener Gläser und ihrer geschickten Kombination in Form des Mikroskops zumindest ansatzweise gelöst werden.

Kongress DOG 2015

Interview mit DOG-Kongresspräsident Prof. Karl Ulrich Bartz-Schmidt
Unter dem Motto „Augenheilkunde – grundlagenbasiert und interdisziplinär“ lädt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) vom 1. bis 4. Oktober zu ihrer 113. Jahrestagung nach Berlin ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem diesjährigen Kongresspräsidenten Prof. Karl Ulrich Bartz-Schmidt (Tübingen) unter anderem über die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit in Klinik und Forschung.

10. Internationales Pro Retina-Forschungskolloquium in Potsdam

Degenerative Netzhauterkrankungen – ein interdisziplinärer Austausch
Bereits zum zehnten Mal tagte das internationale Pro Retina-Forschungskolloquium, zu dem sich Ende März vor der Kulisse des Templiner Sees rund 135 internationale Teilnehmer in Potsdam einfanden. Beim bislang größten Treffen stand für die anwesenden Wissenschaftler, Mediziner aus Europa und Amerika erneut der interdisziplinäre Austausch zwischen Grundlagen- und klinischer Forschung im Mittelpunkt. In einer Vielzahl von Vorträgen wurde über aktuelle klinische Studien und neue Erkenntnisse aus der experimentellen Forschung berichtet. Besonders große Bedeutung hatte einmal mehr die Diskussion zwischen den teilnehmenden Nachwuchswissenschaftlern und den anwesenden erfahrenen Arbeitsgruppenleitern und Professoren. Über das diesjährige Treffen berichten aus dem Kreis der Bonner Teilnehmer Dipl. Biol. Johanna Meyer, M.Sc. Niklas Domdei, Dr. Moritz Lindner, Dr. Philipp Müller, Dr. Martin Gliem, Dr. Wolf Harmening und Prof. Peter Charbel Issa.

Augentropfen aus ­Amniongewebehomogenat

Nicht heilende Hornhautepitheldefekte oder akute Verätzungen sind die Hauptindikationen für eine Amnionmembrantransplantation. Die Amnionmembran zeigt antiinflammatorische Effekte und begünstigt die Re-Epithelialisierung der Hornhaut. Für die Patienten ist diese Therapiemethode allerdings immer mit den Risiken und Nebenwirkungen eines operativen Eingriffs verbunden. Eine alternative Behandlungsmöglichkeit wäre die Applikation von Augentropfen, die aus Amniongewebehomogenat hergestellt werden. Tanja Stachon, Mona Bischoff, Manuela Huber, Prof. Achim Langenbucher, Prof. Berthold Seitz und Priv.-Doz. Dr. Nóra Szentmáry erläutern, was bei der Herstellung zu beachten ist.