Autor: Katica Djakovic

Rotierte und dezentrierte trifokale torische IOL bei zu großem Kapselsack

Die zentrierte und rotationsstabile Fixation multifokaler torischer Intraokularlinsen (IOL) im Kapselsack ist entscheidend für ein optimales postoperatives Ergebnis. Dabei kommt dem Zusammenspiel aus IOL-Gesamtdurchmesser und Kapselsackgröße eine herausragende Bedeutung zu. Die Größe des Kapselsacks ist präoperativ schwierig abzuschätzen, sie korreliert aber mit der Achsenlänge. Hochmyope Augen mit großer Achsenlänge haben aufgrund der größeren okulären Dimensionen ein erhöhtes Risiko für postoperative IOL-Dezentrierung und -Rotation. 
Dr. Bert C. Giers (Heidelberg) erörtert anhand eines Fallbeispiels, dass auch in Augen mit nur moderater Myopie mit vergrößerten Kapselsäcken zu rechnen ist und dass der Auswahl der zu implantierenden IOL bei diesem Patientengut eine besondere Bedeutung zukommt.

Implantation einer IOL mit erweiterter Tiefenschärfe

Einjahresergebnisse der Extended Depth of Focus-Intraokularlinse (EDF-IOL)
Eine der jüngsten Neuentwicklungen im Bereich der Intraokularlinsenchirurgie ist eine Linse mit einem größeren Schärfenbereich, die Extended Depth of Focus-Intraokularlinse (EDF-IOL). Die verbesserte Schärfentiefe soll die operative Refraktionssicherheit erhöhen und eine bessere Nahsicht als bei einer reinen Monofokalintraokularlinse gewährleisten. Ein spezielles diffraktives Muster bündelt das Licht auf einen Fokus, der einen verlängerten Fokusbereich und damit eine große Tiefenschärfe verspricht. Dr. Peter Hoffmann und Melanie Abraham (Castrop-Rauxel) stellen Einjahresergebnisse aus eigener Klinik mit der EDF-IOL vor.

MIOL-Implantation nach dem „Düsseldorfer Schema“

Individualisierte Patientenversorgung für Brillenunabhängigkeit
Multifokallinsen bieten die Möglichkeit, nach einer Implantation Brillenunabhängigkeit zu erzielen, weisen aber zugleich häufig unerwünschte Nebeneffekte wie störende Lichtphänomene und eingeschränktes Kontrastsehen auf. Eine Alternative bietet das Konzept des Überblendvisus nach dem Düsseldorfer Schema, der ähnliche Vorteile bei weniger Halo und Glare verspricht. Bisher wurde der Überblendbereich mit einheitlichen Sehbereichen von 0,0 und –1,5 dpt und durch Einsatz eines Lasers erreicht. Dr. Detlev R. H. Breyer (Düsseldorf) erläutert den Überblendvisus nach einer von ihm entwickelten Methode: Bei presbyopen Patienten werden segmentale Multifokallinsen beziehungsweise Mehrstärkenlinsen, die scharfes Sehen in unterschiedlichen Distanzen ermöglichen, nach diesem Prinzip und unter Berücksichtigung der individuellen Sehanforderungen der Patienten miteinander kombiniert.

Interdisziplinäre Tagung zu Erblindung und Blindheit

Zu einer von der Dr. Gabriele Lederle-Stiftung geförderten Tagung mit dem Thema „Geschichte, Gegenwart und Zukunft von blinden und erblindeten Menschen aus interdisziplinärer Perspektive“ hatten Prof. Alexa Klettner, Universitäts-Augenklinik Kiel, und Prof. Gabriele Lingelbach, Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität Kiel, gemeinsam eingeladen. So kamen vom 17. bis 19. März dieses Jahres Teilnehmer aus Wissenschaft und Praxis in der Universitätsstadt an der Förde zusammen, um das Thema Blindheit nicht nur aus der Sicht der Medizin und der Naturwissenschaften, sondern auch unter Aspekten der Geschichts-, Gesellschafts- und Kulturwissenschaften im gemeinschaftlichen Dialog zu behandeln. Von Dr. Udo Hennighausen (Hamburg).

Forschungspreis für Seltene Erkrankungen ausgeschrieben

Die Eva Luise und Horst Köhler Stiftung für Menschen mit Seltenen Erkrankungen vergibt 2017 in enger Kooperation mit der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE) e.V. erneut einen Preis für ein Forschungsprojekt, das sich dem Thema Seltene Erkrankungen widmet. Der mit 50.000 Euro dotierte Forschungspreis ist nach der Schirmherrin von ACHSE, Eva Luise Köhler, benannt.

Erste Gentherapie einer erblichen Augenerkrankung in Deutschland gestartet

Naturwissenschaftler und Mediziner aus Tübingen, München und New York haben zusammen eine gentherapeutische Behandlung von Patienten mit kompletter Farbenblindheit entwickelt. Diese Behandlung, die im Rahmen einer so genannten Phase-I/II-Sicherheitsstudie durchgeführt wird, ist die erste Gentherapie einer erblichen Augenerkrankung in Deutschland und die weltweit erste Gentherapiebehandlung für Patienten mit kompletter Farbenblindheit.

Kongress DOC 2016

Interview mit DOC-Präsident Dr. Armin Scharrer zum 29. Jahreskongress
Nach einem Abstecher nach Leipzig im vergangenen Jahr lädt der 29. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) wieder traditionell nach Nürnberg ein. Auch in diesem Jahr prägen Highlights wie die internationalen Ehrenvorlesungen und Keynote Lectures das wissenschaftliche Programm. In einer berufspolitischen Podiumsdiskussion sowie einem Symposium werden die aktuell diskutierten Themen GOÄ und das angekündigte Antikorruptionsgesetz erörtert und debattiert. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Dr. Armin Scharrer (Fürth), DOC-Präsident und 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Ophthalmochirurgen e.V. (BDOC), über den diesjährigen Kongress.

„Rückblick und Ausschau“

100. Jahrestagung der Baden-Württembergischen Augenärztlichen Vereinigung in Stuttgart
Zur 100. Jahrestagung der Baden-Württembergischen Augenärztlichen Vereinigung (BWAV), die unter dem Motto „Rückblick und Ausschau – Ophthalmologie im Wandel der Zeit“ stand, hatte Prof. Florian Gekeler, Direktor der Augenklinik am Katharinenhospital Stuttgart, in die Landeshauptstadt am Neckar eingeladen. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) berichtet über die zweitägige Jubiläumsveranstaltung, zu der sich rund 400 Teilnehmer Ende Februar im Kursaal Bad Cannstatt einfanden.

Strafrechtliche Aspekte bei ­Abrechnungsfehlverhalten

Besteht auch nur der Verdacht einer vorsätzlichen Falschabrechnung, drohen ein Strafverfahren sowie berufs-, vertragsarzt- und approbationsrechtliche und gelegentlich auch hochschulrechtliche Folgen. Es gibt jedoch Möglichkeiten, ein Strafverfahren zu einem versöhnlichen Abschluss zu bringen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen. Dr. iur. Niklas Auffermann und Dr. iur. Sebastian T. Vogel (Berlin) zeigen auf, wo die praktischen Fallstricke liegen, in welchen Konstellationen abrechnungsbetrügerisches Verhalten gegeben ist und welche juristischen Verhaltensregeln im Falle einer Strafverfolgung zu beachten sind.

LASEK, LASIK oder SMILE?

Vor – und Nachteile der einzelnen Verfahren und Patientenselektion
Derzeit stehen dem refraktiv tätigen Chirurgen zur Ametropiekorrektur mittels kornealem Laserverfahren prinzipiell drei verschiedene Operationstechniken zur Verfügung – die Oberflächenablation, die LASIK und die ReLEx-SMILE. Auf Basis einer sorgfältigen Anamnese und Diagnostik kristallisiert sich heraus, ob ein keratorefraktiver Lasereingriff überhaupt möglich und welche Methode im jeweiligen Einzelfall empfehlenswert ist. Stehen in diesem Rahmen zwei oder sogar drei Verfahren einander gleichwertig gegenüber, so müssen die jeweiligen Vor- und Nachteile der Verfahren gewichtet werden, um gemeinsam mit dem Patienten die individuell richtige Entscheidung zu treffen. Priv.-Doz. Dr. Daniel Kook und Dr. Rainer Wiltfang (München) stellen die generellen wie auch spezifischen Ein- und Ausschlusskriterien der einzelnen Verfahren dar.