Autor: Katica Djakovic

Fallbericht: Low-Grade-Endophthalmitis

Die Low-Grade-Endophthalmitis tritt zwischen zwei Wochen und zwei Jahren nach einem intraokularen Eingriff auf. Sie hat einen subakuten Verlauf und kann häufig als autoimmune Uveitis missdiagnostiziert werden, was die richtige Diagnosestellung verzögert. Dr. Sofia Fili, Simeon Hayvazov, Kalliopi Kontopoulou und Prof. Markus Kohlhaas (Dortmund) stellen den Fall einer 89-jährigen Patientin vor, die sich mit seit drei Wochen schleichendem Visusabfall und milden Schmerzen am rechten Auge in der Ambulanz vorstellte.

Das Auge auf der Grußpostkarte

Serie zur Sammlung Roth
Das Geheimnis des Sehens hat die Menschen schon immer fasziniert. Als Sehorgan ist das Auge aber nicht nur aktiv, sondern es hat, passiv gesehen, auch eine Ausstrahlung, die auf den Betrachter einwirkt und ihn anspricht. Bereits in den Felszeichnungen der Jungsteinsteinzeit gibt es dafür Beweise. Nur fällt dabei auf, dass sich Augenabbildungen von Tieren schon in den frühen Höhlenmalereien finden, während der Kopf, das Gesicht und das Auge des Menschen erst dann in diesen Bildern auftaucht, als bereits die ersten Zahlen- und Schriftzeichen entstanden waren. Die Forscher rätseln über die Gründe. Der Blick aber auf das Gesicht vermittelt dem Betrachter die Stimmung. Zorn, Freude, Ärger oder Glück spiegeln sich im Auge und in der Mundpartie als Zentrum der Mimik. Künstler verwenden daher das Auge ganz bewusst in ihren Bildern als Stimmungsmacher.

29. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC)

Versorgung, Vergütung und Kooperationen
Unter dem Motto „Welcome back“ tagte der 29. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) vom 9. bis 11. Juni in diesem Jahr wieder in Nürnberg. Neben dem gewohnt umfassenden wissenschaftlichen Programm standen diesmal aus aktuellem Anlass auch einige berufspolitische Themen zur Diskussion: Zum einen sorgte das jüngst vom Bundestag verabschiedete „Gesetz zur Bekämpfung der Bestechung und Bestechlichkeit im Gesundheitswesen“ für ein überfülltes Symposium und viele offene Fragen, zum anderen interessierten angesichts der geplanten neuen Gebührenordnung Aspekte der Honorierung sowie die Frage, wie ambulantes Operieren konkurrenzfähig gemacht werden kann. Von Katica Djakovic.

Anästhesie bei ambulanten Kataraktoperationen

Die Entscheidung bei einer ambulanten Kataraktoperation für die individuelle Verfahrenswahl, Sedierung oder Allgemeinanästhesie, ist patientenseitig unter anderem abhängig von Alter, ASA-Status und Compliance. Der zu erwartende ophthalmochirurgische Schwierigkeitsgrad des Eingriffs und die Versiertheit des Operateurs sind weitere maßgebliche Entscheidungskriterien. Dr. Roberto Castello (Anästhesie-Netz Deutschland, Berlin) erläutert die Notwendigkeit einer individuellen, anästhesiologischen Behandlung, insbesondere bei älteren Patienten mit kardial relevanter Komorbidität.

Forschungspreis für Seltene Erkrankungen ausgeschrieben

Die Eva Luise und Horst Köhler Stiftung für Menschen mit Seltenen Erkrankungen vergibt 2017 in enger Kooperation mit der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE) e.V. erneut einen Preis für ein Forschungsprojekt, das sich dem Thema Seltene Erkrankungen widmet. Der mit 50.000 Euro dotierte Forschungspreis ist nach der Schirmherrin von ACHSE, Eva Luise Köhler, benannt.

Erste Gentherapie einer erblichen Augenerkrankung in Deutschland gestartet

Naturwissenschaftler und Mediziner aus Tübingen, München und New York haben zusammen eine gentherapeutische Behandlung von Patienten mit kompletter Farbenblindheit entwickelt. Diese Behandlung, die im Rahmen einer so genannten Phase-I/II-Sicherheitsstudie durchgeführt wird, ist die erste Gentherapie einer erblichen Augenerkrankung in Deutschland und die weltweit erste Gentherapiebehandlung für Patienten mit kompletter Farbenblindheit.

Protonenbestrahlung bei Irismelanom

Die Behandlungsoptionen des Irismelanomes sind abhängig von Tumorausdehnung, Patientenalter, Lokalisation des Tumors und bereits erfolgter Metastasierung und reichen von der chirurgischen Exzision über die Radiatio mittels Brachytherapie oder Protonen bis hin zur Enukleatio bulbi bei fortgeschrittenem Befund. Julian Philipp Klein, Priv.-Doz. Dr. Matus Rehak, Dr. Alin Isabel Riechardt, Dr. Ira Seibel, Dr. Dino Cordini, Dr. Jens Heufelder, Dr. Lutz Moser und Prof. Antonia M. Joussen erläutern die verschiedenen Therapiemöglichkeiten und gehen insbesondere auf die Protonentherapie mit den Ergebnissen an der Charité-Universitätsmedizin Berlin ein.

Fallbericht: Hypertrophe Hornhautveränderungen

Mittelperipher bis peripher gelegene hypertrophe Hornhautveränderungen führen oftmals zu einer erheblichen Visusminderung, obwohl die optische Achse nicht direkt betroffen ist. Dr. Alexandra Probst und Prof. Markus Kohlhaas (Dortmund) berichten über den Fall einer 52-jährigen Patientin, die mit einer beidseitigen Sehverschlechterung, einem starken Fremdkörpergefühl sowie ausgeprägten Missempfindungen vorstellig wurde. Im Rahmen einer Studie zu hypertrophen Hornhautveränderungen wurde der Einfluss einer chirurgischen Keratektomie, gegebenenfalls in Kombination mit einer PTK mit Anwendung von Mitomycin C, insbesondere auf den Visusverlauf untersucht.

Das Alypin in der Augenheilkunde

Serie zur Sammlung Roth
Die Empfindlichkeit des Auges gegenüber Schmerzen, der heftige Lidschlussreflex bei Berührung oder Verletzung dient einerseits seinem Schutz, andererseits hindert der starke Lidkrampf daran, einen Fremdkörper von Bindehaut oder Hornhaut zu entfernen. Über viele Jahrtausende dürfte es kaum ein Mittel aus der Naturheilkunde gegeben haben, um dieses Problem zu unterlaufen. Erst die Entdeckung der oberflächenanästhesierenden Eigenschaften von Kokain und später die Synthese von Alypin revolutionierte zu Beginn des letzten Jahrhunderts die Augenheilkunde. 

Kongress DOC 2016

Interview mit DOC-Präsident Dr. Armin Scharrer zum 29. Jahreskongress
Nach einem Abstecher nach Leipzig im vergangenen Jahr lädt der 29. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) wieder traditionell nach Nürnberg ein. Auch in diesem Jahr prägen Highlights wie die internationalen Ehrenvorlesungen und Keynote Lectures das wissenschaftliche Programm. In einer berufspolitischen Podiumsdiskussion sowie einem Symposium werden die aktuell diskutierten Themen GOÄ und das angekündigte Antikorruptionsgesetz erörtert und debattiert. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Dr. Armin Scharrer (Fürth), DOC-Präsident und 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Ophthalmochirurgen e.V. (BDOC), über den diesjährigen Kongress.