Autor: Katica Djakovic

Intraarterielle Chemotherapie beim fortgeschrittenen Retinoblastom

Das Retinoblastom ist mit zirka 40 bis 45 neuen Erkrankungsfällen pro Jahr in Deutschland eine seltene Tumorerkrankung des Säuglings- beziehungsweise Kleinkindalters und wird häufig erst in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert. Die Behandlung erfordert eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Augenärzten, Kinderonkologen und Radiologen. Dr. Bert Müller, Dr. Antje Vega und Dr. Georg Bohner (Berlin) berichten über erste Erfahrungen in der intraarteriellen Chemotherapie des fortgeschrittenen Retinoblastoms.

Kongress AAD 2017

Interview mit dem BVA-Vorsitzenden Prof. Bernd Bertram
Vom 14. bis 18. März lädt die Augenärztliche Akademie Deutschland (AAD) wieder ins CCD nach Düsseldorf ein. Die gemeinsame Fortbildungsveranstaltung vom Berufsverband der Augenärzte (BVA) und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) tagt in diesem Jahr unter dem Hauptthema „Demographischer Wandel – Herausforderungen und Perspektiven für die Augenheilkunde“. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem BVA-Vorsitzenden Prof. Bernd Bertram (Aachen) anlässlich der Tagung über die sich wandelnden Anforderungen sowie aktuelle berufspolitische Aspekte des Faches.

Kostenerstattung beim refraktiven Linsenaustausch (RLA)

Aktuelle Urteile weisen auf eine Änderung in der Rechtsprechung hin
Für den Austausch der klaren oder zumindest der im Sinne der Kataraktchirurgie nicht vollständig eingetrübten, natürlichen Linse tritt offenbar ein Wechsel in der Rechtsprechung ein, die aktuell zu einer Bejahung der Kostenerstattungspflicht privater Krankenversicherer tendiert. RA Michael Zach (Mönchengladbach) stellt anhand der ergangenen Urteile diese – derzeit noch nicht abgeschlossene – Entwicklung der Rechtsprechung dar

Basler Fortbildungstage 2016 (Teil 1)

„Neuroophthalmologisches Potpourri“
Zu einem „Neuroophthalmologischen Potpourri“ hatte die Leitende Ärztin der Augenklinik des Universitätsspitals Basel, Prof. Anja Palmowski-Wolfe, in die alte Universitäts- und Kulturstadt im Dreiländereck am Oberrhein eingeladen. 450 Teilnehmer folgten der Einladung zu dem Update über Auge und Nervensystem. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) stellt die Themen

PACK-Cross-Linking bei infektiöser Keratitis

Photoactivated chromophore for infectious keratitis (PACK-CXL) als Mittel der ersten Wahl?
Das Cross-Linking der Hornhaut (CXL) mit Riboflavin und UV-A hat sich innerhalb weniger Jahre zum Standard der Behandlung bei Keratokonus und Ektasien der Hornhaut entwickelt. 2004 wurde die erste CXL-Technologie in Zürich entwickelt und von da an begann das Spektrum der Indikationen dieser Methode zu wachsen. In einer Pilotstudie wurden schwere und therapieresistente infektiöse Keratitiden behandelt, später konnte im Rahmen einer Studie gezeigt werden, dass CXL bei der infektiösen Keratitis potentiell nicht nur zur unterstützenden Behandlung, sondern unter Umständen auch als Mittel der ersten Wahl, als „photoactivated chromophore for infectious keratitis“ (PACK), eingesetzt werden könnte. Dies wäre vor allem von Interesse, weil der große Vorteil der PACK-CXL auch darin liegt, dass es gleichzeitig sowohl Bakterien wie auch Pilze angeht. Prof. Dr. Dr. Farhad Hafezi (Dietikon/Schweiz) stellt die aktuellen Studienerfahrungen zum PACK-Cross-Linking dar.

Augenbeteiligung bei rheumatischen Erkrankungen

Entzündlich-rheumatische Grunderkrankungen und okuläre Entzündungen
Zwischen Ophthalmologen und Rheumatologen gibt es diverse bilaterale Berührungspunkte. Auf der einen Seite steht der Ophthalmologe bei entzündlichen Veränderungen des Auges vor der Frage, ob eine entzündlich-rheumatische Systemerkrankung ursächlich ist, umgekehrt muss der Rheumatologe daran denken, dass bei einigen entzündlich-rheumatischen Systemerkrankungen häufiger Manifestationen am Auge vorliegen, oder dass diese, wenn sie vorhanden sind, die Prognose und damit auch die Therapie maßgeblich beeinflussen. Prof. Dr. Ina Kötter (Hamburg) stellt die Assoziation zwischen entzündlich-rheumatischen Grunderkrankungen und okulären Entzündungen dar sowie die Besonderheiten in der interdisziplinären Zusammenarbeit.

Skleritis – Aktuelles zu Diagnose und Therapie

Die Skleritis ist eine entzündliche Augenerkrankung, die häufig mit okulären Komplikationen einhergeht und problematisch verläuft. Es liegen kaum Daten zur Prävalenz der Erkrankung vor. Bemerkenswert ist allerdings der hohe Anteil (40 bis 50 Prozent) an Patienten, die eine assoziierte Systemerkrankung aufweisen. Dies betrifft in erster Linie Erkrankungen aus dem rheumatologischen Formenkreis. Seltener kann sie auch auf eine infektiöse Genese zurückgeführt werden. Damit bleiben Patienten mit Skleritis für den Augenarzt eine besondere diagnostische und therapeutische Herausforderung. Prof. Uwe Pleyer, FEBO, (Berlin) stellt die Therapie der Skleritis dar, die durch Fortschritte in der Behandlung rheumatologischer Krankheitsbilder deutlich erweitert wurde.

Augenärztliche Behandlungsfehler

Bestandsaufnahme und Einzelfehleranalyse aus den Jahren 2011 bis 2015
Ein probates Mittel zur Steigerung der Qualität augenärztlicher Arbeit ist auch die Analyse derjenigen Behandlungsfehler, die bei der Gutachterkommission für ärztliche Behandlungsfehler der Ärztekammer Nordrhein anhängig geworden sind. Generelle Empfehlungen können aus den wenigen Einzelkasuistiken zwar nicht abgeleitet werden, aber jeder individuelle Fehler bietet ein Lernpotential. Dr. med. Georg Niepel (Augenärztliche Praxis, Stolberg) und Dr. med. Beate Weber (Gutachterkommission für ärztliche Behandlungsfehler der Ärztekammer Nordrhein, Düsseldorf) fassen die Behandlungsfehlerstatistik aus fünf Jahren zusammen und analysieren operative Einzelfehler.

Depression bei Menschen mit Sehschädigung im Alter

Menschen mit einer Sehschädigung weisen unabhängig von Alter, Geschlecht und anderen Faktoren bis zu fünf Mal häufiger eine Depression auf als Personen ohne Sehschädigung. 25 bis 45 Prozent der sehgeschädigten Senioren sind von einer Depression betroffen. Die Prävalenz ist unabhängig vom Schweregrad der Sehschädigung, was bedeutet, dass auch bereits geringe Grade von Sehschädigung eine Depression bewirken können. Dr. Nadja Högner (Hannover) und Charlotte Dannehr (Berlin) stellen mögliche Ursachen für das Entstehen einer Depression bei sehgeschädigten Menschen im Alter dar.

Fallbericht: Der ziliolentikuläre Block

Der ziliolentikuläre Block ist eine seltene postoperative Komplikation, bei der es zu einer Fehlleitung des Kammerwassers in den Glaskörperraum kommt. Bei einer 46-jährigen Patientin mit Engwinkelglaukom erfolgte eine komplikationslose Trabekulektomie mit Mitomycin C. Postoperativ bestand eine zentral und peripher abgeflachte Vorderkammer mit Drucksteigerung auf teilweise 60 mmHg ohne gonioskopischen Hinweis auf einen Glaukomanfall. Tschingis Arad, Priv.-Doz. Dr. Verena Prokosch-Willing und Prof. Esther M. Hoffmann (Mainz) erläutern das Vorgehen beim ziliolentikulären Block nach Trabekulektomie.