Autor: Katica Djakovic

Kardiovaskuläre Risikofaktoren und Augenerkrankungen

Seit 2008 beteiligt sich die Universitäts-Augenklinik Greifswald an der populationsbasierten epidemiologischen Study of Health in Pomerania (SHIP). Neben der Erhebung epidemiologischer Aussagen zu Augenhintergrundveränderungen sollen Wechselwirkungen zwischen kardiovaskulären Risikofaktoren und ophthalmologischen Erkrankungen analysiert werden. Das Greifswalder Institut für Community Medicine koordiniert die Studie, zu der 8.000 Probanden eingeladen werden, um sich umfangreich untersuchen zu lassen. Ein Beitrag von Dr. Clemens Jürgens in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Henry Völzke und Prof. Dr. Frank Tost.

Augenvotiv aus Wachs

Augenvotiv aus Wachs

Votive beziehungsweise Devotionalien (lat. votivus: gelobt, versprochen) finden sich in allen Kulturen und zu allen Zeiten. Auf europäischem Gebiet stammen die ältesten schon aus früher vorchristlicher Zeit, selbst neuere steinzeitliche Grabungsfunde aus Süddeutschland lassen figürliche Darstellungen als Bitt- oder Dankopfer interpretieren. In der Antike finden sie sich in griechischen wie auch römischen Tempeln, in keltischen Weihestätten, in christlicher Zeit in den Kirchen und an Wallfahrtsorten. Es scheint, dass der Patient, wenn Heiler oder Arzt erfolglos blieben, die Hilfe bei den Göttern suchte. Ihnen wurde bei Gesundung auch gedankt.

Einfluss des Alters auf die korneale Biomechanik

Erstmals ermöglicht der Ocular Response Analyzer (ORA) die nichtinvasive Messung von Parametern der kornealen Biomechanik am lebenden, menschlichen Auge. Bei verschiedenen Augenerkrankungen kann die Diagnostik mit dem ORA zusätzliche Erkenntnisse liefern. Um die Ergebnisse richtig interpretieren zu können, ist es wichtig, den Einfluss des Alters zu kennen. Dr. Michael Haustein, Dr. Tina Oppitz und Prof. Dr. Eberhard Spörl von der Universitäts-Augenklinik Dresden sowie Priv.-Doz. Dr. Andreas G. Böhm von der Augenklinik des Elblandklinikums Radebeul haben diesen Einfluss untersucht und stellen ihre Ergebnisse vor.

Beidseitiger Sehverlust durch Neurolues

Die Inzidenz der Syphilis sank nach Entdeckung des Penicillins stetig ab und ließ die Erkrankung aufgrund ihrer Seltenheit zunehmend in Vergessenheit geraten. In den letzten Jahren verzeichnete das Robert-Koch-Institut jedoch einen exponentiellen Anstieg der Syphilis und der Neurosyphilis in Westeuropa. Dr. Verena Prokosch schildert einen Fall, der zeigt, dass in unklaren Fällen ophthalmologischer Erkrankungen eine entsprechende Diagnostik auf Lues eingeleitet werden sollte.

Outreach-Programme und Akzeptanz-Problematik in Indien

Eine Untersuchung zu Akzeptanzraten bei Kataraktchirurgie
Um auch in entlegenen Gebieten eine medizinische Versorgung zu gewährleisten, wird in Indien ein so genanntes Outreach-Screening durchgeführt: Augenärztliche Teams fahren in ländliche Regionen, um vor Ort Betroffene zu untersuchen und ihnen eine kostenlose Operation am Base Hospital anzubieten. In vielen Fällen wird zusätzlich für eine Transportmöglichkeit sowie die Unterbringung und Verpflegung am Krankenhaus gesorgt. Dennoch werden diese Kataraktoperationen aus verschiedenen Gründen, die man als Patient-perceived Barriers bezeichnet, von einem größeren Anteil nicht angenommen. Vor diesem Hintergrund führte die Universitäts-Augenklinik Bonn eine Untersuchung darüber durch, wie die Akzeptanzraten und die von Patienten berichteten Barrieren in zwei unterschiedlichen Regionen sind. Dr. Robert P. Finger, David G. Kupitz und Prof. Dr. Frank G. Holz stellen die Ergebnisse vor.

World Ophthalmology Congress 2010

World Ophthalmology Congress 2010

Interview mit Prof. Dr. Gerhard K. Lang
Zum World Ophthalmology Congress (WOC) 2010, dem weltweit größten ophthalmologischen Kongress, werden Anfang Juni rund 8.000 Ophthalmologen aus etwa 120 Ländern in Berlin erwartet. Unter dem Dach des Weltkongresses laden auch die Augenärztliche Akademie Deutschland (AAD) und die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) zu ihrer jährlichen Fachtagung ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem Direktor der Universitäts-Augenklinik Ulm,
Prof. Dr. Gerhard K. Lang, der als Kongresspräsident in diesem Jahr nicht nur der DOG vorsteht, sondern auch dem zweijährlich stattfindenden WOC, über das internationale ophthalmologische Großereignis in Berlin.

Die mögliche Rolle des Glaskörpers bei der Pathogenese der AMD

Aufgrund seiner anatomischen Lokalisation an der Makula wird der Glaskörper gegenwärtig als möglicher Co-Faktor in der Pathogenese der Altersbedingten Makuladegeneration (AMD) diskutiert. Bisherige Studien deuten auf einen möglichen Zusammenhang zwischen vitreoretinaler Adhärenz beziehungsweise vitreoretinaler Traktion und exsudativer AMD hin. Ob eine physiologische oder mechanische oder enzymatisch induzierte Glaskörperabhebung einen positiven Effekt auf den Verlauf der exsudativen AMD hätte, kann jedoch aufgrund fehlender Studien noch nicht beurteilt werden. Ein Beitrag von Prof. Dr. Stefan Mennel, Prof. Dr. Carsten H. Meyer und Prof. Dr. Jörg Schmidt.

Drusen – Indikatoren für eine AMD?

Im klinischen Alltag lassen sich bei der ophthalmologischen Beurteilung des Augenhintergrundes gerade beim älteren Patienten häufig Drusen nachweisen. Jedoch gelten nur einige Drusenkonstellationen als Frühform einer Altersbedingten Makuladegeneration (AMD) und stellen einen Risikofaktor für fortgeschrittene AMD-Stadien dar. Bei Vorliegen von Risikokonstellationen sollte der Patient für die Symptome einer neovaskulären AMD sensibilisiert werden, damit gegebenenfalls frühzeitig eine Therapie mit günstigerer Visusprognose initiiert werden kann. Ein Beitrag von Dr. Martin Rudolf, Dr. Joshua Torrent Despouy und Prof. Dr. Salvatore Grisanti.

Das okuläre Pemphigoid

Eine schicksalhafte Erkrankung?

Das okuläre Pemphigoid ist eine Autoimmunerkrankung, die im Endstadium zur Erblindung oder zu einer vollkommenen Einschränkung der Bulbusmotilität durch ein Ankyloblepharon führen kann. Ziel einer Untersuchung an der Charité Universitätsmedizin Berlin war es, klinische Symptome, Risikofaktoren und Immunpathologie der Patienten auszuwerten und im Hinblick auf Therapie und klinischen Verlauf nach Verbesserungsmöglichkeiten im Management dieser Erkrankung zu suchen. Antonia Berthold und Prof. Dr. Uwe Pleyer fassen die Ergebnisse zusammen.