Autor: Katica Djakovic

Die kindlich-juvenile rhegmatogene Netzhautablösung

Die rhegmatogene Netzhautablösung bei Kindern und Jugendlichen stellt eine besondere Erkrankungsgruppe dar, die sich von der Ablatio bei Erwachsenen unterscheidet. Angesichts des Trends, Netzhautablösungen primär glaskörperchirurgisch und mittels Small-Gauge-Instrumentation zu behandeln, stellt sich die Frage, ob dieses Konzept auch bei der kindlich-juvenilen Netzhautablösung sinnvoll ist. Priv.-Doz. Dr. Silvia Bopp (Bremen) erörtert diese Frage kritisch anhand von Daten aus eigenem Patientengut.

XXV. Jahrestagung der JHG (Teil 1)

Jubiläumstagung der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Wien
Die 1986 gegründete ophthalmohistorische Julius-Hirschberg-Gesellschaft mit rechtlichem Sitz in Wien veranstaltete in den vergangenen Jahren insgesamt 24 jährliche wissenschaftliche Zusammenkünfte: in Wien (1987 und 1993), Ingolstadt, St. Gallen, München, Dresden, Brüssel, Potsdam, Ittingen, Mannheim, Leiden, Innsbruck (1996 und 2004), Berlin, Bern, Hamburg, Weimar, Luxemburg, Würzburg, Straßburg, Halle, Salzburg, Heiden und 2010 in Köln. Das 25. Treffen der Julius-Hirschberg-Gesellschaft fand vom 7. bis 9. Oktober 2011 zum dritten Mal wieder am Sitz der Gesellschaft in Wien statt. Dr. Sibylle Scholtz fasst die Tagungsinhalte zusammen.

Migräne- und Kopfschmerzbehandlung durch Augenlaser

Augenlaserakupunktur und Cephlas-Verfahren mittels YAG-Laser
Das so genannte Cephlas-Verfahren stellt eine Möglichkeit der Behandlung von Kopfschmerzen direkt über die Augen mit Laser dar. Dr. Peter Höh (Karlsruhe) erläutert den von ihm entwickelten Ansatz einer Augenlaserakupunktur, der darauf basiert, dass bei Kopfschmerzpatienten auf der Iris Punkte mit erhöhter Empfindlichkeit existieren und bei einigen davon eine Schmerzweiterleitung, die die Kriterien eines Triggerpunktes erfüllt, so dass es zu einem ipsilateralen Schmerzrückganges während der Laserprozedur kommen kann.

Die nahtlose Amnionmembrantransplantation

Entwicklung einer neuen Transplantationsmethode mittels Amnionring
Die Amnionmembrantransplantation ist eine seit den 1940er Jahren entwickelte Methode, die sehr effektiv bei der Behandlung von Erkrankungen der Hornhautoberfläche ist. Die chirurgische Aufnähung der Amnionmembran stellt eine zusätzliche Beeinträchtigung der Augenoberfläche dar, die durch die Verwendung eines Amnionhalters beseitigt werden könnte. In Kooperation mit Polymer-Forschern wurde eine Halterung für das Einspannen von Amnionmembranen in einen Ring entwickelt, der nahtlos auf die Augenoberfläche gesetzt werden kann. Prof. Dr. Katrin Engelmann Ilya Kotomin, Dr. Andreas Knipper und Prof. Dr. Carsten Werner stellen die neue Methode vor und berichten über einen in der Augenklinik des Klinikum Chemnitz durchgeführten Heilversuch, der eine gute Verträglichkeit bestätigte.

Unterschiede im Beschwerdebild von Patienten mit trockenem Auge

Rheumatische Grunderkrankungen versus Graft-versus-Host-Erkrankung
Am Interdisziplinären Uveitiszentrum der Universitäts-Augenklinik Heidelberg werden seit 2008 Patienten mit trockenem Auge bedingt durch Systemassoziationen – vor allem bei Zustand nach Chemotherapie bei maligner Grunderkrankung, bei Patienten mit rheumatoider Grunderkrankung und Patienten mit chronischer Graft-versus-Host-Disease – betreut. Dr. Eva Jakob, Ines Metzger, Dr. Barbara Lorch, Brigitte Mann, Elisabeth Mertz und Dr. Friederike Mackensen (Heidelberg) fassen Ergebnisse einer retrospektiven Studie zu unterschiedlichen Beschwerden im Krankheitsbild entsprechend der verschiedenen Grunderkrankungen zusammen.

Serie Auge und Sehen: Messingbrille

Serie zur Sammlung Roth
Lesebrillen aus Messing waren im 18. und 19. Jahrhundert Massenware. Das Material war gegenüber Holz, Leder oder Kupfer zwar schwerer zu bearbeiten, das stabile Gestell hielt dafür aber über Jahrzehnte. Solche Brillen wurden über mehrere Generationen hin immer wieder weitergegeben. Die noch recht dicken Gläser hatten bereits eine Einheitsstärke von 2 bis 3 Dioptrien. Die Bügel reichten inzwischen schon bis zu den Ohren, eine Schnur sicherte das Gestell gegen das Abrutschen. Diese Brille stammt aus der Zeit um 1780, sie wurde in einem Antiquitätengeschäft in Wien erworben.

22. Deutscher Geriatriekongress in Bad Bramstedt

„Leben ist Bewegen!“
Unter dem Leitspruch „Leben ist Bewegen!“ veranstaltete die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG) vom 22. bis 24. September in Bad Bramstedt bei Hamburg den 22. Deutschen Geriatriekongress. Eingeladen hatte DGG-Präsident Priv.-Doz. Dr. Werner Hofmann, Chefarzt der Klinik für Frührehabilitation und Geriatrie in Neumünster und der Geriatrie in Bad Bramstedt. Den rund 600 Teilnehmern wurde das Spektrum der Altersheilkunde in über 200 Präsentationen, Curricula und Arbeitsgruppen geboten. Dr. Udo Hennighausen (Heide) fasst die für die Augenheilkunde wesentlichen Aspekte der Tagung zusammen, die als größtes deutschsprachiges Treffen für Altersmedizin gilt.

BVA-Delegiertenversammlung 2011 in Berlin

„Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren!“
Im Fokus der diesjährigen BVA-Delegiertenversammlung, die am 5. und 6. November in Berlin tagte, stand neben der Neuwahl des Vorstandes vor allem das zum 1. Januar 2012 geplante Inkrafttreten der Strukturpauschale. Über mögliche Auswirkungen und insbesondere eine damit zwangsläufig einhergehende Spaltung der Fachgruppe in zwei Gruppen, in operative und nichtoperative Augenärzte, wurde heftig diskutiert. Von Katica Djakovic.

LASIK-Flaperzeugung mit UV-Subnanosekundenpulsen

Weiterentwicklung führender Lasertechnologie
Aufgrund verschiedener Vorteile wie hohe Reproduzierbarkeit der Flapdicke, geringe Komplikationsrate und hohe Patientenzufriedenheit wird inzwischen bei einem Großteil der LASIK-Eingriffe der Flapschnitt mit einem Femtosekundenlaser durchgeführt. Ein Nachteil der neuen Lasertechnologie sind die hohen Kosten sowie die Komplexität des Gerätes, die besondere Anforderungen an die Umgebungsbedingungen stellt. Prof. Dr. rer. nat. Alfred Vogel, Dr. rer. nat. Norbert Linz, Dipl.-Ing. Sebastian Freidank, Dipl.-Ing. Sebastian Faust und Dipl.-Ing. Stefan Schwed erläutern die Verwendung von UVA-Subnanosekundenpulsen zur Hornhautdissektion, die den Einsatz kompakter, kostengünstiger und zugleich hochpräziser Lasergeräte ermöglichen soll.

IOL-Modifikation mit Femtosekundenlaserpulsen

Neue postoperative Methode zur In-situ-Korrektur von IOL
Fehler bei den Messungen oder bei der Implantation von Intraokularlinsen (IOL) können zu Ergebnisabweichungen führen. Gerade im Falle von postrefraktiven Eingriffen, in welchen eine erhebliche Unterkorrektur auftreten kann, ist es daher wünschenswert, eine postoperative Korrekturmöglichkeit zu entwickeln. Momentan kann eine Über- oder Unterkorrektur der Sehstärke nach einer Kataraktoperation mit Hilfe einer Brille behoben werden. Bei größeren Problemen ist eine erneute Operation, bei der entweder die IOL neu positioniert wird oder eine neu berechnete IOL eingesetzt wird, notwendig. Prof. Dr. Josef F. Bille (Heidelberg) stellt einen neuartigen Ansatz vor, die Brechkraft einer implantierten IOL in situ mit Femtosekundenlaserpulsen zu adjustieren.