Autor: Katica Djakovic

Kontaktlinsenanpassung bei Kindern

Ergebnisse des BVA-Junior-Projekts
Durch viele Negativerfahrungen mit Komplikationen bei Kontaktlinsen, insbesondere bei den Austauschsystemen, waren Augenärzte lange Zeit zurückhaltend mit der Indikationsstellung für Kontaktlinsen im Kindesalter. Um den Ophthalmologen einen sicheren Weg für die Anpassung von Kinderlinsen zu bieten, wurde 2005 das „BVA-Junior-Projekt“ initiiert. Dr. Dorothea Kuhn (Riedlingen) und Dr. Dieter Schnell (Ruppichteroth) fassen die aus dem Projekt gewonnenen Erfahrungen zusammen.

Kontaktoptische Aspekte des Keratokonus

Die Versorgung des Keratokonus mit Kontaktlinsen zählt nach wie vor zu den therapeutisch schwierigsten Aufgaben in der Kontaktoptik. Zahlreiche Begleiterkrankungen wie Tränenmangel, chronische Konjunktivitis oder allergische Dispositionen erschweren die Kontaktlinsenanpassung. Der hochgradige irreguläre Astigmatismus erlaubt nicht immer einen befriedigenden Linsensitz. Selbst nach erfolgreicher Keratoplastik bleiben Anpass- und Trageprobleme. Dr. Hans-Walter Roth, Dr. Gregor Nietgen, Dr. Alice Nietgen und Karin Späth (Ulm) erläutern ätiologische wie diagnostische Faktoren und stellen moderne topografische Verfahren zur Optimierung der Kontaktlinsenversorgung bei Keratokonus vor.

Medikamentöse Therapie des Trockenen Auges bei KL-Trägern

Patienten mit milden Formen des Trockenen Auges sind unter guten Bedingungen erfolgreich mit Kontaktlinsen zu versorgen. Dies gilt für die Anpassung formstabiler Linsen und von Tauschsystemen in gleicher Weise. Entscheidend sind hierbei drei Faktoren: die Auswahl des Kontaktlinsenmaterials, die Bestimmung der Tragezeit sowie die medikamentöse Therapie der Augenoberfläche. Dr. Thomas Kaercher (Heidelberg) gibt einen Überblick über medikamentöse Therapiemöglichkeiten des Trockenen Auges bei Kontaktlinsenträgern.

Luftdruckeinflüsse auf Augeninnendruck nach PPV

Können Luftdruckschwankungen bei vitrektomierten Augen zu einer Dekompensation des IOD beitragen?
Nach Pars-plana-Vitrektomie (PPV) mit Gasfüllung kommt es bei vielen Patienten zu einer vorübergehenden Dekompensation des Augeninnendrucks (IOD). Als wesentliche Ursache hierfür ist anzusehen, dass postoperativ Sauerstoff und CO2 in das gasgefüllte Auge diffundieren. Sinkt zusätzlich der umgebende Luftdruck, steigt relativ dazu der transsklerale Druck, der dem klinisch gemessenen Augeninnendruck entspricht. Im Rahmen einer Studie wurde an der Universitäts-Augenklinik Kiel untersucht, inwieweit Luftdruckschwankungen bei vitrektomierten Augen mit C2F6-Füllung zu einer Dekompensation des Augeninnendrucks beitragen. Priv.-Doz. Dr. Florian Rüfer, Andrea Kohlmann, Dr. Christian Kandzia, Priv.-Doz. Dr. Alexa Klettner und Prof. Dr. Johann Roider (Kiel) stellen die Ergebnisse vor.

Intravitreale Wirkstoffe bei chronischer, nichtinfektiöser Uveitis

Die Behandlung der nichtinfektiösen, posterioren Uveitis stellt sich oft als problematisch dar. Der überwiegend chronische Verlauf und der rezidivierende Charakter der Erkrankung erfordern eine langfristige Behandlung mit entzündungshemmenden beziehungsweise immunsuppressiven Wirkstoffen. Diese wurden bisher weitgehend systemisch verabreicht. Seit einiger Zeit steht zusätzlich die intravitreale Applikation zur Verfügung. Prof. Dr. Uwe Pleyer (Berlin) und Dr. Dicle Hazirolan (Ankara) fassen die bisherigen Erfahrungen mit intravitrealen Medikamentenapplikationen bei posteriorer Uveitis zusammen und weisen auf aktuelle Studien hin.

Fallbericht: Orbitales Rhabdomyosarkom

Das Rhabdomyosarkom ist der häufigste bei Kindern und Jugendlichen unter dem 21. Lebensjahr auftretende Weichteiltumor. Dr. Steffi Knappe und Prof. Dr. Rudolf F. Guthoff (Rostock) stellen den Fall eines fünfjährigen Mädchens vor, dessen Erstvorstellung an der Universitäts-Augenklinik Rostock notfallmäßig erfolgte, nachdem den Eltern eine seit drei Tagen progrediente Protrusio bulbi und Verlagerung des rechten Auges nach unten aufgefallen war. Die histologische Untersuchung ergab den Befund eines embryonalen Rhabdomyosarkoms.

Serie Auge und Sehen: Römischer Bronzespiegel

Serie zur Sammlung Roth
Das älteste optische Instrument in der Hand des Menschen ist zweifellos der Spiegel. Mit ihm gelang es das Licht der Sonnenstrahlen beliebig zu lenken und, nachdem man die Fertigkeit erlangt hatte, ihn zu sphärisch zu formen, Strahlen damit zu bündeln. Heute geht man davon aus, dass er in der Bronzezeit erfunden wurde, damals, als es zum ersten Mal gelang, Metall zu schmelzen und in Formen zu gießen. Waren diese an ihrer Oberfläche glatt, spiegelten sie das Licht. Frühe Kulturen wie Babylonier oder Ägypter kannten den Spiegel. Griechen und Römer verbesserten seine optischen Eigenschaften. Die Abbildung zeigt einen römischen Hohlspiegel aus Bronze, er stammt aus dem 2. Jahrhundert nach Christus. Er wurde in einer Fachhandlung für Antiken in Ulm für die Sammlung erstanden.

Interview mit Prof. Dr. Klaus-Peter Steuhl zum DOG-Kongress 2012

„Eine Augenheilkunde“ lautet das Motto beim 110. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) – und klingt gleichermaßen als Forderung wie als Feststellung. Zudem wurde jüngst der bisherige Slogan der DOG abgeändert: Die „Wissenschaftliche Gesellschaft für Augenheilkunde“ nennt sich nun „Gesellschaft für Augenheilkunde“ – und will damit ein Zeichen setzen für mehr Geschlossenheit in der Fachgruppe. Wird die DOG berufspolitisch? DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem diesjährigen DOG-Präsidenten Prof. Dr. Klaus-Peter Steuhl (Essen) anlässlich des Kongresses über Entsolidarisierung und notwendige Geschlossenheit.