Kurznachrichten

BDOC begrüßt Mehrkostenregelung bei Premiumlinsen

Nach Einschätzung des BDOC (Bundesverband Deutscher Ophthalmo Chirurgen e.V.) bringt das Versorgungsstrukturgesetz ab 1. Januar 2012 für Augenärzte und ihre Patienten eine lang erwartete Verbesserung bei Kataraktoperationen: Es gibt heute verschiedene moderne Linsentypen, die einen Zusatznutzen bieten, die jedoch nicht im Leistungskatalog der GKV enthalten sind. Da das Gesetz Zuzahlungen von Versicherten verbietet, mussten bisher Versicherte, die statt der GKV-Standardlinse eine Linse mit Zusatznutzen wollten, die komplette Operation, d.h. alle damit zusammenhängenden ärztlichen Leistungen sowie die kompletten Linsenkosten privat zahlen. Mit dem neuen Gesetz wird den GKV-Versicherten die Entscheidung für eine Premiumlinse jetzt erleichtert: Wünschen Versicherte zukünftig eine Intraokularlinse mit Zusatznutzen, dürfen die gesetzlichen Krankenkassen den Anteil der Rechnung bezahlen, der auch bei Implantation einer Standardlinse entstanden wäre. Der Patient zahlt also nicht mehr den Gesamtbetrag, sondern nur noch die Mehrkosten für den ärztlichen Mehraufwand und die Linsenkosten für die Implantation der Premiumlinse.

Mit Seidenfasern Sehnerv und Augenlicht retten – Leipziger Forscher entwickeln Biomaterial

Wenn etwa durch einen Unfall der Sehnerv durchtrennt wird, erblinden die Betroffenen unabwendbar. Zur Selbsterneuerung ist der Sehnerv nicht in der Lage. Gemeinsam mit Wissenschaftlern aus den USA und Frankreich haben Forscher der Universitätsaugenklinik Leipzig nun ein Material entwickelt, das verletzten Nerven beim Wachsen helfen könnte: elektrisch gesponnene Seidenfäden. Die Ergebnisse der Zellkulturversuche sind vielversprechend, teilt die Universität Leipzig mit.

Müllerzellen als Lichtleiter im menschlichen Auge

Leipziger Wissenschaftlern sind Aufsehen erregende Erkenntnisse zur Funktionsweise des menschlichen Auges gelungen, teilt die Universität Leipzig mit. Die Forscher konnten nachweisen, dass so genannte Müllerzellen, die Bestandteil des Nervengewebes in der Netzhaut sind, als Lichtleiter fungieren. Bei einer punktförmigen Belichtung der Netzhaut-Oberfläche gelangt das Licht durch die Müllerzellen punktgenau und ungehindert zu den Lichtsinneszellen auf der Rückwand der Netzhaut. Auf diese Weise können Wirbeltiere und damit auch der Mensch nachts selbst sehr schwaches Licht und am Tag kontrastreiche Bilder ihrer Umwelt wahrnehmen. Ihre Erkenntnisse haben die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Biophysical Journal (Agte et al., Müller Glial Cell-Provided Cellular Light Guidance through the Vital Guinea-Pig Retina, Biophysical Journal,2011) veröffentlicht.

RUB-Wissenschaftler untersuchen Augenreflex

Hirnstrukturen, die sich früh in der Evolution entwickelten, führen bei Neugeborenen Funktionen aus, die später die Großhirnrinde übernimmt, heißt es in einer Mitteilung der Ruhr-Universität Bochum (RUB). Neue Hinweise für diese Theorie habe ein Forscherteam der RUB im visuellen System von Affen gefunden. Die Wissenschaftler untersuchten einen Bewegungsreflex der Augen, den so genannten optokinetischen Nystagmus. Sie stellten fest, dass zunächst Kerne im Hirnstamm diesen Reflex steuern und erst später Signale der Großhirnrinde (Neokortex) hinzukommen. Priv.Doz. Dr. Claudia Distler-Hoffmann vom Lehrstuhl für Allgemeine Zoologie und Neurobiologie und Prof. Dr. Klaus-Peter Hoffmann vom Lehrstuhl für Tierphysiologie berichten im Journal of Neuroscience über ihre Arbeitsergebnisse.

KV Hessen: Honorarsituation der hessischen Augenärzte ist unerträglich

Die Absicht war gut, das Ergebnis ist leider mangelhaft: Der Versuch, durch einen bundesweit geltenden Beschluss Geld von operativ tätigen Augenärzten zu den finanziell arg gebeutelten konservativ tätigen Augenärzten umzulenken, ist gescheitert, so die Bilanz der KV Hessen zur Strukturpauschale. Für die nötige Umverteilung fehle das Geld, die prekäre Honorarsituation werde nicht beseitigt. Damit stünden für die augenärztliche Grundversorgung in Hessen ab dem 1. Quartal 2012 im Monat nur noch rund fünf Euro zur Verfügung. „Ein unhaltbarer Zustand“, so die beiden Vorstandsvorsitzenden der KV Hessen Frank-Rüdiger Zimmeck und Dr. med. Gerd W. Zimmermann.

Russische Augenärzte-Delegation besucht Universitäts-Augenklinik Bonn

Eine Delegation von 21 Augenärzten aus verschiedenen Teilen Russlands verschaffte sich in der vorletzten Novemberwoche in der Universitäts-Augenklinik Bonn einen Überblick über neueste diagnostische Verfahren und Behandlungsmethoden bei Netzhaut- und Makulaerkrankungen. Wie die Universität Bonn mittelt, tauschten sich der Gastgeber und Direktor der Augenklinik Bonn, Professor Frank G. Holz,  sowie sein Team mit den russischen Kolleginnen und Kollegen zu aktuellen mikrochirurgischen Verfahren und medikamentösen Behandlungsmethoden aus.

Hornhauttransplantation: Neue Operationstechniken beschleunigen die Erholung der Patienten

Jährlich führen Augenärzte hierzulande etwa 4.200 Hornhauttransplantationen durch. Neue Operationstechniken ermöglichen es, den Austausch einer getrübten Augenhornhaut nur auf die erkrankte Hornhautschicht zu beschränken, anstatt die gesamte Hornhaut zu transplantieren. Ein Vorteil für die Patienten ist dabei, dass viele schon nach wenigen Tagen wieder gut sehen können. Die neuen Verfahren sind nach Auskunft der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) noch in der Entwicklung und nicht für alle Patienten geeignet.