Kurznachrichten

Berlinale 2012: Vier Filme für blinde Kinofans

Bei der diesjährigen Berlinale werden vier Filme mit zusätzlichen Bildbeschreibungen für blinde und sehbehinderte Kinobesucher gezeigt, darunter die Wettbewerbsbeiträge „Barbara“ und „Was bleibt“ sowie in der Sektion Panorama „Die Wand“. Als besonderes Highlight wird zudem Eisensteins Stummfilmklassiker „Oktober“ erstmalig in einer blindengerechten Version präsentiert. Mehr über die Hörfilme der Berlinale unter http://www.berlinale.dbsv.org

Hartwig-Mathies-Preis an Greifswalder Forscher verliehen

Einem interdisziplinären Greifswalder Forscherteam aus der Universitäts-Augenklinik und dem Lehrstuhl für Allgemeine BWL und Gesundheitsmanagement der Universität Greifswald ist in Nürnberg der Hart-wig-Mathies-Preis verliehen worden. Die Wissenschaftler erhielten die Auszeichnung für das Projekt „Teletonometrie MV“, bei dem Glaukompatienten telemedizinisch von zu Hause aus betreut werden. Wie die Universität Greifswald mitteilt, würdigte die bayerische Ärzteinitiative ein telemedizinisches Betreuungskonzept zum ambulanten Glaukom-Monitoring in Mecklenburg-Vorpommern, das (auch einmalig in der Augenheilkunde) im Rahmen der Integrierten Versorgung durch die Techniker Krankenkasse unterstützt wird. Teilnehmende Glaukompatienten können hierbei ihren Augeninnendruck im häuslichen Umfeld rund um die Uhr messen. Die Messwerte werden dann automatisch über die Telefonleitung zum behandelnden Augenarzt und in die Greifswalder Augenklinik zur ärztlichen Auswertung übertragen.

LMU-Klinikum für barrierefreie Webseiten ausgezeichnet

Damit blinde oder gehörlose Menschen die Informationen auf Online-Plattformen ohne fremde Hilfe lesen und nutzen können, müssen diese bestimmte Kriterien erfüllen. Das Klinikum der Universität München (LMU) wurde nun als „Leuchtturmprojekt“ für die umfangreichen Aktivitäten zur barrierefreien Information im Inter- und Intranet gewürdigt. Die Auszeichnung erfolgt durch das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte Gemeinschaftsprojekt BIK (Barrierefrei informieren und kommunizieren) der Blinden- und Sehbehindertenverbände DBSV und DVBS sowie der DIAS GmbH, teilt die Universität mit.

Größer oder heller? Wie retinale Nervenzellen Bilder analysieren

Forscher der Universitätsmedizin Göttingen und des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie Martinsried haben Mechanismen in den retinalen Nervenzellen gefunden, die beim Sehen zwischen kleinen, kontrastreichen und großen, kontrastarmen Objekten unterscheiden lassen. Wie die Universität Göttingen mitteilt, konnten die Wissenschaftler zeigen, dass es zwei unterschiedliche Arten von Nervenzellen in der retinalen Netzhaut des Auges gibt: Die eine Art von Nervenzellen sei darauf spezialisiert, kleine Objekte zu erkennen. Andere Nervenzellen seien Experten beim Erkennen großer Objekte. Zusammen stellten diese Nervenzellen dem Gehirn die nötige Information zur Verfügung, um das Sehen und Unterscheiden von Objekten zu ermöglichen.

Wie das Gehirn aus Lichtreizen Bildeindrücke konstruiert

Wie konstruiert unser Gehirn aus den mannigfaltigen Lichtreizen, die auf das Auge treffen, ein robustes Bild? Bei diesem komplexen Ablauf sind weit verzweigte Netzwerke von Nervenzellen im Einsatz, deren Zusammenwirken Forscher aus Deutschland und Israel in einem neuen Kooperationsprojekt ergründen, das seit Januar vom Bundesforschungsministerium (BMBF) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit rund 1,55 Mio. Euro gefördert wird. Koordinator auf deutscher Seite ist Dr. Dirk Jancke (RUB-Institut für Neuroinformatik), teilt die Ruhr-Universität Bochum (RUB) mit.

DBSV: Blinde und sehbehinderte Menschen “machen Schule”

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hat am 13. Januar im Hamburger Louis-Braille-Center eine bundesweite Schulaktion gestartet, bei der Sehbehinderte und Blinde Schulen Besuche abstatten und den Schülern über das Leben mit Sehschädigung berichten. Wie der DBSV mitteilt, fand die erste Schulstunde im Rahmen dieser Aktion in Anwesenheit des Präsidenten der Kultusministerkonferenz, Hamburgs Schulsenator Ties Rabe, statt.

Warum wir uns die Augen reiben: Schlafmangel, Blickmonotonie, trockene Luft

„Elf Feinde hat das Auge: zehn Finger und ein Tuch“, behauptet ein Bonmot unter Augenärzten. Denn wenn man sich die Augen reibt und die Finger dabei die Augenoberfläche berühren, können Keime ins Auge gelangen. Darauf weist der Berufsverband der Augenärzte (BVA) hin und gibt Tipps zur Entlastung von den Beschwerden eines Trockenen Auges.

Sehkraft für blinde Moleküle – Chemiker versehen Neurorezeptor mit optischem Schalter

Wenn Nervenzellen miteinander kommunizieren, mischen Neurorezeptoren an entscheidender Stelle bei der Reizleitung mit. Chemiker der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und der University of California in Berkeley konnten nun solch eine ursprünglich „blinde“ molekulare Maschine künstlich in einen Lichtrezeptor verwandeln. Dazu haben sie das Großmolekül, das im Normalfall auf den chemischen Botenstoff Acetylcholin anspringt, zusätzlich mit einem Schalter aus dem molekularen Baukasten versehen, der auf Licht reagiert, teilt die LMU mit. Mit diesem Konstrukt lasse sich nicht nur die spezifische Rolle der natürlichen Neurorezeptoren im Gehirn weiter aufklären, hofft Dirk Trauner, der maßgeblich an dem Projekt beteiligt ist. Womöglich, sagt der Professor für Chemische Biologie und Genetik an der LMU, ließen sich solche nun lichtempfindlichen Rezeptoren einmal einsetzen, um bei bestimmten Formen der Blindheit die Sehkraft wiederherzustellen (Nature Chemistry, 10.1.2012).

Welt-Braille-Tag am 4. Januar 2012

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) macht zum Welt-Braille-Tag am 4. Januar 2012 auf die enorme Bedeutung der Blindenschrift für Menschen in Entwicklungsländern aufmerksam. Braille ermögliche Schulbildung und damit die Chance am wirtschaftlichen, politischen und vor allem auch kulturellem Leben einer Gesellschaft teilzuhaben, heißt es seitens der CBM. CBM-Projektpartner aus Äthiopien und den Philippinen berichteten auf dem Weltbraillekongress in Leipzig im September letzten Jahres unter anderem über die Rolle von Braille für ein unabhängiges Leben von blinden Menschen.

Rotes Auge? Genau hinschauen – gezielt behandeln

Augentropfen, die Antibiotika, Kortison oder eine Kombination aus beidem enthalten, sind hochwirksame Medikamente, die Entzündungen der Augenoberfläche heilen können. Allerdings ist eine gründliche augenärztliche Untersuchung Voraussetzung, um zu klären, was die Ursache der Beschwerden ist. Denn wenn beispielsweise ein Virus die Entzündung auslöst, können Antibiotika und Kortison nichts ausrichten, sie können sogar schaden, warnt der Berufsverband der Augenärzte (BVA) und rät dazu, Antibiotika und Kortison nur nach Rat des Augenarztes einzusetzen.