Kurznachrichten

LCA5: Störung des Proteintransports in Sehzelle Auslöser für Netzhauterkrankung

Mutationen in Genen, deren Funktion für das Sehen notwendig ist, sind die Ursache für die erbliche Netzhauterkrankung Lebersche Kongenitale Amaurose (LCA5). Die davon betroffenen Kinder erblinden oft schon während des ersten Lebensjahrs, da ihre Fotorezeptorzellen aufgrund des Gendefekts bereits kurze Zeit nach der Geburt funktionsunfähig werden. Die Erforschung der durch Mutationen verursachten zellulären Defekte ist eine Voraussetzung dafür, rationale Therapieansätze für diese unheilbaren Netzhauterkrankungen zu entwickeln, beispielsweise mittels Gentherapie. Jetzt ist es einem internationalen Forscherteam unter Federführung von Prof. Marius Ueffing und Dr. Karsten Boldt vom Forschungsinstitut für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Tübingen gelungen, den Erkrankungsmechanismus von LCA5 in molekularen und zellphysiologischen Prozessen im Auge zu entschlüsseln und in der renommierten Fachzeitschrift „Journal of Clinical Investigation“ zu veröffentlichen.

Bundesweiter Sehbehindertentag

Am heutigen Sehbehindertentag werden im gesamten Bundesgebiet Selbsthilfevertreter des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) und spezialisierte Augenoptiker gemeinsam über optische Hilfsmittel informieren. Laut Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es mehr als eine Million sehbehinderte Menschen in Deutschland. Um auf die Bedürfnisse dieser Menschen aufmerksam zu machen, hat der DBSV im Jahr 1998 einen eigenen Gedenktag eingeführt: den Sehbehindertentag. Er findet jährlich am 6. Juni statt.

BVA begrüßt geplante Gesetzesänderungen zu MVZ

Der am vergangenen Freitag vorgelegte Arbeitsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zum Versorgungsgesetz enthält wichtige Änderungen zu den Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) begrüßt diese geplanten Gesetzesänderungen, da er in einer freiberuflich-selbständigen Tätigkeit “eindeutige Vorteile für eine bestmögliche augenärztliche Patientenversorgung im ambulanten Bereich” sieht.

Ophthalmochirurgen tagen in Nürnberg

Rund 5.000 Teilnehmer aus aller Welt werden zu dem 24. Internationalen Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) erwartet, der vom 19. bis 22. Mai unter dem Vorsitz von Dr. Armin Scharrer (Fürth) in Nürnberg stattfindet. Zur jährlichen Tagung werden die therapeutischen und diagnostischen Goldstandards des Faches, aber auch Innovationen präsentiert und diskutiert. Ergänzend bieten Kurse und Wetlabs vielfältige Möglichkeiten, praktisches Wissen zu vertiefen. Berufspolitisch interessiert die Frage nach dem Strukturwandel in der augenheilkundlichen Versorgung – eine Diskussion mit geladenen Gästen soll die unterschiedlichen Aspekte des Themas beleuchten. Zu den Programmschwerpunkten gehören unter anderem kontroverse Diskussionen fachlicher Fragestellungen; eine besondere Aufmerksamkeit gilt der verbesserten Diagnostik bei feuchter Makuladegeneration und vorgestellt werden auch die neuesten Premiumlinsen.

Neue optische Kontrastmittel in der Augen-Mikrochirurgie

Wissenschaftler der Universtät München haben neue Farbstoffe als optische Kontrastmittel entwickelt, die im Unterschied zu früheren Farbstoffen keine ungünstigen Wirkungen am Auge mehr zeigen sollen, teilte die Universität München mit. Bereits früher habe es Versuche in dieser Richtung gegeben, die aber bisher wenig erfolgreich gewesen seien, berichtet Professor Heinz Langhals vom Department Chemie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, der gemeinsam mit Professor Anselm Kampik und Professor Christos Haritoglou von der Augenklinik des Klinikums der Universität München die neuen optischen Kontrastmittel entwickelte.

AMD-Netz NRW e.V.: Eröffnungsveranstaltung am 7. Mai in Münster

Am 7. Mai fällt der Startschuss für das AMD-Netz NRW e.V., ein medizinisch-soziales Netzwerk für AMD-Patienten unter Federführung des Wirtschafts-Professors Heribert Meffert. Das Veranstaltungsprogramm (9.30 bis 16 Uhr) im Schloss der Universität Münster bietet prominente Redner aus Politik und Medizin. Im Zentrum des innovativen und unabhängigen Netzwerks steht der Patient. Ziel ist es, den Versorgungsprozess zu verbessern, über die AMD (altersabhängige Makuladegeneration) zu informieren und so die Lebensqualität des Patienten zu steigern.

Tübingen: Interdisziplinäre Schulsprechstunde der Augenklinik

Bis Ende 2009 gab es an der Universitäts-Augenklinik eine viel genutzte, interdisziplinäre Schulsprechstunde für sehbehinderte Kinder, die unter anderem Beratungen zu Schulfragen und Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten anbot. Die Kindersprechstunde musste eingestellt werden, da vom Land keine Mittel zur Verfügung gestellt wurden. Jetzt spenden der Rotary Club Reutlingen-Tübingen Nord und die Zeltwanger Holding GmbH Tübingen je 5.000 Euro, mit denen die Sprechstunde ab 11. Mai ihre Beratung wieder aufnehmen kann, teilte die Universität mit.