Kurznachrichten

Ludwig von Sallmann-Preis für Professor Eberhard Zrenner

Prof. Dr. med. Eberhart Zrenner, Gründungsdirektor des Forschungsinstituts für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Tübingen erhält heute im Rahmen der Tagung der „International Society for Eye Research“ in Berlin den renommierten US-amerikanischen Ludwig von Sallmann-Preis in Höhe von 35.000 Dollar. Damit wird sein Lebenswerk in der Erforschung der Ursachen und Entwicklung neuartiger Therapieverfahren für blindheitsverursachende erbliche Netzhautdegenerationen geehrt. Zrenner ist in einer langen Reihe von weltberühmten Augenforschern der erste Deutsche, der von dem zweijährlich tagenden internationalen Preisrichterkomitee den Preis zugesprochen bekommen hat, teilt die Universität Tübingen mit.

“Wir sehen uns!” – Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober

„Wir sehen uns“ heißt es vom 8. bis 15. Oktober 2012 bei der elften Woche des Sehens. Bundesweit informieren Selbsthilfegruppen, Augenärzte und -kliniken sowie internationale Hilfswerke über die Bedeutung von gutem Sehen, die Ursachen von Sehbehinderung und Blindheit sowie über die Möglichkeiten, das Augenlicht zu erhalten. Die Fernsehjournalistin Gundula Gause ist, wie bereits in den Vorjahren, Schirmherrin der Initiative. Darauf macht der Berufsverband der Augenärzte (BVA) im Vorfeld aufmerksam.

Update erbliche Netzhauterkrankungen: Licht am Ende des Tunnels

Eine entscheidende Hürde in Diagnostik und Therapie erblicher Netzhauterkrankungen haben Wissenschaftler in den letzten Jahren genommen – sie haben den Sprung vom Labor in die Klinik geschafft. Eine Vielzahl verschiedener Therapiekonzepte wird bereits in klinischen Studien an Patienten erprobt oder steht kurz davor. Von einem „Durchbruch“ sprechen Experten auf dem 17. Weltkongress der Selbsthilfeorganisation Retina International auch angesichts der neuen Möglichkeiten der Genanalyse, welche die Diagnostik dieser Erkrankungen einerseits erleichtert, die Genetiker, Augenärzte und Patienten aber auch vor neue Herausforderungen stellt.

Sehbehinderung und Erblindung: Prävalenz leicht rückläufig

Eine neue Studie belegt, dass die Häufigkeit von Erblindung und Sehbehinderung in Deutschland leicht gesunken ist. Obwohl aufgrund der demografischen Entwicklung eher steigende Zahlen zu erwarten wären, haben eine bessere Versorgung und neue Therapien diese Entwicklung offenkundig verhindert, heißt es seitens einer Arbeitsgruppe um Prof. Frank G. Holz von der Universitäts-Augenklinik Bonn. „Es gibt Licht am Horizont“, sagt auch Christina Fasser aus Zürich, Präsidentin von Retina International, einem Zusammenschluss von 33 nationalen Selbsthilfeorganisationen im Vorfeld des 17. Retina International World Congress am 14. und 15. Juli 2012 in Hamburg.

Neuer Vertrag zur augenärztlichen Vorsorgeuntersuchung bei Kleinkindern

Techniker Krankenkasse (TK) und Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) haben erstmalig mit Wirkung zum 1. Juli 2012 einen Vertrag über eine augenärztliche Vorsorgeuntersuchung bei Kleinkindern vereinbart. Teilnahmeberechtigt sind alle zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassenen Augenärzte aus dem Bereich Westfalen-Lippe – eine gesonderte Teilnahmeerklärung ist nicht erforderlich, teilen TK und KVWL mit.

Wegen Resistenzen: Bindehautentzündung zunächst ohne Antibiotika behandeln

Bakterien, die eine Bindehautentzündung auslösen, reagieren zunehmend unempfindlich auf Antibiotika. Zu diesem Ergebnis kommt eine Publikation in den Klinischen Monatsblättern für Augenheilkunde (Thieme, Stuttgart 2012). „Diese Entwicklung ist alarmierend“, erklärt Professor Dr. med. Christian Ohrloff, Pressesprecher der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Die DOG rät Ärzten daher zur Zurückhaltung bei der Verordnung von Antibiotika. In vielen Fällen helfen auch Augenreinigungen und Tränenersatzflüssigkeit. Ist die Gabe von antibiotischen Augentropfen unumgänglich, sollten sich Betroffene auf bestimmte Wirkstoffe beschränken, so die Experten.

„Tag des Sonnenschutzes“ – Warum die Augen UV-Schutz brauchen

Ganz gleich, ob man den Sommer am Meer oder in den Bergen genießt: Eine Sonnenbrille, die die Augen zuverlässig vor UV-Strahlung schützt, gehört mit ins Gepäck. Dr. med. Georg Eckert vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands erläutert zum heutigen Tag des Sonnenschutzes am 21. Juni, was eine gute Sonnenbrille ausmacht. Denn: Zu viel Sonnenlicht kann die Hornhaut und auch die Netzhaut schädigen.

Neue Studie belegt: Sturzgefahr durch schlechtes Sehen im Alter

Eine glatte Stufe, ein loser Teppich, ein herumliegendes Kabel und schon passiert´s: Ältere Menschen stolpern leicht und stürzen schnell. Rund fünf Millionen Stürze zählt die Statistik jedes Jahr allein unter deutschen Senioren. Je älter der Patient, desto größer das Sturzrisiko. „Schlechtes Sehen gehört dabei mit zu den häufigsten Sturzursachen“, sagt Augenarzt und Kongresspräsident Dr. Armin Scharrer (Fürth) auf dem 25. Internationalen Kongress der Deutschen Augenchirurgen (DOC 2012), der vom 14. bis 16. Juni in Nürnberg stattfand. „Bei Menschen, die schlecht sehen, ist das Sturzrisiko fast doppelt so hoch. Doch leider wird dieses Risiko immer noch viel zu wenig beachtet.“

Augenklinik Tübingen: Sprechstunde für erbliche Netzhautdegenerationen ausgezeichnet

Prof. Dr. Eberhard Zrenner und Dr. Antje Bernd, beide Universitätsklinikum Tübingen, sind Preisträger des ACHSE – Central Versorgungspreises für chronische seltene Erkrankungen 2012. Ihr Projekt, die Sprechstunde für erbliche Netzhautdegeneration an der Tübinger Universitäts-Augenklinik gilt als bundesweit größte Sprechstunde für diese seltenen Erkrankungen und bietet seit 1989 eine patientenfreundliche und interdisziplinäre ambulante Versorgung der Betroffenen. Mit ihrem Konzept haben sie die Versorgung von Menschen mit erblichen Netzhautdegenerationen erheblich verbessert, wie es in der Begründung der Auszeichnung heißt.

Europäischer Sehforschungspreis 2012 für Prof. Frank Schaeffel

Der Europäische Sehforschungspreis 2012 für besonders herausragende Beiträge im Bereich der Sehforschung, der in diesem Jahr zum sechsten Mal vergeben wird, geht an Prof. Dr. rer. nat. Frank Schaeffel. Der renommierte Sehforschungspreis wird am 11. Oktober 2012 im Rahmen der EVER-Konferenz in Nizza überreicht werden. Schaeffel ist stellvertretender Leiter des Forschungsinstituts für Augenheilkunde der Eberhard Karls Universität Tübingen sowie Leiter der am Forschungsinstitut für Augenheilkunde ansässigen Sektion für Neurobiologie des Auges und erhält den Europäischen Sehforschungspreis für langjährige herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Kurzsichtigkeitsforschung, teilt das Universitätsklinikum Tübingen mit.