Europäischer Sehforschungspreis 2012 für Prof. Frank Schaeffel

Der Europäische Sehforschungspreis 2012 für besonders herausragende Beiträge im Bereich der Sehforschung, der in diesem Jahr zum sechsten Mal vergeben wird, geht an Prof. Dr. rer. nat. Frank Schaeffel. Der renommierte Sehforschungspreis wird am 11. Oktober 2012 im Rahmen der EVER-Konferenz in Nizza überreicht werden. Schaeffel ist stellvertretender Leiter des Forschungsinstituts für Augenheilkunde der Eberhard Karls Universität Tübingen sowie Leiter der am Forschungsinstitut für Augenheilkunde ansässigen Sektion für Neurobiologie des Auges und erhält den Europäischen Sehforschungspreis für langjährige herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Kurzsichtigkeitsforschung.

Nur wenige Forscher hätten auf diesem Gebiet in den vergangenen 25 Jahren einen vergleichbaren Beitrag geleistet, begründet das European Vision Institute EVI (EEIG) die Auszeichnung. Unter anderem habe Schaeffels 1988 erschienene Veröffentlichung „Accommodation, refractive error and eye growth in chickens“, die im Bereich der Kurzsichtigkeitsforschung zu den am häufigsten zitierten Arbeiten zähle, einen Paradigmenwechsel im Verständnis der Regulation des Augenlängenwachstums hervorgerufen. In dieser Veröffentlichung habe der Wissenschaftler gezeigt, dass Defokussierung des Bildes auf der Netzhaut den natürlichen Reiz für die Feinsteuerung des Augenlängenwachstums darstellt und dass somit die exakte Abstimmung der Augenlänge an die Lage seiner Brennebene (Emmetropisierung) ein aktiver regelkreisgesteuerter Prozess ist.

Mit dieser Entdeckung Schaeffels sei eine neue Forschungsrichtung eröffnet worden, die zu einem Boom in der Kurzsichtigkeitsforschung geführt habe. So hätten sich bisher bereits eine Anzahl von Hinweisen ergeben, wie man der Kurzsichtigkeitsentwicklung entgegenwirken könne. Wie das European Vision Institute ausführt, umfassen die experimentellen Zugänge Schaffels ein breites Spektrum, das von Untersuchungen zur Optik des Auges über die Aufklärung von biochemischen Regulationskaskaden und der Aktivität der beteiligten Gene, bis zur Entwicklung von neuen Instrumenten zur Ermittlung der Refraktion und Akkommodation reiche. Beispielsweise habe Schaeffel ein Gerät zur schnellen, automatischen Ermittlung der Fehlsichtigkeit bei Kindern aus einem Meter Entfernung entwickelt, den inzwischen weltweit verbreiteten PowerRefractor, und habe Pionierarbeit zur Vermessung von Augen verschiedener Tiermodelle der Kurzsichtigkeit geleistet.

Quelle:
European Vision Institute EVI (EEIG) und Universitätsklinikum Tübingen

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