Kurznachrichten

Neue Forschungsprojekte zu kortikalen Sehprothesen

Neurowissenschaftler und Elektrotechniker der Universität Bremen starten jetzt mit Mitteln aus der Exzellenzinitiative und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zwei Projekte, die Blinden helfen sollen, visuelle Eindrücke zu bekommen. Die Forschungsansätze „I-See – das künstliche Auge“ und „InAuKa“ untersuchen, wie elektrische Signale direkt ins Gehirn eingespeist und dort verarbeitet werden. Um eines Tages eine Sehprothese zu entwickeln, müssen das Gehirn und dessen Informationsverarbeitung besser verstanden werden. Neue Technologien für medizinische Anwendungen lassen sich nur auf Basis von in Tierversuchen gewonnenen Erkenntnissen entwickeln. „Im Rahmen der Projekte beginnen wir jetzt, an konkreten Systemen für Patienten zu arbeiten – auch wenn das beim künstlichen Auge sicher noch mindestens zehn Jahre dauern wird“, sagt Professor Andreas Kreiter, Wissenschaftler am Zentrum für Kognitionswissenschaften (ZKW) der Universität Bremen zur zeitlichen Perspektive der Forschungsarbeiten. Insgesamt stehen für die beiden interdisziplinären Vorhaben 1,3 Millionen Euro zur Verfügung.

Eva Luise Köhler Forschungspreis für Seltene Erkrankungen ausgeschrieben

Die Eva Luise und Horst Köhler Stiftung für Menschen mit Seltenen Erkrankungen vergibt 2014 in enger Kooperation mit der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE e.V.) zum siebten Mal einen Preis für ein Forschungsprojekt, das sich dem Thema Seltenen Erkrankungen widmet. Der mit 50.000 Euro dotierte Forschungspreis ist nach der Schirmherrin der ACHSE, Eva Luise Köhler, benannt. Bewerbungsschluss für den Forschungspreis ist der 6. Oktober 2013. Die feierliche Vergabe an den oder die Preisträger erfolgt voraussichtlich am 28. Februar 2014 in Berlin.
Interessierte Wissenschaftler erhalten detaillierte Informationen zur Bewerbung und die Bewerbungsunterlagen unter http://www.achse-online.de.

Mangelnde KL-Hygiene kann Infektionen verursachen

Weltweit tragen rund 140 Millionen Menschen Kontaktlinsen. Etwa drei Viertel der Kontaktlinsenträger vernachlässigen Hygiene und Pflege ihrer Sehhilfen. Die Folge können Infekte im Auge sein, etwa eine Bindehaut- oder eine mehr oder weniger schwere Hornhautentzündung. Mit dem passenden Pflegemittel und einfach zu handhabender Hygiene lässt sich dieses Risiko minimieren. Besonders wichtig sei die Desinfektion der Kontaktlinsen, betonen Experten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). In keinem Fall sollten Kontaktlinsenträger die Linsen mit Leitungswasser reinigen.

AOK Niedersachsen und KVN: Vertrag über Amblyopiescreening

Die AOK Niedersachsen hat mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) einen Vertrag über die Durchführung einer augenärztlichen Früherkennungsuntersuchung bei Kleinkindern (Amblyopiescreening) abgeschlossen. Ziel des Vertrages ist die frühzeitige Entdeckung von Sehschwächen. “Eine erfolgreiche Behandlung kann dadurch zeitnah eingeleitet werden, wodurch die Sehfähigkeit der Kleinkinder verbessert wird. Wir freuen uns über das Engagement der AOK Niedersachsen”, sagte Mark Barjenbruch, Vorstandsvorsitzender der KVN in Hannover. Die Verhandlungen wurden vom Berufsverband der Augenärzte – Landesverband Niedersachsen initiiert und geführt.

Bonn: Emmy Noether-Programm-Förderung für Dr. Wolf Harmening

Dr. Wolf Harmening hat sich erfolgreich um eine Förderung im Rahmen des Emmy Noether-Programms der DFG mit dem Projekt „Neue adaptive Optiken für die ophthalmologische Bildgebung und Funktionsprüfung:  Untersuchung visueller Funktion und Dysfunktion auf Einzelzellebene“ beworben. Dr. Harmening war zuvor für zwei Jahre – ebenfalls mit DFG-Förderung – als Postdoc Fellow an der University of California, Berkeley, USA, in der Arbeitsgruppe von Prof. Austin Roorda tätig. Er hat sowohl Biologie als auch Elektrotechnik studiert und sich mit summa cum laude promoviert.

BDOC-Vorstand im Amt bestätigt

Für die Wahlperiode Juni 2013 bis 2017 gab es auf der BDOC-Mitgliederversammlung ein eindeutiges Votum für den neuen Vorstand
Die Mitgliederversammlung des Bundesverbands Deutscher OphthalmoChirurgen e.V. (BDOC) hat im Rahmen der DOC am 14. Juni den bisherigen Vorstand für weitere 4 Jahre im Amt bestätigt und als weiteres Vorstandsmitglied Herrn Dr. Josef Wolff aus Heppenheim gewählt.

Therapiestudie: Antikörper soll Sehnerv bei MS regenerieren oder schützen

Eine Entzündung des Sehnervs – Optikusneuritis – tritt in vielen Fällen als erstes Symptom einer Multiplen Sklerose (MS) auf. Bisher ist die mit der Entzündung einhergehende Zerstörung von Sehnervenfasern ebenso wenig behandelbar wie MS selbst. Zwar lässt sich bei Multipler Sklerose der Fortgang verzögern. Doch ganz gestoppt oder geheilt werden kann sie bisher nicht. Eine neue Option stellt der Einsatz spezieller Antikörper dar. Forscher sehen darin die Perspektive, dass sich der Sehnerv nach einer entzündlichen Schädigung regeneriert. Für eine frühe klinische Studie werden nun weltweit 90 Patienten gesucht, die ein halbes Jahr intensiv betreut und mit dem neuen Medikament behandelt werden. Für diese Studie ausgewählt wurde das von Prof. Tjalf Ziemssen geleitete Multiple-Sklerose-Zentrum der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden.

– Bundesweite Aktion für besseres Sehen in Alterseinrichtungen startet

Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) und der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) gehen davon aus, dass viele Bewohner von Alterseinrichtungen mehr unter ihren Seheinschränkungen leiden, als nötig wäre. Dabei geht es nicht nur um die Augen, denn altersbedingte Sehprobleme haben unterschiedlichste Folgen – vom erhöhten Sturzrisiko bis zu psychischen Problemen. Die beiden Verbände starten deshalb zum Sehbehindertentag am 6. Juni 2013 eine Qualitätsoffensive für besseres Sehen in Alterseinrichtungen. daruf macht der DBSV aufmerksam.

Jeder Dritte mit Diabetes hat Netzhautschäden

Jedes Jahr erblinden 2.000 Menschen in Folge eines Diabetes. Auch sie müssen mehrmals täglich ihren Blutzucker messen und Insulin spritzen. Jedoch stehen so gut wie keine barrierefreien Insulin-Pens, -Pumpen und Blutzuckermessgeräte zur Verfügung, die mit akustischen Signalen arbeiten. Darauf machen diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und die Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) aufmerksam und fordern, dass Medizingerätehersteller alle technischen Hilfsmittel für Diabetiker mit einem Akustikmodus ausstatten. Wie sehbehinderte Menschen mit Diabetes richtig umgehen, ist Thema im Experten-Chat von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe am 6. Juni 2013 anlässlich des Sehbehindertentages.