Kurznachrichten

Freiburg: DFG-Förderung für interdisziplinäres Projekt zur Glaukom-OP

Die Erfolgsraten von Glaukomoperationen soll ein gemeinsames Forschungsprojekt der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg und des Instituts für Mikrosystemtechnik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (IMTEK) verbessern. Um störende Vernarbungen zu verhindern, experimentieren die Wissenschaftler um Priv.-Doz. Dr. Jens Jordan, Schwerpunktleiter Glaukom in der Klinik für Augenheilkunde, und Prof. Dr. Jürgen Rühe, Professor für Chemie und Physik von Grenzflächen am IMTEK, mit Hydrogelen, die die Anlagerung von wuchernden Bindegewebszellen nach Trabekulektomie an der Operationswunde verhindern sollen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt das Projekt mit 590.000 Euro.

ASiS-Aktion „Gutes Sehen in Schule und Schulsport“

Kinder, die eine Sehhilfe benötigen, müssen beim Schulsport eine schulsporttaugliche Brille oder Kontaktlinsen verwenden, es sei denn, ein Augenarzt entbindet sie ausdrücklich davon. Das fordert der Expertenkreis „Sehen im Sport“ der Arbeitsgemeinschaft Sicherheit im Sport (ASiS). Die Experten plädieren für eine bundesweit einheitliche Richtlinie und Vorgaben, an denen sich die Hersteller von Kinderbrillen orientieren sollen. Für den Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) stellt Dr. Dieter Schnell, Mitglied des Expertenkreises, klar: „Gutes Sehen ist wesentlich für die sichere, erfolgreiche und freudvolle Teilnahme am Sportunterricht.“ Dr. Thomas Katlun, ebenfalls in der Arbeitsgruppe tätig, ergänzt: „Sportarten mit hohem Augenverletzungsrisiko erfordern über die Korrektur hinaus einen Augenschutz.“

Schlaganfall: Neue Therapie verbessert das räumliche Sehen

Psychologen der Universität des Saarlandes haben eine neuartige Therapie für Menschen entwickelt, die beispielsweise in Folge eines Schlaganfalls Probleme mit dem räumlichen Sehen haben. Betroffene können dabei ihre Umwelt bereits nach kurzer Zeit oft nur noch verschwommen oder mit Doppelbildern wahrnehmen. Eine effiziente Behandlungsform fehlte bislang. In zwei aktuellen Studien haben die Saarbrücker Forscher um Anna Katharina Schaadt und Professor Georg Kerkhoff nun gezeigt, dass ihr Ansatz langfristig erfolgreich ist und Patienten damit ihr Sehvermögen deutlich verbessern können.

LIONS Hornhautbank Baden-Württemberg: bundesweit erstes Spenderegister für Augenhornhäute

Das erste Spenderegister für Augenhornhäute wird im Rahmen der Feier zum zehnjährigen Bestehen der LIONS Hornhautbank Baden-Württemberg am Universitätsklinikum Freiburg eingeweiht:

Samstag, dem 7. Dezember 2013, um 9 Uhr im Kollegiengebäude I, Platz der Universität 3, Freiburg

Die Einladung und das Programm zum Hornhauttag am 7. Dezember anlässlich des zehnjährigen Bestehen der Lions Hornhautbank Baden-Württemberg sind abrufbar auf der Internetseite der Universitäts-Augenklinik Freiburg: http://www.uniklinik-freiburg.de/augenklinik/live/veranst.html

Retina-Langzeitkulturen als Tierersatzversuch

Über 250.000 Tiere werden jedes Jahr weltweit für die Forschung in der Augenheilkunde benötigt. Mit der Weiterentwicklung einer neuen Ersatzmethode wollen Dr. Kai Januschowski und Dr. Sven Schnichels aus der Arbeitsgruppe um Prof. Martin Spitzer an der Tübinger Universitäts-Augenklinik diese Zahl drastisch reduzieren. Dazu wollen sie ex-vivo Langzeitretinakulturen am Rindermodell und am Schweinemodell anlegen. „Tierersatzversuche sind im Sinne des Tierschutzes generell sehr wichtig, aber für uns als Ophthalmologen besonders interessant, weil es häufig wichtig ist, das Auge gesondert zu betrachten“ erklärt Prof. Spitzer, Leiter der Forschungsgruppe an der Tübinger Augenklinik. „Wir glauben, dass ein Tierersatzversuch bei gewissen ophthalmologischen Fragestellungen sogar wissenschaftlich bessere und genauere Antworten hervorbringen kann als ein herkömmlicher Tierversuch“ fügt Dr. Januschowski an. Das Bundesinstitut für Risikobewertung fördert das Projekt mit 145.000 Euro.

Computermodell simuliert „optogenetisches Sehen“

Die Optogenetik gilt seit einigen Jahren als vielversprechender Therapieansatz bei fortschreitender Erblindung, wie sie beispielsweise durch eine Degeneration der Netzhaut ausgelöst wird. Um diesen Therapieansatz weiterentwickeln zu können, haben Marion Mutter und Dr. Thomas Münch vom Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) und vom Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience (BCCN) an der Universität Tübingen nun ein Computermodell entwickelt, mit dem sich das „optogenetische Sehen“ simulieren lässt. Die Studie wurde aktuell im Fachmagazin PLOS ONE veröffentlicht.

Zehn Jahre Hornhautbank Baden-Württemberg

Das zehnjährige Bestehen der Lions Hornhautbank Baden-Württemberg feiert die Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg mit einer Fachtagung. Die Fachvorträge widmen sich den Themenfeldern Trockenes Auge und Augenoberfläche, Infektionen und Hornhautdystrophien.Der “Freiburger Hornhauttag” findet am Samstag, den 7. Dezember, von 9 bis 15 Uhr im Kollegiengebäude I, Platz der Universität 3, Freiburg, statt. In der Lions Hornhautbank Baden-Württemberg werden seit 2003 Spender-Hornhäute qualitätsgesichert entnommen, begutachtet und konserviert. Pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum erhielt die Hornhautbank nach Mitteilung der Universität zwei wichtige Genehmigungen für ihr weiteres Wirken: Das Regierungspräsidium Baden-Württemberg genehmigte die Gewinnung und Herstellung von Hornhauttransplantaten nach § 20b und 20c des Arzneimittelgesetzes.

EFAB-Studie zu volkswirtschaftlichen Kosten von Blindheit

Das European Forum Against Blindness (EFAB) stellte kürzlich die Ergebnisse einer neuen gesundheitsökonomischen Studie vor. Analysiert wurden die wirtschaftlichen Auswirkungen von Blindheit und der vier häufigsten Augenerkrankungen auf das deutsche Gesundheitssystem und die Volkswirtschaft. Die Studie, durchgeführt von der unabhängigen gesundheitsökonomischen Unternehmensgruppe Deloitte Access Economics, zeigt: Die volkswirtschaftlichen Kosten für Blindheit betragen in Deutschland jährlich über 2,5 Milliarden Euro. Etwa 44% dieser Kosten fallen für die informelle tägliche Pflege der blinden Menschen durch pflegende Angehörige an.

Auszeichnung für Tübinger Nachwuchswissenschaftlerin

Für wissenschaftliche Untersuchungen an menschlicher Netzhaut ist die Nachwuchswissenschaftlerin Katja Reinhard, Werner-Reichardt-Centrum für integrative Neurowissenschaften (CIN) der Universität Tübingen, mit dem „Lush Prize 2013“ ausgezeichnet worden. Das internationale Unternehmen fördert damit in verschiedenen Kategorien wissenschaftliche Untersuchungen mit alternativen Methoden zu Tierversuchen, zum Beispiel in Zellkulturen oder an menschlichem Gewebe. Die Doktorandin Reinhard wurde in der Kategorie „Junge Forscher“ im rahmen einer feierlichen Veranstaltung in London ausgezeichnet, teilt die Universität Tübingen mit. Das Preisgeld von 12.500 Pfund werde sie für die Verbesserung und Weiterentwicklung ihrer Studie verwenden, heißt es weiter.