Kurznachrichten

BVA kritisiert Einsatz von Prismenbrillen

Mit dem Begriff der so genannten Winkelfehlsichtigkeit gehe “ein Phantom um in Kindergärten und Schulen”, kritisiert der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA). Nach Ansicht des BVA wird der Begriff von einigen Optikern und Ergotherapeuten eingesetzt, um Sehprobleme von Kindern zu beschreiben und sie dann mit Prismenbrillen zu versorgen. Dies sei aus medizinischer Sicht nicht nur unsinnig, sondern mitunter sogar schädlich, erläutert Priv.-Doz. Dr. Dietlind Friedrich, Leiterin des Ressorts Strabologie/Neuroophthalmologie im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA).

Erstmals positiver Therapieeffekt bei fortgeschrittener trockener AMD

Die so genannte geographische Atrophie als fortgeschrittenes Stadium der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) ist eine häufige Ursache für schweren Sehverlust im Alter. Bislang gab es noch keine wirksame Therapie. Prof. Frank Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn, stellte im Rahmen des EURETINA-Kongresses in Hamburg die Ergebnisse der Phase-II-Studie mit dem Antifaktor D-Präparat Lampalizumab vor, mit dem erstmals das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt werden konnte. Bei der monatlichen intravitrealen Injektion von Lampalizumab wurde ein Effekt bereits nach 6 Monaten gefunden, der über den Studienzeitraum von 18 Monaten anhielt.

Studie zur Verbesserung der visuellen Verarbeitung im Gehirn

Neurowissenschaftler Suresh Krishna aus der Abteilung Kognitive Neurowissenschaften des Deutschen Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen hat in Zusammenarbeit mit Annegret Falkner und Michael Goldberg von der Columbia University, New York nachgewiesen, in welchem Maße einzelne Neurone in einer wichtigen Hirnregion des Rhesusaffen weniger variabel reagieren, wenn sie wichtige visuelle Informationen verarbeiten, während die Tiere Augenbewegungen ausführen. Diese Rauschreduktion kann die Wahrnehmungsstärke von beobachteten oder wichtigen Aspekten unserer visuellen Umwelt verbessern und fällt noch stärker aus, je motivierter die Tiere sind, die Aufgabe auszuführen, beschreibt der Bericht der DPZ die gemeinschaftliche Studie.

DFG fördert drei Forschungsprojekte an der Freiburger Klinik für Augenheilkunde

Gleich drei Wissenschaftler der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg haben unlängst Zusagen für Projektfördermittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhalten. „Wir sind sehr stolz, in unserer kleinen Klinik gleich drei Forschungsprojekte mit solch prominenter Förderung durchführen zu können“, so Prof. Dr. Thomas Reinhard, Ärztlicher Direktor der Klinik für Augenheilkunde.

Sicca-Förderpreis 2014 ausgeschrieben

Der Sicca-Förderpreis 2014 des Ressorts Trockenes Auge und Oberflächenerkrankungen im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) für herausragende Forschungsarbeiten zum Trockenen Auge ist ausgeschrieben. Abgabefrist für die Vortragstitel ist der 15. Dezember, das Forschungsprojekt muss eingereicht werden bis 21. Februar. Verliehen wird der Sicca-Förderpreis 2014 auf dem Jahrekongress der DOG in Leipzig.

Katarakt: Aktivierungsmechanismus eines Schutzproteins entschlüsselt

Die Brechkraft der menschlichen Augenlinse beruht auf einer dicht gepackten Eiweißmischung. Schutzproteine sorgen dafür, dass diese Eiweiße, die nur ein einziges Mal angelegt werden, ein Leben lang nicht verklumpen. Versagt der Schutzmechanismus, trübt sich die Linse – der Patient bekommt Katarakt. Nun konnten Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) entschlüsseln, wie eines der Schutzproteine aktiviert wird und so die Grundlage zur Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten legen.

Studie: Antikörper sollen Sehnerv bei MS schützen und regenerieren

Eine Entzündung des Sehnervs kann das erste Symptom einer Multiplen Sklerose sein. Innerhalb einer internationalen Therapiestudie prüfen Wissenschaftler der Universitäts-Augenklinik Tübingen mit speziellen Antikörpern, ob bereits geschädigte Sehnerven regeneriert oder vor weiterer Entzündungen geschützt werden können. Die Neuroophthalmologische Ambulanz am Universitätsklinikum Tübingen unter der Leitung von Prof. Helmut Wilhelm zählt zu den wenigen Spezialzentren ihrer Art in Europa und wurde wegen ihrer großen Expertise bei den Erkrankungen der Sehbahn als einziges Augenzentrum für diese Patientenstudie ausgewählt.

15. Oktober – Tag des weißen Stockes

Zum „Tag des weißen Stockes“ der Vereinten Nationen am 15. Oktober veröffentlichen die drei größten deutschen Selbsthilfeorganisationen blinder und sehbehinderter Menschen Tipps für betroffene Arbeitnehmer. Seit 44 Jahren findet jährlich am 15. Oktober der „Internationale Tag des weißen Stockes“ der Vereinten Nationen statt, an dem blinde Menschen auf ihre Möglichkeiten und Probleme in der Gesellschaft aufmerksam machen. Seit dem Jahr 2002 ist der 15. Oktober in Deutschland zugleich der Abschlusstag der Woche des Sehens

Medikamentöse Diabetes-Therapie verhindert nur bedingt diabetische Retinopathie

Schädigungen der Netzhaut durch Diabetes lassen sich trotz adäquater Therapie nur teilweise verbessern. Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München haben herausgefunden, dass eine medikamentöse Diabetes-Behandlung nur etwa die Hälfte der veränderten Netzhaut-Proteine positiv beeinflusst. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift ‚Diabetologia‘ publiziert.

DOG 2013: Augenärzte spenden fast 10.000 Euro zugunsten der Stiftung Auge

Die von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) 2008 gegründete Stiftung Auge hatte zum diesjährigen Jahreskongress vom 19. bis 22. September 2013 in Berlin erstmals einen Fotowettbewerb unter dem Motto „Sehen im Fokus“ ausgeschrieben. Im Rahmen des DOG-Kongresses wurden die besten zehn Bilder zugunsten der Stiftung Auge ausgestellt und versteigert. Wie in den vergangenen Jahren auch fanden zwei weitere Benefizaktionen statt: der „Eye Run“ – ein Fünf-Kilometer-Lauf – und „DOG in Concert“ – ein Benefizkonzert. Insgesamt kamen fast 10 000 Euro an Spenden zugunsten der Stiftung Auge zusammen. Den Erlös setzt die Stiftung dafür ein, die Prävention und Therapie von Augenerkrankungen zu verbessern, um so Erblindungen zu vermeiden.