Kurznachrichten

Neuer Vertrag zum Amblyopiescreening in Westfalen-Lippe

Die DAK-Gesundheit und die Kassenärztlichen VereinigungWestfalen-Lippe (KVWL) haben mit Wirkung zum 1. Januar2014 einen Vertrag über eine augenärztliche Vorsorgeuntersuchung bei Kleinkindern vereinbart. Die Vorsorgeuntersuchung umfasst dabei u.a. eine ausführliche Anamnese, eine Sehschärfenmessung sowie eine Refraktionsbestimmung. Darüber hinaus erhalten die versicherten Kinder innerhalb von sieben Werktagen einen Untersuchungstermin.

Forschungsförderung für innovatives Projekt zur AMD-Früherkennung

In dem neuen Verbundprojekt „Innovative Imaging & Intervention in early AMD (I-cube)“ werden Verfahren erforscht und entwickelt, die es ermöglichen sollen, Veränderungen an der Netzhaut frühzeitig zu detektieren und mit neuen Therapieoptionen bereits im Frühstadium zu behandeln, bevor es zu einem Visusverlust kommt. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 3,95 Millionen Euro gefördert.

Von der Form zur Funktion: Die Sehgrube im Visier

Gestochen scharf sieht der Mensch nur mit einer Stelle der Netzhaut: der Fovea centralis, auch Sehgrube genannt. Doch warum das so ist, darüber konnten Wissenschaftler bislang nur Vermutungen anstellen. Forscher der Universität Leipzig und des Universitätsklinikums Leipzig haben nun ein neuartiges mathematisches Modell entwickelt, das die Grundlage zu einem tiefergehenden Verständnis der Struktur und Funktionsweise der Sehgrube legt. Vorgestellt wurde das Modell in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Experimental Eye Research“.
Bisherige mathematische Modelle gehen von der vereinfachten Annahme eines gleichmäßig-symmetrischen Aufbaus der Sehgrube aus. Das neue Leipziger Modell berücksichtigt eine anatomische Besonderheit: Weil zwischen Sehgrube und Sehnerv die Fasern der Nervenzellen zusammenlaufen, ist die Nervenfaserschicht auf der zur Nase gewandten Seite der Sehgrube dicker als im übrigen Bereich. Diese asymmetrische Struktur lässt sich nun erstmals mit nur vier charakteristischen und einfach zu ermittelnden Parametern abbilden. „Rechnen wir diese Daten hoch, können wir die gesamte Oberfläche der Sehgrube in einem sehr präzisen 3D-Modell realisieren“, erläutert Projektleiter Patrick Scheibe. „Das ermöglicht uns, die Sehgrube als Linse nachzubauen und experimentell auf ihre Funktionsweise hin zu untersuchen.“ So lässt sich künftig prüfen, ob einfallendes Licht durch die Grubenform der Sehgrube einen Lupeneffekt erzeugt, der besonders scharfe Bilder hervorbringt. Oder ob die Grubenform – wie bislang vermutet – wirklich nur dazu dient, dass kein störendes Gewebe den Weg des Lichts zu den empfindlichen Photorezeptoren behindert.

Schlaganfall: Visuelle Stimulation zur Wiederherstellung der Sehfunktion

Wissenschaftler wissen, dass Patienten mit Beeinträchtigungen ihres Sehvermögens durch Glaukom, Schädigung des Sehnervs oder durch einen Schlaganfall mit Hilfe einer visuellen Restitutionstherapie (Vision Restoration Therapy, VRT) visuelle Funktionen teilweise wiedererlangen, teilt die Universitätsklinikum Magdeburg mit. Jedoch sei bisher nicht bekannt, welche Faktoren den Grad der visuellen Erholung bestimmen.

Im interdisziplinären Journal „Restorative Neurology and Neuroscience“ wurden aktuell Ergebnisse veröffentlicht, dass die Wiederherstellung der visuellen Funktionen vor allem von der Aktivität der nach Schädigung verbliebenen Bereiche mit Restsehfähigkeit abhängen. Dabei hätten sowohl die lokale neuronale Aktivität als auch die Aktivität in der unmittelbaren Umgebung Einfluss auf die Wiederherstellung visueller „Hot Spots“, so der Bericht der Universität. Somit könne gezeigt werden, dass die Wiederherstellung der visuellen Funktionen durch teilweise überlebende Nervenzellen vermittelt wird.

Auseinzelung: Landgericht Hamburg entscheidet zugunsten Novartis

In der Auseinandersetzung zwischen dem Pharmaunternehmen Novartis und dem pharmazeutischen Hersteller Apozyt um das Auseinzeln von Lucentis in Fertigspritzen hat das Landgericht Hamburg zugunsten von Novartis entschieden und Apozyt den Umfüllprozess und Vertrieb von Fertigspritzen ohne eigene arzneimittelrechtliche Zulassung untersagt (AZ 416 HKO 78/11). Während Novartis in einer Stellungnahme die Entscheidung begrüßt, kündigt Apozyt an, in Berufung zu gehen.

Primäre Sehrinde komprimiert redundante Sinnesinformation

Zehn Millionen Bits – das ist die Information, die das Auge bei schnellen Blickbewegungen in jeder Sekunde an das Großhirn übermittelt. Wie die primäre Sehrinde, die Eingangsstation für Informationen des Sehsinns im Gehirn, diese Daten weiterverarbeitet, beschreiben Forscher der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und der Universität Osnabrück in der Fachzeitschrift „Cerebral Cortex“. Mit einem neuen optischen Verfahren wiesen sie nach, dass das Gehirn nicht immer die vollständige Bildinformation überträgt. Stattdessen bedient es sich der Unterschiede zwischen aktuellen und zuvor gesehenen Bildern.

Bonn: Implantation von RPE bei AMD

Die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Erblindungsursache. Wissenschaftler der Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn und vom Neural Stem Cell Institute in New York (USA) haben nun eine Methode entwickelt, wie sich die durch AMD zerstörten Zellen im Auge mithilfe von Stammzellen ersetzen lassen, teilt die Universität Bonn mit. Die Implantate überlebten in den Augen von Kaninchen mehrere Wochen. Für eine klinische Anwendung ist noch weitere Forschung erforderlich. Die Ergebnisse werden nun im Fachjournal „Stem Cell Reports“ vorgestellt.

VSDAR: Dr. Stefanie Schmickler übernimmt Vorsitz

Frau Dr. Stefanie Schmickler hat zu Jahresbeginn ihre Tätigkeit als Präsidentin des Verbandes der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie g.e.V. (VSDAR) aufgenommen. Die Augenärztin aus Ahaus folgt auf Professor Dr. Detlef Uthoff und übernimmt das Amt bis 2015.
Im Mittelpunkt der Bemühungen ihrer zweijährigen Amtszeit stehen sowohl die Qualitätssicherung als auch die Aufklärung im refraktiv-chirurgischen Bereich, um die bestmögliche Betreuung der Patienten zu gewährleisten. „Ich freue mich auf diese neue Aufgabe und werde die gute Arbeit meiner Vorgänger im Interesse der Patienten und unserer Mitgliedsinstitute gezielt fortführen“, so Schmickler. „Der VSDAR hat in der Vergangenheit diesbezüglich Beträchtliches geleistet. Insbesondere der von uns initiierte LASIK-TÜV liefert dem Patienten eine wichtige Orientierungshilfe bei der Wahl des geeigneten Behandlungszentrums.“

Hoher Kroatischer Orden für DOG-Ehrenmitglied

Kroatien würdigt DOG-Ehrenmitglied Dr. Rolf Grewe aus Münster für seinen langjährigen Einsatz für die universitäre Ophthalmologie und die Augenheilkunde im Lande mit dem „Order of Croatian Daystar“ in der Kategorie Wissenschaften. Zum ersten Mal wird diese bedeutende Auszeichnung einem Mediziner aus Deutschland zuteil. Der Staatspräsident der Republik Kroatien, Professor Dr. Ivo Josipović, überreichte den Orden am 6. Dezember 2013 in seinem Dienstsitz in Zagreb. Der Zeremonie wohnten Vertreter der deutschen Botschaft bei sowie die Spitze der Zagreber Universität und des Vorstands der Kroatischen Ophthalmologischen Gesellschaft.