Kurznachrichten

UKE Hamburg: Neuartige Netzhautprothese implantiert

Erstmals in Norddeutschland haben Augenärzte des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) eine neuartige Netzhautprothese implantiert, die Patienten mit einer angeborenen schweren Netzhauterkrankung funktionale Sehkraft zurückgeben kann. “Die 69-jährige Patientin leidet an Retinitis pigmentosa, einer vererbten Augenkrankheit, bei der die Photorezeptoren der Netzhaut absterben, der Sehnerv aber intakt bleibt. Die Sehkraft dieser Patientin verschlechterte sich immer stärker und führte zu völliger Blindheit”, erläutert Prof. Dr. Gisbert Richard, Direktor der UKE-Augenklinik.

Augenärzte diskutieren Nachwuchsförderung

Um die besten Köpfe für die Augenheilkunde zu gewinnen, will die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) neue Wege in der Nachwuchsförderung gehen. DOG-Präsident Professor Dr. med. Berthold Seitz plädiert für eine zeitgemäße Führungskultur, die stärker auf Partizipation, Verlässlichkeit und Familienfreundlichkeit setzt. Nachwuchsförderung wird ein Schwerpunkt auf dem 111. DOG-Kongress, der vom 19. bis 22. September 2013 unter dem Motto „Exzellent sehen – Exzellenz fördern“ in Berlin stattfindet. Eine Reihe von Veranstaltungen widmet sich dem Thema, darunter Kurse zu Management und Mitarbeiterführung sowie ein Symposium, das Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie, Klinik und Forschung auslotet.

Signalweg für GVHD nach allogener Stammzelltransplantation entdeckt

Eine Gruppe von Forschern aus Deutschland und der Schweiz konnte erstmalig im Tiermodell nachweisen, dass spezielle Rezeptoren des angeborenen Immunsystems die Entstehung und den Verlauf einer Graft-versus-host Erkrankung (GVHD) nach allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation (HSCT) beeinflussen und welche molekularen Mechanismen dabei greifen. In der Fachzeitschrift The Journal of Experimental Medicine berichten die Wissenschaftler um Priv.-Doz. Dr. Hendrik Poeck von der III. Medizinischen Klinik des Klinikums rechts der Isar der TU München sowie Professor Robert Zeiser, von der I. Medizinischen Klinik am Universitätsklinikum Freiburg und Dr. Emmanuel Contassot, Abteilung Dermatologie am Universitätsklinikum Zürich, über ihre Ergebnisse.

Geringeres Kataraktrisiko durch Statine

Eine Senkung der Blutfette mit Statinen reduziert nicht nur kardiovaskuläre Risiken, sondern auch das Risiko, eine Katarakt oder eine Demenz zu entwickeln. Das ist das Ergebnis aktueller Studien aus den USA und Taiwan, die auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Amsterdam präsentiert wurden. Eine der Arbeiten zeigt, dass die Einnahme von Statinen das Kataraktrisiko um 20 Prozent reduziert. Eine andere Untersuchung weist darauf hin, dass Statine vor Demenzerkrankungen schützen dürften – wobei höhere Dosierungen einen ausgeprägteren Effekt haben. Statine, die weltweit vielen Millionen Menschen zur Senkung der Blutfette verschrieben werden, standen in Verdacht, eine Katarakt sogar verursachen oder zumindest begünstigen zu können. Jetzt kann offenbar Entwarnung gegeben werden.

Zwei Drittel der Akanthamöben-Infektionen falsch diagnostiziert

Schätzungsweise 200 Kontaktlinsenträger erleiden in Deutschland jedes Jahr eine gefährliche Hornhautentzündung, Keratitis genannt, die durch Akanthamöben verursacht wird. Besonders gefährdet sind Kontaktlinsenträger, die ihre Sehhilfen nicht ausreichend reinigen oder dafür Leitungswasser benutzen. In zwei Drittel der Fälle verkennen Augenärzte die Ursache für die Akanthamöben-Infektion, die schwer zu diagnostizieren ist und bis zur Erblindung führen kann. Bei einer unklaren Keratitis sollten sich behandelnde Ärzte daher rechtzeitig an eine kompetente universitäre Einrichtung wenden, rät die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) im Vorfeld ihrer 111. Jahrestagung, die vom 19. bis 22. September 2013 in Berlin stattfindet.

Neuer Vertrag zur augenärztlichen Vorsorgeuntersuchung bei Kleinkindern

Die medizinische Versorgung von Kleinkindern wird mit einer augenärztlichen Untersuchung zur Früherkennung von Sehschwächen verbessert, teilen die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein und die Techniker Krankenkasse (TK) mit. Das neue Angebot umfasst unter anderem eine Sehschärfenmessung und eine Refraktionsbestimmung. Nutzen können den Augen-Check alle bei der TK versicherten Kinder vom 31. bis zum 42. Lebensmonat sowie Kinder von sechs bis zwölf Monaten, die zu einer Risikogruppe gehören, weil beispielsweise Eltern oder Geschwister schielen. Da es einen vergleichbaren Vertrag in Westfalen-Lippe bereits seit vergangenem Jahr gibt, profitieren jetzt Kinder in ganz Nordrhein-Westfalen von der Früherkennung etwaiger Schäden bei der Entwicklung ihrer Sehfähigkeit, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von KV Nordrhein und TK.

DOG: Augenärzte diskutieren Nachwuchsförderung

Um die besten Köpfe für die Augenheilkunde zu gewinnen, will die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) neue Wege in der Nachwuchsförderung gehen. DOG-Präsident Professor Dr. med. Berthold Seitz plädiert für eine zeitgemäße Führungskultur, die stärker auf Partizipation, Verlässlichkeit und Familienfreundlichkeit setzt. Nachwuchsförderung wird ein Schwerpunkt auf dem 111. DOG-Kongress, der vom 19. bis 22. September 2013 unter dem Motto „Exzellent sehen – Exzellenz fördern“ in Berlin stattfindet. Eine Reihe von Veranstaltungen widmet sich dem Thema, darunter Kurse zu Management und Mitarbeiterführung sowie ein Symposium, das Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie, Klinik und Forschung auslotet.

Vollständige Rekonstruktion eines Stücks der Retina einer Maus gelungen

Wissenschaftlern der Max-Planck-Institute (MPI) für medizinische Forschung in Heidelberg und für Neurobiologie in Martinsried bei München und des Massachusetts Institute of Technology ist es nach vier Jahren Datenanalyse und mithilfe von etwa 200 Studenten gelungen, ein exaktes Diagramm zu erstellt, das alle Nervenzellen und ihre Verbindungen in einem Stück der Netzhaut einer Maus zeigt. Bereits dieser vergleichsweise kleine Einblick ins Gehirn brachte sowohl einen neuen Zelltyp ans Licht, als auch Verschaltungen, die bestimmte Reaktionen einzelner Netzhautzellen erklären könnten, berichtet das MPI.

Unbewusste Pupillenveränderungen als Kommunikationsmöglichkeit

Patienten, die anderweitig nicht in der Lage sind, Kontakt mit ihrer Umwelt aufzunehmen, können Ja-Nein-Fragen mit Hilfe einer einfachen Vorrichtung bestehend aus einem Laptop und einer Kamera beantworten, indem lediglich ihre Pupillengröße gemessen wird. Die Methode, die in der Fachzeitschrift Current Biology beschrieben wird, stützt sich auf die Veränderungen der Pupillengröße beim Menschen, die natürlicherweise durch geistige Anstrengung hervorgerufen wird. Sie erfordert keine Spezialausrüstung oder aufwendiges Training, berichtet die Philipps-Universität Marburg.

TÜV SÜD liefert Orientierungshilfe für Augenlasern

In Deutschland führen bereits ca. 300 LASIK-Anwender Augenlaser-Behandlungen durch. Auf Initiative vom gemeinnützigen Verband der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie e.V. (VSDAR) und in Zusammenarbeit mit der Kommission Refraktive Chirurgie und dem Bundesverband Deutscher Ophthalmochirurgen e.V. (BDOC) hat der TÜV SÜD einen Kriterienkatalog erstellt, auf Basis dessen sich LASIK-Kliniken überprüfen lassen können. Damit gibt das Prüfzeichen eine Orientierungshilfe, denn eine Augenlaser-OP sei vor allem Vertrauenssache. Darauf weist der TÜV Süd hin.