Kurznachrichten

EPO fürs Auge

Das Wachstumshormon Erythropoietin ist vor allem unter dem Namen EPO als Dopingmittel bekannt, welches die Bildung der roten Blutkörperchen stimuliert. Es verbessert aber auch die Überlebensfähigkeit von Nervenzellen. In einer groß angelegten Patientenstudie untersuchen Prof. Dr. Wolf Lagrèze, Universitäts-Augenklinik Freiburg, und Prof. Dr. Ricarda Diem, Abteilung Neuroonkologie des Universitätsklinikums Heidelberg, wie gut EPO das Nervengewebe des Auges bei Sehnerventzündung vor dem Absterben schützen kann.

Retina: Neue Ursachen für oxidativen Stress identifiziert

Forscher des Instituts für Anatomie der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus, TU Dresden, entdeckten weitere Ursachen für oxidativen Stress in der Netzhaut, der ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von degenerativen Erkrankungen der Netzhaut einschließlich altersbedingter Makuladegeneration (AMD) ist. Die Erkenntnisse beschreiben die Dresdner Forscher in der aktuellen Ausgabe des angesehenen Fachblatts „PLOS ONE“ vor.

Woche des Sehens: Augenklinik Bochum bietet Telefonsprechstunde an

“Einblick gewinnen!”: Unter diesem Motto steht die diesjährige Woche des Sehens, die mit einer Vielzahl von Aktionen deutschlandweit auf die Bedeutung von gutem Sehvermögen, die Ursachen vermeidbarer Erblindung sowie auf die Situation sehbehinderter und blinder Menschen aufmerksam macht. Mit einer Telefonaktion beteiligt sich daran auch die Augenklink des Universitätsklinikums Knappschaftskrankenhaus Bochum.

Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) tagt in Berlin

Vom 19. bis 22. September lädt die wissenschaftliche Gesellschaft der Augenärzte Deutschlands unter Leitung des diesjährigen Präsidenten Prof. Dr. Berthold Seitz (Homburg/Saar) zur 111. Jahrestagung nach Berlin ein. Die Kongressteilnehmer erwartet im Berliner Estrel Convention Center ein umfangreiches Programmangebot in Form von Symposien, Kursen, Diskussionsrunden, Wetlabs und zahlreichen weiteren Veranstaltungsangeboten. Die Fortbildung für Klinikärzte, niedergelassene Augenärzte, Wissenschaftler und ophthalmologischen Nachwuchs steht in diesem Jahr unter dem Motto „Exzellent sehen – Exzellenz fördern“. Zum viertägigen Kongress werden rund 4.000 Teilnehmer erwartet.

Weltweit erste Taubblinden-Demo in Berlin

Am Freitag, dem 4. Oktober 2013, werden taubblinde Menschen in Berlin gegen ihre unhaltbare Situation und für die Anerkennung ihrer Behinderung demonstrieren. Die Demonstration ist die erste ihrer Art weltweit. Sie startet um 12 Uhr am Platz der Republik (vor dem Bundestag) und führt am Bundesrat vorbei zum Potsdamer Platz. Die Demonstranten, die weder hören noch sehen können, ziehen an symbolische Eisenkugeln gekettet durch die Straßen – ein Bild dafür, dass Taubblindheit wie Isolationshaft wirkt, wenn die nötige Unterstützung fehlt. Am Potsdamer Platz geben taubblinde Menschen ab 14 Uhr Auskunft über ihre Lebenssituation und ihren Hilfebedarf. Bei dem Austausch werden sie von qualifizierten Assistenten unterstützt. Darauf macht der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) aufmerksam.

Forschung: Sichere Navigation für sehbehinderte Menschen

Das Projekt „A Mobility and Navigational Aid for Visually Impaired Persons“ am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) will sehgeschädigten Menschen durch computerunterstütztes Sehen helfen, neue Umgebungen zu erkunden. Für die Entwicklung dieses Systems erhält die Forschungsgruppe von Professor Rainer Stiefelhagen den mit 83.000 US-Dollar dotierten „Google Faculty Research Award“.

Hornhaut des Auges verrät frühzeitig Nervenschäden

Die Hornhaut des Auges gibt Auskunft über Schäden am gesamten Nervensystem. Auf Basis dieser Erkenntnis haben Augenärzte aus Rostock eine neue Untersuchungsmethode für diabetesbedingte Nervenschäden entwickelt. Das „Rostock Laser Scanning Mikroskop“ bietet damit erstmals ein schonendes Diagnoseverfahren für die diabetische Neuropathie, unter der jeder vierte Diabetiker leidet. Die neue Diagnostik könnte auch die Entwicklung eines Neuropathie-Medikaments entscheidend voranbringen, erklärten die Wissenschaftler am 12. September 2013 auf der Vorab-Pressekonferenz des 111. Kongresses der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Die Jahrestagung findet vom 19. bis 22. September 2013 in Berlin statt.

Bonn: Augennetz West bietet nun auch Hospitation in Mitgliedspraxen

Das im Dezember 2012 gegründete Augennetz West, eine Kooperationsgemeinschaft der Universitäts-Augenklinik Bonn sowie regional und überregional tätigen Augenärzten hat eine weiteres Ziel verwirklicht: Assistenzärzte der Universitäts-Augenklinik Bonn können in einer niedergelassenen Mitgliedspraxis hospitieren. Das Angebot richtet sich insbesondere an Assistenten in den letzten Weiterbildungsjahren, um ihnen Einblicke in den Praxisalltag eines niedergelassenen Augenarztes zu ermöglichen.

BVA fordert zu Früherkennungsuntersuchungen auf

Mit der Anzahl der Lebensjahre steigt auch die Häufigkeit von Augenkrankheiten, doch bei rechtzeitiger augenärztlicher Behandlung können Sehbehinderung und Blindheit immer besser bekämpft werden, betont der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) und fordert zu regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen ab einem Alter von 40 Jahren auf. Denn die erfolgreiche Behandlung von Augenkrankheiten wirke sich auch auf die allgemeine Gesundheit der Betroffenen aus: „Das Risiko von Stürzen nimmt ab und auch Depressionen treten seltener auf“, erläutert Prof. Dr. med. Bernd Bertram, der erste Vorsitzende des BVA.