Kurznachrichten

IVOM ab Oktober im EBM

Die intravitreale Medikamenteneingabe zur Behandlung von Augenerkrankungen wie unter anderem der feuchten altersbedingten Makuladegeneration wird zum 1. Oktober als neue Leistung in den EBM aufgenommen. Wie die KBV nach Einigung mit dem GKV-Spitzenverband mitteilt, wird die Leistung extrabudgetär vergütet.

Vibrationssignale als neues technologisches Hilfsmittel für Blinde

Wie kann man blinden oder sehbehinderten Menschen helfen, sich in einer unbekannten Umgebung zurechtzufinden? Dies ist eine Frage, mit der sich Forscher an der Hochschule Furtwangen (HFU) beschäftigen. In dem vom Bundministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt „Intelligente, vibrotaktil induzierte Wahrnehmung“, kurz: iView, entwickeln Forscher ein Informationssystem, das den Berührungssinn anspricht und dem Träger des Systems über Vibrationssignale Umgebungsinformationen übermittelt.

BVA warnt eindringlich vor Anwendung eines „Wundermittels“ am Auge

Ein als Im wird ein Mittel mit der Bezeichnung angepriesen. Prof. Dr. Norbert Schrage vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands warnt ausdrücklich vor der Verwendung des des Produktes „Miracle Mineral Supplement“ (MMS), das in jüngster Zeit im Internet und bei Workshops als „Wundermedizin“, unter anderem auch zur Anwendung am Auge angeboten werde. „Die verkaufte Lösung enthält 28 Prozent Natriumhypochlorit. Sie darf keinesfalls auf die Augen getropft werden. Wenn es zum Augenkontakt kommt muss das Auge sofort ausgespült werden, Es drohen sonst Verätzungen der Augen mit einem erheblichen Erblindungsrisiko.“

Aktionsbündnis „Sehen im Alter“ gegründet

Im Rahmen der Fachtagung des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) „Sehen im Alter: Neue Herausforderungen – gemeinsame Antworten“  am 27. bis 28. Juni in Bonn-Bad Godesberg haben der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) eine „Bonner Erklärung“ verabschiedet und ein Aktionsbündnis gegründet, das zum gemeinsamen Handeln aller beteiligten Fachgebiete einlädt – von der Augenoptik über Pflege, Industrie, Medizin, Selbsthilfe und Rehabilitation bis hin zu Politik und Kostenträgern. Altersbedingte Augenerkrankungen haben mit über sieben Millionen Betroffenen in Deutschland die Dimension von Volkskrankheiten erreicht, stellt die „Bonner Erklärung“ fest. „Menschen, die einen Sehverlust erleiden, verlieren den Zugang zu bis zu 80 Prozent der zuvor verfügbaren Informationen“, warnt Renate Reymann, Präsidentin des DBSV.

Univ.-Augenklinik Bonn: Zehn Jahre Patientensprechstunde der Pro Retina

Vor zehn Jahren berieten erstmalig in Deutschland Patienten mit einer Netzhauterkrankungen in einem Pilotprojekt ehrenamtlich ratsuchende Gleichbetroffene direkt in der Klinik. Die Initiatoren waren die Selbsthilfeorganisation Pro Retina Deutschland e.V. und die Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn. Mittlerweile entstanden bereits an anderen Standorten wie Tübingen, Münster und Köln weitere Sprechstunden nach diesem Vorbild.

“Sehen im Alter” – Modellprojekt präsentiert Ergebnisse der Pilotphase

Wie hoch ist der Anteil sehbehinderter und blinder Menschen in Senioreneinrichtungen? Mit dieser und weiteren Fragen startete im März 2013 das Modellprojekt „Sehen im Alter“ der Blindeninstitutsstiftung zunächst als Pilotprojekt. Nachdem in neun der kooperierenden Senioreneinrichtungen des Caritasverbandes für die Diözese Würzburg e. V. Sehschärfenbestimmungen und augenärztliche Untersuchungen durchgeführt worden sind, steht fest: rund 30 Prozent der bisher untersuchten 250 Bewohnerinnen und Bewohner sind sehbehindert oder blind.

Glaukom: Drucksensoren zur berührungslosen Selbstmessung

Weniger als einen Millimeter dick und etwa so groß wie eine Erbse ist das neuartige Implantat, von dem sich Prof. Dr. Hagen Thieme, Direktor der Augenklinik des Universitätsklinikums Magdeburg, Antworten auf grundlegende wissenschaftliche Fragen erhofft. Wie stark schwankt der Augeninnendruck von Patienten mit einem Grünen Star (Glaukom) über 24 Stunden wirklich? Unter welchen Bedingungen ist das Risiko einer Erblindung bei einem Glaukom besonders hoch? Mit welchen Medikamenten und operativen Techniken kann der Augeninnendruck am besten beeinflusst werden? Das sind nur einige von vielen Fragen, die Mediziner von sechs deutschen Universitätsaugenkliniken jetzt im Rahmen einer Anwendungsstudie mit dem neuartigen telemetrischen, intraokularen Drucksensor ARGUS der Medizintechnikfirma Implandata Ophthalmic Products beantworten wollen.

Zusammenhang zwischen beidäugigem Sehen und effizienter Textverarbeitung

Am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung wurden mit Methoden aus der Grundlagenforschung die Augenbewegungen beim Lesen am PC eingehend untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass das reibungslose Zusammenspiel der beiden Augen von zentraler Bedeutung ist, sowohl bei den elementaren Prozessen der Wahrnehmung also auch bei den darauf aufbauenden Prozessen der effizienten Textverarbeitung.

DOG warnt vor Farbratten als Virenüberträger

Halter von Farbratten laufen Gefahr, sich bei den Tieren mit dem Kuhpockenvirus anzustecken. Deutsche Kliniken berichten in jüngster Zeit wiederholt von Patienten, die nach Kontakt mit den als Haustier gehaltenen Ratten an Kuhpocken erkranken. Neben dem für Kuhpocken typischen Hautausschlag ruft der Erreger bei Menschen in seltenen Fällen schwere Entzündungen der Hornhaut des Auges hervor, die bis zur Erblindung führen kann. Die Deutsche Gesellschaft für Ophthalmologie (DOG) rät Besitzern von Farbratten deshalb zur Vorsicht.

Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) mit neuem Präsidium

Der Verbandstag des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) hat das Führungsteam für die nächsten vier Jahre bestimmt. Das Präsidium besteht laut Verbandssatzung aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und sieben weiteren Mitgliedern, die alle blind oder sehbehindert sein müssen. In den ersten beiden Abstimmungen wurden die Präsidentin Renate Reymann aus Peckatel in Mecklenburg-Vorpommern und Vizepräsident Hans-Werner Lange aus Hannover in ihren Ämtern bestätigt. Das erfolgreiche Duo an der Spitze des DBSV geht mit dem Rückenwind einer großen Stimmenmehrheit in die dritte Legislaturperiode, teilt der DBSV mit.