Kurznachrichten

Besser sehen mit transplantierten Fotorezeptoren

Eine Arbeitsgruppe um Professor Marius Ader, DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden – Exzellenzcluster der TU Dresden (CRTD), arbeitet an einem Projekt, das systematisch die Faktoren identifizieren soll, die eine erfolgreiche Integration von transplantierten Spender-Fotorezeptoren in die Empfänger-Netzhaut erlauben. Es konnte bereits gezeigt werden, dass Fotorezeptoren in die Mausretina implantiert werden können und danach voll funktionsfähig sind, jedoch war die Ausbeute bisher noch ungenügend. Die Pro Retina Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit 40.000 Euro für ein Jahr.

Erfolgsbilanz für äthiopische Augenklinik in Chiro

Eine Augenklinik in einer der ärmsten Regionen der Welt – das war das ehrgeizige Projekt der Augenärzte in der OcuNet Gruppe und der Christoffel-Blindenmission (CBM), die 2009 eine Augenklinik in Chiro, einer Stadt in Äthiopien gründeten, die zukünftig finanziell weitgehend selbständig arbeiten kann. Chiro liegt in einer medizinisch unterversorgten Region, in der etwa fünf Millionen Menschen leben.

CBM erreicht 24 Millionen Menschen

Die Christoffel-Blindenmission Deutschland (CBM) hat sich im vergangenen Jahr in 672 Projekten und 68 Ländern für Menschen mit Behinderungen eingesetzt. CBM-Geschäftsführer Dr. Rainer Brockhaus zog bei der Vorstellung des Jahresberichts 2013 eine positive Bilanz: „Zusammen mit unseren Projektpartnern konnten wir für 24,4 Millionen Menschen die Lebensqualität verbessern.“

Genmutation für Augenfehlbildung entdeckt

Erstmalig gelang es Wissenschaftlern am Helmholtz Zentrum München, eine genetische Veränderung am Peroxidasin-Gen zu identifizieren, die für gravierende Fehlbildungen des Auges verantwortlich ist. Damit verfügt die Forschung nun über eine Möglichkeit zur näheren Untersuchung der betreffenden Wirkmechanismen. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Human Molecular Genetics veröffentlicht.

Leipzig: Forschungsprojekt untersucht Leistungsfähigkeit von Kinderaugen

Sehfehler wie Kurz- oder Weitsichtigkeit sind auf dem Vormarsch – immer mehr Kinder und Jugendliche brauchen eine Brille. Mit einer neuen Untersuchung widmet sich deshalb das Leipziger Forschungsprojekt LIFE Child der Leistungsfähigkeit von Kinderaugen. Ab Mitte des Jahres wird in dem Teilprojekt des „Leipziger Forschungszentrums für Zivilisationserkrankungen – LIFE“ das Sehen und die Entwicklung der Augen bei Leipziger Kindern geprüft.

Studie zur Wiederherstellung funktioneller Netzwerke im Gehirn von Teilerblindeten

Eine Studie von Wissenschaftler der Universität Magdeburg zeigt, dass ein Sehverlust nach Schädigung der Netzhaut mit dem Kollaps eines gehirnweiten funktionellen Netzwerkes einhergeht, das normalerweise die Aktivität verschiedener Hirnareale untereinander koordiniert. Wie die Arbeitsgruppe um Prof. Bernhard Sabel in der Zeitschrift NEUROLOGY der „American Academy of Neurology“ berichtet, kann nach ihren Untersuchungen dieses Netzwerk durch eine neuartige Behandlung mit schwachen rhythmischen Strömen wiederhergestellt und somit die verlorene Sehleistung wieder verbessert werden. Darauf weist das Universitätsklinikum Magdeburg hin.

Steuerung des Augenfolgereflexes

Beim Zugfahren den Blick in die Ferne schweifen lassen – was nach reiner Entspannung klingt, erfordert in Wirklichkeit eine Höchstleistung unseres Augenbewegungsapparates. Um ein Verschwimmen des vorbeiziehenden Bildes zu verhindern, müssen unsere Augen mit einer Vielzahl kurzer, wiederholter Bewegungen der Umgebungsgeschwindigkeit folgen. Wissenschaftler um Prof. Stefan Glasauer am Bernstein Zentrum und der Ludwig-Maximilians-Universität in München haben nun in Zusammenarbeit mit Kollegen aus dem Washington National Primate Research Center der University of Washington in Seattle herausgefunden, dass Nervenzellen im hinteren Scheitellappen eine wichtige Rolle bei der Umwandlung der Landschaftsreize in ein Steuersignal für die Augenmuskulatur spielen.