Besser sehen mit transplantierten Fotorezeptoren

Eine Arbeitsgruppe um Professor Marius Ader, DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden – Exzellenzcluster der TU Dresden (CRTD), arbeitet an einem Projekt, das systematisch die Faktoren identifizieren soll, die eine erfolgreiche Integration von transplantierten Spender-Fotorezeptoren in die Empfänger-Netzhaut erlauben. Es konnte bereits gezeigt werden, dass Fotorezeptoren in die Mausretina implantiert werden können und danach voll funktionsfähig sind, jedoch war die Ausbeute bisher noch ungenügend. Die Pro Retina Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit 40.000 Euro für ein Jahr.

Der Verlust von Fotorezeptoren durch Netzhauterkrankungen wie die altersabhängige Makuladegeneration oder Retinitis Pigmentosa führen zu Einschränkungen beim Sehen bis hin zur Blindheit. Diese Erkrankungen stellen in Industrienationen den häufigsten Grund für Behinderungen dar. Wissenschaftler versuchen weltweit, Fotorezeptoren mit verschiedenen zellbasierten Methoden in Tiermodellen für Netzhauterkrankungen zu regenerieren, um deren Sehfähigkeit wieder herzustellen. Verschiedene Studien, auch die von Professor Marius Ader am CRTD, konnten bereits zeigen, dass sich transplantierte Fotorezeptoren in die Netzhaut von Mäusen passgenau integrieren lassen und sich über Synapsen mit Nervenzellen des Empfängers verbinden, um eine gewisse Sehkraft wieder herzustellen. Die Anzahl der sich integrierenden Fotorezeptoren ist aber noch zu gering, um diese Forschungsergebnisse in klinische Studien zu überführen.

„Bisher gibt es keine Studie, die systematisch die möglichen Faktoren untersucht, um eine höhere Anzahl von transplantierten Fotorezeptoren zu erreichen, die sich korrekt in der Empfängerretina integrieren“, sagt Marius Ader. Die von der Pro Retina Stiftung geförderte Studie setzt genau hier an. Der Dresdner Regenerationsbiologe berichtet: „Wir konnten bereits erste Faktoren bestimmen, die einen Einfluss darauf haben, wie Spenderzellen sich in der Netzhaut integrieren.“  In der geförderten Studie sollen systematische Analysen die Netzhautumgebung des Gasttieres vor und nach der Zelltransplantation erforschen, um zu einer präziseren und zielorientierteren Anpassung im Auge beizutragen, die künftig eine effizientere Zelltherapie bei Netzhautdegeneration ermöglichen soll.

Quelle:
DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden – Exzellenzcluster an der TU
http://www.crt-dresden.de

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