Aus der aktuellen Ausgabe

MIGS – Aktuelle Studienergebnisse zu Titanimplantat

Tensiosenkung nach kombinierter Katarakt- und Glaukom-OP ab interno
Die minimalinvasive Glaukomchirurgie (MIGS, minimally invasive glaucoma surgery) wurde durch ein neuartiges Titanimplantat erweitert, das als Nachfolgemodell in der zweiten Generation unter dem Namen iStent inject seit März 2014 in Europa erhältlich ist. Aktuelle Einjahresergebnisse auch aus eigener Studie, in die Patienten mit Offenwinkelglaukom, Pseudoexfoliationssyndrom und signifikanter Katarakt ohne Voroperationen eingeschlossen waren, sowie Ergebnisse im Literaturvergleich zu bisher etablierten Glaukomverfahren fasst Dr. Juliane Wächter (Berlin) zusammen.

Gel-Stent: Erste Erfahrungen und ­Ergebnisse beim Offenwinkelglaukom

Implantation des neuen gelatinebasierten XEN-Stents
Das XEN-Implantat ist ein neuer Glaukom-Stent, der – wie bei einer Trabekulektomie – einen Abfluss des Kammerwassers unter die Bindehaut ermöglicht. Das Implantat besteht aus biologischem Kollagen und wird durch einen mikrochirurgischen Eingriff subkonjunktival eingesetzt. Dr. Fabian Höhn, FEBO, und Dr. Nicolaos Bellios (Pforzheim) berichten über erste Implantationserfahrungen und Ergebnisse beim Offenwinkelglaukom.

(Hör-)Sehschädigung und Sicherheit im Straßenverkehr

Die Risiken und Gefahren für blinde und sehbehinderte Menschen im Straßenverkehr, insbesondere bei einer gleichzeitig vorliegenden Hörschädigung, können durch die ungenügenden und teils uneindeutigen rechtlichen Bestimmungen hinsichtlich der visuellen Anforderungen an Auto- und Fahrradfahrer sowie an sehbehinderte Fußgänger begünstigt werden. Aufgeklärt werden muss bei Sehbehinderung über Unfallgefahren und damit verbundene rechtliche Konsequenzen, über die notwendige Kennzeichnung der eigenen Behinderung sowie über Hilfsangebote und Schulungsmöglichkeiten. Dr. Nadja Högner (Berlin) erläutert anhand eigener Studienergebnisse die Bedeutung einer umfassenden Beratung der Betroffenen auch im Rahmen der augenärztlichen Untersuchung.

29. Kongress der DGII in Karlsruhe

Zum ersten Mal in der Fächerstadt Karlsruhe, trafen sich vom 26. bis 28. Februar über 500 Teilnehmer zum Kongress der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII). Tagungspräsident der Fortbildung war Prof. Dr. Albert J. Augustin, der Direktor der Augenklinik im Städtischen Klinikum Karlsruhe. Dr. Sandor Blümle (Graben-Neudorf) berichtet über den diesjährigen DGII-Kongress.

Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuerpauschalierung

Neue Grenzwerte für west- und ostdeutsche Augenarztpraxen
Alljährlich werden von der Bundesregierung die Beitragsbemessungsgrenzen und die Beitragssätze in der Sozialversicherung angepasst. Auch bei der Lohnsteuerpauschalierung für Teilzeitbeschäftigte sind bestimmte Grenzwerte beim Arbeitslohn zu beachten. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert im Folgenden, wie hoch die Abgabelasten im Jahre 2015 ausfallen.

Sicca-Therapie jenseits der ­Hyaluronsäure

Die Anwendung der Hyaluronsäure gilt heute als Standardtherapie der verschiedenen Formen der Benetzungsstörung der Augenoberfläche (hyposekretorisch und hyperevaporativ). Im klinischen Alltag jedoch gibt es eine große Anzahl von Patienten, die mit Hyaluronsäure-Präparaten nicht ausreichend therapiert werden können. Daraus ergab sich der Wunsch nach besser benetzenden Produkten. Auch erkannte man, dass bloße Tränensubstitution angesichts komplexer immunologischer Interaktionen im Tränenfilm nicht ausreichen kann. Bereits heute stehen mehrere innovative Substanzklassen zur Verfügung. Dr. Thomas Kaercher (Heidelberg) stellt exemplarisch vier Produkte vor, deren Wirkmechanismen sich wesentlich von der Hyaluronsäure unterscheiden und die bessere klinische Ergebnisse aufweisen.

Molekularbiologische ­Pathomechanismen der MGD

Expressionsveränderungen von Genen bei der Meibomdrüsendysfunktion
Die Meibomdrüsendysfunktion (meibomian gland dysfunction, MGD) ist als chronische, diffuse Störung der Meibomdrüsen definiert, die gewöhnlich durch eine Obstruktion des terminalen Ausführungsgangs und/oder durch qualitative oder quantitative Veränderungen des Meibomdrüsensekrets gekennzeichnet ist. Dies führt zu Störungen des Tränenfilms, Symptomen okulärer Reizungen, klinisch nachweisbaren Entzündungsprozessen und Erkrankungen der Augenoberfläche. Trotz der Kenntnisse über die möglichen pathophysiologischen Zusammenhänge einer MGD und des daraus resultierenden Trockenen Auges sind die molekularbiologischen Hintergründe bislang ungeklärt. M. Sc. Antje Schröder (Erlangen) stellt Erklärungsansätze dar.

KL und Tränenfilm – ein therapeutisches Update

Ein intakter Tränenfilm ist nach wie vor die Grundbedingung für ein komplikationsfreies Kontaktlinsentragen. Sowohl die Quantität als auch die Qualität der Tränenflüssigkeit entscheiden über die Verträglichkeit einer Linse. Jedweder Mangel von Wasser, Schleim oder Inhaltstoffen der Tränen beeinträchtigt den Tragekomfort, jede extern oder intern bedingte Störung der Tränenkonvektion führt zum Risiko einer Schädigung der vorderen Augenabschnitte beim Kontaktlinsentragen. Dr. Hans-Walter Roth und Dr. Alice Nietgen (Ulm) geben ein Update zum Thema Kontaktlinsen und Tränenfilm und erläutern Behandlungsmöglichkeiten beim Tränenmangel.

177. RWA-Versammlung in Dortmund

„Augenheilkunde – Quo vadis 2025?“
Zu seiner diesjährigen Jahresversammlung lud Ende Januar der Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte (RWA) in die größte Stadt des Ruhrgebiets nach Dortmund ein. Ganz im Zeichen des Strukturwandels, den das Ruhrgebiet in den letzten Jahren vollziehen musste, stellte sich die größte regionale ophthalmologische Vereinigung in seiner Hauptsitzung den strukturellen Herausforderungen der Augenheilkunde. In einer hochkarätig besetzten berufspolitischen Sitzung wurde unter dem Thema „Augenheilkunde – Quo vadis 2025?“ die zukünftige Rolle der akademischen wie auch stationären Medizin als auch die wohnortnahe augenärztliche Grundversorgung diskutiert. Von Katica Djakovic.

Eplerenon bei Chorioretinopathia ­centralis serosa

Fallserie überprüft vielversprechenden neuen Therapieansatz
Die Chorioretinopathia centralis serosa (CCS) ist eine wiederkehrende zentrale Retinitis mit umschriebener seröser Netzhautabhebung im Bereich des hinteren Pols. Während die Erkrankung in den meisten Fällen selbstlimitierend und blande verläuft, stellen chronische und rezidivierende Verläufe ein Risiko für einen irreversiblen Sehschärfeverlust durch Narben und choroidale Neovaskularisationen dar. Da bisherige Behandlungsansätze keine überzeugenden Ergebnisse erbringen konnten, stellt die Behandlung mit Eplerenon einen vielversprechenden neuen Therapieansatz dar. ­Dr. Burkhard von Jagow, FEBO, (Berlin) diskutiert die Ergebnisse einer Fallserie, in der acht Patienten mit Chorioretinopathia centralis serosa off label mit Eplerenon behandelt wurden.