Aus der aktuellen Ausgabe

Standardisierte Messung des ­Lesevermögens bei Anti-VEGF-Therapie

Neues automatisiertes Verfahren zur Visusmessung mittels iPad
Mit Einführung der Anti-VEGF-Therapie hat die Messung der zentralen Sehschärfe nochmal eine neue Qualität erhalten. Das Testergebnis zeigt letztendlich den zentralen Erfolg der Therapie aus Sicht des Patienten an. Auch für die Frage der Weiterbehandlung und den Erfolg der Therapie spielt der Verlauf der Sehschärfe eine wichtige Rolle. Aus den genannten Gründen ist es wichtig, ein Messverfahren zu haben, das unabhängig vom Untersucher die zentrale Sehschärfe standardisiert misst und im praktischen klinischen Alltag einfach angewendet werden kann. An der Augenklinik am Klinikum Kassel wurde hierfür eine App entwickelt, mit der man neben der Leseschärfe auch den Einzelvisus automatisiert messen kann. Prof. Rolf Effert, Juliana Wernhard und Claudia Föter (Kassel) stellen das neue automatisierte Verfahren zur standardisierten Messung des Lesevermögens im Rahmen einer Anti-VEGF-Therapie vor.

Verbesserte Früherkennung einer ­(Hydroxy)Chloroquin-Retinopathie

Aktuelle Empfehlungen für die Screening-Untersuchungen
Chloroquin oder Hydroxychloroquin sind für die erfolgreiche Therapie von Autoimmunerkrankungen unverzichtbar. Zur Vermeidung einer schwerwiegenden, irreversiblen Retinopathie als Spätfolge sind jedoch augenärztliche Screening-Untersuchungen erforderlich, da nur in Frühstadien das rechtzeitige Absetzen der Medikamente eine weitere Progression verhindern kann. Prof. Ulrich Kellner, Dr. Simone Kellner, Silke Weinitz und Ghazaleh Farmand erläutern aktuelle Möglichkeiten der Befundung, die zu einer Änderung der Screening-Empfehlungen für die verbesserte Früherkennung einer (Hydroxy)Chloroquin-Retinopathie geführt haben.

Longitudinale Bestimmung des ­Drusenvolumens bei AMD

Prognostische Relevanz der quantitativen Bestimmung
Drusen stellen ein charakteristisches Krankheitsmerkmal der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) dar und treten bereits in frühen Stadien der Erkrankung auf. Obwohl sich einige Untersuchungen in den letzten Jahren mit dem natürlichen Verlauf von Drusenvolumen bei intermediärer AMD beschäftigt haben, ist dessen prognostischer Wert für das Krankheitsfortschreiten weiterhin Gegenstand aktueller Forschung. Dr. Sarah Thiele, Dr. Arno P. Göbel, Prof. Frank G. Holz und Prof. Steffen Schmitz-Valckenberg (Bonn) erörtern, inwieweit die quantitative Bestimmung des Drusenvolumens möglicherweise eine prognostische Relevanz hinsichtlich des Konversionsgeschehens in eine späte AMD hat.

Hydrophile Kontaktlinsen als ­Bandage und Medikamententräger (Teil 1)

Weiche hydrophile Kontaktlinsen haben sich inzwischen über fünf Jahrzehnte lang nicht nur als Refraktionshilfe bewährt, sondern dienen in der Hand des erfahrenen Ophthalmologen auch als durchsichtige Bandage bei den verschiedensten Hornhautdefekten sowie als Medikamententräger bei zahlreichen akuten und chronischen Erkrankungen der vorderen Augenabschnitte. Dr. Hans-Walter Roth, Dr. Gregor Nietgen (Ulm) und Dr. Mihály Vegh (Szeged) erläutern die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten.

Jubiläumstagung der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Aachen (Teil 1)

Die ophthalmohistorisch ausgerichtete Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) blickte zur diesjährigen Jahrestagung auch auf ihre eigene Geschichte zurück: Vor 30 Jahren erfolgte in Aachen die Gründung der Gesellschaft, die sich der Beschäftigung mit der Geschichte der Augenheilkunde verschrieben hat. Somit war es dem JHG-Organisationskomitee auch ein ganz besonderes Anliegen, mit dem diesjährigen Jubiläumskongress an den Ort der Gründung zurückzukehren. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) berichtet über die diesjährige Jahrestagung, die vom 7. bis 9. Oktober nach Aachen eingeladen hatte.

Thermische Stimulationstherapie der Retina

Präventionsbehandlung der frühen AMD durch subletale Laserbehandlung?

Durch einen präventiven Einsatz subletaler Laserbehandlungen soll die Konvertierung der frühen AMD in das Spätstadium vermindert beziehungsweise unterbunden werden. Die Thermische Stimulationstherapie der Retina
(TS-R) stellt eine solche subletale Laserbehandlung des retinalen Pigmentepithels und der Bruchschen Membran dar, ohne dabei eine Schädigung oder Zerstörung des RPE und der Neuroretina hervorzurufen. M. Sc. Elisabeth Richert (Kiel) erläutert ein Projekt, deren Ziel die Untersuchung des Einflusses der TS-R auf die Sekretion von Zellmediatoren war, die bei der Entstehung und dem Fortschreiten der AMD von Relevanz sind.

Unterschwellige Laserkoagulation mit einem Standardlaser

Eine Fallserie zur Chorioretinopathia centralis serosa

Für die Behandlung der Chorioretinopathia centralis serosa (CRCS) liegen verschiedene Therapieansätze vor, wobei seit Jahrzehnten mit Laserverfahren gute Erfolge erzielt werden. Neuere Laserverfahren erfordern die Verwendung spezieller Geräteplattformen, die den meisten Anwendern nicht zur Verfügung stehen. Aber auch jeder gewöhnliche Dauerstrich-Laser (CW-Laser) kann im Prinzip beliebig sanfte Netzhauteffekte erzeugen, wenn nur die Leistung ausreichend niedrig gewählt wird. Priv.-Doz. Dr. Stefan Koinzer, Priv.-Doz. Dr. Felix Treumer, Dr. Konstantine Purtskhvanidze, Dr. Claus von der Burchard und Prof. Johann Roider (Kiel) stellen anhand einer kleinen Fallserie die Durchführung der innovativen unterschwelligen CRCS-Behandlung dar.

Langzeiteffizienz des beschleunigten Crosslinking-Verfahrens

Fallserie zur Behandlung des progressiven Keratokonus

Die korneale Kollagen-Quervernetzung (CXL) der Hornhaut stellt eine seit fast zehn Jahren standardisierte und weltweit etablierte Methode zur Behandlung des progressiven Keratokonus dar. Im Rahmen einer retrospektiven, nicht randomisierten Fallserie wurden an der Augenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München Patienten mit progressivem Keratokonus entweder mit dem standardisierten oder mit dem beschleunigten Verfahren behandelt. Über mindestens zwei Jahren wurden Visusentwicklung sowie topographische Parameter evaluiert und zwischen den beiden Gruppen verglichen. Dr. Efstathios Vounotrypidis und Priv.-Doz. Dr. Wolfgang J. Mayer (München) stellen die Langzeitergebnisse vor.

Balancierte Dekompression der Orbita zur EO-Therapie

Die Endokrine Orbitopathie (EO) ist die häufigste extrathyreoidale Manifestation der autoimmunen Hyperthyreose vom Typ Basedow. Nicht alle Patienten bedürfen einer chirurgischen Intervention. Das Hervorstehen der Augen stellt jedoch sowohl in funktioneller als auch in psychosozialer Hinsicht eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität dar, so dass der chirurgischen Dekompression der Orbita eine besondere Bedeutung zukommt. Durch die „balancierte Orbitadekompression“ kann unter weitgehender Vermeidung von Bulbusfehlstellungen eine erhebliche Exophthalmusreduktion erreicht werden. Dr. Annett Sandner (1), Dr. Antja Spens (2) und Dr. Jens Heichel (3) stellen die Daten einer retrospektiven Analyse von Patienten aus einer interdisziplinären Orbitasprechstunde vor.

(1) Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf-Hals-Chirurgie; (2) Klinik für Innere Medizin II (Endokrinologie/Diabetologie); (3) Universitätsklinik und Poliklinik für Augenheilkunde an der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg.