Aus der aktuellen Ausgabe

Serie Auge und Sehen: Die Brille in der Fotografie

Serie zur Sammlung Roth
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde es große Mode, sich fotografisch ablichten zu lassen. Eine Flut von Porträtaufnahmen ist uns aus diesen Jahren erhalten. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis endlich auch die ersten Brillen auf den Bildern auftauchen. Will man etwas über das Aussehen und die Funktionsweise historischer Brillen erfahren, bleiben hierfür nur ihre wenigen Abbildungen. Noch seltener sind uns Originale der Zeit erhalten. Die ersten Darstellungen von Sehhilfen finden sich in Fresken, man sieht sie in Kirchenfenstern oder als Frühdrucke im Holzschnitt. Doch auch diese Abbildungen sind seltene Raritäten, es war früher nicht üblich, seinen Sehfehler im Bild zu dokumentieren.

Serie Auge und Sehen: Warnung vor übertragbarer Augenentzündung

Serie zur Sammlung Roth
Es sind nicht nur Gegenstände wie Sehhilfen, Untersuchungs­geräte oder Rezepturen, die dem Medizinhistoriker einen Einblick in die Vergangenheit der Augenheilkunde geben, sondern es sind auch schriftliche Zeugnisse wie Bücher, wissenschaftliche Abhandlungen oder Dissertationen, die uns von den Krankheiten des Auges, ihren Symptomen oder ihren Behandlungsmethoden berichten. Mitteilungen über ansteckende Erkrankungen, vor allem aber über Krankheiten des Auges, fiden sich dagegen in der Laienpresse der letzten Jahrhunderte nur selten.

Vorderabschnittskomplikationen durch Glaskörperersatzmaterialien

Die Vitrektomie, als häufigste chirurgische Technik der Netzhaut- und Glaskörperchirurgie, wurde bezüglich Instrumentation sowie Beleuchtung und Mikroskopie für den verbesserten Einblick in den letzten beiden Jahrzehnten wesentlich verbessert. Auch die Entwicklung und der häufige Gebrauch von Glaskörperersatzmaterialien haben die Netzhautchirurgie sicherer gemacht und die anatomischen und funktionellen Ergebnisse verbessert. Prof. Dr. Peter Wiedemann (Leipzig) beschreibt die Eigenschaften und die klinischen Indikationen der verwendeten Stoffe sowie mögliche Komplikationen am Augenvorderabschnitt.

Fallbericht: Keratoplastik bei Morbus Bowen

Morbus Bowen, auch als Konjunktivale intraepitheliale Neoplasie (CIN) oder conjunctiva-cornea intraepitheliale Neoplasie (CCIN) bekannt, ist ein intraepitheliales Carcinoma in situ, das vorwiegend am Limbus corneae zu finden ist. Es betrifft häufiger Männer als Frauen und tritt überwiegend ab dem 40. Lebensjahr auf. Zu den ätiologischen Faktoren zählen UV-Strahlung, chemische Stoffe (Arsen) und Viren (HPV). Vivian Jensen-Blunk, Angela Ehmer und Priv.-Doz. Dr. Anja Liekfeld berichten über den Fall einer 51-jährigen Patientin, die sich bereits 2003 mit Photophobie und Schmerzen erstmalig im Klinikum Ernst von Bergmann (Potsdam) vorstellte und zunächst mit Verdacht auf Keratitis metaherpetica behandelt wurde.

Interview mit Prof. Dr. Bernd Bertram zum AAD-Kongress 2012

Berufspolitisch wurde es in diesem Jahr nicht erst zur AAD spannend. Die Ankündigung und Einführung der Strukturpauschale zu Jahresbeginn bewegte die Gemüter der niedergelassenen Augenärzte. Anlässlich der augenärztlichen Fortbildungsveranstaltung von BVA und DOG, die vom 20. bis 24. März erneut in Düsseldorf tagt, sprach DER AUGENSPIEGEL mit dem Vorsitzenden des Berufsverbandes, Prof. Dr. Bernd Bertram (Aachen), über die eingeführten Änderungen in der Honorierung sowie strukturelle Aspekte der augenärztlichen Versorgung.

Diagnostik und Therapie der virus-assoziierten anterioren Uveitis

Viren stellen eine bedeutende Ursache infektassoziierter intraokularer Entzündung dar. Dies trifft auch für die anteriore Uveitis als häufigste Form der intraokularen Entzündung zu. Insbesondere Viren aus der Herpesgruppe kommen in Frage. Während das Herpes-simplex- und das Varizella-Zoster-Virus als Ursache gut bekannt sind, konnten neue Erkenntnisse für die Cytomegalie- und Rubella-Virus-assoziierten anterioren Uveitiden gewonnen werden. Da die Therapie jeweils erheblich differiert, ist ein Erregernachweis anzustreben, für den sich die Analyse von Kammerwasserproben bewährt hat. Nur wenige Zentren führen sie durch, so dass bei vielen Patienten die klinische Befundung im Vordergrund steht, die wertvolle Hinweise bieten kann. Prof. Dr. Uwe Pleyer, FEBO (Berlin), stellt die diagnostischen Methoden sowie differentialdiagnostischen Überlegungen zu den virusassoziierten intraokularen Entzündungen dar.

Primäres intraokuläres Lymphom: Status Quo und Perspektiven

Zur Diagnostik und Therapie des PIOL
Das primäre intraokuläre Lymphom (PIOL) ist ein Non-Hodgkin-Lymphom, das entweder isoliert okulär oder in Assoziation mit einem primären ZNS-Lymphom (PCNSL) auftritt. Es manifestiert sich in der Regel in der fünften und sechsten Lebensdekade als unspezifische, chronische und rezidivierende Uveitis und Vitritis, die eine rasche Resistenz gegenüber Behandlungsversuchen mit Kortikosteroiden entwickelt. Um die klinische Basisevaluation, die Ansprechkriterien unter Therapie und das klinische Management bei PIOL- und PCNSL-Patienten zu standardisieren, wurden durch die International Primary Central Nervous System Lymphoma Collaborative Group (IPCG) internationale Richtlinien publiziert. Priv.-Doz. Dr. Kristoph Jahnke und Prof. Dr. Uwe Pleyer, FEBO (Berlin),  erläutern Diagnostik und Therapieempfehlungen anhand aktueller Daten.

174. RWA-Versammlung in Essen

Austausch und interdisziplinäre Zusammenarbeit
Rund 730 Teilnehmer kamen zur 174. Versammlung des Vereins der Rheinisch-Westfälischen Augenärzte (RWA) am 27. und 28. Januar zusammen, zu der Dr. Andreas Scheider nach Essen eingeladen hatte. Neben Vorträgen und Diskussionen zu den unterschiedlichsten Themen des Faches galt das diesjährige Hauptthema den „ophthalmologischen Erkrankungen aus der Sicht kooperierender Fachdisziplinen“. Ein Bericht von Katica Djakovic.

Zeitmanagement und Arbeitsorganisation

Zeit ist ein knappes Gut – so heißt es im Volksmund und insbesondere der Arbeitsalltag scheint oft durch zu wenig Zeit und zu viel Arbeit geprägt zu sein. Allerdings kommen manche Menschen gut zurecht, andere leiden permanent unter Zeitnot. Ist dies ein objektives Problem oder eine Folge der Prioritätensetzung? Dr. phil. Walter Pfeifer (Ahaus) verfügt über langjährige Erfahrung zu Fragen des Managements im Gesundheitswesen und erläutert einige Aspekte zu typischen Zeitfressern und organisatorischen Hilfsmitteln, die die persönliche Arbeitssituation verbessern können.