Aus der aktuellen Ausgabe

Abschied nach 30 Jahren in Lahan

Dr. Albrecht Hennig beendet seine augenärztliche Tätigkeit in Nepal
Vor 30 Jahren verließ Dr. Albrecht Hennig Deutschland, um als Augenarzt vorübergehend für die Christoffel-Blindenmission (CBM) zunächst in Pakistan, dann in Nepal zu arbeiten. Aus dem geplanten Kurzzeitaufenthalt wurde ein erfolgreiches Lebenswerk: Hennig blieb und gründete das Sagarmatha Choudary Augenhospital in Lahan, heute die zweitgrößte Augenklinik der Welt, sowie 2006 eine weitere Augenklinik in Biradnagha. Nach drei Jahrzehnten produktiven Schaffens unter schwierigen Umständen hat er nun seine Aufgaben und die Klinikleitung an einen nepalesischen Nachfolger übergeben. Dr. Hannsjürgen Trojan (Marburg) fasst die außergewöhnlichen Leistungen des deutschen Augenarztes in Nepal zusammen.

Serie Auge und Sehen: Die Brille in der Karikatur

Serie zur Sammlung Roth
Die französischen Karikaturisten des ersten Jahrzehnts des 19. Jahrhunderts machten sich die Schaulust der Oberschicht zu eigen, zahllose Karikaturen überschwemmten jetzt den Markt und verulkten den vornehmen Brillenträger. Diese Chromolithografie von Louis-Léopold Boilly aus der Zeit kurz nach der französischen Revolution ist ein klassisches Beispiel für den Niedergang der Bourgeoisie. Das originelle Blatt wurde in einem Antiquariat in Paris erworben.

2. Düsseldorfer Hornhaut-Tag

Unter Leitung von Prof. Dr. Gerd Geerling, Direktor der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf, tagte im Oktober bereits zum zweiten Mal der „Düsseldorfer Hornhaut-Tag“. Dabei wurde das bewährte Konzept aus interaktiven Workshops am Vormittag sowie Vorlesungen international ausgewiesener Experten am Nachmittag auch in diesem Jahr fortgesetzt, wobei der Schwerpunkt diesmal auf dem Zusammenspiel von Hornhauterkrankungen und Glaukom lag. Einen Höhepunkt bildete die Meibom-Mooren-Ehrenvorlesung, gehalten von Professor Christophe Baudouin, Paris. Ein Bericht von Dr. Christiane Schumacher (Heiligenhaus).

Steuerliche Abzugsfähigkeit von Aus- und Fortbildungskosten

Erhöhter Sonderausgabenabzug seit Jahresbeginn 2012
Der Einstieg in das Berufsleben stellt stetig wachsende Anforderungen an die Ausbildung von Berufsanfängern. Auch im Berufsalltag ist eine laufende Fortbildung erforderlich – und zwar für den Augenarzt wie für seine Arbeitnehmer. Die dafür notwendigen Kosten sind in bestimmtem Umfang steuerlich abzugsfähig. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (Sankt Augustin) erläutert, welche Aus- und Fortbildungskosten steuerlich absetzbar sind und informiert über aktuelle Änderungen.

Transkorneale Elektrostimulation als Therapie bei RP?

Aktueller Stand neuer Studien zu Wirksamkeit und Sicherheit
Die Wirksamkeit der Elektrostimulation bei Netzhautdegeneration konnte in verschiedenen Tiermodellen gut untersucht und belegt werden. Im Gegensatz hierzu mussten die Untersuchungen beim Menschen bisher als eher schwach evident eingestuft werden. Im Rahmen einer Pilotstudie wurde die Wirksamkeit der Elektrostimulation bei Patienten mit Retinitis pigmentosa (RP) an der Universitäts-Augenklinik Tübingen untersucht, zwei weitere größere Studien sind angelaufen. Prof. Dr. Florian Gekeler und Dr. Tobias Peters (Tübingen) stellen die aktuellen Ergebnisse vor.

Antikoagulation und gerinnungswirksame Medikamente bei IVOM

Intravitreale Injektionstherapie und Thromboembolierisiko – was ist zu beachten?
Vor intravitrealen Injektionen müssen – wie auch bei anderen invasiven Eingriffen – Thromboembolierisiko nach Absetzen von Antithrombotika und Blutungsrisiko bei Fortführung einer antithrombotischen Therapie abgewogen werden. Bei den meisten invasiven Eingriffen wird das Blutungsrisiko über- und das Thromboembolierisiko unterschätzt. Vorliegende Studien zeigen, dass orale Antikoagulantien, Aspirin, Clopidogrel oder die duale Plättchenhemmung mit Aspirin und Clopidogrel nicht abgesetzt werden muss, um schwere Blutungen zu verhindern. Mit einer erhöhten Rate an subkonjunktivalen Blutungen ist jedoch zu rechnen. Prof. Dr. Peter Hellstern vom Institut für Hämostaseologie und Transfusionsmedizin, Klinikum der Stadt Ludwigshafen, erläutert die Studienergebnisse.

Das vitreomakuläre Traktionssyndrom

Pharmakologische Vitreolyse als zukünftige Therapieoption?
Das vitreomakuläre Traktionssyndrom (VMTS) ist gekennzeichnet durch eine anomale hintere Glaskörperabhebung mit per-sistierender Glaskörperadhäsion an der Makula und wird bis heute chirurgisch behandelt. Moderne bildgebende Verfahren wie das hochauflösende Spectral-Domain-OCT (SD-OCT) ermöglichen mittlerweile einen immer detaillierteren Einblick in die retinale Mikrostruktur und den vitreoretinalen Übergang. So konnte in jüngsten Studien zur pharmakologischen Vitreolyse bei Patienten mit symptomatischer vitreomakulärer Adhäsion und Traktion ein therapeutischer Effekt nachgewiesen werden – ein wichtiger Schritt hin zu einer pharmakologischen Behandlung. Priv.-Doz. Dr. Mathias Maier, Dr. Nikolaus Feucht und Prof. Dr. Dr. Chris P. Lohmann (München) fassen die aktuellen Studienergebnisse zum VMTS zusammen.

XXVI. Jahrestagung der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Zürich (Teil 1)

Ophthalmo-Geschichte in der Zwingli-Stadt
Vom 12. bis 14. Oktober fand in Zürich die XXVI. Zusammenkunft der ophthalmo-historischen Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) statt, organisiert von Prof. Dr. Balder P. Gloor (Zürich) und mit Unterstützung auch in diesem Jahr durch den JHG-Geschäftsführer Frank Krogmann (Thüngersheim). Auch der 26. Kongress der Gesellschaft verzeichnete zahlreiche internationale Referenten und Teilnehmer aus verschiedenen europäischen Ländern und den USA. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) fasst die Tagungsinhalte zusammen.

Oberlid-Blepharoplastik

Aktuelle chirurgische Konzepte
Die Oberlid-Blepharoplastik ist eine der am häufigsten durchgeführten ästhetischen Eingriffe. Während einer Oberlid-Blepharoplastik gilt es, gerade aus augenärztlicher Sicht, einige wichtige Punkte zu beachten, um einerseits die Funktion des Lides nicht zu beeinträchtigen, das kosmetische Outcome für die Patienten zu optimieren und nicht zuletzt um intra- und postoperative Komplikationen zu vermeiden. Dies beginnt schon beim Erstkontakt mit dem Patienten und in der präoperativen Planung des Eingriffes. Dr. Matthias Keserü (Hamburg) erläutert die wichtigsten Aspekte der Oberlid-Blepharoplastik hinsichtlich Indikationsstellung, Operationstechnik, Nachbetreuung und Komplikationsmanagement.

NAION – Wie gefährlich ist die Nacht?

Der Verlauf der typischen nicht-arteriitischen anterioren ischämischen Optikusneuropathie (NAION) zeichnet sich- durch einen plötzlichen, meist mehr oder weniger schmerzfreien altitudinalen Gesichtsfeldausfall aus. Die gehäufte Manifestation der NAION nach dem morgendlichen Erwachen hat die Aufmerksamkeit auf die pathophysiologischen Vorgänge während der Nachtstunden, respektive auf den Schlaf der betroffenen Patientinnen und Patienten, gelenkt. Prof. Dr. Klara Landau und Dr. Gregor P. Jaggi (Zürich) zeigen Arbeiten zur Erforschung des Zusammenhangs zwischen nächtlichem Blutdruckverlauf und Schlaf-Apnoe-Syndrom (SAS) mit NAION