Autor: Katica Djakovic

Tocilizumab bei schwerer anteriorer Uveitis und juveniler Arthritis

Zum Einsatz eines neueren Biologikums anhand einer Falldarstellung
Bis zu 40 Prozent der Patienten mit juveniler idiopathischer Arthritis entwickeln eine Uveitis. Biologika, insbesondere die TNF-alpha-Inhibitoren, haben die Therapie dieser oftmals sehr schwer betroffenen Patienten revolutioniert. Anhand eines Fallberichtes zeigen Dr. Thomas Lutz, Alexandra Knoll, Dr. Jürgen Grulich-Henn und Priv.-Doz. Dr. Friederike Mackensen, FEBO,  exemplarisch auf, wie die Therapie einer Patientin über die Jahre eskaliert wurde und letztlich erst mit einem neueren Biologikum, dem Il-6-Inhibitor Tocilizumab, kontrolliert werden konnte. 

Intermediäre Uveitis: Sollte eine Papillenleckage behandelt werden?

Eine häufige Komplikation bei allen Unterformen einer Uveitis ist eine Papillenleckage in einer Fluoreszenzangiografie. Ungeklärt ist bislang die Bedeutung dieser Komplikation sowie die mögliche Auswirkung auf den Verlauf und die daraus resultierende Therapienotwendigkeit. Um diese Fragen zu beantworten, wurde eine retrospektive Untersuchung von Patienten mit einer intermediären Uveitis über eine Nachbeobachtungszeit von zwei Jahren durchgeführt. Priv.-Doz. Dr. Carsten Heinz, FEBO, Jan Raabe und Prof. Dr. Arnd Heiligenhaus, FEBO, stellen im Folgenden die Ergebnisse vor und erläutern, ob eine Papillenleckage bei intermediärer Uveitis behandelt werden sollte. 

Keratokonjunktivitis epidemica (KCE)

Epidemiologische Daten des Robert-Koch-Institutes (RKI) belegen eine Reihe auch aktuell aufgetretener endemischer Ausbrüche der adenovirusassoziierten Keratokonjunktivitis epidemica (KCE). Beispielsweise kam es 2012 ausgehend von rund 200 Erkrankten an einer Augenklinik im Ruhrgebiet zu einer größeren Endemie. Zugleich erfolgte laut RKI trotz Meldepflicht der KCE nur eine sehr verhaltene Information über Infektionsketten durch Augenärzte an die ¬zuständigen Gesundheitsämter, was grundsätzlich einer Ausbreitung Vorschub leistet und auf eine sehr hohe Dunkelziffer schließen lässt. Adenovirusinfektionen des Auges bleiben eine Herausforderung bezüglich frühzeitiger Diagnostik, präventiver Maßnahmen und eventuell langfristiger Betreuung schwer betroffener Patienten. Prof. Uwe Pleyer und Dominika Rachwalik (Berlin) stellen die aktuellen Kenntnisse zur KCE sowie die klinisch relevanten Konsequenzen dar. 

Augenbefunde via Smartphone

Fotografische Dokumentation und Übertragung an den Facharzt 
Es gibt durchaus Ausnahmesituationen fernab einer ophthalmologischen Klinik oder Praxis, beispielsweise im Notfall oder in abgelegenen Gebieten, in denen eine fotografische Dokumentation und Übertragung von Augenbefunden an den Facharzt sinnvoll scheint. Moderne Mobiltelefone sind mit Hilfe der eingebauten Kamera in der Lage, krankhafte Befunde des Auges als Bild aufzuzeichnen und direkt über das Mobilfunknetz weltweit drahtlos zu verschicken. Dr. Hans-Walter Roth und Dr. Gregor Nietgen (Ulm) zeigen anhand von Beispielen auf, wie Augenbefunde unkompliziert und dennoch aussagekräftig aufgenommen und über die Medien, sei es per Smartphone, Tablet oder Laptop, weitergeleitet werden können. 

Mikromonovision für pseudophake Patienten

Untersuchung zu Auswirkungen auf das binokulare Sehen 
Obgleich viele Strategien zum Akkommodationsersatz existieren, ist Mini- oder Mikromonovision eine einfache und wirtschaftliche Methode, um ein besseres funktionelles Sehen zu erreichen. An der Augen- & Laserklinik Castrop-Rauxel wurde untersucht, welche Auswirkungen Mikromonovision auf das binokulare Sehen in der Ferne, auf 80 cm und 40 cm Distanz hat. Melanie Abraham und Dr. Peter Hoffmann (Castrop-Rauxel) stellen die Ergebnisse vor und erörtern die binokulare Funktion bei pseudophaken Patienten mit Mikromonovision. 

Fallbericht: Karzinomassoziierte Retinopathie

Die Karzinomassoziierte Retinopathie ist eine seltene Variante des paraneoplastischen Syndroms. Dr. Patrick Straßburger (Chemnitz) berichtet über einen 71-jährigen Patienten, der bei der Vorstellung eine subjektive Sehverschlechterung im Sinne von Gesichtsfeldeinschränkung am linken Auge beklagte, die einige Tage zuvor eingesetzt hatte. Ausgedünnte Arteriolen und multiple Mikroembolien legten den Verdacht eines vaskulären Geschehens nahe. Nach stationärer Aufnahme erfolgte trotz Hochdosis-Steroidtherapie eine deutliche Progression der Gesichtsfelddefekte und es zeigte sich ein deutlich ausgedünntes arterielles Gefäßbild. Erst in einer Dünnschicht-Thorax-CT-Aufnahme zeigte sich ein suspekter Befund im Lungenoberlappen. 

Serie Auge und Sehen: Die Spaltlampe

Serie zur Sammlung Roth
Ein erkranktes oder verletztes Auge zu untersuchen, einen Fremdkörper im Auge aufzuspüren oder einen grauen Star auszuschließen, das gelang in der Zeit vor der Herstellung der ersten Vergrößerungsgläser kaum. Man war auf gutes Glück angewiesen, um zum Beispiel einen Splitter auf der Hornhaut oder Bindehaut zu entdecken oder gar zu entfernen. Allein der kurzsichtige Untersucher war hier im Vorteil, nur er konnte selbst im hohen Alter das Auge seines Patienten ohne Sehhilfe aus nächster Nähe betrachten. Erst die Konstruktion eines brauchbaren Augenmikroskops durch den Schweden Gullstrand brachte Anfang des 20. Jahrhunderts den Durchbruch in der Diagnostik der vorderen Augenabschnitte.

Entwicklung der Hornhautendothelzelldichte nach Katarakt-OP

Vergleichsstudie zu intraoperativ verwendetem Viskoelastikum versus BSS-Plus-Infusion
Durch eine Kataraktoperation kommt es traumatisch bedingt zu einem höheren Abfall der Hornhautendothelzelldichte (ECD) als es der physiologischen Verlustrate durch Alterung entspricht. In welchem Maße es zu einem ECD-Verlust kommt, ist von vielen intra- und perioperativen Faktoren abhängig. Im Rahmen einer prospektiven Studie an der Universitäts-Augenklinik Marburg wurde die Entwicklung der Endothelzelldichte in der frühen postoperativen Phase nach Kataraktchirurgie in Abhängigkeit von der Verwendung einer viskoelastischen Substanz gegenüber einer BSS-Plus-Infusion untersucht. Dr. Irena Manojlovic (Achim) und Prof. Walter Sekundo (Marburg) stellen die Ergebnisse vor.

Auswahl von Premium-IOL

Einfluss von okulären und systemischen Komorbiditäten
Bei einem Linsenaustausch im Rahmen der Kataraktchirurgie bieten sich eine Vielzahl von Kunstlinsen zur Implantation an. Neben Standardlinsen, die einen guten postoperativen Visus gewähren, stellen so genannte Premiumlinsen eine Möglichkeit dar, die Abhängigkeit des Patienten von der Brille deutlich zu verringern oder sogar eine Brillenfreiheit zu erzielen. Die Erwartungen der Patienten, die sich für eine zuzahlungspflichtige IOL entscheiden, sind jedoch entsprechend höher. Sehgewohnheiten und Anforderungen müssen genau geklärt sein, da nicht jede Premium-IOL für jeden Patienten gleich gut geeignet ist. Dr. Stefanie Schmickler (Ahaus) fasst die wesentlichen Kriterien insbesondere bei Vorliegen von okulären und systemischen Komorbiditäten zusammen.