Autor: Katica Djakovic

Laudatio: Der Doyen der deutschen ­Ophthalmologie

Zum 80sten Geburtstag von Herrn Professor Gottfried O. H. Naumann
Am 25. April feierte Herr Professor (em) Dr. med. Dres. h.c. mult. Gottfried Otto Helmut Naumann ML, FRCOphth (Hon), seinen 80sten Geburtstag. Der Emeritus der Universitäts-Augenklinik Erlangen prägte durch seine herausragende Forschungsarbeit, die umfassende Lehrtätigkeit sowie zahlreiche Originalarbeiten und Standardwerke eine ganze Generation von Augenärzten. Seine bemerkenswerte klinische und wissenschaftliche ophthalmologische Laufbahn brachte ihm höchste internationale Reputation als Arzt, Wissenschaftler und Lehrer.

AAD 2015 in Düsseldorf

„Die Einzelpraxis ist gestorben“
Was können wir tun, um den Fortbestand der Augenkliniken zu sichern, lautete die zentrale Fragestellung, die der BVA-Vorsitzende Bertram im diesjährigen berufspolitischen Symposium der AAD erläuterte und dessen Notwendigkeit er zugleich auch ausführlich begründete. Prominente Unterstützung für sein Plädoyer hatte er mit dem ehemaligen KBV-Vorsitzenden Dr. Andreas Köhler, der dem Fach eine mit der gegenwärtigen Versorgungsstruktur nicht zu bewältigende Ambulantisierung prognostizierte. Es gelte nun, die richtigen Entscheidungen zu treffen: „Sie stehen am Scheideweg“, mahnte Köhler, der sein Konzept einer möglichen tragfähigen zukünftigen Struktur präsentierte. Von Ulrike Lüdtke M.A.

Minimalinvasive Glaukomchirurgie beim PEX-Glaukom

Triple Procedure mit Trabektom, Trabekelaspiration und Phakoemulsifikation
In den letzten Jahren wurden verschiedene neue Methoden der minimalinvasiven Glaukomchirurgie entwickelt. Insbesondere die Entfernung des Trabekelmaschenwerkes durch eine elektrochirurgische Abtragung in Form des Trabektoms zeigt Potential zur Drucksenkung beim Pseudoexfoliationsglaukom (PEX). Da sich die Trabekelaspiration und das Trabektom sowie die Phakoemulsifikation chirurgisch gut kombinieren lassen, stellte sich die Frage, ob diese Kombination als Triple Procedure einen zusätzlichen Effekt verglichen mit Trabekelaspiration und Phakoemulsifikation hat. Im Rahmen einer Untersuchung wurden der langfristige Effekt der Triple Procedure und die Druckentwicklung über einen Zeitraum von 36 Monaten untersucht. Priv.-Doz. Dr. Randolf A. Widder, Dr. Corina Rennings, Dr. Pia Kühnrich, Dr. Elmar Winsauer und Priv.-Doz. Gernot Rößler (Düsseldorf) stellen die Ergebnisse vor.

Refraktives und visuelles Ergebnis ­kombinierter Trabektom-Katarakt-OP

Die Trabekulotomie ab interno mit dem Trabektom ist ein etabliertes Operationsverfahren in der Glaukomchirurgie und auch in Kombination mit der Kataraktoperation technisch sehr gut möglich, wobei der drucksenkende Effekt hierdurch eher verbessert werden konnte. Da eine möglichst präzise Vorhersage der postoperativen Refraktionswerte in der modernen Kataraktchirurgie unerlässlich geworden ist, stellt sich neben dem Aspekt der Drucksenkung auch die Frage, ob die Kombination beider Verfahren einen Einfluss auf das refraktive und visuelle Ergebnis der Kataraktoperation hat und ob möglicherweise ein anderes Komplikationsprofil als bei einzelnen Eingriffen vorliegt. Dr. Jan Lübke, Dr. Matthias Neuburger, Dr. Alexandra Anton und Prof. Dr. Jens F. Jordan (Freiburg) fassen die Ergebnisse einer Auswertung eigener Daten zusammen.

MIGS – Aktuelle Studienergebnisse zu Titanimplantat

Tensiosenkung nach kombinierter Katarakt- und Glaukom-OP ab interno
Die minimalinvasive Glaukomchirurgie (MIGS, minimally invasive glaucoma surgery) wurde durch ein neuartiges Titanimplantat erweitert, das als Nachfolgemodell in der zweiten Generation unter dem Namen iStent inject seit März 2014 in Europa erhältlich ist. Aktuelle Einjahresergebnisse auch aus eigener Studie, in die Patienten mit Offenwinkelglaukom, Pseudoexfoliationssyndrom und signifikanter Katarakt ohne Voroperationen eingeschlossen waren, sowie Ergebnisse im Literaturvergleich zu bisher etablierten Glaukomverfahren fasst Dr. Juliane Wächter (Berlin) zusammen.

Gel-Stent: Erste Erfahrungen und ­Ergebnisse beim Offenwinkelglaukom

Implantation des neuen gelatinebasierten XEN-Stents
Das XEN-Implantat ist ein neuer Glaukom-Stent, der – wie bei einer Trabekulektomie – einen Abfluss des Kammerwassers unter die Bindehaut ermöglicht. Das Implantat besteht aus biologischem Kollagen und wird durch einen mikrochirurgischen Eingriff subkonjunktival eingesetzt. Dr. Fabian Höhn, FEBO, und Dr. Nicolaos Bellios (Pforzheim) berichten über erste Implantationserfahrungen und Ergebnisse beim Offenwinkelglaukom.

29. Kongress der DGII in Karlsruhe

Zum ersten Mal in der Fächerstadt Karlsruhe, trafen sich vom 26. bis 28. Februar über 500 Teilnehmer zum Kongress der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII). Tagungspräsident der Fortbildung war Prof. Dr. Albert J. Augustin, der Direktor der Augenklinik im Städtischen Klinikum Karlsruhe. Dr. Sandor Blümle (Graben-Neudorf) berichtet über den diesjährigen DGII-Kongress.

Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuerpauschalierung

Neue Grenzwerte für west- und ostdeutsche Augenarztpraxen
Alljährlich werden von der Bundesregierung die Beitragsbemessungsgrenzen und die Beitragssätze in der Sozialversicherung angepasst. Auch bei der Lohnsteuerpauschalierung für Teilzeitbeschäftigte sind bestimmte Grenzwerte beim Arbeitslohn zu beachten. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert im Folgenden, wie hoch die Abgabelasten im Jahre 2015 ausfallen.

Sicca-Therapie jenseits der ­Hyaluronsäure

Die Anwendung der Hyaluronsäure gilt heute als Standardtherapie der verschiedenen Formen der Benetzungsstörung der Augenoberfläche (hyposekretorisch und hyperevaporativ). Im klinischen Alltag jedoch gibt es eine große Anzahl von Patienten, die mit Hyaluronsäure-Präparaten nicht ausreichend therapiert werden können. Daraus ergab sich der Wunsch nach besser benetzenden Produkten. Auch erkannte man, dass bloße Tränensubstitution angesichts komplexer immunologischer Interaktionen im Tränenfilm nicht ausreichen kann. Bereits heute stehen mehrere innovative Substanzklassen zur Verfügung. Dr. Thomas Kaercher (Heidelberg) stellt exemplarisch vier Produkte vor, deren Wirkmechanismen sich wesentlich von der Hyaluronsäure unterscheiden und die bessere klinische Ergebnisse aufweisen.

Molekularbiologische ­Pathomechanismen der MGD

Expressionsveränderungen von Genen bei der Meibomdrüsendysfunktion
Die Meibomdrüsendysfunktion (meibomian gland dysfunction, MGD) ist als chronische, diffuse Störung der Meibomdrüsen definiert, die gewöhnlich durch eine Obstruktion des terminalen Ausführungsgangs und/oder durch qualitative oder quantitative Veränderungen des Meibomdrüsensekrets gekennzeichnet ist. Dies führt zu Störungen des Tränenfilms, Symptomen okulärer Reizungen, klinisch nachweisbaren Entzündungsprozessen und Erkrankungen der Augenoberfläche. Trotz der Kenntnisse über die möglichen pathophysiologischen Zusammenhänge einer MGD und des daraus resultierenden Trockenen Auges sind die molekularbiologischen Hintergründe bislang ungeklärt. M. Sc. Antje Schröder (Erlangen) stellt Erklärungsansätze dar.