Autor: Katica Djakovic

Die Schweißbrille

Serie zur Sammlung Roth
Brillen dienen nicht nur zum optimalen Sehen in Ferne und Nähe, sie haben auch eine Schutzfunktion für das Auge. Als Arbeitsbrille gibt es sie allerdings erst seit der Zeit der industriellen Revolution, ursprünglich diente nur ein feines Draht- oder Stoffgeflecht an Stelle des zerbrechlichen Fensterglases als Schutz vor Splittern, Staub und Ruß. Man nannte sie die Steinschlägerbrille. Erst als es gelang, die Gläser durch Beimischen von Schwermetallen und Temperieren zu härten und so bruch- und splitterfest zu machen, wurde das Gitter vor den Augen durch Glas ersetzt, das Gitter selbst wanderte als Seitenschutz an den Brillenbügel. So wurde das Auge am Arbeitsplatz gleichzeitig hinterlüftet und ein Beschlagen unterlaufen. Nicht nur der Lokführer im offenen Führerstand war auf diesen Schutz angewiesen. Auch dessen Heizer schützte so sein Auge vor dem Funkenflug.

179. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

„From Bench to Bed – Illusion oder reale Option?“
Zur diesjährigen Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte (RWA) hatte Tagungspräsident Prof. Norbert Bornfeld Anfang Februar nach Essen in eine traditionsreiche Stätte der ophthalmologischen Fortbildung eingeladen: Über viele Jahrzehnte fand im Haus der Technik die Essener Fortbildung für Augenärzte (EFA) statt, die dann als Augenärztliche Akademie Deutschland (AAD) in Düsseldorf fortgeführt wurde. Die 179. RWA-Tagung stand unter dem Hauptthema „From Bench to Bed – Illusion oder reale Option?“ und ging der Frage nach, inwieweit grundlagenwissenschaftliche Erkenntnisse einen Weg in die klinische Routine finden können. Von Katica Djakovic.

Vermögensbildung zugunsten der Arbeitnehmer

Arbeitnehmer, die sich mit ihrem Betrieb identifizieren, leisten in der Regel mehr als unmotivierte Mitarbeiter. Eine höhere betriebliche Identifikation erreicht der Arbeitgeber durch vermögenswirksame Maßnahmen zugunsten seiner Arbeitnehmer – und die wird auch noch staatlich gefördert. Dabei muss der Arbeitgeber seine Mitarbeiter nicht einmal direkt am Praxisgewinn beteiligen. Es genügt die indirekte Beteiligung durch Kauf von Beteiligungsrechten an anderen Unternehmen zum Beispiel in Form von Aktien oder Aktienfondsanteilen. Von Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin).

Beeinflussung von Harnstofftransporten zur Therapie des Trockenen Auges

In der Vergangenheit konnte nachgewiesen werden, dass Enzyme der Harnstoffsynthese in den Geweben der Augenoberfläche und der Tränendrüse des Menschen exprimiert werden. Eine direkte Abhängigkeit des Wassergehaltes der Tränenflüssigkeit von der lakrimalen Harnstoffkonzentration scheint daher wahrscheinlich. Im Umkehrschluss könnten Störungen der Expression von harnstoffproduzierenden und -transportierenden Proteinen in den Geweben der Augenoberfläche und der Tränendrüse zu einem reduzierten Wassergehalt des Tränenfilms und somit zu einer Beteiligung am hypovolämischen Trockenen Auge führen sowie zur Entstehung der evaporativen Form beitragen. Franziska Scheler (Erlangen) erörtert, inwieweit die Untersuchung und gezielte Manipulation der Harnstofftransporter gewichtige Hinweise auf die Pathogenese dieser Erkrankung bieten könnten.

Effekte von Taurin auf proteomische Komponenten der Augenoberfläche

Das multifaktorielle Krankheitsbild des Trockenen Auges erfordert eine permanente Suche nach neuen, potentiell therapeutischen Wirkstoffen. Hinsichtlich der Hyperosmolarität der Augenoberfläche bei dieser komplexen Erkrankung repräsentieren Osmolyten eine funktionell heterogene und vielversprechende Wirkstoffgruppe. Besonderer Fokus liegt hierbei auf Taurin, einer zwitterionischen Aminoethansulfonsäure, die natürlicherweise in vielen okulären Geweben sowie auf der Augenoberfläche vorkommt. Dr. rer. nat. Sebastian Funke (Mainz) erörtert die durch Taurin induzierten Effekte auf proteomische Komponenten der Augenoberfläche.

Neues Informationsportal zu Augenoberfläche und Trockenem Auge

Homepage des Ocular Surface Center Berlin (OSCB)
Eine neue Informationsplattform des Ocular Surface Center Berlin (OSCB) für die Augenoberfläche und das Trockene Auge bietet wichtige Grundlagen zu Struktur und Funktion sowie zum Krankheitsverlauf und zu neuen Methoden in Diagnostik und Therapie. Die Inhalte dienen einem wissenschaftlichen und didaktischen Zweck zur Verbesserung der Kenntnisse über die Augenoberfläche und ihre Erkrankungen und richten sich primär an ärztliche Kollegen, vor allem auch jüngere Kollegen in der ärztlichen Aus- und Weiterbildung. Prof. Erich Knop und Dr. Nadja Knop (Berlin) erläutern das Konzept des Informationsportals.

Basler Fortbildungstage 2016 (Teil 2)

„Neuroophthalmologisches Potpourri“
Im zweiten Teil des Tagungsberichtes zur Basler Fortbildung über Auge und Nervensystem unter dem Motto „Neuroophthalmologisches Potpourri“, in der auch verkehrsmedizinische Fragen behandelt und die Legasthenie als visuell-sprachverarbeitende Fragestellung erklärt wurden, stellt Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) weitere Vortragsthemen dar.

Evaluation einer bifokalen EDOF-Linse zur Presbyopiekorrektur

Um einen höheren Komfort vor allem im Fern- und Intermediärbereich zu erzielen, stehen gegenwärtig neue Intraokularlinsen zur Verfügung, die über unterschiedliche optische Systeme eine erweiterte Tiefenschärfe (extended-depth of focus, EDOF) erreichen. Da auch bei diesen Intraokularlinsen über störende optische Phänomene berichtet wurde, wurde an der Augenklinik der LMU München eine im Rahmen der Kataraktoperation implantierte bifokale Intraokularlinse mit erweiterter Tiefenschärfe anhand des Visus und einer Defokuskurve evaluiert. In einem standardisierten Quality-of-Life-Fragebogen und am Halo-und-Glare-Simulator wurden die optischen Phänomene durch die Patienten bewertet. Priv.-Doz. Dr. Wolfgang J. Mayer, FEBO (München) fasst die Ergebnisse zusammen.

Intraarterielle Chemotherapie beim fortgeschrittenen Retinoblastom

Das Retinoblastom ist mit zirka 40 bis 45 neuen Erkrankungsfällen pro Jahr in Deutschland eine seltene Tumorerkrankung des Säuglings- beziehungsweise Kleinkindalters und wird häufig erst in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert. Die Behandlung erfordert eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Augenärzten, Kinderonkologen und Radiologen. Dr. Bert Müller, Dr. Antje Vega und Dr. Georg Bohner (Berlin) berichten über erste Erfahrungen in der intraarteriellen Chemotherapie des fortgeschrittenen Retinoblastoms.

Zur Geschichte der Okulopression

Jeder unerwünschte Glaskörperaustritt bei intraokularen Eingriffen, insbesondere bei der Kataraktextraktion, stellt einen wesentlichen Zwischenfall dar. Das gilt nach wie vor in der Ophthalmochirurgie und besonders bis etwa zum Jahr 2000, als noch die starren, nichtflexiblen Intraokularlinsen implantiert wurden. Nach der äußerst seltenen expulsiven Blutung, der postoperativen Endophthalmitis, ist der Austritt vom Glaskörper die bedeutungsvollste und folgenschwerste Komplikation im Zusammenhang mit einer Kataraktoperation. Der ungarische Augenarzt Vörösmarthy schaffte 1964 mit dem von ihm kreierten Okulopressor die Wende und konnte den Glaskörperaustritt bei seinen Kataraktoperationen auf null Prozent optimieren. Ein Beitrag von Priv.-Doz. Dr. Manfred Jähne, FEBO (Chemnitz).