Autor: Katica Djakovic

Advanced Triple Procedure: DMEK bei komplexen Vorderabschnittspathologien

Bisher galten Aphakie, Zustand nach Vitrektomie oder ein instabiles Iris-Linsendiaphragma als Kontraindikationen für eine erfolgreiche DMEK, da von dem Risiko einer Dislokation des Transplantates auszugehen ist. Daten zur Notwendigkeit eines stabilen Iris-Linsendiaphragmas sind bislang nicht verfügbar. In einer prospektiven Fallserie an der Universitäts-Augenklinik (LMU) München wurde die Durchführbarkeit einer zeitgleichen DMEK mit Wiederherstellung des Iris-Linsendiaphragmas bei komplexen Vorderabschnittspathologien evaluiert. Jakob Siedlecki, Dr. Nikolaus Luft und Priv.-Doz. Dr. Martin Dirisamer, FEBO (München) stellen die Ergebnisse vor

Makuladegeneration – Deutschlands häufigste Augenerkrankung braucht mehr Aufmerksamkeit

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist mit bundesweit 4,5 Millionen Betroffenen eine Volkskrankheit, bei der die Sehzellen in der Netzhautmitte betroffen sind. Seit zehn Jahren kann die aggressivste, feuchte Ausprägung dieser chronischen Erkrankung effektiv therapiert werden. Anlässlich des Sehbehindertentages am 6. Juni weisen das AMD-Netz, der Berufsverband der Augenärzte (BVA), der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) und Pro Retina Deutschland darauf hin, dass immer noch viel zu wenige Senioren den empfohlenen jährlichen Augen-Check wahrnehmen.

31. Jahrestagung der DGII in Dortmund

Die diesjährige Jahrestagung der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII) in Dortmund stand unter dem Hauptthema „Planung und Durchführung operativer Eingriffe bei schwierigen okulären Ausgangssituationen“. In 15 Sitzungen wurde unter anderem über jüngste Weiterentwicklungen im IOL-Bereich, die Lifestyle-Medizin in der Augenheilkunde und Aspekte zum Thema Ärztinnen in der Ophthalmochirurgie referiert und diskutiert. Von Katica Djakovic.

Wahl der richtigen Abschreibungsmethode

Mobile Wirtschaftsgüter nutzen sich ab und verlieren dabei an Wert. Im Steuerrecht wird dieser laufende Wertverlust durch „Absetzung für Abnutzung“ (AfA) berücksichtigt. Die Abschreibungen auf das Praxisvermögen des Augenarztes zählen zu den Praxisausgaben. Mit der Wahl der richtigen Abschreibungsmethode kann er den zu versteuernden Gewinn seiner Augenarztpraxis optimieren. Leider verändert der Gesetzgeber laufend die Abschreibungsregeln. So sind beispielsweise seit 2011 keine degressiven Abschreibungen auf neue Investitionen mehr möglich. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert anhand von Beispielen, was bei der Wahl der richtigen Abschreibungsmethode zu berücksichtigen ist.

Periphere Laser-Iridoplastik und Selektive Laser-Trabekuloplastik

Ist eine kombinierte Anwendung von IP und SLT zur Drucksenkung sinnvoll?
Zur Drucksenkung der verschiedenen Glaukomformen stehen neben medikamentösen und operativen Verfahren auch zahlreiche Lasertechniken zur Verfügung, unter anderem auch die Laser-Iridoplastik (IP) und die Selektive Laser-Trabekuloplastik (SLT). Beide Laserverfahren können allein oder in Kombination eingesetzt werden. In einer Studie an der Universitäts-Augenklinik Dresden wurde der drucksenkende Effekt nach alleiniger Iridoplastik sowie kombinierter Iridoplastik mit SLT bei Patienten mit engem Kammerwinkel oder engem Kammerwinkelzugang verglichen. 
Dr. Johanna Orphal (Dresden) stellt die Ergebnisse dar.

Neues MIGS-Verfahren: Kanaloplastik ab interno

Die Kanaloplastik ab interno mit dem Visco-360-System stellt ein neues minimalinvasives glaukomchirurgisches Verfahren (MIGS) dar, bei der der Schlemmsche Kanal durch das Trabekelmaschenwerk von der Vorderkammer aus eröffnet, zirkulär sondiert und mit Viskoelastikum gedehnt wird. Bei diesem Vorgang werden ebenfalls das Trabekelmaschenwerk sowie die skleralen Kollektorgefäße geweitet. Für diese Methode wird ein minimalinvasiver Zugang (etwa 1,4 mm) über die temporale Hornhaut angelegt. Dr. Simon Ondrejka, FEBO, und Prof. Norbert Körber, FEBO, (Augencentrum Köln-Porz) stellen erste Ergebnisse der MIGS-Kanaloplastik mit dem Visco-360-System vor

Fadenkanaloplastik mit suprachoroidaler Drainage und Ologen-Implantat

Die Kanaloplastik hat sich in Sulzbach mit fast 2.000 Eingriffen in den letzten sieben Jahren durch einige Modifikationen – im Vergleich zur bisherigen Goldstandard-OP der Trabekulektomie – als Verfahren mit vergleichbarer Drucksenkungsrate, aber deutlich reduziertem Komplikationsprofil gezeigt. Dr. Arno Haus (Sulzbach) stellt eine neue Variation der Kanaloplastik mit Fadensondierung und suprachoroidaler Ologen-Implantation vor.

Die Elektrostimulation – eine Standortbestimmung

Die Elektrostimulation des Sehnerven ist eine ergänzende Therapieform zur Stabilisierung der glaukomatösen Optikusneuropathie, die eingesetzt werden kann, wenn nach der Einstellung des Augeninnendrucks weiterhin eine Progression beobachtet wird. Seit zirka zwei Jahren kommt die Stimulationstechnik in der Augenklinik am Wittenbergplatz, Berlin, zur Anwendung. Langzeiterfahrung bezüglich einer Progressionsverlangsamung beziehungsweise einer -verhinderung stehen noch aus, aber erste retrospektive Betrachtungen der Patienten im Einjahresverlauf zeigen bei den meisten Patienten eine Stagnation des Gesichtsfeldbefundes. Prof. Carl Erb, Pia Gindorf und Dr. Nicole Zimmermann (Berlin) erläutern das Vorgehen und diskutieren ihre Erfahrungen.

Diagnostik und Management von Irisläsionen

In der augenärztlichen Praxis ist die Differentialdiagnostik von Irisläsionen ein häufiges klinisches Problem. Vor allem zwischen einem Nävus und einem malignen Melanom der Regenbogenhaut sicher zu unterscheiden, kann eine Herausforderung darstellen. Trotz dieser durchaus häufigen Problematik zählt das maligne Melanom der Iris zu den seltenen Tumoren, aber aufgrund seiner potentiellen Lebensbedrohlichkeit ist die Frühdiagnostik wie auch die Präzisionstherapie entscheidend. Prof. Ludwig M. Heindl (Köln) stellt die Diagnostik und das Management von Irisläsionen dar.

Das Auge der Prinzessin

Serie zur Sammlung Roth
Über das Leben der Menschen in der Prähistorik und frühen Antike wissen wir nicht viel. Schriften, in denen uns über ihr Leben oder gar ihre Sorgen berichtet wird, fehlen. Gefühle wie Schmerz, Trauer, Freude oder Angst konnten uns weder in Wort noch Ton überliefert werden. Doch Emotionen gab es bereits genauso wie heute und schon immer war das Auge hierfür eines der eindrucksvollsten Ausdrucksmittel. Lediglich aus den Darstellungen des Gesichts, vor allem aber des Auges können wir ablesen, was den Menschen einst bewegte. Seine Abbildungen in der Malerei der Steinzeit, in den Plastiken der Antike bis hin zur ersten realistischen Darstellung in der Malerei oder dem Foto sind damit auch Ausdruck menschlicher Gefühle.