Autor: Katica Djakovic

Zur 13. Internationalen Myopie-Konferenz 2010 in Tübingen

Forschung zu Mechanismen der Myopie
Anlässlich der im zweijährigen Turnus stattfindenden, interdisziplinären Myopie-Konferenz (International Myopia Conference, IMC) trafen sich rund 250 Teilnehmer aus 31 Ländern Ende Juli in Tübingen, um neueste Forschungsergebnisse zu den Mechanismen der Myopie auszutauschen und zu diskutieren. Prof. Dr. rer. nat. Frank Schaeffel und Dr. Marita Feldkämper fassen einige Tagungsaspekte zusammen.

Ophthalmologische Veränderungen im Rahmen von Hypophysentumoren

Die zahlenmäßig größte Gruppe der raumfordernden Prozesse im Bereich der Sella sind die Hypophysenadenome. Erst bei suprasellärer Ausdehnung des Adenoms kommt es zu Sehstörungen, die den Patienten in etwa 70 Prozent der Fälle zum Augenarzt führen. Zu den Symptomen gehören Störungen des Gesichtsfeldes, Abnahme des Sehvermögens und Veränderungen des Augenhintergrundes (Optikusatrophie). Dr. Ulrike Berghold erläutert klinische Veränderungen und deren Differentialdiagnosen.

Fall: Retinopathia traumatica nach Thoraxkompression

Die Retinopathia traumatica (Morbus Purtscher) ist eine seltene Erkrankung nach Thorax- und Schädeltraumen. Kurz nach dem Unfall führt sie zu einem meist deutlichen Visusabfall. Ein ähnliches Krankheitsbild wird nach mehreren internistischen Erkrankungen beschrieben. Es existieren mehrere Hypothesen zur Entstehung der Netzhautveränderungen. Ausgehend von einem Fallbericht, stellt Dr. Michael K. Zander typische Befunde dieser Erkrankung, ihre Diagnostik und Therapie vor.

Antibiotikatherapie bei konnatalen Tränenwegsstenosen

Ergebnisse einer Untersuchung zur effizienten Behandlung
Konnatale Tränenwegsstenosen führen in 97 Prozent der Fälle zu einer bakteriellen Besiedlung der Tränenwege und chronischer Dakryozystitis. Bis zum sechsten Lebensmonat kommt einer effektiven lokalen Antibiotikatherapie die wichtigste Bedeutung zu. Priv.-Doz. Dr. Tobias Stupp stellt die Ergebnisse einer klinischen Untersuchung vor, die an der Augenklinik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster durchgeführt wurde.

Congenitale Fibrosesyndrome der ­extraokulären Muskeln

Die Congenitalen Fibrosesyndrome der extraokulären Muskeln (CFEOM) stellen seltene, nicht-progrediente Veränderungen dar, die charakterisiert sind durch inkomitanten Strabismus, mit häufig divergent nach unten stehenden Augen, einer kompensatorischen Kinnhebung und einer Ptosis oder Pseudoptosis. Das Erkennen und die Zuordnung dieser Krankheitsbilder sind von Bedeutung, um ein angemessenes chirurgisches Vorgehen zu planen und die Kopffehlhaltung zu verringern. Prof. Dr. Günther Rudolph und Michael F. Nentwich stellen die klinische und molekulargenetische Klassifikation der congenitalen Fibrosesyndrome dar.

2. Deutsches ICL-Anwendertreffen

Diskussion und Erfahrungsaustausch
Zum zweiten Mal traf sich eine große Expertenrunde refraktiv tätiger Chirurgen zum Deutschen ICL-Anwendertreffen in Düsseldorf. Neben interessanten Vorträgen und regem Erfahrungsaustausch rund um die torische implantierbare Kontaktlinse ICL (Implantable Collamer Lens), wurden die Ergebnisse der ICL-Datensammlung vorgestellt. Ein Bericht von Dr. Ullrich Weißmantel.

Zum World Ophthalmology Congress 2010 in Berlin

WOC 2010: Ein Treffen der Superlative
Es war ein für Deutschland besonderes und spannendes Großereignis, zu dem WOC-Präsident Prof. Dr. Gerhard K. Lang geladen hatte – und die Gäste kamen zahlreich: Rund 13.000 Teilnehmer aus 145 Ländern folgten der Einladung zum World Ophthalmology Congress, der nach 44 Jahren erstmals wieder in Deutschland tagte. Zahlen, die man sich nicht zu erhoffen gewagt hatte und die den Stellenwert der deutschen Ophthalmologie weltweit eindrücklich bestätigten. Geboten wurde den Gästen aus aller Welt ein glanzvoller Kongress mit einem internationalen Programm von Spitzenniveau und zahlreichen Highlights sowie ein stets präsenter, gut gelaunter Kongresspräsident, der mit leichter Hand das Ausnahmeereignis souverän managte. Auch seitens der Augenärztlichen Akademie Deutschland (AAD), die im Vorfeld des internationalen Programms den Beginn des Weltkongresses mit einer deutschsprachigen Tagung einleitete, zeigte man sich mit den Besucherzahlen zufrieden. Flankiert und unterstützt wurde die internationale Zusammenkunft auf 4.700 qm von der größten Industrieausstellung, die es je bei einem deutschen Augenheilkunde-Kongress gegeben hat. Selbst das Rahmenprogramm sprengte bisherige Maßstäbe und bot begeisternde Spitzenunterhaltung. Ein Bericht von Ulrike Lüdtke.

Premiumlinsen und Kostenerstattung in der Praxis

Die Ansprüche der Patienten auf ein gutes Ergebnis nach Kataraktoperation und somit die Nachfrage nach Sonder- beziehungsweise Premiumlinsen sind im letzten Jahrzehnt erheblich gestiegen. In einigen Gebieten Deutschlands ermöglichen Strukturverträge eine Zuzahlung, so dass Patienten nicht die gesamten Operationskosten selber tragen müssen. Dr. Stefanie Schmickler gibt einen Überblick zu Premiumlinsen und deren Kostenerstattung in der Praxis.

Konzepte der sulkusfixierten additiven IOL

Add-On-IOL zur primären und sekundären Implantationen
Um die Nachteile der Polypseudophakie mit zwei herkömmlichen bikonvexen Linsen zu vermeiden und den hohen refraktiven Ansprüchen der Patienten gerecht zu werden, wurde eine spezielle additive Intraokularlinse konstruiert. Prinzipiell können additive Linsen primär, im Rahmen der Kataraktoperation, unmittelbar nach Implantation der ersten Linse (Duett-Implantation) oder sekundär bei bereits bestehender Pseudophakie implantiert werden. Prof. Dr. Michael Amon stellt die Konzepte der sulkusfixierten additiven IOL vor.