Autor: Katica Djakovic

Aktuelle Trends in der ambulanten Intraokularchirurgie

Ergebnisse der Umfrage 2009 von BDOC, BVA und DGII
Jedes Jahr werden von der DGII in Zusammenarbeit mit dem BVA und BDOC Fragebögen an alle deutschsprachigen Ophthalmochirurgen zum Operationsverhalten versandt. Ausgewertet wurde der Rücklauf in diesem Jahr von Prof. Dr. Martin Wenzel, Prof. Dr. Thomas Kohnen, Dr. Armin Scharrer, Dr. Kaweh Schayan und Dr. Johannes Klasen. Einige Ergebnisse werden hier vorgestellt.

Therapieprognosen bei Amblyopie

Ergebnisse später Therapie von exzentrischer Fixation bei verschiedenen Amblyopieformen
Die Etablierung der Amblyopietherapie in den letzten Dekaden stellte die Situation der exzentrischen Fixation numerisch in den Hintergrund: Sie sind in großen Schielambulanzen etwa zwei bis drei Mal pro Jahr zu sehen, jedoch ist das Problem ihrer Behandlung immer noch präsent. Die Pathogenese der exzentrischen Fixation ist bis heute nicht genau geklärt. An der Universitäts-Augenklinik Erlangen wurden über 17 Jahre Patientendaten mit dem Ziel gesammelt, die Therapierbarkeit bei exzentrischer Fixation bei verschiedenen klinischen Entitäten darzustellen. Prof. Dr. Gabriele-Charlotte Gusek-Schneider stellt die Ergebnisse vor.

Der Fisher’s Spinning Lens Test

Test zur Simulation der Akkommodation
Das so genannte Lens Refilling stellt eine potentielle Methode zur Wiederherstellung der Akkommodation dar, bei der ein flexibles Polymer in den Kapselsack der Linse injiziert wird, um die verhärtete Linsenmasse zu ersetzen und eine erneute Brechkrafteinstellung zu ermöglichen. Dipl.-Ing. (BA) Philipp Martius, Dr. rer. nat. Oliver Stachs und Prof. Dr. Rudolf. F. Guthoff stellen den Fisher’s Spinning Lens Test vor, der es erlaubt, die Akkommodation von Linsen ex vivo zu simulieren sowie geometrische Änderungen zu quantifizieren.

Ophthalmologie in Nigeria

Mit 148 Millionen Einwohnern ist Nigeria, flächenmäßig zweieinhalb mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland, das am dichtesten besiedelte Gebiet Afrikas. Das Land zählt immer noch zu den 20 ärmsten Ländern der Erde und ist zu einem wichtigen Entwicklungshilfeempfänger geworden. In Nigeria praktizieren derzeit 250 Augenärzte, ein Augenarzt kommt damit auf 600.000 Einwohner. Mit 160 Betten gehört das ECWA-Augenhospital in Kano zu den größten und am besten ausgestatteten Augenkliniken Westafrikas. Der Tropenophthalmologe Dr. Ulrich-Peter Best hat im vergangenen Jahr vier Wochen für die Christoffel-Blindenmission im ECWA gearbeitet und gibt einen Einblick in die ophthalmologische Situation in Nigeria vor dem Hintergrund der gespannten Gesamtsituation im Lande.

Pro Retina-Stiftung: Stiftungsprofessur für Netzhautforschung etabliert

Die Pro Retina-Stiftung zur Verhütung von Blindheit hat am heutigen 1. Dezember am Institut für Humangenetik der Universität Regensburg eine Stiftungsprofessur mit dem Schwerpunkt Netzhautforschung etabliert. Inhaber dieser Professur wird Prof. Dr. Thomas Langmann sein. „Unsere Stiftung ist ein Instrument zur Forschungsförderung der Selbsthilfevereinigung Pro Retina Deutschland e. V.“, erklärt die 1. Vorsitzende Helma Gussek, Bonn. „Mit der Etablierung dieser Stiftungsprofessur übernehmen wir eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet der Forschungsförderung durch Patientenorganisationen.“

Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) 2010

Frischer Wind für die DOC
Das Hamburger Wetter erfüllte alle Erwartungsklischees: es war stürmisch, regnerisch und kalt. Ein ungewohntes Ambiente also für die Tagung der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC), die sonst zu gewohnter Zeit in Nürnberg mit einem frühlingshaften Lüftchen aufwartet. Die frische Brise zog auch durchs Programm, das einiges Neues zu bieten hatte: so das Konzept der Video Live Surgery, bei der jeder Eingriff von dem im Saal anwesenden Operateur vor dem Auditorium präsentiert und kommentiert wurde; aber auch der sehr kurzweilige „Kaffeeklatsch der Refraktiven Chirurgie“, anlässlich dessen eine Runde internationaler Ophthalmochirurgen etliche per SMS oder per Terminal aus dem Plenum abgegebene Fragen beantwortete. Auch das mit KBV-Chef Dr. Andreas Köhler hochrangig besetzte berufspolitische Symposium zog in diesem Jahr besonders zahlreich Teilnehmer an. Ein Bericht von Ulrike Lüdtke.

Neue Urteile zur Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)

Zum Steigerungssatz bei der IVOM sowie zur Analogbewertung
Zur GOÄ sind in jüngster Zeit drei neue Urteile aus dem augenärztlichen Bereich mit richtungsweisenden Bedeutung ergangen, die zeigen, dass die medizinische Sinnhaftigkeit einer Behandlungsmaßnahme vor dem Wortlaut der GOÄ Vorrang genießt, wenn dieser sich als medizinisch nicht haltbar erweist, teilte der BDOC mit. Rechtsanwalt Dirk Griebau stellt sie im Folgenden dar.

Suche nach neuen Wegen in die Zukunft

Zur BVA-Delegiertenversammlung 2010 in Berlin
Im Vorfeld der diesjährigen Delegiertenversammlung des BVA am 6. und 7. November in Berlin stellte sich die Frage, welche Bilanz der Berufsverband der Augenärzte nach einem Jahr neuer Gesundheitspolitik ziehen würde und wie er sich für die zukünftigen Herausforderungen rüstet. Einige Aspekte der zweitägigen Diskussion sowie aktuelle Antworten auf drängende Fragen fasst Katica Djakovic zusammen.

Minimally Invasive Strabismus Surgery (MISS)

Chirurgische Techniken zur Korrektur des Innenschielens (Teil 2)
Der Begriff MISS, Minimally Invasive Strabismus Surgery, bezeichnet chirurgische Techniken zur Korrektur des Schielen, die das Gewebstrauma, postoperative Beschwerden, Komplikationen, Hospitalisationsdauer und Arbeitsunfähigkeit auf ein Minimum reduzieren. Die minimalinvasiven Verfahren in der Augenmuskelchirurgie wurden erst in den letzten Jahren insbesondere von Prof. Dr. Daniel S. Mojon, St. Gallen, entwickelt, der die Vorgehensweisen und Prinzipien im Folgenden erläutert.

Pigmentierte submakuläre Veränderungen bei einem Kind

Bei dem kombinierten Hamartom der Netzhaut und des RPE (CHRRPE) handelt es sich um eine benigne, häufig kongenitale Veränderung, welche meist juxtapapillär, seltener makulär, aber auch peripher vorkommen kann, in den meisten Fällen unilateral auftritt und bei makulärer Beteiligung eine hochgradige Visusminderung verursacht. Eva Lahme, Abed Atili und Prof. Dr. Hans Hoerauf beschreiben den Fall eines fünfjährigen Kindes, das zur Abklärung einer epiretinalen Gliose vorgestellt worden war.