Aus der aktuellen Ausgabe

Serie Auge und Sehen: Eine Augensalbe

Serie zur Sammlung Roth
Die Therapie des erkrankten oder verletzten Auges beschäftigt die Menschen schon seit Jahrtausenden. Die Arbeiten in den Stein­brüchen oder bei der Metallbearbeitung waren einst nicht ungefährlich, Verletzungen bei der Arbeit an der Tagesordnung. Ulzera nach Fremdkörperverletzungen entzogen sich der Therapie, Perforationen führten zum Verlust des Auges. Schriftliche Überlieferungen zu irgendeiner Behandlung fehlen, das Wissen um das therapeutische Vorgehen ging verloren. Erst seit dem frühen Mittelalter kennt man brauchbare Rezepturen, sie sind meist handschriftliche Unikate. Erst nach Erfindung des Buchdrucks fanden sie eine weite Verbreitung. Eine frühe Broschüre berichtet über die entzündlichen Erkrankungen der Augen und den Gebrauch einer Augensalbe. Sie hat durchaus ­werbenden Charakter.

Prophylaxe der Post-IVOM-Endophthalmitis

Geänderte Empfehlungen zur topischen Antibiose nach IVOM
Die bakterielle Endophthalmitis ist eine seltene, aber gefürchtete Komplikation nach intravitrealer operativer Medikamentenapplikation (IVOM). Ihre Besonderheit – im Unterschied zur Endophthalmitis nach Eingriffen am vorderen Augenabschnitt – besteht darin, dass sich der Keim initial näher an der Netzhaut befindet und dort schneller zu irreversiblen strukturellen Schäden führen kann. Auch treten die Schmerzen etwas verzögert auf, da der Ziliarkörper später als nach einer Kataraktoperation beeinträchtigt wird. Prof. Nicolas Feltgen und Prof. Hans Hoerauf (Göttingen) stellen neuere Daten zur bisher empfohlenen perioperativen Antibiotikagabe dar und fassen die aktuelle Stellungnahme der Fachgesellschaften zur Endophthalmitis-Prophylaxe bei intravitrealer operativer Medikamenteneingabe zusammen.

AMD-Therapie mit niederenergetischer Röntgenstrahlung

Die Anti-VEGF-Injektionen haben sich als Standard in der Behandlung der neovaskulären AMD etabliert. Eine mögliche Reduktion der erforderlichen Injektionen bei gleichzeitigem Visuserhalt ist eine neue Option, die sich mit der singulären Anwendung einer stereotaktischen Radiotherapie mit niederenergetischer Röntgenstrahlung bietet. Prof. Dr. Norbert Bornfeld (Essen) erläutert den Ansatz sowie die aktuellen Studienergebnisse des Verfahrens, das derzeit bereits in einigen deutschen Kliniken Anwendung findet.

XXVIII. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Bonn (Teil 1)

Ophthalmogeschichte(n) in der ehemaligen Hauptstadt
Im Oktober tagte zum 28. Mal die ophthalmohistorische Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) und bot mit 26 angemeldeten Vorträgen und Postern im traditionsreichen Bonner Hotel Dreesen ein höchst vielseitiges und interessantes wissenschaftliches Programm. Besondere Höhepunkte waren die neu eingeführte Julius-Hirschberg-Vorlesung sowie der erstmalig verliehene JHG-Promotionspreis. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) fasst die Inhalte zusammen.

Kontaktlinsen in der Forensik

Kriminaltechnische Spurensuche im Rahmen der Obduktion
Die Frage, ob eine Kontaktlinse relevante Daten über einen ungeklärten Todesfall liefern könnte, galt lange als strittig. Doch inzwischen hat sie einen besonderen Stellenwert in der Forensik erhalten: Auch Ermittlungsbehörden haben mittlerweile erkannt, dass eine Untersuchung der Kontaktlinsen bei rechtsmedizinischen Fragestellungen weiterhelfen kann. Dabei erfordert die Beurteilung von Ablagerungen oder Defekten, vor allem bei Gewalttaten oder ungeklärten Todesfällen, den erfahrenen Kontaktologen. Dr. Hans-Walter Roth (Ulm) zeigt einige Fälle aus dem forensischen Erfahrungsgut des Instituts für wissenschaftliche Kontaktoptik in Ulm auf.

Fallbericht: Papillenschwellung als Erstmanifestation einer Neurolues

Die ophthalmologische Manifestation einer Neurolues kommt selten vor, sie kann vielfältig sein und verschiedene Bereiche des Auges befallen. Dr. Veronika Bernhardt, Dr. Torsten Brosius und Dr. Markus Motschmann (Haldensleben) stellen den Fall eines 58-jährigen Patienten dar, bei dem sich innerhalb eines Vierteljahres an beiden Augen nacheinander eine nichtarteriitische AION manifestierte. Zunächst wurde eine beidseits nachgewiesene Stenose der Arteria carotis interna als Ursache vermutet. Die erweiterte Diagnostik ergab das Vorliegen einer Neurolues.

Serie Auge und Sehen: Das Auge im Schrifttum

Serie zur Sammlung Roth
Die Frage, wie alt die Augenheilkunde denn sei, ist nicht zu beantworten. Mit Sicherheit war sie in den frühesten Zeiten der Menschheit bereits ein Teil der Medizin, alle Kulturen kannten die Blindheit, alle Sprachen hatten dafür einen Begriff. Krankheit oder Unfall waren von Gott gewollt, sie waren Schicksal. Und alle Kulturen kannten bereits Therapien. Doch es fehlt an Aufzeichnungen und einer schriftlichen Weitergabe des Erfahrungswissens an die nächste Generation. Inschriften in Keilschrift, auf Papyrus oder Pergament gibt es nur wenige mit dem Thema Ophthalmologie. Erst durch die Erfindung des Buchdrucks und der einfachen Herstellung von Papier aus Holz wurden Schriften auch über die Augenheilkunde verfasst, verbreitet und an die Nachwelt weitergegeben. Medizinische Journale berichten ab der Mitte des 19. Jahrhunderts regelmäßig über die Updates der Augenheilkunde.

Jahrestagung der Vereinigung Deutschsprachiger Ophthalmopathologen (DOP) in Kiel

„Fruchtbare Kooperation“
Die Ophthalmopathologie, insbesondere die Histologie des Auges, ist seit gut 150 Jahren fester Bestandteil der universitären Augenheilkunde. Die Weiterentwicklung der allgemeinen Pathologie, sei es im Bereich der Färbetechniken oder dem neuen Feld der Molekularpathologie, sowie neue Krankheitsentitäten, die nicht nur das Auge betreffen, erfordern auch in diesem Bereich eine Intensivierung und Kultivierung des interdisziplinären Austausches. Die Verbesserung des Informationsaustausches gehört auch zu den Zielen der DOP, die zur 42. Jahrestagung nach Kiel geladen hatte. Dr. Udo Hennighausen (Heide) berichtet über das Treffen.

Förderung der privaten Altersvorsorge

Seit dreizehn Jahren gibt es die vom Staat mit Zulagen geförderte Altersvorsorge. Rund 15 Millionen Bürger haben bereits solche Verträge abgeschlossen, denn es hat sich herumgesprochen, dass das so genannte Rentenniveau in den kommenden Jahrzehnten weiter sinken wird, wenn die Beiträge der Versicherten auch in Zukunft bezahlbar bleiben sollen. Um diese Einbußen bei der gesetzlichen Altersversorgung auszugleichen, fördert der Staat seit 2002 den Aufbau einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge mit Zulagen und Steuervorteilen. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert, welche Voraussetzungen für die staatliche Förderung der privaten Altersvorsorge erforderlich sind.

OCT als Kassenleistung aufgrund eines Systemversagens?

Aktuelles Urteil verpflichtet Krankenkasse zu Kostenübernahme
Die Optische Kohärenztomographie kam 1996 erstmals in der Augenheilkunde zum Einsatz und hat seither eine rasante Entwicklung verzeichnet. Sie ist ein wichtiges Verfahren zur frühen Diagnostik von Netzhauterkrankungen und laut Leitlinien der augenärztlichen Fachgesellschaften unverzichtbar bei der Verlaufskontrolle im Rahmen der IVOM-Therapie bei chronischen Netzhauterkrankungen. Dennoch ist die OCT nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen abgebildet und bislang für den Patienten eine IGeL-Leistung. Ein Urteil des Sozialgerichts Rostock hat nun erstmals eine Krankenkasse zur Kostenübernahme verpflichtet. Karl-Heinz Ackermann, Geschäftsführer der Augenärztegenossenschaft Mecklenburg-Vorpommern (Neubrandenburg) und Rentenberater, berichtet über das Urteil.