Aus der aktuellen Ausgabe

Tränenwegsendoskopie im Kindesalter

Die konnatale Dakryostenose (KDS) gehört zu den häufigsten Krankheitsbildern der Kinderophthalmologie. Durch die vorhandenen Therapieoptionen, die sich in ein Stufenkonzept zusammenfassen lassen, ist in den meisten Fällen eine Heilung möglich. Dennoch kommt es mitunter zu komplizierten Verläufen, die ein Ausschöpfen der Behandlungsmöglichkeiten erfordern. Dr. Jens Heichel (Halle) stellt die verschiedenen Methoden dar und diskutiert die Erfolgsraten und Komplikationen der Dakryoendoskopie im Kindesalter.

Das Monokel

Serie zur Sammlung Roth (Folge 87)
Zum Ausgleich einer Fehlsichtigkeit sind optisch brechende Gläser erforderlich, doch nicht jeder konnte sich im ausgehenden Mittelalter schon eine Brille leisten. Eine preiswerte Alternative war das Einglas. Auch als Monokel bezeichnet wurde es, wie sein Name schon sagt, nur vor ein Auge gehalten. Es diente im Gegensatz zur Brille nur als kurzzeitige Sehhilfe, so konnte auch die Notwendigkeit, eine Sehhilfe tragen zu müssen, gut verschleiert werden. Im 16. Jahrhundert soll es erstmals in den Handel gekommen sein, als Lorgnon oder Stielglas hielt man sich damals das Glas, wie die heutige Lupe an einem Griff befestigt, vor das eine oder andere Auge.

Markierungsfehler torischer Achslagen bei Kopfneigung

Die Kataraktchirurgie mit torischen Linsen erfordert zumeist eine präoperative Achsmarkierung. Diese kann bei ­unpräziser Ausführung zur Fehlerquelle werden. Gibt es bei Seitneigung des Kopfes eine kompensatorische ­Zyklorotation des Auges, die den theoretischen Markierungsfehler praktisch abmildern würde? Dieser Frage sind Dr. Peter Hoffmann und Ute Lenzner (Castrop-Rauxel) mittels objektiver Methoden nachgegangen

Eintrübung hydrophiler IOL nach PPV mit intraokularer Gaseingabe

Obwohl die Kalzifikation hydrophiler Intraokularlinsen eine seltene Spätkomplikation der Kataraktopera­tion ­darstellt, kam es in den letzten Jahren zu mehreren Berichten von IOL-Eintrübungen nach Operationen mit ­intraokularer Injektion von Gas oder Luft. Im David J Apple International Laboratory for Ocular Pathology an der Universitäts-Augenklinik Heidelberg wurden zehn explantierte hydrophile Intraokularlinsen mit klinisch ­signifikanter Trübung nach Pars-plana-Vitrektomie (PPV) auf Materialveränderungen und optische Qualität ­untersucht. Prof. Ramin Khoramnia, FEBO, Dr. Timur Yildirim, Priv.-Doz. Dr. Silvia Bopp, Dr. Grzegorz Labuz, Dr. Hyeck Soo Son und Prof. Gerd U. Auffarth, FEBO, erläutern die Ergebnisse.

13. Meeting der European Neuro-Ophthalmology Society (Teil 2)

Zum 13. Meeting der European Neuro-Ophthalmological Society (EUNOS) hatte Dr. Gabriella Szatmáry nach Budapest eingeladen. Im ersten Teil des Nachberichtes fasste Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) wesentliche Aspekte aus den Vorträgen zur Leberschen Hereditären Optikusneuropathie zusammen. Der zweite Teil stellt aktuelle neuro-ophthalmologische Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten sowie weitere Themen der Neuro-Ophthalmologie aus dem Tagungsprogramm und Meilensteine der Geschichte der Neurologie in Ungarn dar.

Korneale Konfokale Mikroskopie zur Früherkennung neurodegenerativer Diabeteskomplikationen

Bisher galt das Auftreten einer Diabetischen Retinopathie als frühestes klinisches Zeichen mikrovaskulärer Sekundärkomplikationen. Andere neurodegenerative Veränderungen am Auge wie Gliazellverlust und Funktionsstörungen der Photorezeptoren sind bei Diabetikern bereits deutlich früher nachweisbar, werden aber in der klinischen Routine bisher kaum erfasst. Der Kornealen Konfokalen Mikroskopie (CCM) wird derzeit das größere Potential als Screeningmethode zur frühen Erfassung der diabetischen Neuropathie beigemessen. Priv.-Doz. Dr. Hans-Joachim Hettlich, Prof. Oliver Stachs, Prof. Rudolf F. Guthoff und Prof. Diethelm Tschöpe erläutern den aktuellen Forschungsstand.

Pseudophakie-Ablatio bei jüngeren Patienten

Obwohl die Techniken der Kataraktoperation mit Einführung der Mikroinzisionstechnik und der Femtosekundenlaser-assistierten Kataraktchirurgie kontinuierlich verbessert werden, ist bei insgesamt steigenden Katarakt­operationszahlen und Clear-Lens-Extraktionen, insbesondere auch bei jüngeren Patienten, mit einer zunehmenden Prävalenz der Pseudophakie-Ablatio zu rechnen. Da ein junges Patientenalter einer der bekannten Risiko­faktoren für eine Pseudophakie-Ablatio ist, wurden in einer retrospektiven Studie am Zentrum für Augenheilkunde ­Düsseldorf die Inzidenz und Risikofaktoren für eine Netzhautablösung nach Kataraktoperation oder refraktivem Linsenaustausch bei Patienten bis zu einem Alter von 60 Jahren untersucht. Prof. Thomas Laube ­(Düsseldorf) stellt die Ergebnisse vor.

Der Lachgucker

Serie zur Sammlung Roth (Folge 86)
Die ersten optisch geschliffenen Linsen dienten zunächst ausschließlich als ­Lese­hilfen bei Weit- und Alterssichtigkeit, später wurden sie mit Kombinationen auch in Teleskopen, Mikroskopen oder anderen Geräten zur exakten Aufnahme oder Wiedergabe von Bildern verwendet. Dass Optiker damit auch Bilder entstellen oder verzerren konnten, dürfte bald bekannt gewesen sein, ­spätestens, wenn ein Schliff oder Guss des Glases misslang und unregelmäßig gekrümmte Oberflächen entstanden waren. Dann war es durchaus amüsant zu sehen, wie die Objekte verfälschte Bilder lieferten – ein Effekt, der heute noch in historischen Spiegelkabinetten auf Jahrmärkten zu jedermanns Gaudi zu erleben ist.

Kongressbericht: 31. Internationaler Kongress der DOC

Innovationen auf dem Prüfstand
Rund 5.700 Teilnehmer besuchten den 31. Internationalen Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC), der vom 14. bis 16. Juni im Nürnberger Convention Center ausgerichtet wurde. Höhepunkt der Jahrestagung war die Hauptsitzung mit Ehrenvorlesungen und der Aufnahme zweier Persönlichkeiten in die „Hall of Fame Ophthalmologie“. Von Katica Djakovic.