Aus der aktuellen Ausgabe

XXXII. Jahrestagung der Julius-Hirschberg-Gesellschaft (Teil 2)

Treffen der Ophthalmohistoriker in Antwerpen
Zu ihrer 32. Jahrestagung trafen sich die Mitglieder der Julius-Hirschberg-Gesellschaft vom 5. bis 7. Oktober in der belgischen Hafenstadt Antwerpen. Neben dem wissenschaftlichen Programm mit ophthalmohistorischen ­Beiträgen und der Mitgliederversammlung hatten die Organisatoren einen Festabend im alten Stadtzentrum sowie einen Besuch im Haus des Malers Peter Paul Rubens für die diesjährige Zusammenkunft eingeplant. Im zweiten Teil berichtet Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) über die dritte wissenschaftliche Sitzung und die Themen der ­präsentierten Poster.

Der Augenchirurg zwischen Kostenträger, Bewertungsportal und Patient

Der Arztvertrag wird häufig in tradierter Umgangssprache umschrieben als „geschütztes Arzt-Patienten-­Verhältnis“. Dem Patienten ist gemeinhin die freie Arztwahl und in Abstimmung mit ihm die freie Methodenwahl eröffnet. Die vor dem Zugriff Dritter besonders schützenswerten Gesundheitsdaten haben erst kürzlich durch das Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) besondere Aufmerksamkeit erfahren. Und auch die Bedenken, die bei einem übermäßigen Vordringen gewerblicher Anbieter oder Kapitalgeber in die Kernbereiche der Ausübung des Arztberufes bestehen, werfen die Frage nach dem effektiven Schutz der augenärztlichen Heilberufsausübung auf. Ein Beitrag von RA Michael Zach (Mönchengladbach).

PRIVENT-Studie: Prophylaktischer Ansatz bei der PVR

Bei den bisherigen pharmakologischen Ansätzen zur Prävention und Behandlung der proliferativen Vitreoretinopathie (PVR) handelt es sich lediglich um Konzepte, die im Rahmen präklinischer und weniger klinischer Studien eingesetzt wurden. Untersucht wurden hierbei antiinflammatorische und antiproliferative Substanzen – jedoch bisher ohne durchschlagenden Erfolg. Priv.-Doz. Dr. Friederike Schaub und Prof. Bernd Kirchhof (Köln­)­ stellen im Folgenden die PRIVENT-Studie vor, die den Einsatz von 5-Fluorouracil und Heparin intravitreal zur Senkung der Inzidienz der PVR nach Amotiochirurgie untersucht. An der Phase-III-Studie, die seit ­Oktober 2016 in aktiver Rekrutierung ist, sind derzeit 13 deutsche Prüfzentren beteiligt. Da nur wenige ­Patienten zur ­PVR-­Risikogruppe gehören, wurden mittlerweile mehr als 2.000 Patienten in den Zentren mit primär ­rhegmatogener Amotio ­pre-gescreent und 235 Patienten (Stand 12.12.2018) konnten bereits in die Studie ­eingeschlossen werden.

Makulapigmentverteilung als Biomarker für die Erkrankungsprogression bei MacTel

Die physiologische Rolle des Makulapigmentes umfasst die Filterung schädlichen, kurzwelligen Lichtes, die ­Reduktion von Blendung und, auf molekularer Ebene, die Neuroprotektion retinaler Zellen. Bei Patienten mit Makulären Teleangiektasien Typ 2 (MacTel) konnte bereits gezeigt werden, dass die Reduktion des Makula­pigmentes mit einer Dysfunktion beziehungsweise dem Verlust von Müller-Zellen sowie mit diversen weiteren ­morphologischen und funktionellen Veränderungen assoziiert ist. Dr. Simone Tzaridis, Prof. Peter Charbel Issa, Dr. Tjebo F.C. Heeren, Dr. Sarah Thiele, Prof. Frank G. Holz und Dr. Philipp Herrmann erörtern anhand von Ergebnissen einer retrospektiven, longitudinalen Studie die Makulapigmentverteilung als Biomarker für die ­Erkrankungsprogression bei MacTel.

European Association for Vision and Eye Research (EVER) tagte in Nizza

Wissenschaftliche Kongresse sind oft der Ausgangspunkt für neue, innovative Forschungsansätze, die in den ­verschiedensten Sitzungen über Ländergrenzen hinweg diskutiert werden. Auf europäischer Ebene findet einmal im Jahr der Kongress der European Association of Vision and Eye Research (EVER) statt, ein Zusammenschluss europäischer ophthalmologischer Forschungsvereinigungen, bei dem Grundlagenwissenschaftler und Ärzte ­aktuelle Themen vorstellen und diskutieren. Dr. Bettina Hohberger (Erlangen) fasst einige Eindrücke des dies­jährigen ­Programmes zusammen.

BVA-Delegiertenversammlung 2018 in Berlin

„Die Einheit des Faches verteidigen!”
Auf der Agenda der diesjährigen BVA-Delegiertenversammlung standen neben dem Bericht zur Lage des 1. Vorsitzenden Prof. Bernd Bertram auch die aktuellen Vorgaben aus Gesetzgebung und Politik, insbesondere Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG), die Telematikinfrastruktur, aber auch Honorarstrukturen und neueste Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz in der ophthalmologischen Bildgebung. Die aktuellen gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen des Faches und insbesondere das im September erschienene Gutachten des G-BA zur Bedarfsplanung, das eine gedankliche Trennung zwischen operativ und konservativ tätigen Augenärzten vollzieht, boten reichlich Stoff für Diskussionen sowie die Formulierung von Standpunkten und Forderungen des Verbandes für die öffentliche berufspolitische Debatte. Von Ulrike Lüdtke M.A.

Ist die Kataraktchirurgie mit dem Nanolaser endothelschonend?

Obwohl die Kataraktchirurgie mittels Phakoemulsifikation (mit oder ohne Femtolaserassistenz) eine sehr weit ­verbreitete und mit operativer Expertise sichere Methodik darstellt, hat sie ihre systemimmanenten Probleme: Der postoperative Endothelzellverlust ist mit einer Vielzahl von Faktoren assoziiert wie beispielsweise ­Phakozeit und -energie, Hitzeentwicklung im Bereich des Tunnels und Vorschäden der Hornhaut. Im Rahmen einer ­Pilotstudie, durchgeführt vom Augenzentrum Hildesheim-Alfeld-Bockenem und Mitarbeitern der DGFG-­Hornhautbank in ­Hannover, wurde die endotheliale Zellzahlbestimmung und Hornhautdickenmessung nach ­Kataraktchirurgie mit dem Nanolaser untersucht. Dr. Lutz Blomberg, FEBO, Dr. Imke Wübbolt, Dr. Katrin Wiese, M. Awe und Dr. Martin Knabe  stellen die Ergebnisse vor.

Nanosekundenlaser-Behandlung bei akuter CCS

Nanopuls-Laser versus Spontanremission bei Chorioretinopathia Centralis Serosa (CCS)
Moderne zellschonende Lasertechnologien versprechen aufgrund ihrer Wirkungsweise und der Anregung von Regenerationsprozessen durch kurze energiearme Impulse einen guten Behandlungserfolg. In einer retrospektiven, nicht randomisierten Auswertung wurde am MVZ Oberkassel Makula-Netzhaut-Zentrum in Düsseldorf der ­Einsatz der Subthreshold-Nanolasertherapie bei 23 Patienten mit akuter Chorioretinopathia Centralis Serosa (CCS) ohne RPE-Atrophien über eine Nachbeobachtungszeit von bis zu einem Jahr untersucht sowie mit der Therapieoption Spontanremission verglichen. Saskia Funk (Düsseldorf) erläutert die Ausgangsfragestellung und stellt die Ergebnisse der ­Untersuchung dar.

XXXII. Jahrestagung der Julius-Hirschberg-Gesellschaft (Teil 1)

Treffen der Ophthalmohistoriker in Antwerpen
In diesem Jahr hatte die Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) ihre Mitglieder in die belgische Hafenstadt ­Antwerpen eingeladen. Vom 5. bis 7. Oktober bot die 32. JHG-Jahrestagung nicht nur ein wissenschaftliches ­Programm mit thematisch breit gefächerten ophthalmohistorischen Beiträgen und der Mitgliederversammlung, auch hatten ­die Organisatoren einen Festabend im alten Stadtzentrum sowie einen Besuch im Haus des Malers Peter Paul Rubens für die diesjährige Zusammenkunft eingeplant. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) fasst die Höhepunkte der Tagung zusammen.

Irisrekonstruktion nach traumatischer Aniridie

Aniridie führt zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Sehvermögens bei den betroffenen Patienten. Neben Visusminderung, Photophobie, Diplopie, Blendungsempfindlichkeit, verminderter Kontrastempfindlichkeit und ­Tiefenschärfe spielen auch kosmetische Aspekte eine wichtige Rolle. Die operative Irisrekonstruktion sollte erst bei einem stabilen klinischen Befund nach der primären Wundversorgung erfolgen. Reicht der Irisrest nicht aus für eine Pupilloplastik mittels einer Naht, wird die Iris operativ mit unterschiedlichen Irisimplantaten beziehungsweise Irisprothesen rekonstruiert. Dr. Raid Darawsha (Osnabrück) stellt Methoden zur Irisrekonstruktion mit und ohne Aphakiekorrektur nach traumatischer Aniridie dar.