Aus der aktuellen Ausgabe

Augenschäden durch Umwelteinfluss

Vielfältige Erreger und Umweltreize wie Luftverschmutzung, Elektrosmog und auch Klimaveränderungen, denen das Auge ausgesetzt ist, können die Sehfunktion beeinträchtigen, toxische oder allergische Prozesse unterlaufen die natürliche Abwehrlage. Vor allem aber der Kontaktlinsenträger zeigt dies durch Auftreten von Komplikationen und Störungen des Tragekomforts. Dr. Hans-Walter Roth, Dr. Mihály Vegh und Dr. Gregor Nietgen zeigen anhand von Fallbeispielen aus dem Institut für wissenschaftliche Kontaktoptik die das Auge gefährdenden Umwelteinflüsse auf, erörtern die Ursachen und Risiken und stellen vorbeugende Maßnahmen insbesondere­ für den Kontaktlinsenträger dar.

Nano-Therapien zur Anwendung an der Augenoberfläche

Der Begriff Nanocarrier oder Nanopartikel umfasst eine große heterogene Gruppe von chemischen Verbindungen. Diese bieten den Vorteil, okulare Wirkstoffe besser an bestimmte Zielorte zu liefern und versprechen, die Therapie vieler Augenkrankheiten zu revolutionieren. Die Bandbreite der möglichen Einsatzgebiete ist sehr umfangreich. Die meisten dieser vielversprechenden Ansätze befinden sich noch in der klinischen beziehungsweise präklinischen Phase, doch weisen sie bereits vielversprechende Ergebnisse auf. Marina Löscher, MBA, Dr. rer. nat. Sven Schnichels und Dr. rer. nat. José Hurst (Tübingen) stellen Anwendungsbeispiele an der Augenoberfläche dar.

Der Ohrenbügel

Serie zur Sammlung Roth (Folge 88)
Die ersten optisch geschliffenen Gläser, die zum Ausgleich der altersbedingten Weitsichtigkeit dienten, hielt man sich entweder dicht vor das Auge oder wie beim heutigen Vergrößerungsglas nahe vor das zu betrachtende Objekt. Beim Lesestein beziehungsweise späteren Einglas geschah dies noch ohne Halterung, später wurde die Vergrößerungshilfe wie bei der Lupe mit einer Fassung versehen, an der sich ein kleiner Holzgriff befand. Aus zwei solchen Gläsern, an ihrem Ende miteinander beweglich fixiert, entstand die Nietbrille, die man sich über zwei Jahrhunderte lang mehr oder weniger fest auf die Nase klemmte. Das galt auch für die späteren, in biegsamen Draht- oder Ledergestellen gefassten Brillengläser. Diese und auch ihre Folgemodelle mit festem Nasensteg – wie der Zwicker oder 
Kneifer – kennzeichnete ein instabiles Sitzverhalten.

Tränenwegsendoskopie im Kindesalter

Die konnatale Dakryostenose (KDS) gehört zu den häufigsten Krankheitsbildern der Kinderophthalmologie. Durch die vorhandenen Therapieoptionen, die sich in ein Stufenkonzept zusammenfassen lassen, ist in den meisten Fällen eine Heilung möglich. Dennoch kommt es mitunter zu komplizierten Verläufen, die ein Ausschöpfen der Behandlungsmöglichkeiten erfordern. Dr. Jens Heichel (Halle) stellt die verschiedenen Methoden dar und diskutiert die Erfolgsraten und Komplikationen der Dakryoendoskopie im Kindesalter.

Das Monokel

Serie zur Sammlung Roth (Folge 87)
Zum Ausgleich einer Fehlsichtigkeit sind optisch brechende Gläser erforderlich, doch nicht jeder konnte sich im ausgehenden Mittelalter schon eine Brille leisten. Eine preiswerte Alternative war das Einglas. Auch als Monokel bezeichnet wurde es, wie sein Name schon sagt, nur vor ein Auge gehalten. Es diente im Gegensatz zur Brille nur als kurzzeitige Sehhilfe, so konnte auch die Notwendigkeit, eine Sehhilfe tragen zu müssen, gut verschleiert werden. Im 16. Jahrhundert soll es erstmals in den Handel gekommen sein, als Lorgnon oder Stielglas hielt man sich damals das Glas, wie die heutige Lupe an einem Griff befestigt, vor das eine oder andere Auge.

Interview zur DOG 2018

„Die Augenheilkunde kann durchaus eine Vorreiterrolle übernehmen“
Die 116. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) lädt in diesem Jahr vom 27. bis 30. September zum ersten Mal nach Bonn und ins World Conference Center ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Prof. Nicole Eter, Direktorin der Universitäts-Augenklinik Münster und diesjährige DOG-Präsidentin, über das von ihr unter dem Leitthema „Ophthalmologie 4.0“ gestaltete Kongressprogramm und über Aspekte des digitalen Wandels in der Ophthalmologie.

Zukunftstechnologien als Weg aus dem Fachkräftemangel?

Delegation, Vernetzung, mobile Versorgung, künstliche Intelligenz und Robotik
Fachkräftemangel gepaart mit steigenden Patientenzahlen werden die Akteure in der Augenheilkunde und der Gesundheitspolitik dazu zwingen, neue und effiziente Versorgungsformen aufzubauen. Eine Lösung des Problems kann in der Digitalisierung beziehungsweise den zukunftsfähigen Technologien wie der künstlichen Intelligenz und der Robotik liegen, die das Potential haben, Arbeitsplätze effizienter auszugestalten. Laut Job-Futuromat des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) lassen sich 14 Prozent der Tätigkeiten eines Facharztes für Augenheilkunde automatisieren. Welche Möglichkeiten aktuell bereits zur Verfügung stehen und welche 
innovativen Ansätze gegenwärtig zur Marktreife entwickelt werden, beschreiben Dr. Thomas Haupt und Prof. Alireza Mirshahi (Bonn).

Keratokonus-Screening mittels biomechanischer Scheimpflug-Analysen

Eine Evaluation aktueller Indices
Mit der Entwicklung eines biomechanischen Index (Corvis Biomechanischer Index, CBI), gemessen mit dem Corvis-ST, und eines kombiniert tomographischen und biomechanischen Index (TBI), ermittelt aus Messdaten des Corvis-ST und der Pentacam-HR, wurde laut aktueller Studienlage eine bisher unerreichte Screening-Genauigkeit des Keratokonus erzielt. Im Rahmen einer Studie wurde überprüft, ob sich die hervorragenden Ergebnisse zum Keratokonus-Screening mittels TBI reproduzieren lassen und ob die neuen in-vivo biomechanischen Analysen die Genauigkeit des aktuellen Keratokonus-Screening-Goldstandards der topographischen und tomographischen Analysen übertreffen und somit auch potentiell sicher subklinische Formen des Keratokonus identifizieren können. Priv.-Doz. Dr. Johannes Steinberg, FEBO, Dr. Andreas Frings, Priv.-Doz. Dr. Toam Katz und Priv.-Doz. Dr. Stephan J. Linke erläutern die Ergebnisse.

Die stadiengerechte Stufentherapie beim Keratokonus

Für den Erfolg einer Therapie bei Keratokonus stellt vor allem das frühzeitige Erkennen der Erkrankung beziehungsweise seiner Progression einen bedeutenden Faktor dar. Dr. Sebastian Siebelmann, Priv.-Doz. Dr. Mario Matthaei, FEBO, Priv.-Doz. Dr. Friederike Schaub, Priv.-Doz. Dr. Manuel Hermann, Prof. Björn Bachmann und Prof. Claus Cursiefen (Köln) geben einen Überblick über die aktuelle stadiengerechte Stufentherapie beim Keratokonus und einen Ausblick auf mögliche neue therapeutische Optionen.

Vorpräparierte lamelläre Hornhauttransplantate

Studienergebnisse zur Precut- und Preloaded-DMEK
Während die Technik der DMEK-Implantation von erfahrenen Vorderabschnitt-Chirurgen relativ rasch erlernt wird, bleibt die manuelle Präparation der Spenderlamelle ein Unsicherheitsfaktor. Immer häufiger werden vorpräparierte DMEK-Lamellen direkt aus der Gewebebank nachgefragt, doch bislang verfügen nur die Gewebebanken in Sulzbach und Hannover über die Genehmigung zur Herstellung und zum Inverkehrbringen dieser Lamellen. In zwei Studien konnten die Augenklinik Sulzbach und die DGFG zeigen, dass vorpräparierte Lamellen im Langzeitverlauf mindestens genauso sicher sind wie eigenpräparierte Lamellen. Zusätzlich liegen erstmals Daten der Zulassungsstudie zur neuen Preloaded-DMEK aus der Augenklinik Sulzbach vor, die Prof. Peter Szurman, Dr. Annekatrin Rickmann, FEBO, Dr. Nicola Hofmann, Dr. Arno Haus, FEBO, Regina Michaelis, Tanja Petrich, Dr. Lutz Blomberg, Martin Börgel und Dr. Silke Wahl im Folgenden erläutern.