Aus der aktuellen Ausgabe

Rechtliche Aspekte der Floaterbeseitigung mittels Laser

Während bei allgemeinmedizinischen Erkrankungen häufig die Herstellung von Beschwerde- und Schmerzfreiheit Gegenstand des ärztlichen Behandlungsvertrages ist, kommt der Funktionsrehabilitation in der Augenheilkunde eine besondere Bedeutung zu, insbesondere auch bei der chirurgischen Indikationsstellung. Auch wenn das chirurgische Procedere durch den Einsatz eines Lasers dann häufig berührungsfrei erfolgt, besteht kein Zweifel daran, dass es sich um interventionell-chirurgische Behandlungen handelt. Hierbei erhebt sich immer wieder auch die Frage der Indikationsstellung, der Abrechnung und nicht zuletzt der Erstattungspflicht durch private Krankenversicherungen. RA Michael Zach (Mönchengladbach) stellt rechtliche Aspekte der Floaterbeseitigung mittels Laser dar.

Diagnostik hereditärer Netzhautdystrophien

Interdisziplinärer Dialog zwischen Augenärzten und Genetikern
Aufgrund der hohen klinischen Variabilität (mehr als 100 klinische Krankheitsbilder sind bekannt) und der meist unspezifischen Symptomatik bei Krankheitsbeginn, ist die Diagnose einer hereditären Netzhautdystrophie für den Augenarzt schwierig. Die hohe klinische und genetische Variabilität erfordert eine enge interdisziplinäre Kommunikation zwi­schen Augenärzten und Genetikern, um zu einer gezielten Diagnostik und korrekten Interpretation der genetischen Befunde zu gelangen. Von Prof. Ulrich Kellner, Prof. Heidi Stöhr, Dr. Simone Kellner, Silke Weinitz, Ghazaleh Farmand und Prof. Bernhard H.F. Weber.

Tick-Test zur Frühdiagnose des Keratokonus an der Spaltlampe

Der Goldstandard in der Diagnostik des frühen Keratokonus ist heute ohne Zweifel die Hornhauttopografie. Die bekannten klinischen Zeichen des Keratokonus an der Spaltlampe (Munsonzeichen, Vogtsche Linien und Eisenlinien) findet man eher in fortgeschrittenen Stadien. Dr. Marcus-Matthias Gellrich (Kellinghusen) stellt ein kürzlich von ihm eingeführtes klinisches Zeichen (Tick-Test) vor, mit dem an der Spaltlampe in der Regel die Diagnose auch eines frühen Keratokonus gelingt. Das Tick-Zeichen beruht auf einer Verschiebung des 2. Purkinjereflexes durch die typische Hornhautdeformation.

Retinologische Befunde bei misshandlungsbedingten Schädel-Hirn-Verletzungen im Säuglings- und Kindes

Retinale Blutungen als unspezifische Befunde sind bei der Diagnosestellung eines so genannten Schütteltrauma-Syndroms ein wesentliches Indiz, wenn der Verdacht auf Kindesmisshandlung im Säuglings- und Kleinkindesalter besteht. Sie bilden in Verbindung mit der subduralen Blutung und einer diffusen Enzephalopathie eine hierfür typische und nahezu pathognomonisch geltende Symptomtrias. Insbesondere bei klassischerweise in vielen Fällen komplett fehlender oder inadäquater und inkonsistenter Unfallanamnese sowie oftmals gleichzeitig abwesenden oder nur subtilen äußerlichen Verletzungszeichen, können retinale Blutungen wegweisend sein. Dr. Alexander Decker, FEBO, und Dr. Markus S. Ladewig, FEBO, (Saarbrücken) erläutern Charakteristika und adäquate Dokumentation retinologischer Befunde bei misshandlungsbedingten Schädel-Hirn-Verletzungen im Säuglings- und Kindesalter.

70 Jahre Intraokularlinsen

Harold Ridley und sein Traum von der Heilung der Katarakt
Sir Harold Ridley, der die Intraokularlinse (IOL) erfand, implantierte vor 70 Jahren die erste seiner Linsen in ein menschliches Auge und veränderte damit das Leben von Millionen von Kataraktpatienten auf der ganzen Welt entscheidend. Viele Jahre lang wurde Ridley für seine Erfindung vom akademischen Establishment ignoriert. 
Erst im hohen Alter erhielt er alle die Ehrungen und Auszeichnungen, die er für seine Leistungen verdient hatte. Heute ist die IOL-Implantation nach einer Kataraktoperation ein allgemein akzeptierter Routineeingriff, obwohl Ridleys Operationen, vermutlich auf Grund seiner OP-Technik zu vielen Infektionen und Explantationen führten, und deshalb als sehr umstritten galten. Von Dr. Sibylle Scholtz und Prof. Achim Langenbucher.

Schleifmaschine für Brillengläser

Serie zur Sammlung Roth (Folge 100)
Mineralisches Glas ist nur schwer zu bearbeiten, selbst der Bergkristall, der Beryll, der anfänglich auch für die Herstellung von Brillengläsern benutzt wurde, zeichnet sich durch eine besondere Härte aus. Wer also eine Glasscheibe zu einem optisch wirkungsvollen Brillenglas umwandeln wollte, brauchte ein besonderes Maß an Geduld und Ausdauer. Von der Präzision seiner Arbeit hing es ab, ob das Glas letztendlich auch ein verzerrungsfreies Bild lieferte. So ist es nicht verwunderlich, dass man im ausgehenden Mittelalter nach Methoden suchte, Brillengläsern möglichst ohne die Nutzung menschlicher Arbeitsleistung den notwendigen Schliff zu geben. Hierbei halfen, soweit möglich, die Wind- und Wasserkraft. Die Industrialisierung ließ dann im vorletzten Jahrhundert mit ihren motor-getriebenen Maschinen die Herstellung von Brillengläsern zur Routine werden.

Die Brille des Fliegers

Serie zur Sammlung Roth (Folge 99)
Augenverletzungen sind Teil der Geschichte der Menschheit. Bereits kleine Splitter bei der Herstellung und Bearbeitung von Faustkeilen oder Pfeilspitzen, Funken beim Entfachen eines Feuers mit dem Feuerstein, selbst harmlose Verletzungen durch Späne bei der Holzbearbeitung konnten zur Entzündung der vorderen Augenabschnitte und schlimmstenfalls zum Verlust eines Auges führen. Schon früh machte man sich daher Gedanken wie man hier das Auge schützen könnte. In den Steinbrüchen der Antike trug man dünne Tücher aus Stoff, die um den Kopf gewickelt wurden, später waren es dünne Metallgeflechte, die man vor dem Auge befestigte. Nach der Erfindung der Brille erkannte man bald die schützenden Eigenschaften von ihren Gläsern.

69. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte in Rostock

Die diesjährige Versammlung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte (VNDA) wurde von ihrem Präsidenten, Prof. Johann Roider (Kiel), eröffnet und stand im Zeichen der 600-Jahr-Feier der Universität Rostock. So führte Prof. Emil C. Reisinger, Dekan der Universitätsmedizin Rostock, in seinem Festvortrag durch die Geschichte der ältesten Universität im Ostseeraum. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) fasst die Tagung zusammen.

Steuerliche Abzugsfähigkeit der Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer

Die steuerliche Anerkennung der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer führen häufig zu Streitigkeiten mit dem Finanzamt. Unzählige Urteile des obersten Finanzgerichts zu diesem Themenbereich sind ergangen. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert, was bei der steuerlichen Berücksichtigung des häuslichen Arbeitszimmers zu beachten ist.

Multiparametrische strukturelle und funktionelle Ultrahochfeld-MRT beim Glaukom

Das Krankheitsbild Glaukom wird heute durch die Erkenntnisse aus der Untersuchung dieser Patienten mittels funktioneller Kernspintomographie anders wahrgenommen als noch vor einigen Jahren. Lange Zeit wurde das Glaukom nur als eine rein ophthalmologische Erkrankung verstanden. Erst die Etablierung der Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI) und die Anwendung dieser Methode bei Patienten mit verschiedenen Subtypen des Glaukoms hat Erkenntnisse geliefert, das Glaukom heute nicht nur als eine okuläre Erkrankung, sondern als Manifestation weitreichender neurodegenerativer Prozesse zu sehen. Dr. Manuel Schmidt (Erlangen) stellt die multiparametrische strukturelle und funktionelle Ultrahochfeld-MRT beim Glaukom dar und erläutert die sich daraus ergebenden neuen Möglichkeiten zur Diagnostik des Glaukoms.