Aus der aktuellen Ausgabe

Die Kataraktoperation – Wegbereiter eines neuen Zeitalters im Glaukommanagement

Es ist die Kataraktoperation, bei der sich seit kurzem eine neue und faszinierende Option für die Kontrolle, die Behandlung und die wissenschaftliche Erforschung einer der problematischsten Augenerkrankungen anbietet: des Glaukoms. Prof. Burkhard Dick (Bochum) berichtet über den permanent im Auge verbleibenden Drucksensor Eyemate-IO, den die Universitäts-Augenklinik Bochum als eine der ersten Kliniken bei der Kataraktoperation von Glaukompatienten implantiert hat und zu dem jüngst erste Langzeiterfahrungen publiziert wurden. Der tägliche Umgang mit dieser neuen Art des Druckmonitoring wurde von den Patienten durchweg als positiv eingestuft.

Kataraktoperationen bei Patienten mit AMD und Uveitis

Auswertung von Studiendaten zum Einfluss der Katarakt-OP auf Entstehen und Progression
Welche Auswirkung hat die Kataraktoperation auf das Entstehen oder das Fortschreiten einer altersbedingten Makuladegeneration? Wie steht es um die Visusergebnisse der Kataraktoperation bei Uveitis-Patienten? Zur Beantwortung dieser Fragestellungen unterziehen Dr. Jakob Schweighofer und Prof. Yosuf El-Shabrawi (Klagenfurt) vorhandene Studiendaten einer genauen Betrachtung.

ZMÖ-Prophylaxe nach Katarakt-OP bei Diabetikern ohne Retinopathie

Ergebnisse einer prospektiven Kontrollstudie zu topischem Nepafenac
Das zystoide Makulaödem (ZMÖ) ist als Komplikation nach Kataraktoperation ein zwar seltenes, gleichermaßen aber unerwünschtes Ereignis. Die adjuvante perioperative Applikation von topischem Nepafenac im Rahmen einer Kataraktoperation stellt eine durch mehrere Studienergebnisse verifizierte und etablierte Prophylaxe bezüglich der Reduktion der Inzidenz des ZMÖ bei diabetischer Retinopathie dar. Eine Einschätzung der Wirksamkeit bei – in der täglichen Routine der operativen Praxis zahlreich anzutreffenden – Patienten ohne diabetische Retinopathie kann anhand der aktuellen Studienlage nicht zufriedenstellend geleistet werden. Die prospektive, randomisierte MaKaDi-Studie möchte einen Beitrag leisten, die postulierte Wirkung von Nepafenac AT bei Diabetikern ohne Vorliegen einer klinischen diabetischen Retinopathie beziehungsweise Makulopathie anhand von standardisiert dokumentierten Parametern wie ZMÖ-Inzidenz, zentraler Foveadicke und Visusverlauf zu beurteilen. Oliver Vij, Fritz Olbrich (Recklinghausen), Dr. Werner Jerke und Sabrina Lucaß (Herten) stellen die Ergebnisse vor.

Prognostische Marker im Krankheitsverlauf der Retinopathia centralis serosa

Verschiedene Risikofaktoren wurden bisher mit der Retinopathia centralis serosa (RCS) in Verbindung gebracht, einschließlich Typ-A-Persönlichkeit und endogener Hyperkortisolismus sowie Verwendung von Kortikosteroiden; jüngste Studien haben jedoch letzteres in Frage gestellt. In einer retrospektiven Studie an der Augenklinik am Klinikum der Stadt Ludwigshafen wurden als primärer Endpunkt die Anwesenheit und der Typ einer Pigmentepithelabhebung als Chronizitätsmarker in Relation zur Dauer der RCS analysiert. Als sekundärer Endpunkt wurde die Inzidenz des Kortikosteroidkonsums als Risikofaktor der Entwicklung einer RCS in der Patientenkohorte untersucht. Dr. Argyrios Chronopoulos (Ludwigshafen) erörtert die Ergebnisse.

Neueste Generation trabekulärer Mikro-Bypass Stents

Anwenderbericht zum iStent inject-System
In den letzten Jahren hat sich die minimalinvasive Glaukomchirurgie (MIGS) mehr und mehr etabliert und das Behandlungsspektrum deutlich erweitert. Zahlreiche Langfriststudien belegen, dass die MIGS eine wirksame und sichere Behandlungsoption für zahlreiche Glaukompatienten eröffnet. Die Implantation von trabekulären Mikro-Bypass Stents stellt die physiologischen Abflussverhältnisse bei Glaukompatienten wieder her. Prof. Dr. Dr. Fritz Hengerer (Frankfurt) implantiert seit 2014 trabekuläre Mikro-Bypass Stents und berichtet über seine Erfahrungen mit dem iStent inject-System.

Das Kaleidoskop

Serie zur Sammlung Roth (Folge 103)
Beim Betrachten eines Bildes spielt die Harmonie eine ebenso wichtige Rolle, wie beim Hören von Musik. Dies gilt nicht nur für die Zusammenstellung der Farben, auch ihre Zuordnung zueinander ist von besonderer Bedeutung. Man kann das an einem kleinen optischen Gerät studieren, das zugleich ein sehr schönes Kinderspielzeug ist. Jeder kennt es. Es besteht aus einer Röhre, ähnlich wie beim Fernrohr, aber diese Röhre dient nicht dem Blick hindurch, sondern dem Blick hinein ins Innere. Das Ereignis spielt sich innen ab. Blickt man hinein, so sieht man um den Mittelpunkt herum angeordnet bunte symmetrische Bilder, die sich durch Drehen der Röhre vor dem Auge verändern. Durch ihre unendlich erscheinende Variationsvielfalt vermögen sie immer wieder zu faszinieren. Das Gerät trägt daher den griechischen Namen Kaleidoskop, was sich am besten mit „nach schönen Bildern schauen“ übersetzen lässt. Heute weiß man, dass das Betrachten schöner Dinge im Zustand der Ruhe, Herz und Seele stimuliert. Ähnlich wie bei den klassischen indischen Mandalas, die der spirituellen Vertiefung dienen.

Peeling der epiretinalen Membranen

Makulaforamina mit begleitender Drusenmakulopathie haben geringere Erfolgsaussichten nach der Chirurgie, einen kompletten Verschluss zu entwickeln. Bis heute sind nur wenige Studien veröffentlicht, welche die funktionellen Ergebnisse nach Makulachirurgie in Augen mit zusätzlicher Drusenmakulopathie ausgewertet haben. Einer retrospektive Datenanalyse an der Augenklinik Klinikum Chemnitz untersuchte die anatomischen und funktionellen Ergebnisse der Pars-plana-Vitrektomie mit Membrane Peeling in Augen mit pathologischen Veränderungen der vitreoretinalen Grenzfläche und gleichzeitig vorhandener nicht exsudativer AMD, insbesondere Drusenmakulopathie. Dr. Olga Furashova und Prof. Katrin Engelmann (Chemnitz) stellen die Ergebnisse vor.

Verschluss persistierender Makulalöcher mittels subretinaler Flüssigkeit

Adhäsionen zwischen retinalem Pigmentepithel (RPE) und der angrenzenden Netzhaut können den Verschluss von Makulalöchern behindern. Die Gabe von subretinaler Flüssigkeit kann diese Adhäsionen lösen und den Verschluss unterstützen. Hierbei wird die Retina abgehoben und an ihren ursprünglichen Ort verlagert, indem intraoperativ eine Blase schwerer Flüssigkeit über dem Makulaloch appliziert und der Infusionsdruck auf <20 mmHg reduziert wird.

Dr. Gregor Kastl, Prof. Carsten H. Meyer, Priv.-Doz. Dr. Boris V. Stanzel und Prof. Michael J. Koss erläutern die Operationsmethode.

Vollständige Visuserholung trotz Makula-off-Amotio

Zur Evaluierung von Risikofaktoren, die einen Einfluss auf die Wiederherstellung des Sehvermögens bei Patienten mit Makula-off Amotio haben, wurden anhand einer Literatursuche die Dauer der Makula-off-Amotio (weniger als einen Tag, ein bis drei Tage, über drei Tage und über sechs Tage), demografische Patientendaten (Geschlecht, Alter), Operationsverfahren sowie OCT-Parameter und deren Einfluss auf die Visusprognose untersucht. Priv.-Doz. Dr. Christiane Falkner-Radler (Wien) fasst die Literaturerauswertung zusammen.

Aktuelle Behandlungsempfehlungen bei venösen Gefäßverschlüssen

Wie individuell darf eine Therapie sein?
Das Makulaödem nach retinalem Venenverschluss hat eine gute Prognose, wenn die intravitreale Therapie früh nach Auftreten und Diagnosestellung begonnen und konsequent fortgesetzt wird. Priv.-Doz Dr. Amelie Pielen (Hannover) erörtert im Folgenden, wie optimale Ergebnisse bei den individuellen Patienten erreicht werden können. Unter Zuhilfenahme der überarbeiteten und um Kernaussagen zu den therapeutischen Strategien aktualisierten Stellungnahme des Berufsverbandes der Augenärzte und der Fachgesellschaften DOG und RG werden wichtige Fragen anhand der wissenschaftlichen Evidenz diskutiert und beantwortet.