Aus der aktuellen Ausgabe

Aktuelle Behandlungsempfehlungen bei venösen Gefäßverschlüssen

Wie individuell darf eine Therapie sein?
Das Makulaödem nach retinalem Venenverschluss hat eine gute Prognose, wenn die intravitreale Therapie früh nach Auftreten und Diagnosestellung begonnen und konsequent fortgesetzt wird. Priv.-Doz Dr. Amelie Pielen (Hannover) erörtert im Folgenden, wie optimale Ergebnisse bei den individuellen Patienten erreicht werden können. Unter Zuhilfenahme der überarbeiteten und um Kernaussagen zu den therapeutischen Strategien aktualisierten Stellungnahme des Berufsverbandes der Augenärzte und der Fachgesellschaften DOG und RG werden wichtige Fragen anhand der wissenschaftlichen Evidenz diskutiert und beantwortet.

XXXIII. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Düsseldorf (Teil1)

„Geschichte braucht Zukunft“
Unter der Tagungskoordination von Prof. Guido Kluxen und Prof. Gerd Geerling fand vom 11. bis 13. Oktober das 33. Treffen der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Düsseldorf statt. Erstmalig waren auch Nicht-Mitglieder eingeladen, kostenfrei an der wissenschaftlichen Tagung teilzunehmen, was sehr gut angenommen wurde. Die diesjährige Zusammenkunft wurde ebenfalls durch die Teilnahme von Prof. Axel Karenberg vom Institut für Geschichte und Ethik der Universität Köln bereichert. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) fasst die ophthalmo-historische Tagung zusammen.

BVA-Delegiertenversammlung 2019 in Berlin

Auf der Tagesordnung der diesjährigen Delegiertenversammlung des Berufsverbandes der Augenärzte (BVA) Anfang November in Berlin stand unter anderem die Wahl des Vorstandes für die kommenden vier Jahre. Deutliche Kritik gab es von den Delegierten für das Terminservice- und Versorgungsgesetz, insbesondere die offene Sprechstunde wurde als massiver Eingriff in die Praxisorganisation und Selbstverwaltung gewertet. Die Reform der Notfallversorgung, Anbindung an die Telematikinfrastruktur, Haftungsfragen bei der Digitalisierung sowie der IGeL-Monitor wurden ebenfalls ausführlich diskutiert. Von Katica Djaković.

Aktuelle Entwicklungen zur Erstattung des Femtosekundenlasers bei Katarakt

Trotz einzelner gerichtlicher Entscheidungen verbleibt es bei dem bisherigen Tenor, dass die Zivilgerichte, hier auch die Landgerichte, ganz überwiegend die Erstattung der Position 5855a GOÄ zusprechen, in dem verwaltungsgerichtlichen Bereich ist dies von einer Ausnahme abgesehen sogar durchgängig der Fall. Vor diesem Hintergrund ist nicht nachvollziehbar, wenn in einzelnen Publikationen oder durch Vertreter der Berufspolitik von der Abrechnung dieser Position abgeraten wird. RA Michael Zach (Mönchengladbach) stellt im Folgenden die aktuellen Entwicklungen zur Erstattung des Femtosekundenlasers bei Katarakt dar.

Femtolaser-in-situ-Optimierung des Brechungsindex von okularen Medien

Femtosekunden-Laserpulse werden routinemäßig zum hochpräzisen Schneiden von Kornea- oder Linsengewebe eingesetzt. Jüngere Untersuchungen zeigen, dass die intensiven Lichtblitze auch gezielt den optischen Brechungsindex des bestrahlten Gewebes oder Materials verändern können. Dies kann zu neuen, refraktiv-chirurgischen Verfahren führen, welche insbesondere kleinere refraktive Korrekturen mit hoher Präzision erreichen können. Prof. Holger Lubatschowski (Hannover) stellt die Femtolaser-in-situ-Optimierung des Brechungsindex von okularen Medien dar.

Schonende Lasertherapien als Therapieoption der frühen nicht-exsudativen AMD

Schonende Lasertherapien, die einen stimulierenden anstelle eines destruktiven Charakters aufweisen, könnten eine neue Therapie- oder präventive Behandlungsoption der frühen AMD darstellen. Im Rahmen mehrerer Projekte wurde der Einfluss der Selektiven Retinatherapie (SRT) und der Thermischen Stimulationstherapie der Retina (TSR) zum einen auf molekularbiologische Prozesse und des Weiteren auf AMD-typische Veränderungen analysiert. Hierfür wurde zunächst in einem porcinen Organkulturmodell der zellbiologische Einfluss beider Laserverfahren untersucht. In der zweiten Phase der Untersuchungen wurden beide Laserverfahren in AMD-Mausmodellen getestet. Dr. rer. nat. Elisabeth Richert (Kiel) stellt die Ergebnisse vor.

Evaluation eines Kommunikationstrainings für Mitarbeitende in Hornhautbanken

Da es in Deutschland an Spenderhornhäuten mangelt, gewinnt die Qualität von Akquisetelefonaten an Bedeutung. In einer Bedarfsanalyse konnte gezeigt werden, dass sich ärztliches Fachpersonal in Hornhautbanken fachlich, emotional und persönlich eher wenig auf die Tätigkeit in der Spendenakquise vorbereitet fühlt. Daher wurde ein spezifisches Kommunikationstraining entwickelt und Mitarbeitende von unterschiedlichen Standorten in Deutschland geschult. Priv.-Doz. Dr. rer. medic. Stephanie Stiel, Prof. Dr. Peter Walter und Sabine Salla erörtern die Evaluation eines Kommunikationstrainings für Mitarbeitende in Hornhautbanken am Beispiel des Aachener Modells.

Die Behandlung des kranken Auges im Mittelalter

Teil 1: Augentropfen
Die Zuordnung einzelner Symptome zu einem Krankheitsbild, das Erkennen einer Krankheit, die Erforschung ihrer Ursachen und als wichtigstes ihre Heilung durch die Gabe geeigneter Therapeutika, gehörte in der Geschichte der Medizin zu den Aufgaben der Heilkundigen und der Ärzte. Nach der Erfindung des Buchdrucks wurde das medizinische Wissen rasch vervielfältigbar, vervielfacht und immer schneller verbreitet. Dr. Hans-Walter Roth (Ulm) und Gabriele Goettle (Berlin) stellen ein im 16. Jahrhundert verfasstes Buch vor, das zahlreiche Rezepturen zur Behandlung von allen nur erdenklichen Krankheiten und Gebrechen, darunter auch an prominenter Stelle Anweisungen zur Behandlung zahlreicher Augenerkrankungen, enthält.

Der kleine Optiker

Serie zur Sammlung Roth (Folge 101)
Die Geschehnisse im Weltall, die Ereignisse im Mikrokosmos blieben den Menschen bis ins späte Mittelalter unbekannt. Erst nachdem die ersten brechenden Gläser erfunden und ihre optischen Gesetze entschlüsselt waren, begann die Erforschung des Weltalls mit dem Teleskop, das Mikroskop erschloss die Welt im Kleinen. Forscher der westlichen Welt nutzten die Errungenschaften der Optik, um die Welt zu entdecken. Gerade das Wesen des Lichtes, seine Eigenschaften, vor allem seine Ausbreitungsgeschwindigkeit wurden diskutiert, aber es dauerte bis zum Ende des letzten Jahrhunderts, um allein die Grenze der Lichtgeschwindigkeit zur erkennen. Noch immer ist die Wechselwirkung zwischen Masse und elektromagnetischer Welle ein Geheimnis, das selbst Einstein nicht enträtseln konnte. Wie aber ließ sich die Jugend für die Forschung motivieren, wie zum Abenteurer eigener Entdeckungen animieren?

Schleifmaschine für Brillengläser

Serie zur Sammlung Roth (Folge 100)
Mineralisches Glas ist nur schwer zu bearbeiten, selbst der Bergkristall, der Beryll, der anfänglich auch für die Herstellung von Brillengläsern benutzt wurde, zeichnet sich durch eine besondere Härte aus. Wer also eine Glasscheibe zu einem optisch wirkungsvollen Brillenglas umwandeln wollte, brauchte ein besonderes Maß an Geduld und Ausdauer. Von der Präzision seiner Arbeit hing es ab, ob das Glas letztendlich auch ein verzerrungsfreies Bild lieferte. So ist es nicht verwunderlich, dass man im ausgehenden Mittelalter nach Methoden suchte, Brillengläsern möglichst ohne die Nutzung menschlicher Arbeitsleistung den notwendigen Schliff zu geben. Hierbei halfen, soweit möglich, die Wind- und Wasserkraft. Die Industrialisierung ließ dann im vorletzten Jahrhundert mit ihren motor-getriebenen Maschinen die Herstellung von Brillengläsern zur Routine werden.