Aus der aktuellen Ausgabe

Klinik-Praxis-Rotationen in der Ausbildung

Mangelndes Wissen über den Arbeitsalltag einer Praxis ist einer der Gründe, warum niedergelassene Augenärzte Probleme haben, Nachwuchs zu finden. Ein Kooperationsprojekt des Zentrums für Augenheilkunde der Uniklinik Köln und des MVZ ADTC Mönchengladbach/Erkelenz setzt genau da an. Im Rahmen des Projekts integriert die Uniklinik Köln eine optionale sechsmonatige Praxisrotation in die fünfjährige Facharztausbildung zum Augenarzt. Priv.-Doz. Dr. Robert Hörster (Erkelenz) gibt einen Einblick in das Kooperationsprojekt.

Die augenchirurgische Behandlung in der Begutachtung

Fast ausnahmslos erfolgt im Rahmen der gerichtlichen Durchsetzung ophthalmochirurgischer Erstattungsansprüche gegen Kostenträger eine medizinische Begutachtung der Ausgangsbefunde und des Behandlungsverlaufs einschließlich der Abrechnung. Für das Begutachtungsergebnis und letztlich die gerichtliche Entscheidung ist die Person des Sachverständigen dabei nicht minder bedeutend als die Befunde des Patienten. Ein richtig verstandenes und verständig gehandhabtes Sachverständigenwesen ist essentiell für eine an den Kriterien der Objektivität und Wissenschaftlichkeit ausgerichtete Begutachtung. RA Michael Zach (Mönchengladbach) fasst die wesentlichen Eckpunkte zusammen.

Veränderungen und Risiken neuer immunbasierter Tumortherapien

Mit der Initiative „Nationale Dekade gegen den Krebs“ hatte sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, die Sterblichkeit zu reduzieren und die Heilungschancen bei bösartigen Tumorerkrankungen zu verbessern. Inzwischen zeichnen sich erste Erfolge ab, so konnten unter anderem nahezu spektakuläre Erfolge mit so genannten Checkpoint-Inhibitoren erreicht werden. Ebenfalls deutlich lebensverlängernd wirken so genannte selektive BRAF-Inhibitoren (BRAFi). Gleichzeitig sind mit der zunehmend häufigeren Anwendung dieser Wirkstoffe auch die unerwünschten Wirkungen deutlicher in den Vordergrund gerückt. Die Nebenwirkungen der neuen Wirkstoffe unterscheiden sich völlig von den bisher bekannten zytotoxischen Wirkungen konventioneller Chemotherapien oder strahlentherapeutischer Maßnahmen. Aufgrund seiner immunologischen Besonderheiten ist das Auge eines der Target-Organe für diese unerwünschten Wirkungen. Prof. Uwe Pleyer, FEBO und Dr. Anne Rübsam (Berlin) stellen die Veränderung und Risiken neuer immunbasierter Tumortherapien dar.

Rolle der Chirurgie bei entzündlichen Augenerkrankungen

Zu Beginn einer Uveitis stehen diagnostische und auch medikamentöse chirurgische Interventionen im Vordergrund. Nur in Ausnahmefällen wie bei der bakteriellen Endophthalmitis hat die Chirurgie schon zu Beginn ihren Platz. Später werden die visuelle Rehabilitation und das Management von Komplikationen wichtiger und hier ist auch der hauptsächliche Bereich, wo die Chirurgie ihren Platz hat. Priv.-Doz. Dr. Pascal W. Hasler, FEBO (Basel) stellt die Rolle der Chirurgie bei entzündlichen Augenerkrankungen im Hinblick auf die Indikation zur Intervention dar.

1. Baltic Sea Eye Conference

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Thomas Fuchsluger (Rostock) und Prof. Anna Machalinska (Szczecin/Stettin) fand am 14. Dezember die „1. Baltic Sea Eye Conference“ in Rostock statt. Mit der Etablierung dieser „Deutsch-Polnischen Winterakademie“ soll die Zusammenarbeit zwischen beiden Nachbarländern verstärkt und vertieft werden. Für seine Verdienste um die Augenklinik wurde Prof. Rudolf Guthoff mit der neu geschaffenen und damit ersten Carl-Wilhelm-von-Zehender-Ehrenmedaille geehrt. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) fasst die Tagung zusammen.

Die Kataraktoperation – Wegbereiter eines neuen Zeitalters im Glaukommanagement

Es ist die Kataraktoperation, bei der sich seit kurzem eine neue und faszinierende Option für die Kontrolle, die Behandlung und die wissenschaftliche Erforschung einer der problematischsten Augenerkrankungen anbietet: des Glaukoms. Prof. Burkhard Dick (Bochum) berichtet über den permanent im Auge verbleibenden Drucksensor Eyemate-IO, den die Universitäts-Augenklinik Bochum als eine der ersten Kliniken bei der Kataraktoperation von Glaukompatienten implantiert hat und zu dem jüngst erste Langzeiterfahrungen publiziert wurden. Der tägliche Umgang mit dieser neuen Art des Druckmonitoring wurde von den Patienten durchweg als positiv eingestuft.

Kataraktoperationen bei Patienten mit AMD und Uveitis

Auswertung von Studiendaten zum Einfluss der Katarakt-OP auf Entstehen und Progression
Welche Auswirkung hat die Kataraktoperation auf das Entstehen oder das Fortschreiten einer altersbedingten Makuladegeneration? Wie steht es um die Visusergebnisse der Kataraktoperation bei Uveitis-Patienten? Zur Beantwortung dieser Fragestellungen unterziehen Dr. Jakob Schweighofer und Prof. Yosuf El-Shabrawi (Klagenfurt) vorhandene Studiendaten einer genauen Betrachtung.

ZMÖ-Prophylaxe nach Katarakt-OP bei Diabetikern ohne Retinopathie

Ergebnisse einer prospektiven Kontrollstudie zu topischem Nepafenac
Das zystoide Makulaödem (ZMÖ) ist als Komplikation nach Kataraktoperation ein zwar seltenes, gleichermaßen aber unerwünschtes Ereignis. Die adjuvante perioperative Applikation von topischem Nepafenac im Rahmen einer Kataraktoperation stellt eine durch mehrere Studienergebnisse verifizierte und etablierte Prophylaxe bezüglich der Reduktion der Inzidenz des ZMÖ bei diabetischer Retinopathie dar. Eine Einschätzung der Wirksamkeit bei – in der täglichen Routine der operativen Praxis zahlreich anzutreffenden – Patienten ohne diabetische Retinopathie kann anhand der aktuellen Studienlage nicht zufriedenstellend geleistet werden. Die prospektive, randomisierte MaKaDi-Studie möchte einen Beitrag leisten, die postulierte Wirkung von Nepafenac AT bei Diabetikern ohne Vorliegen einer klinischen diabetischen Retinopathie beziehungsweise Makulopathie anhand von standardisiert dokumentierten Parametern wie ZMÖ-Inzidenz, zentraler Foveadicke und Visusverlauf zu beurteilen. Oliver Vij, Fritz Olbrich (Recklinghausen), Dr. Werner Jerke und Sabrina Lucaß (Herten) stellen die Ergebnisse vor.

Prognostische Marker im Krankheitsverlauf der Retinopathia centralis serosa

Verschiedene Risikofaktoren wurden bisher mit der Retinopathia centralis serosa (RCS) in Verbindung gebracht, einschließlich Typ-A-Persönlichkeit und endogener Hyperkortisolismus sowie Verwendung von Kortikosteroiden; jüngste Studien haben jedoch letzteres in Frage gestellt. In einer retrospektiven Studie an der Augenklinik am Klinikum der Stadt Ludwigshafen wurden als primärer Endpunkt die Anwesenheit und der Typ einer Pigmentepithelabhebung als Chronizitätsmarker in Relation zur Dauer der RCS analysiert. Als sekundärer Endpunkt wurde die Inzidenz des Kortikosteroidkonsums als Risikofaktor der Entwicklung einer RCS in der Patientenkohorte untersucht. Dr. Argyrios Chronopoulos (Ludwigshafen) erörtert die Ergebnisse.

Neueste Generation trabekulärer Mikro-Bypass Stents

Anwenderbericht zum iStent inject-System
In den letzten Jahren hat sich die minimalinvasive Glaukomchirurgie (MIGS) mehr und mehr etabliert und das Behandlungsspektrum deutlich erweitert. Zahlreiche Langfriststudien belegen, dass die MIGS eine wirksame und sichere Behandlungsoption für zahlreiche Glaukompatienten eröffnet. Die Implantation von trabekulären Mikro-Bypass Stents stellt die physiologischen Abflussverhältnisse bei Glaukompatienten wieder her. Prof. Dr. Dr. Fritz Hengerer (Frankfurt) implantiert seit 2014 trabekuläre Mikro-Bypass Stents und berichtet über seine Erfahrungen mit dem iStent inject-System.