Aus der aktuellen Ausgabe

Das Kaleidoskop

Serie zur Sammlung Roth (Folge 103)
Beim Betrachten eines Bildes spielt die Harmonie eine ebenso wichtige Rolle, wie beim Hören von Musik. Dies gilt nicht nur für die Zusammenstellung der Farben, auch ihre Zuordnung zueinander ist von besonderer Bedeutung. Man kann das an einem kleinen optischen Gerät studieren, das zugleich ein sehr schönes Kinderspielzeug ist. Jeder kennt es. Es besteht aus einer Röhre, ähnlich wie beim Fernrohr, aber diese Röhre dient nicht dem Blick hindurch, sondern dem Blick hinein ins Innere. Das Ereignis spielt sich innen ab. Blickt man hinein, so sieht man um den Mittelpunkt herum angeordnet bunte symmetrische Bilder, die sich durch Drehen der Röhre vor dem Auge verändern. Durch ihre unendlich erscheinende Variationsvielfalt vermögen sie immer wieder zu faszinieren. Das Gerät trägt daher den griechischen Namen Kaleidoskop, was sich am besten mit „nach schönen Bildern schauen“ übersetzen lässt. Heute weiß man, dass das Betrachten schöner Dinge im Zustand der Ruhe, Herz und Seele stimuliert. Ähnlich wie bei den klassischen indischen Mandalas, die der spirituellen Vertiefung dienen.

XXXIII. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Düsseldorf (Teil 2)

„Geschichte braucht Zukunft“
Unter der Tagungskoordination von Prof. Guido Kluxen und Prof. Gerd Geerling fand vom 11. bis 13. Oktober das 33. Treffen der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Düsseldorf statt. Im ersten Teil fasste Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) die ersten beiden Sitzungen und die neu etablierte Podiumsdiskussion zusammen. Im folgenden zweiten Teil stellt sie weitere Beiträge aus der Posterausstellung und der dritten wissenschaftlichen Sitzung vor und berichtet über die Ergebnisse der Vorstandswahl.

Peeling der epiretinalen Membranen

Makulaforamina mit begleitender Drusenmakulopathie haben geringere Erfolgsaussichten nach der Chirurgie, einen kompletten Verschluss zu entwickeln. Bis heute sind nur wenige Studien veröffentlicht, welche die funktionellen Ergebnisse nach Makulachirurgie in Augen mit zusätzlicher Drusenmakulopathie ausgewertet haben. Einer retrospektive Datenanalyse an der Augenklinik Klinikum Chemnitz untersuchte die anatomischen und funktionellen Ergebnisse der Pars-plana-Vitrektomie mit Membrane Peeling in Augen mit pathologischen Veränderungen der vitreoretinalen Grenzfläche und gleichzeitig vorhandener nicht exsudativer AMD, insbesondere Drusenmakulopathie. Dr. Olga Furashova und Prof. Katrin Engelmann (Chemnitz) stellen die Ergebnisse vor.

Verschluss persistierender Makulalöcher mittels subretinaler Flüssigkeit

Adhäsionen zwischen retinalem Pigmentepithel (RPE) und der angrenzenden Netzhaut können den Verschluss von Makulalöchern behindern. Die Gabe von subretinaler Flüssigkeit kann diese Adhäsionen lösen und den Verschluss unterstützen. Hierbei wird die Retina abgehoben und an ihren ursprünglichen Ort verlagert, indem intraoperativ eine Blase schwerer Flüssigkeit über dem Makulaloch appliziert und der Infusionsdruck auf <20 mmHg reduziert wird.

Dr. Gregor Kastl, Prof. Carsten H. Meyer, Priv.-Doz. Dr. Boris V. Stanzel und Prof. Michael J. Koss erläutern die Operationsmethode.

Vollständige Visuserholung trotz Makula-off-Amotio

Zur Evaluierung von Risikofaktoren, die einen Einfluss auf die Wiederherstellung des Sehvermögens bei Patienten mit Makula-off Amotio haben, wurden anhand einer Literatursuche die Dauer der Makula-off-Amotio (weniger als einen Tag, ein bis drei Tage, über drei Tage und über sechs Tage), demografische Patientendaten (Geschlecht, Alter), Operationsverfahren sowie OCT-Parameter und deren Einfluss auf die Visusprognose untersucht. Priv.-Doz. Dr. Christiane Falkner-Radler (Wien) fasst die Literaturerauswertung zusammen.

Aktuelle Behandlungsempfehlungen bei venösen Gefäßverschlüssen

Wie individuell darf eine Therapie sein?
Das Makulaödem nach retinalem Venenverschluss hat eine gute Prognose, wenn die intravitreale Therapie früh nach Auftreten und Diagnosestellung begonnen und konsequent fortgesetzt wird. Priv.-Doz Dr. Amelie Pielen (Hannover) erörtert im Folgenden, wie optimale Ergebnisse bei den individuellen Patienten erreicht werden können. Unter Zuhilfenahme der überarbeiteten und um Kernaussagen zu den therapeutischen Strategien aktualisierten Stellungnahme des Berufsverbandes der Augenärzte und der Fachgesellschaften DOG und RG werden wichtige Fragen anhand der wissenschaftlichen Evidenz diskutiert und beantwortet.

Der Risikopatient als Kontaktlinsenträger

Risiken, Ursachen, Symptome und Therapien
Die durch eine Kontaktlinse ausgelösten Veränderungen am Auge sind in der Regel sehr gering – selbst nach langjährigem Tragen. Dennoch können sie bei Abwehrschwäche oder einem Immundefizit des Kontaktlinsenträgers das Auge gefährden. Weitere Probleme sind Stoffwechselerkrankungen, Umweltbelastungen oder Handhabungs- und Tragefehler. Dr. Hans-Walter Roth, Leiter des Instituts für wissenschaftliche Kontaktoptik, Ulm, erörtert einige dieser Risiken und stellt ihre Ursachen, Symptome und therapeutische Maßnahmen vor.

Die Maske des Pestarztes

Serie zur Sammlung Roth (Folge 102)
In alten Schriften wird uns viel von Kriegen und Katastrophen berichtet, Seuchen bedrohten die Menschheit, die infolge ihres raschen Wachstums und mangelhafter
Kenntnisse der Hygiene dagegen hilflos waren. Zwar gibt es aus den alten Hochkulturen wie China und Babylonien schon Berichte über grassierende Krankheiten,
sie waren aber weit weniger spektakulär als die Seuchen, die zur Zeit von Moses Ägypten heimsuchten. Erst im Mittelalter erfahren wir mehr über solche todbringenden Epidemien, die dann auch über Europa hinweg zogen. Pest, Cholera oder Pocken dezimierten die Bevölkerung großer Städte und löschten ganze Heere aus. Die Neuzeit brachte die Influenza, die Syphilis und das HIV-Virus. Eines Tages könnte es eine lebensbedrohliche Virusinfektion wie Ebola sein, die sich
todbringend ausbreitet.

Aktuelle Entwicklungen zur Erstattung des Femtosekundenlasers bei Katarakt

Trotz einzelner gerichtlicher Entscheidungen verbleibt es bei dem bisherigen Tenor, dass die Zivilgerichte, hier auch die Landgerichte, ganz überwiegend die Erstattung der Position 5855a GOÄ zusprechen, in dem verwaltungsgerichtlichen Bereich ist dies von einer Ausnahme abgesehen sogar durchgängig der Fall. Vor diesem Hintergrund ist nicht nachvollziehbar, wenn in einzelnen Publikationen oder durch Vertreter der Berufspolitik von der Abrechnung dieser Position abgeraten wird. RA Michael Zach (Mönchengladbach) stellt im Folgenden die aktuellen Entwicklungen zur Erstattung des Femtosekundenlasers bei Katarakt dar.

Femtolaser-in-situ-Optimierung des Brechungsindex von okularen Medien

Femtosekunden-Laserpulse werden routinemäßig zum hochpräzisen Schneiden von Kornea- oder Linsengewebe eingesetzt. Jüngere Untersuchungen zeigen, dass die intensiven Lichtblitze auch gezielt den optischen Brechungsindex des bestrahlten Gewebes oder Materials verändern können. Dies kann zu neuen, refraktiv-chirurgischen Verfahren führen, welche insbesondere kleinere refraktive Korrekturen mit hoher Präzision erreichen können. Prof. Holger Lubatschowski (Hannover) stellt die Femtolaser-in-situ-Optimierung des Brechungsindex von okularen Medien dar.