Aus der aktuellen Ausgabe

Screening auf Diabetische Retinopathie mittels Künstlicher Intelligenz

Die Künstliche Intelligenz, auch artifizielle Intelligenz (AI), nimmt zunehmend Einzug in alle Gebiete der Medizin, so auch in die Augenheilkunde. Sie wird in der Diagnostik und Therapieplanung eingesetzt und soll an den meisten Stellen ärztliches Handeln unterstützen, an den wenigsten Stellen tatsächlich ersetzen. An mancher Stelle ist die AI in der Lage, Analysen durchzuführen, die die derzeitigen Fähigkeiten von Menschen übertreffen. 
Hier ist sie ein großer Zugewinn und eine Ergänzung zu den heutigen Möglichkeiten. Priv.-Doz. Dr. Bianca S. Gerendas (Wien) erläutert das Screening auf Diabetische Retinopathie mittels artifizieller Intelligenz.

Fluoreszenz-Lebzeitenmessung (FLIO) in Netzhautdystrophien

Die Fluorescence lifetime imaging ophthalmoscopy (FLIO) eröffnet eine neue Dimension der Fundusautofluoreszenz-Messung, indem zusätzlich zur Intensität der retinalen Fluorophore deren Zerfallszeit erfasst wird. Mittels FLIO als nicht-invasives bildgebendes Verfahren konnten bereits in verschiedenen retinalen Pathologien zusätzliche Informationen gewonnen werden. Damit besteht ein gutes Potenzial zum Einsatz der FLIO-Messungen zur Früherkennung von Netzhautveränderungen und zur Verlaufskontrolle von subtilen Veränderungen. Dr. Chantal Dysli, Dr. Muriel Dysli, Prof. Sebastian Wolf und Prof. Martin S. Zinkernagel (Universitätsklinik für Augenheilkunde, Inselspital Bern, Schweiz) stellen die Erkenntnisse und möglichen Anwendungsbereiche bei Netzhautdystrophien zusammen.

Die Augenverletzung

Serie zur Sammlung Roth (Folge 98)
Seit es den Menschen gibt, gibt es auch Verletzungen. Seit Urgedenken bemüht man sich, dabei die Wundheilung zu fördern und den Folgeschaden niedrig zu halten. Genauso wichtig war es aber auch, den Verletzungen vorzubeugen. Dies galt besonders in den kriegerischen Auseinanderersetzungen, wo es darum ging, den Kämpfer vor einer Verwundung zu schützen. Das wichtigste Sinnesorgan, nämlich das Auge, bedurfte dabei besonderer Maßnahmen. Schon in den frühen Armeen diente hierzu der Helm aus Bronze oder Eisen, besonders aber das Visier, das eine direkte Verletzung des Auges durch Pfeile oder Steine aus der Schleuder verhindern sollte. Dabei gab es ein grundlegendes Problem: Je besser das Auge geschützt werden sollte, desto mehr musste das Gesichtsfeld begrenzt und damit die Sehfunktion beschränkt werden. Ein Kompromiss war da vor allem auf dem Schlachtfeld schwierig.

Techniken zur Pupillenerweiterung im Rahmen der modernen Kataraktchirurgie

Die Kataraktchirurgie bei enger Pupille ist auch für erfahrene Operateure immer wieder eine Herausforderung. Um dennoch einen kontrollierten Ablauf des Eingriffs zu gewährleisten, sind eine Reihe von speziellen Maßnahmen und technischen Hilfsmitteln entwickelt worden. Diese beinhalten pharmakologische und operationstechnische Optionen wie Irishäkchen und verschiedene Ringsysteme. Priv.-Doz. Dr. Hans-Joachim Hettlich (Minden) fasst Empfehlungen für den gezielten Einsatz der einzelnen Maßnahmen in einem Stufenschema zusammen.

Die intumeszente mature Katarakt

Ein Problem der weißen (intumeszenten) Linsentrübung ist, dass aufgrund einer Verflüssigung des Cortex und eines mitunter harten Kerns häufig ein erhöhter intrakapsulärer Druck vorliegt und die Linsenkapsel bei Inzision regelrecht aufplatzen kann. Dr. Frank Sachers (Basel) erörtert das Vorgehen bei harten Kernen und intumeszenter Katarakt.

Fallbericht: Kanaloplastik mit suprachoroidalem Drainageimplantat und Amniontransplantation

Im Februar 2018 stellte sich eine 59-jährige Patientin notfallmäßig in der Ambulanz zur Beratung bei dekom-pensiertem Glaukom am linken Auge mit Tensiolage bis 50 mmHg vor. 2008 war mittels Biopsie ein Bindehaut-melanom am selben Auge temporal festgestellt und behandelt worden. Kalliopi Kontopoulou, Iraklis Vastardis und Prof. Markus Kohlhaas (Dortmund) zeigen anhand des Falles eine kombinierte Operation auf, in der eine Kanaloplastik mit suprachoroidalem Drainageimplantat bei Sekundärglaukom sowie Amniontransplantation bei Zustand nach multiplen Exzisionen und Bestrahlungen bei konjunktivalem Melanom durchgeführt wurden.

Der Hohlspiegel

Serie zur Sammlung Roth (Folge 97)
Die optischen Gesetze des Hohlspiegels waren bereits in der Antike bekannt, die Strahlen der Sonne oder einer anderen Lichtquelle werden in einem nahe gelegenen Brennpunkt des Spiegels gebündelt, dort entwickelt sich durch die Konzentration der infraroten Licht- beziehungsweise Wärmestrahlen eine hohe Temperatur, mit der sich brennbare Materialien wie trockenes Holz oder Papier entzünden lassen. Heute ist die Methode mit einem Hohlspiegel ein Feuer zu entfachen obsolet. Diese Methode nutzen allenfalls noch Pfadfinder und Trekking-Freaks. Sie gelingt auch nur, wenn die Sonne scheint. Bei niedrigem Sonnenstand sowie bei Nacht und Nebel müssen Streichhölzer oder Feuerzeug zur Hand sein. Auch bei einer Sonnenfinsternis versagt das ansonsten bis heute bewährte System des Hohlspiegels von Natur aus kläglich.

32. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen

Telemedizin und roboter-assistierte Augenchirurgie
Vom 23. bis 25. Mai tagte im Nürnberger Convention Center der 32. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC), in dessen Rahmen auch das jährliche Joint Meeting mit der ISRS/AAO stattfand. Neben aktuellen fachlichen Kontroversen und der Diskussion von Fragestellungen aus dem klinischen Alltag ist die Würdigung von Kollegen und Leistungen in Form von Auszeichnungen, Lectures und der Aufnahme in die Hall of Fame ein traditioneller Höhepunkt des DOC-Kongresses. Neu im Programm waren in diesem Jahr unter anderem Symposien zur „Telemedizin in der Augenheilkunde“ und zur „Robotic Eye Surgery and Augmented Reality”. Von Katica Djaković.

Presbyopie als Krankheit im Sinne des Versicherungsrechts

Die private Krankenversicherung legt ihrer Leistungspflicht einen viel weiteren Krankheitsbegriff zugrunde, als dies in der Medizin der Fall ist. Während es hier auf die subjektiv wahrgenommene funktionelle Beeinträchtigung ankommt, bejahen Mediziner eine Krankheit erst dann, wenn objektiv eine deutliche Abweichung vom Zustand des Gesunden festzustellen ist. RA Michael Zach (Mönchengladbach) erläutert die Presbyopie als Krankheit im Sinne des Versicherungsrechts und stellt ein jüngst ergangenes Urteil dar.

Glaukomdiagnostik und Trendanalyse mit OCT (Teil 7)

Mit Hilfe der Optischen Kohärenztomografie (OCT) lässt sich der progrediente Nervenfaserverlust bei Glaukom bereits zu einem frühen Zeitpunkt nachweisen. In den ersten Teilen dieser Beitragsserie wurden die für die ­Glaukomdiagnostik entscheidenden Parameter erläutert, die Möglichkeiten der Trendanalyse im Rahmen der Diagnostik anhand von Fallbeispielen mit verschiedenen OCT-Systemen aufgezeigt sowie Differentialdiagnosen und patientenindividuelle Verlaufsbeobachtungen des Glaukoms unter Therapie aus der Praxis veranschaulicht. Im folgenden Beitrag problematisiert Dr. Georg Niepel (Stolberg) die möglichen Veränderungen der Schicht­dicke infolge subklinischer Ödeme der zentralen und parapapillären Netzhaut, die die Aussage der RNFL-Verlaufskontrolle erheblich beeinträchtigen können und die eine parallele Verlaufsbeobachtung der Papillenexkavation ­differentialdiagnostisch hilfreich erscheinen lassen.