Aus der aktuellen Ausgabe

Schonende Lasertherapien als Therapieoption der frühen nicht-exsudativen AMD

Schonende Lasertherapien, die einen stimulierenden anstelle eines destruktiven Charakters aufweisen, könnten eine neue Therapie- oder präventive Behandlungsoption der frühen AMD darstellen. Im Rahmen mehrerer Projekte wurde der Einfluss der Selektiven Retinatherapie (SRT) und der Thermischen Stimulationstherapie der Retina (TSR) zum einen auf molekularbiologische Prozesse und des Weiteren auf AMD-typische Veränderungen analysiert. Hierfür wurde zunächst in einem porcinen Organkulturmodell der zellbiologische Einfluss beider Laserverfahren untersucht. In der zweiten Phase der Untersuchungen wurden beide Laserverfahren in AMD-Mausmodellen getestet. Dr. rer. nat. Elisabeth Richert (Kiel) stellt die Ergebnisse vor.

Evaluation eines Kommunikationstrainings für Mitarbeitende in Hornhautbanken

Da es in Deutschland an Spenderhornhäuten mangelt, gewinnt die Qualität von Akquisetelefonaten an Bedeutung. In einer Bedarfsanalyse konnte gezeigt werden, dass sich ärztliches Fachpersonal in Hornhautbanken fachlich, emotional und persönlich eher wenig auf die Tätigkeit in der Spendenakquise vorbereitet fühlt. Daher wurde ein spezifisches Kommunikationstraining entwickelt und Mitarbeitende von unterschiedlichen Standorten in Deutschland geschult. Priv.-Doz. Dr. rer. medic. Stephanie Stiel, Prof. Dr. Peter Walter und Sabine Salla erörtern die Evaluation eines Kommunikationstrainings für Mitarbeitende in Hornhautbanken am Beispiel des Aachener Modells.

Die Behandlung des kranken Auges im Mittelalter

Teil 1: Augentropfen
Die Zuordnung einzelner Symptome zu einem Krankheitsbild, das Erkennen einer Krankheit, die Erforschung ihrer Ursachen und als wichtigstes ihre Heilung durch die Gabe geeigneter Therapeutika, gehörte in der Geschichte der Medizin zu den Aufgaben der Heilkundigen und der Ärzte. Nach der Erfindung des Buchdrucks wurde das medizinische Wissen rasch vervielfältigbar, vervielfacht und immer schneller verbreitet. Dr. Hans-Walter Roth (Ulm) und Gabriele Goettle (Berlin) stellen ein im 16. Jahrhundert verfasstes Buch vor, das zahlreiche Rezepturen zur Behandlung von allen nur erdenklichen Krankheiten und Gebrechen, darunter auch an prominenter Stelle Anweisungen zur Behandlung zahlreicher Augenerkrankungen, enthält.

Der kleine Optiker

Serie zur Sammlung Roth (Folge 101)
Die Geschehnisse im Weltall, die Ereignisse im Mikrokosmos blieben den Menschen bis ins späte Mittelalter unbekannt. Erst nachdem die ersten brechenden Gläser erfunden und ihre optischen Gesetze entschlüsselt waren, begann die Erforschung des Weltalls mit dem Teleskop, das Mikroskop erschloss die Welt im Kleinen. Forscher der westlichen Welt nutzten die Errungenschaften der Optik, um die Welt zu entdecken. Gerade das Wesen des Lichtes, seine Eigenschaften, vor allem seine Ausbreitungsgeschwindigkeit wurden diskutiert, aber es dauerte bis zum Ende des letzten Jahrhunderts, um allein die Grenze der Lichtgeschwindigkeit zur erkennen. Noch immer ist die Wechselwirkung zwischen Masse und elektromagnetischer Welle ein Geheimnis, das selbst Einstein nicht enträtseln konnte. Wie aber ließ sich die Jugend für die Forschung motivieren, wie zum Abenteurer eigener Entdeckungen animieren?

XXXIII. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Düsseldorf (Teil1)

„Geschichte braucht Zukunft“
Unter der Tagungskoordination von Prof. Guido Kluxen und Prof. Gerd Geerling fand vom 11. bis 13. Oktober das 33. Treffen der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Düsseldorf statt. Erstmalig waren auch Nicht-Mitglieder eingeladen, kostenfrei an der wissenschaftlichen Tagung teilzunehmen, was sehr gut angenommen wurde. Die diesjährige Zusammenkunft wurde ebenfalls durch die Teilnahme von Prof. Axel Karenberg vom Institut für Geschichte und Ethik der Universität Köln bereichert. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) fasst die ophthalmo-historische Tagung zusammen.

BVA-Delegiertenversammlung 2019 in Berlin

Auf der Tagesordnung der diesjährigen Delegiertenversammlung des Berufsverbandes der Augenärzte (BVA) Anfang November in Berlin stand unter anderem die Wahl des Vorstandes für die kommenden vier Jahre. Deutliche Kritik gab es von den Delegierten für das Terminservice- und Versorgungsgesetz, insbesondere die offene Sprechstunde wurde als massiver Eingriff in die Praxisorganisation und Selbstverwaltung gewertet. Die Reform der Notfallversorgung, Anbindung an die Telematikinfrastruktur, Haftungsfragen bei der Digitalisierung sowie der IGeL-Monitor wurden ebenfalls ausführlich diskutiert. Von Katica Djaković.

117. DOG-Kongress tagte in Berlin

„Zukunft der Augenheilkunde durch Forschung gestalten“
Unter dem Leitthema „Augenheilkunde: Unser Fach mit Zukunft“ lud der diesjährige Tagungspräsident Prof. Claus Cursiefen vom 26. bis 29. September zum DOG-Kongress nach Berlin ein. Mit mehr als 5.100 Teilnehmern, davon 3.169 Fachbesucher, konnte die älteste augenfachärztliche Gesellschaft der Welt eine Rekordbeteiligung in ihrer 162-jährigen Geschichte verbuchen. Neu in diesem Jahr waren die Sitzungsformate „Highlights in Translational Science“ und „DOG International Experts Day“. Mit dem „Forum digital“ griff der Kongress das letztjährige Tagungsmotto auf und bot eine Plattform für digitale Anwendungen, Datensicherheit und Big Data. Von Katica Djaković.

Rechtliche Aspekte der Floaterbeseitigung mittels Laser

Während bei allgemeinmedizinischen Erkrankungen häufig die Herstellung von Beschwerde- und Schmerzfreiheit Gegenstand des ärztlichen Behandlungsvertrages ist, kommt der Funktionsrehabilitation in der Augenheilkunde eine besondere Bedeutung zu, insbesondere auch bei der chirurgischen Indikationsstellung. Auch wenn das chirurgische Procedere durch den Einsatz eines Lasers dann häufig berührungsfrei erfolgt, besteht kein Zweifel daran, dass es sich um interventionell-chirurgische Behandlungen handelt. Hierbei erhebt sich immer wieder auch die Frage der Indikationsstellung, der Abrechnung und nicht zuletzt der Erstattungspflicht durch private Krankenversicherungen. RA Michael Zach (Mönchengladbach) stellt rechtliche Aspekte der Floaterbeseitigung mittels Laser dar.

Diagnostik hereditärer Netzhautdystrophien

Interdisziplinärer Dialog zwischen Augenärzten und Genetikern
Aufgrund der hohen klinischen Variabilität (mehr als 100 klinische Krankheitsbilder sind bekannt) und der meist unspezifischen Symptomatik bei Krankheitsbeginn, ist die Diagnose einer hereditären Netzhautdystrophie für den Augenarzt schwierig. Die hohe klinische und genetische Variabilität erfordert eine enge interdisziplinäre Kommunikation zwi­schen Augenärzten und Genetikern, um zu einer gezielten Diagnostik und korrekten Interpretation der genetischen Befunde zu gelangen. Von Prof. Ulrich Kellner, Prof. Heidi Stöhr, Dr. Simone Kellner, Silke Weinitz, Ghazaleh Farmand und Prof. Bernhard H.F. Weber.

Tick-Test zur Frühdiagnose des Keratokonus an der Spaltlampe

Der Goldstandard in der Diagnostik des frühen Keratokonus ist heute ohne Zweifel die Hornhauttopografie. Die bekannten klinischen Zeichen des Keratokonus an der Spaltlampe (Munsonzeichen, Vogtsche Linien und Eisenlinien) findet man eher in fortgeschrittenen Stadien. Dr. Marcus-Matthias Gellrich (Kellinghusen) stellt ein kürzlich von ihm eingeführtes klinisches Zeichen (Tick-Test) vor, mit dem an der Spaltlampe in der Regel die Diagnose auch eines frühen Keratokonus gelingt. Das Tick-Zeichen beruht auf einer Verschiebung des 2. Purkinjereflexes durch die typische Hornhautdeformation.