Aus der aktuellen Ausgabe

Implantierbare Medikamententräger – Zukunft der medikamentösen Glaukomtherapie?

Was bei Steroiden mit Implantaten bereits erfolgreich umgesetzt werden konnte, ist derzeit auch für Antiglaukomatosa in der klinischen Erprobung. In naher Zukunft erscheint der Einsatz von so genannten ­Slow-Release- oder Sustained-Release-Systemen (SR-Systemen) realistisch. SR-Systeme setzen aus einem ­Medikamententräger bekannte antiglaukomatöse Substanzen allmählich über einen längeren Zeitraum frei. Dadurch kann eine wesentlich seltenere Applikation im Vergleich zu herkömmlichen Augentropfen eine ­vergleichbare Wirkung entfalten. Priv.-Doz. Dr. Florian Rüfer (Kiel) stellt die in klinischer Erprobung befindlichen Ansätze implantierbarer Medikamententräger dar.

Die permanente Augeninnendruckmessung

Die potenziell permanente Augeninnendruckmessung mittels des Eyemate-IO-Implantates erfreut sich wachsender Anwenderzahlen und verspricht aus ärztlicher Perspektive die Möglichkeit einer früheren und substantielleren Intervention. Die Einbindung des Patienten in den technischen Vorgang der Befunddatenerhebung führt nachweislich zu einer erhöhten Patientencompliance und damit wiederum zu einer Erhöhung der Kontrollfrequenz durch häufig wiederholte Messungen. RA Michael Zach (Mönchengladbach) erörtert, inwieweit die Implantation und die Behandlung mit dem Medizinprodukt zu einem Paradigmenwechsel bei den Kostenträgern führen kann.

Die Brille des Fliegers

Serie zur Sammlung Roth (Folge 99)
Augenverletzungen sind Teil der Geschichte der Menschheit. Bereits kleine Splitter bei der Herstellung und Bearbeitung von Faustkeilen oder Pfeilspitzen, Funken beim Entfachen eines Feuers mit dem Feuerstein, selbst harmlose Verletzungen durch Späne bei der Holzbearbeitung konnten zur Entzündung der vorderen Augenabschnitte und schlimmstenfalls zum Verlust eines Auges führen. Schon früh machte man sich daher Gedanken wie man hier das Auge schützen könnte. In den Steinbrüchen der Antike trug man dünne Tücher aus Stoff, die um den Kopf gewickelt wurden, später waren es dünne Metallgeflechte, die man vor dem Auge befestigte. Nach der Erfindung der Brille erkannte man bald die schützenden Eigenschaften von ihren Gläsern.

69. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte in Rostock

Die diesjährige Versammlung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte (VNDA) wurde von ihrem Präsidenten, Prof. Johann Roider (Kiel), eröffnet und stand im Zeichen der 600-Jahr-Feier der Universität Rostock. So führte Prof. Emil C. Reisinger, Dekan der Universitätsmedizin Rostock, in seinem Festvortrag durch die Geschichte der ältesten Universität im Ostseeraum. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) fasst die Tagung zusammen.

Steuerliche Abzugsfähigkeit der Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer

Die steuerliche Anerkennung der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer führen häufig zu Streitigkeiten mit dem Finanzamt. Unzählige Urteile des obersten Finanzgerichts zu diesem Themenbereich sind ergangen. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert, was bei der steuerlichen Berücksichtigung des häuslichen Arbeitszimmers zu beachten ist.

Multiparametrische strukturelle und funktionelle Ultrahochfeld-MRT beim Glaukom

Das Krankheitsbild Glaukom wird heute durch die Erkenntnisse aus der Untersuchung dieser Patienten mittels funktioneller Kernspintomographie anders wahrgenommen als noch vor einigen Jahren. Lange Zeit wurde das Glaukom nur als eine rein ophthalmologische Erkrankung verstanden. Erst die Etablierung der Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI) und die Anwendung dieser Methode bei Patienten mit verschiedenen Subtypen des Glaukoms hat Erkenntnisse geliefert, das Glaukom heute nicht nur als eine okuläre Erkrankung, sondern als Manifestation weitreichender neurodegenerativer Prozesse zu sehen. Dr. Manuel Schmidt (Erlangen) stellt die multiparametrische strukturelle und funktionelle Ultrahochfeld-MRT beim Glaukom dar und erläutert die sich daraus ergebenden neuen Möglichkeiten zur Diagnostik des Glaukoms.

Kongress DOG 2019

Interview mit DOG-Präsident Prof. Claus Cursiefen
Unter dem Motto „Augenheilkunde: Unser Fach mit Zukunft“ lädt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) vom 26. bis 29. September zu ihrer Jahrestagung nach Berlin ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Prof. Claus Cursiefen, Direktor der Universitäts-Augenklinik Köln und diesjähriger DOG-Präsident, über das von ihm gewählte Leitthema und Aspekte des Kongressprogrammes.

25 Jahre Berliner Immunologie Seminar (BIS)

Entzündliche Erkrankungen der Augenoberfläche
Das diesjährige Berliner Immunologie Seminar (BIS) feierte sein 25-jähriges Jubiläum und fand am 1. Juni traditionell im Kaiserin Friedrich-Haus unter der Leitung von Prof. Uwe Pleyer, Augenklinik der Charité Berlin, Campus Virchow Klinikum statt. „Entzündliche Erkrankungen der Augenoberfläche“ waren 1994 Thema des ersten BIS und standen auch im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung. Von Dr. Dominika Pohlmann (Berlin).

Die konventionelle Kataraktchirurgie in der zivilrechtlichen Rechtsprechung

Angesichts der Häufigkeit der Kataraktchirurgie in konventioneller Ausführung verblüfft die geringe Zahl der hierzu ergangenen gerichtlichen Entscheidungen. Dies wird im Wesentlichen daran liegen, dass hier das chirurgische Prozedere seit vielen Jahren eingespielt und die Abrechnung des Arzthonorars längst gesichert und etabliert ist. Grundsätzliches ist hier von der Rechtsprechung aktuell nicht weiter zu erwarten. Ein Zustand der Rechtssicherheit, an den man sich gewöhnt hat und auf den man sich auf Dauer einrichten könnte. RA Michael Zach (Mönchengladbach) erörtert die konventionelle Kataraktchirurgie in der zivilrechtlichen Rechtsprechung.

Clear-Cornea-Femto-DALK

Neues Verfahren für die vordere lamelläre Keratoplastik
Derzeit wird die tiefe, vordere, lamelläre Keratoplastik (Deep Anterior Lamellar Keratoplasty, DALK) meist mittels Big-Bubble-Technik und dem Einsatz eines mechanischen Trepans durchgeführt. Die manuelle Freilegung der Deszemetmembran ist mit der Gefahr der Perforation oder remanenten Stromaschichten verbunden, die das Ergebnis stark beeinträchtigen können. An der Kölner Augenklinik am Neumarkt wurde eine neue DALK-Technik entwickelt, bei der das Stroma durch die Deszemetseparation weitgehend unbeeinflusst bleibt und die stromale Trepanation mit einem OCT-gesteuerten Femtosekundenlaser durchgeführt werden kann. Dr. Georg Gerten, Prof. Dr. rer. nat. Dipl.-Phys. Uwe Oberheide, Dipl.-Ing. Philipp Thiée und Dr. Alice Klein stellen das Verfahren und erste klinische Ergebnisse vor.