Aus der aktuellen Ausgabe

Das Trockene Auge beim idiopathischen Parkinson-Syndrom

Der Parkinson-Patient in der augenärztlichen Sprechstunde
Das idiopathische Parkinson-Syndrom stellt die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung dar. Im Durchschnitt erkranken Patienten im Alter von 55 Jahren. Mit steigendem Lebensalter erhöht sich die Prävalenz und Inzidenz der Erkrankung. Als systemische Erkrankung des Nervensystems gibt es neben den gut bekannten motorischen Symptomen auch eine Reihe von nicht-motorischen Symptomen, die aufgrund ihres frühzeitigen Auftretens und ihrer Häufigkeit in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus der Wissenschaft gerückt sind und sich durch eine Beteiligung des vegetativen Nervensystems erklären lassen. Hierunter sind Sehstörungen für den Patienten durch Erkrankungen des Tränendrüsenapparates ein sehr belastendes Symptom, das wissenschaftlich erst unzureichend verstanden ist. Matthias Börger (Abteilung Neurologie, Universitätsmedizin Göttingen) stellt die Problematik dar, aufgrund derer regelmäßige augenärztliche Untersuchungen bei Parkinson-Patienten erfolgen sollten.

Operative Therapie bei alternierender Esotropie

Beidseitige Medialis-Rücklagerung oder einseitige kombinierte Konvergenz-OP?
Ein frühkindliches Innenschielen kann als alternierende Esotropie auftreten, hat aber zusätzliche ­besondere Merkmale, die typisch sind. Wenn konservative Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind, besteht die Möglichkeit der Operation, um das Therapieziel der Geradeausstellung beider Augen zu erreichen. Allerdings sind zahlreiche Aspekte bei der Wahl des OP-Verfahrens zu berücksichtigen. An der Augenklinik Erfurt wurden alle durchgeführten Augenmuskeloperationen für die Diagnose alternierende Esotropie und frühkindliches Innenschielen in einer OP-Statistik erfasst, um zu untersuchen, ob die beidseitige Medialis-Rücklagerung vergleichbare Ergebnisse liefert wie die einseitige kombinierte Konvergenz-Operation. Dr. Jürgen Walther (Erfurt) fasst die Ergebnisse zusammen.

Mikrosekundenpuls-Laserbehandlung bei Chorioretinopathia centralis serosa

Retrospektive Analyse zum Praxiseinsatz der navigierten Laserbehandlung
Verschiedene Fallserien zu navigierter Mikrosekundenpuls-Behandlung bei chronischer Chorioretinopathia ­centralis serosa zeigten gute Resultate. Ziel einer Untersuchung an der Augenklinik OWL in Detmold war die Überprüfung, ob diese Resultate auch im praktischen Alltag erzielt werden können. In Zusammenarbeit mit externen Zuweisern wurden die Alltagsdaten von 14 Augen von 11 Patienten aus den Jahren 2016 und 2017 ausgewertet. Lubna Alkwatli und Dr. Bernd Fassbender (Detmold) berichten über ihre Praxiserfahrungen und erläutern die Ergebnisse der retrospektiven Analyse.

Die Brille in der Kunst von Rembrandt

Das Auge und noch mehr aber der Verlust der Sehfunktion als Folge einer Krankheit oder Verletzung nahmen zu allen Zeiten einen besonderen Stellenwert ein, der sich auch in der künstlerischen Darstellung nachweisen lässt. Abbildungen des Auges finden sich in alten Hochkulturen und in der Antike, aber erst die Maler des frühen Mittelalters waren künstlerisch in der Lage, das menschliche Auge in der Fläche naturgetreu darzustellen. Nun erscheint erstmals auch das Bildmotiv des kranken Auges. Die besondere Wertigkeit des Sehens in den Gemälden Rembrandts beschreiben Dr. Hans-Walter Roth und Dr. Gregor Nietgen (Ulm).

Interview zur AAD 2019

„Herumfuhrwerken in einem überreglementierten System“
Interview mit dem 2. BVA-Vorsitzenden Dr. Peter Heinz Vom 12. bis 16. März lädt die Augenärztliche Akademie Deutschland (AAD) wieder ins CCD nach Düsseldorf zur gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung vom Berufsverband der Augenärzte (BVA) und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem 2. BVA-Vorsitzenden Dr. Peter Heinz (Schlüsselfeld) anlässlich der diesjährigen Tagung über die das Fach bestimmenden, aktuellen berufspolitischen Diskussionen und Themen wie unter anderem das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG), die Mindestsprechstundenzahl sowie Aspekte wie Entbudgetierung und Digitalisierung.

181. RWA-Versammlung tagte in Aachen

„Hightech in der Ophthalmologie“
Zur 181. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte (RWA) lud Prof. Peter Walter vom 25. bis 26. Januar nach Aachen ein. In der Euregio Aachen-Lüttich-Maastricht hat die Verbindung von Medizin und Naturwissenschaften mit der Ingenieurskunst eine besonders lange Tradition und wird in zahlreichen interdisziplinären Forschungsprojekten gelebt. Demzufolge stand der Fokus der diesjährigen Tagung auf Hightech und Innovationen mit Vorträgen zur Robotik ebenso wie auf systembiologischen Ansätzen in der Diagnostik und neuen digitalen Techniken und Möglichkeiten. Von Katica Djaković.

Welche Halbwertzeit hat medizinisches Wissen?

Wissen unterliegt einem Alterungsprozess und insbesondere innovationsrelevantem Wissen wird eine hohe ­Zerfallsgeschwindigkeit zugeordnet. So gilt, dass die Halbwertzeit medizinischen Wissens bei etwa fünf J­ahren liege. Die medizinische Innovation schreite so schnell voran, dass für Skepsis, Abwarten und wissenschaftliche Bewertung kaum Zeit bleibe, lautet ein weiterer Aspekt in der Betrachtung. Doch welche Bedeutung ist dann ärztlicher ­Fortbildung beizumessen? Prof. Stefan Sauerland (Köln) hinterfragt diese Annahmen und unterzieht sie einer ­kritischen Prüfung.

Zoster ophthalmicus 2019 – ein Update

Zoster ophthalmicus ist ein Krankheitsbild, das zwar nicht selten auftritt – jedoch in seiner Tragweite oft­ ­unterschätzt wird. Aktuell gibt es für den klinischen Alltag einige Neuerungen zu berücksichtigen. Prof. Uwe Pleyer und Prof. Philip Maier geben ein Update und stellen Teile einer aktuellen Leitlinie (unter Beteiligung der DOG federführend formuliert durch den Berufsverband der Deutschen Dermatologen, BVDD) sowie neue präventive Möglichkeiten vor.

Uveitis bei juveniler idiopathischer Arthritis

Uveitiserkrankungen im Kindesalter sind selten. Die häufigste assoziierte Systemerkrankung bei der Uveitis im ­Kindes- und Jugendalter ist die juvenile idiopathische Arthritis (JIA). Dr. Karoline Walscheid, FEBO und Prof. Arnd ­Heiligenhaus, FEBO geben einen Überblick über das Krankheitsbild und stellen aktuelle Erkenntnisse aus der Inzeptionskohorte früh diagnostizierter Patienten mit juveniler idiopathischer Arthritis (JIA-Frühkohorte ICON) dar.

FAc-Implantat bei nichtinfektiöser Uveitis

Ergebnisse einer retrospektiven Fallserie
Das 0,19 mg Fluocinolonacetonid (FAc)-Implantat (Handelsname Iluvien) ist aktuell zur Behandlung von Sehstörungen in Verbindung mit einem chronischen diabetischen Makulaödem zugelassen. Im Rahmen eines dezentralisierten Verfahrens haben die europäischen Zulassungsbehörden jedoch Anfang letzten Jahres den Antrag auf eine Zulassungserweiterung des FAc-Implantates bei nichtinfektiöser posterior Uveitis akzeptiert. Prof. Ramin Khoramnia, FEBO (Heidelberg) berichtet über die aktuellen Ergebnisse einer retrospektiven Fallserie.