Aus der aktuellen Ausgabe

Die augenchirurgische Behandlung in der Begutachtung

Fast ausnahmslos erfolgt im Rahmen der gerichtlichen Durchsetzung ophthalmochirurgischer Erstattungsansprüche gegen Kostenträger eine medizinische Begutachtung der Ausgangsbefunde und des Behandlungsverlaufs einschließlich der Abrechnung. Für das Begutachtungsergebnis und letztlich die gerichtliche Entscheidung ist die Person des Sachverständigen dabei nicht minder bedeutend als die Befunde des Patienten. Ein richtig verstandenes und verständig gehandhabtes Sachverständigenwesen ist essentiell für eine an den Kriterien der Objektivität und Wissenschaftlichkeit ausgerichtete Begutachtung. RA Michael Zach (Mönchengladbach) fasst die wesentlichen Eckpunkte zusammen.

Veränderungen und Risiken neuer immunbasierter Tumortherapien

Mit der Initiative „Nationale Dekade gegen den Krebs“ hatte sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, die Sterblichkeit zu reduzieren und die Heilungschancen bei bösartigen Tumorerkrankungen zu verbessern. Inzwischen zeichnen sich erste Erfolge ab, so konnten unter anderem nahezu spektakuläre Erfolge mit so genannten Checkpoint-Inhibitoren erreicht werden. Ebenfalls deutlich lebensverlängernd wirken so genannte selektive BRAF-Inhibitoren (BRAFi). Gleichzeitig sind mit der zunehmend häufigeren Anwendung dieser Wirkstoffe auch die unerwünschten Wirkungen deutlicher in den Vordergrund gerückt. Die Nebenwirkungen der neuen Wirkstoffe unterscheiden sich völlig von den bisher bekannten zytotoxischen Wirkungen konventioneller Chemotherapien oder strahlentherapeutischer Maßnahmen. Aufgrund seiner immunologischen Besonderheiten ist das Auge eines der Target-Organe für diese unerwünschten Wirkungen. Prof. Uwe Pleyer, FEBO und Dr. Anne Rübsam (Berlin) stellen die Veränderung und Risiken neuer immunbasierter Tumortherapien dar.

Rolle der Chirurgie bei entzündlichen Augenerkrankungen

Zu Beginn einer Uveitis stehen diagnostische und auch medikamentöse chirurgische Interventionen im Vordergrund. Nur in Ausnahmefällen wie bei der bakteriellen Endophthalmitis hat die Chirurgie schon zu Beginn ihren Platz. Später werden die visuelle Rehabilitation und das Management von Komplikationen wichtiger und hier ist auch der hauptsächliche Bereich, wo die Chirurgie ihren Platz hat. Priv.-Doz. Dr. Pascal W. Hasler, FEBO (Basel) stellt die Rolle der Chirurgie bei entzündlichen Augenerkrankungen im Hinblick auf die Indikation zur Intervention dar.

Behandlung von Glaskörpertrübungen mit der YAG-Laser-Vitreolyse

Neue Klassifizierung als Entscheidungshilfe für eine kritische Indikationsstellung
Bei der YAG-Laser-Vitreolyse ist eine kritische Indikationsstellung obligat. Als Entscheidungshilfe soll eine neue Klassifizierung dienen, die sich an dem histoanatomischen Ursprungsort der jeweiligen Glaskörpertrübung orientiert. Sie zielt zudem darauf ab, dass Verständnis für Glaskörpertrübungen zu schärfen. Insbesondere soll sie auch als Grundlage dienen, um sowohl die Möglichkeiten als auch die Grenzen der YAG-Laser-Vitreolyse besser zu erforschen. Dr. Karl Brasse, MRCOphth (Eibergen) erörtert die kritische Indikationsstellung unter dem Aspekt der Histopathologie der Glaskörpertrübungen.

Neue digitale Therapie- und Diagnostikmethoden für Amblyopie

Neben der Standarddiagnostik und -therapie für Amblyopie wird aktuell über viele neue Methoden unter Verwendung moderner Technologien berichtet. In den Medien ist das Thema sehr präsent. Dadurch kommen häufiger Anfragen von Patienten oder Eltern auf Praxen und Kliniken zu. Prof. Maria Fronius (Frankfurt/Main) gibt einen Überblick über neue digitale Therapie- und Diagnostikmethoden für Amblyopie.

Fallbericht: Zentrales Meningeom als Zufallsbefund bei rezidivierender Chorioretinopathia centralis

In einer ambulanten augenärztlichen Gemeinschaftspraxis wurde ein 36-jähriger Mann erstmalig im April 2017 mit akutem Visusabfall am linken Auge vorstellig. Über zwei Jahre kam es vermehrt zu Rezidiven einer Chorioretinopathia centralis serosa nach Kataraktoperation. Im Verlauf entwickelte der Patient Stauungspapillen aufgrund eines faustgroßen Meningeoms parietal rechts. Dr. Anne-C. Zajonz, Olga Riemer, Dr. Anja Viestenz, Max H. Griebsch, Prof. Arne Viestenz und Dr. Hubertus von Below stellen den außergewöhnlichen Fall vor.

Das Büro des Kaufmanns

Serie zur Sammlung Roth (Folge 104)
Frühe Abbildungen einer Brille sind selten, sieht man von einigen Wandgemälden, Altarbildern oder Kirchenfenstern ab, so gibt es kaum Darstellungen in ihrer ursprünglichen Form. Noch seltener sind ihre Originale. Bislang sind die Brillen aus dem Kloster Wienhausen wohl die ältesten Sehhilfen der Welt, man datiert sie in die Zeit um 1350. Aus gleicher Zeit sind wohl auch erste Darstellungen in der Freskomalerei, zu sehen in dem Dominikanerkloster von San Nicolo in Treviso. Sie zeigen eine Nietbrille und ein Stielglas. Die älteste im Buchdruck dargestellte Brille stammt von Anton Koberger aus Nürnberg, der in seiner Weltchronik von 1493 mehrfach den gleichen Holzschnitt einer Nietbrille zeigt.

1. Baltic Sea Eye Conference

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Thomas Fuchsluger (Rostock) und Prof. Anna Machalinska (Szczecin/Stettin) fand am 14. Dezember die „1. Baltic Sea Eye Conference“ in Rostock statt. Mit der Etablierung dieser „Deutsch-Polnischen Winterakademie“ soll die Zusammenarbeit zwischen beiden Nachbarländern verstärkt und vertieft werden. Für seine Verdienste um die Augenklinik wurde Prof. Rudolf Guthoff mit der neu geschaffenen und damit ersten Carl-Wilhelm-von-Zehender-Ehrenmedaille geehrt. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) fasst die Tagung zusammen.

Die Kataraktoperation – Wegbereiter eines neuen Zeitalters im Glaukommanagement

Es ist die Kataraktoperation, bei der sich seit kurzem eine neue und faszinierende Option für die Kontrolle, die Behandlung und die wissenschaftliche Erforschung einer der problematischsten Augenerkrankungen anbietet: des Glaukoms. Prof. Burkhard Dick (Bochum) berichtet über den permanent im Auge verbleibenden Drucksensor Eyemate-IO, den die Universitäts-Augenklinik Bochum als eine der ersten Kliniken bei der Kataraktoperation von Glaukompatienten implantiert hat und zu dem jüngst erste Langzeiterfahrungen publiziert wurden. Der tägliche Umgang mit dieser neuen Art des Druckmonitoring wurde von den Patienten durchweg als positiv eingestuft.

Kataraktoperationen bei Patienten mit AMD und Uveitis

Auswertung von Studiendaten zum Einfluss der Katarakt-OP auf Entstehen und Progression
Welche Auswirkung hat die Kataraktoperation auf das Entstehen oder das Fortschreiten einer altersbedingten Makuladegeneration? Wie steht es um die Visusergebnisse der Kataraktoperation bei Uveitis-Patienten? Zur Beantwortung dieser Fragestellungen unterziehen Dr. Jakob Schweighofer und Prof. Yosuf El-Shabrawi (Klagenfurt) vorhandene Studiendaten einer genauen Betrachtung.