Aus der aktuellen Ausgabe

Glaukom und Bluthochdruck

Der Bluthochdruck ist einer der bedeutendsten internistischen Risikofaktoren sowohl für kardiovaskuläre Erkrankungen als auch für das Glaukom. Eine nächtliche Hypotension (diastolisch unter 50 mmHg) sowie jede Blutdruckabweichung im Tag-Nacht-Rhythmus (Non-Dipper, Extreme-Dipper) führt bei gleicher Augendrucklage zu einer beschleunigten Glaukomprogression. Deshalb gehört eine ambulante 24-Stunden-Blutdruckmessung bei Risikopatienten sowie bei Glaukomprogression zur Standarddiagnostik. Prof. Carl Erb und Prof. Burkhard Weisser erörtern den etwas weniger beachteten Zusammenhang von Glaukom und Bluthochdruck als interdisziplinäre Herausforderung für Augenärzte und Allgemeinmediziner/Internisten.

Das Sjögren-Syndrom

Diagnostikmethoden und Therapieoptionen beim primären Sjögren-Syndrom
Das Sjögren-Syndrom kann als eigene Erkrankung (primär) oder in Verbindung mit anderen Autoimmunerkrankungen (sekundär), insbesondere der rheumatoiden Arthritis oder dem systemischen Lupus erythematodes (SLE), auftreten. Das Leitsymptom bei Personen mit primärem Sjögren-Syndrom ist eine anhaltende Mund- und Augentrockenheit (Sicca-Symptomatik). Da die häufigsten Symptome jedoch auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, werden sie häufig nicht in Zusammenhang mit einem Sjögren-Syndrom gebracht. Die Patienten haben somit in vielen Fällen einen jahrelangen Weg bis zur Diagnose vor sich. Dr. Thomas Rath und Prof. Torsten Witte stellen Diagnostikmethoden und Therapieoptionen beim primären Sjögren-Syndrom aus Sicht des Rheumatologen dar.

Okuläre Manifestationen bei Patienten mit atopischer Dermatitis

Die Betreuung der Patienten mit atopischer Dermatitis (AD) findet an der Schnittstelle Dermatologie und Augenheilkunde statt, da es im Rahmen der AD vielfältige okuläre Manifestationen geben kann. Einen Überblick über okuläre Manifestationen bei Patienten mit atopischer Dermatitis gibt Dr. Nora Woltsche (Graz). Im Beitrag werden die unterschiedlichen okulären Komorbiditäten von Blepharitis, Keratokonjunktivitis sicca, Keratokonus, Katarakt bis hin zur Netzhautablösung hinsichtlich ihrer Pathogenese, Diagnostik und Therapie erläutert. Des Weiteren wird auf die okulären Nebenwirkungen der Therapie der atopischen Dermatitis eingegangen.

Thermometrie bei Augenentzündungen

Alle Infektionen am Auge erhöhen die Temperatur im Bereich der vorderen Augenabschnitte. Moderne Non-Kontakt-Thermometer erlauben ihre Messung am Oberlid und ermöglichen so einerseits eine Aussage über das Ausmaß einer Augenentzündung, andererseits sind sie hilfreich bei der Differentialdiagnostik. Pilze oder Viren führen am Auge meist zu einem geringeren Temperaturanstieg als Bakterien. Eine Ausnahme bildet allerdings das neue Coronavirus Covid-19, hier wurden inzwischen Spitzenwerte von über 40 Grad Celsius gemessen. Dr. Hans-Walter Roth (Ulm) erläutert die Thermometrie als eine einfache Methode zur ätiologischen Differenzierung von Augenentzündungen.

DMEK bei Patienten mit endothelialem Transplantatversagen nach perforierender Keratoplastik

Im Vergleich zur perforierenden Keratoplastik zeichnet sich die DMEK (Descemet Membrane Endothel Keratoplastik) durch geringere Komplikationsraten wie immunologische Transplantatreaktionen und schnellere postoperative Visusrehabilitation aus. Auch bei Patienten mit endothelialem Transplantatversagen nach perforierender Keratoplastik ist die DMEK eine praktikable Behandlungsoption. Dr. Friedrich Anton Steindor, Dr. rer. nat. Johannes Menzel-Severing und Prof. Gerd Geerling (Düsseldorf) erläutern das Verfahren.

Hyperoper Shift nach DMEK

Evaluation von präoperativen Hornhautparametern
Nach Descemet Membrene Endothelial Keratoplasty (DMEK) zur chirurgischen Therapie der Fuchsschen Endotheldystrophie zeigt sich eine Brechkraftänderung der Hornhaut in Richtung der Hyperopie. Dr. Raphael Diener und Prof. Maged Alnawaiseh (Münster) untersuchten in einer retrospektiven Studie die Fähigkeit unterschiedlicher präoperativer Parameter, Augen mit einem postoperativen hyperopen Shift nach DMEK zu identifizieren.

Der Starstich

Serie zur Sammlung Roth (Folge 105)
Der Graue Star ist ohne Zweifel die älteste Augenerkrankung, von der uns berichtet wird. Die meisten seiner Ursachen waren schon in der Antike bekannt. Zum einen war es das Alter, das zur Eintrübung der Augenlinse führte, zum andren waren es von außen kommende Ereignisse wie Augenverletzungen oder Entzündungen, die den Betroffenen rasch erblinden ließen. Schon früh war bekannt, dass nur eine Entfernung der eingetrübten Linse die Sehkraft wieder ganz oder teilweise herstellen konnte. Dazu war es nötig, die Augen-linse zu entfernen und so den Blick ins Auge zu öffnen. Allerdings war es nötig, die nun fehlende Brechkraft im Auge von etwa plus 19 Dioptrien durch eine Brille, später durch eine Kontaktlinse, oder, wie heute üblich, durch ein Implantat zu ersetzten, um dem Patienten wieder eine volle Sehfunktion zu ermöglichen. Die operativen Verfahren waren, aus heutiger Sicht betrachtet, einst abenteuerlich.

Behandlung von Glaskörpertrübungen mit der YAG-Laser-Vitreolyse

Neue Klassifizierung als Entscheidungshilfe für eine kritische Indikationsstellung
Bei der YAG-Laser-Vitreolyse ist eine kritische Indikationsstellung obligat. Als Entscheidungshilfe soll eine neue Klassifizierung dienen, die sich an dem histoanatomischen Ursprungsort der jeweiligen Glaskörpertrübung orientiert. Sie zielt zudem darauf ab, dass Verständnis für Glaskörpertrübungen zu schärfen. Insbesondere soll sie auch als Grundlage dienen, um sowohl die Möglichkeiten als auch die Grenzen der YAG-Laser-Vitreolyse besser zu erforschen. Dr. Karl Brasse, MRCOphth (Eibergen) erörtert die kritische Indikationsstellung unter dem Aspekt der Histopathologie der Glaskörpertrübungen.

Neue digitale Therapie- und Diagnostikmethoden für Amblyopie

Neben der Standarddiagnostik und -therapie für Amblyopie wird aktuell über viele neue Methoden unter Verwendung moderner Technologien berichtet. In den Medien ist das Thema sehr präsent. Dadurch kommen häufiger Anfragen von Patienten oder Eltern auf Praxen und Kliniken zu. Prof. Maria Fronius (Frankfurt/Main) gibt einen Überblick über neue digitale Therapie- und Diagnostikmethoden für Amblyopie.

Fallbericht: Zentrales Meningeom als Zufallsbefund bei rezidivierender Chorioretinopathia centralis

In einer ambulanten augenärztlichen Gemeinschaftspraxis wurde ein 36-jähriger Mann erstmalig im April 2017 mit akutem Visusabfall am linken Auge vorstellig. Über zwei Jahre kam es vermehrt zu Rezidiven einer Chorioretinopathia centralis serosa nach Kataraktoperation. Im Verlauf entwickelte der Patient Stauungspapillen aufgrund eines faustgroßen Meningeoms parietal rechts. Dr. Anne-C. Zajonz, Olga Riemer, Dr. Anja Viestenz, Max H. Griebsch, Prof. Arne Viestenz und Dr. Hubertus von Below stellen den außergewöhnlichen Fall vor.